Archivierte Einträge für Onlinejournalismus

Guttenberg, Online-Votings und Repräsentativität: Die faxende Mehrheit?

Ein Artikel mit der etwas reißerischen Überschrift “Bild.de-Leser revoltieren gegen Guttenberg” (gestern gab es bei Bild.de nämlich auch noch viele Pro-Guttenberg-Leserkommentare) arbeitet sehr schön heraus, dass medienübergreifend bei User-Umfragen der deutschen Online-Medien eine (teilweise sehr große) Mehrheit der User der Meinung ist, der Verteidigungsminister solle zurücktreten. Auch im Online-Voting bei Bild.de – obwohl doch die parallele, ebenfalls auf Selbstrekrutierung basierende Telefon- und Fax-Umfrage* – der gedruckten Bild-Zeitung die Titelschlagzeile “87% für Guttenberg” bescherte.**

Graphik von Klaus Staeck (www.staeck.com)
Bild: Klaus Staeck (www.staeck.com)
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Webvideopreis @ onlinejournalismus.de

Einige Zeit nachdem Roman Mischel hier bei onlinejournalismus.de auf die Ausschreibung für den ersten deutschen Webvideopreis hingewiesen hatte, habe ich mit mich ihm darüber unterhalten, ob die Veranstaltung eventuell das Problem haben könnte, dass in dieser relativ kleinen Welt Juroren und Nominierte zu eng miteinander verbandelt sind bzw. die Preise ausschließlich an solche Protagonisten gehen könnten, die Szene-Stars am nächsten kommen. Ein grundsätzliches Problem kann und konnte ich aber nicht erkennen: Schließlich ist es nicht unterwartet, wenn bei der ersten Verleihung eines solchen Preis zunächst einmal unter den Gewinnner eben jene sind, die nicht ohne Grund bereits bekannt sind. Und in der Jury sind ja Namen vertreten, die für Qualität bürgen.

Inzwischen stehen die Preisträger fest. Roman Mischel, der sich nicht nur hier seit Jahren mit dem Thema Webvideo auseinandersetzt, hat selbst in der Kategorie Dokumentation für seine Film Freddy den Publikumspreis gewonnen (herzlichen Glückwunsch!). Unter den Ausgezeichneten sind noch weitere bekannte, über die wir hier bereits berichtet haben – aber ebenso mir bisher unbekannte Perlen. Und die unglaubliche Menge an Einreichungen zeigt, dass sich bei einer Neuauflage des Preises das Bild schnell ändern könnte.

Ältere Beiträge über die Preisträger

Andere über den Webvideopreis

Guttenberg: Gelungene SPON-Visualisierung der Vorwürfe

 

Die Visualisierung auf Spiegel online.

Wie vergleicht man eigentlich ein Plagiat, dass es die Leser einer Zeitung oder eines Online-Magazins gut verstehen? Richtig: Man legt die Texte übereinander. Spiegel online ist auf die Idee gekommen und zeigt, wie man mit den Möglichkeiten des Netzes gut arbeiten kann.

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Studie der FH Hannover zu iPad-Apps

Mittels einer Eyetrack-Untersuchung und einer anschließenden Befragung der 40 Studienteilnehmer verglich Professor Stefan Heijnk an der Fachhochschule Hannover vier deutsche iPad-Apps. Ein Teilergebnis: Die App der Tagesschau* liefert laut Studie bessere Textqualität als die Vergleichsapps der elektronischen Presse.

Von Stefan Heijink
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Mapping a Revolution

Screenshot New York Times

Die New York Times hatte bereits in den ersten Tagen des Protests gegen Ägyptens Präsident Mubaraks Visualisierungen dazu erstellt. Zunächst eine Überblickskarte mit den Schauplätze in Ägypten und der Kairoer Innenstadt (28. Januar), dann eine bei onlinejournalismus.de bereits besprochene, Satellitenfoto-Übersicht von Kairo. Diese wurde nachträglich um eine Auswahlmöglichkeit nach Tagen ergänzt (“Mapping the Protests, day by day”), die aber meiner Meinung nach für den User nicht ganz so deutlich war.

Nach dem Sturz Mubaraks hat man nachgelegt und – wohl auf dieser Basis – eine mit einem Zeitstrahl kombinierte Visualisierung der komplexen Ereignisse erarbeitet. Je nach ausgewählten Tag wechselt die Kartenperspektive. Unterhalb der Karte werden dazu ergänzend passende Inhalte von nytimes.com angeboten – also kein abgeschlossenes Flash-Ghetto.

