Archivierte Einträge für Onlinejournalismus

Schweizer Zeitungen verspüren weniger Druck

Neue Web-Hysterie und bald das große Zeitungssterben? Nicht so in der Schweiz, meint Michael Soukup. Dort erschien folgender Artikel bereits im vergangenen Jahr in der SonntagsZeitung” – aber an der Sachlage im Nachbarland hat sich nichts geändert.
Weiterlesen…

Radio mit Anguckbildchen

Christoph Maier macht auf ein neues Format der Netzeitung namens “Movie Flash” aufmerksam: Im Prinzip eine Filmkritik als animierte Slideshow mit Off-Text.
Im Vergleich zu ihm bin ich allerdings weniger begeistert: Wir hören einen soliden Radiobeitrag – aber die Bilder werden dazurecht willkürlich abgespult, die erklärenden Mini-Bildtexte stehen in keinem Zusammenhang mit dem Offtext. Zur Hölle mit der Linearität – aber wenigstens die pompöse Trailerstimme zu Beginn des “Movie Flash” lässt einen mal wieder vor dem Rechner grinsen. Der “Sat1 FilmFilm” lässt grüßen.

Guardian: Comment is free

Komme jetzt erst dazu, mir Comment is free näher anzusehen – und finde es extrem gelungen. Der Guardian bündelt auf Comment is free alles, was in Richtung Meinung und Leitartikel geht – und steigt in die Konversation mit seinen Usern ein.

Wer sich registriert, kann kommentieren (im Artikel, nicht in kilometerweit entfernten, allgemeinen Foren). Das Echo ist gut, an den Storys hängen zum Teil 50 und mehr Kommentare.

Was mir – ähnlich wie bei TimesSelect – gut gefällt: Dass die Autoren vorgestellt werden.

Und dass ihre Texte aus der musealen Stille der Zeitung herausgeholt werden.

Wikis: Vielseitige Plattform für journalistische Websites

Onkel Brumm (nebenbei: wann erhält der endlich einen vernünftigen Namen?) weist bei Zeit.de auf das Nordwest-Wiki der Oldenburger Nordwest Zeitung hin: “Hier sollen im Form eines Wikis alle Informationen rund um den Nordwesten gesammelt werden”, heißt im Wiki. Und natürlich kann jeder dort mitschreiben. Seit November 2005 sind so 350 Artikel entstanden. Brumm fragt sich, ob so etwas auch bei Zeit.de sinnvoll wäre.

Ähnliche Projekte gibt es beispielsweise beim “Handelsblatt”, dass Ende September 2005 sein Wirtschaftswiki startete (wir berichteteten) oder bei der PC-Welt. Eher für den temporären Einsatz gedacht ist das Fanportal der “Stuttgarter Zeitung”, Worldcupwiki von Fans für Fans. Auch als Wissenssammlung von Journalisten für Journalisten eignen sich Wikis, wie das Wiki des Journalistennetzwerks Jonet zeigt.

Anders machte es Jochen Magnus, Redaktionsleiter der Online-Ausgabe der Koblenzer “Rhein-Zeitung”, RZ Online. Dort wurde die vorhandene deutschsprachige Wikipedia im August 2004 komplett in das Online-Angebot eingebunden. Weitere Informationen zur Nutzung von Wikipedia als Journalist finden Sie auf meinem Weblog.

Mitmachen: Umfrage zum Verbraucherjournalismus

Andreas Eickelkamp (u.a. Mitautor des Werkes “Nutzwertjournalismus”, Rezension von mir) bittet für seine Doktorarbeit über Verbraucher- und Ratgeber-Journalismus um Teilnahme an einer Online-Befragung. Die Umfrage richtet sich an alle Mediennutzer.

Ziel der Befragung ist, Verbraucher- und Ratgeber-Journalismus besser an die Wünsche der Leserinnen und Leser anzupassen.