Die BBC bietet ein interaktives Foto des Tahrir-Platzes, das erläutert, was sich auf dem Zeltplatz der Demonstranten wo befand – vom der provisorischen Apotheke über den Kindergarten bis zum Flaggenshop.

Weitere Links
… bei onlinejournalismus.de:

… im übrigen Internet:

Ägypten und Prozessjournalismus, Nachtrag

Als Nachtrag zu Lorenz Matzats Artikel “Ägypten und Prozessjournalismus: Deutschsprachige Onlinemedien enttäuschen” der Hinweis auf zwei interessante Beiträgeüber Andy Carvin von NPR und seine Erfahrungen, Ägypten-Nachrichten über Twitter zu kuratieren.

Und ein Hintergrund: NPR Takes ‘Web-First’ Approach to Blogging. What Does That Mean? (September 2010)

Update, 14.02.2011:
Medial Digital empfiehlt noch einen weiteren Beitrag zum Thema beim Knight Digital Media Center, der wiederum auf einem Interview von Ethan Zuckermann mit Carvin basiert.

Bild.de: “Nix online auf keinen Fall”

Drei Tage alt, aber ein nahezu klassisches Beispiel: Bildblog dokumentiert, wie Bild.de als erstes mit dem Toten sprach Medium den Rücktritt Mubaraks verkündigte – mit einem vorab vorbereiteten, aber am Donnerstagabend leider nicht zutreffenden Bericht: Der Rücktritt vom Rücktritt.

Mobiler Journalismus: Wenn die Community korrigiert

Als MoJane – die mobile, multi- und crossmediale Reporterin der Rhein-Zeitung – betritt Katrin Steinert neue journalistische Pfade – auch was den Workflow betrifft: Redigieren findet nicht mehr statt, Korrekturen und Tipps kommen in erster Linie aus ihrer Online-Community. Eine Zwischenbilanz nach eineinhalb Jahren. Weiterlesen…

Die PR-Büttel von Abendzeitung.de

Dieser Tage hat die Münchner “Abendzeitung” ihren Web-Auftritt relauncht. Optisch und vom Aufbau her gefällt mir das neue Angebot auf den ersten Blick gut. Inhaltlich sind mir allerdings zwei Artikel aufgefallen, die das Prädikat “Leserverarschung” verdienen. Weiterlesen…

Crossmedia: Website des 9. Jahrgangs der Evangelischen Journalistenschule

Hüte aus Zuckerwatte, ein ehemaliger Boxstar, ein Gentrifizierungs-Multiplikator, Berlins berühmteste Currywurstbude – all das und mehr ist zu bewundern auf der Site Crossmedia.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 9. Jahrgangs der Evangelischen Journalistenschule in Berlin haben in den vergangenen fünf Wochen einiges gelernt und ausprobiert: wie man gute Fotos macht und sie bearbeitet, wie man eine Audio-Slideshow erstellt und Videos dreht. Die Ergebnisse sind jetzt zu sehen, und sie können sich sehen lassen.

Technische Schwierigkeiten gab es genug; da kommt beim Kodieren schon mal ein Seitenverhältnis raus, das so nicht hätte sein sollen, aber die Zeit reicht nicht, es neu zu machen, oder der Ton bei der Slideshow ist nicht richtig gepegelt. Das gehört zum Lernen dazu, und wie immer gilt: Content ist King – was zählt, ist der Inhalt. Davon gibt es genug, und spannend ist er in jedem Fall.

Ich selbst habe in der vergangenen Woche dafür gesorgt, dass die, die noch keinen Eindruck davon hatten, wie man ein CMS installiert, konfiguriert und nutzt, jetzt etwas besser Bescheid wissen (richtig zur Sache geht’s in der dreiwöchigen Online-Lehrredaktion im Spätsommer), und dann mit allen zusammen die Inhalte ins Netz gebracht. Nun kann man sich davon überzeugen, wie’s gelungen ist. Viel Spaß dabei.

Übrigens: Am Donnerstag hat Lorenz Matzat gezeigt, wie Google Fusion Tables funktioniert, so dass es nun auch noch einen kleinen “Datenjournalismus”-Anteil gibt.

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