Dazu liest Du zwei oder drei Texte und gibst Deine Meinung dazu ab (je 5-10 Minuten), und ein Mal beantwortest Du Fragen zu Deiner Mediennutzung (10 Minuten). Mitmachen kann jede Person, die gut Deutsch spricht und mindestens 18 Jahre alt ist. Besondere Kenntnisse sind nicht nötig.

Die Umfrage ist vollständig anonym. Sie findet im Rahmen eines wissenschaftlichen Forschungsprojektes an der Universität Leipzig statt und verfolgt keinerlei kommerziellen Interessen. Sie finden die Umfrage unter: www.nutzwertjournalismus.de/befragung

Wir werden über die Ergebnisse insofern sie den Online-Bereich betreffen, berichten.

Watchblogs – wo laufense denn?

Auch wenn laut der Befragung “Zukunft des Journalismus” (Mai 2005, Uni Leipzig) fast zwei Drittel der Medienschaffenden Weblogs kennen, bleiben immer noch offene Fragen.

Wenn ich Kollegen auf Watchblog-Aktivitäten hinweise, erwähne ich neben den ausgewiesenen Watchblogs (BILDblog, Ostsee-Zeitung-Blog, ORF-Blog) auch andere Blogs. Wohlgemerkt mit dem Hinweis, dass diese häufig nur sporadisch über Medien berichten. Für Einsteiger ist es natürlich schwierig, wenn sie etwa Don Alphonsos Rebellen ohne Markt besuchen und jener sich gerade in epischer Breite über die Renovierungsarbeiten seines Hauses auslässt (was wohlgemerkt auch unterhaltsam ist).

Zwei, nein, jetzt sind es sogar drei schöne Beispiele gibt es aktuell hier auf dem Präsentierteller: Felix Schwenzel, kein Journalist!, hat sich einen Artikel über “Deutschlands einziges Zensurblog” etwas genauer angeschaut und findet “platte lügen auf politik-digital.de“. Filigran nimmt “Handelsblatt”-Reporter Thomas Knüwer die “Schwitzenden Swinger” bei Spiegel Online auseinander (äh, natürlich den so lautenden Artikel). Heute hegt Knüwer Zweifel an der spektakulären Enthüllung des ARD-Magazins plusminus, dass ein Nationalspieler auf Spiele gewettet habe, die manipuliert worden seien. Ich halte diese Beispiele für sehr lehrreich. Mehr über Watchblogs finden Sie in meinem “journalist”-Artikel “Ungebetene Kritiker“.

Nachtrag
Auch gut, aktuell und beispielhaft: Cut’n’past journalism: Mittelwert bilden! bei Medienrauschen.

Newsvine jetzt frei zugänglich

Newsvine hat seinen beta-status verlassen und ist seit rund zwei Wochen frei zugänglich.

Newsvine ist ein Experiment, das einige der “Web 2.0″-Schlagwörter unter einem Dach vereint: es ist hochgradig vernetzt, interaktiv und persönlich, zum Beispiel durch blogähnlich kommentierbare Nachrichten (die zurzeit ausschließlich über AP ins System fließen), user-initiierte News-Seeds, Foren und Chats, einem Bewertungssystem usw.

Eine Übersicht über die Funktionen von Newsvine gibt’s auf der Website von Jonathan Dube [#1, #2]. Dass es natürlich auch bei Newsvine zu Problemen kommen kann, wenn man seine Community allzu weit öffnet, dokumentieren diese beiden Einträge in den E-Media Tidbits.

Zeit.de schließt Kommentarbereiche zum Tod Milosevics

In ihrem Redaktions-Blog teilt die Zeit.de-Redaktion mit:

“Wir haben die Kommentarfunktion zu den Texten über den Tod von Slobodan Milosevic abgeschaltet. Wenige Stunden nach dem Erscheinen der ersten Texte, hatte sich der Kommentarbereich zu einem Forum für Leugner der Verbrechen des ehemaligen serbischen Ministerpräsidenten Milosevic entwickelt. Diesen wollen wir keinen Platz geben.”

Bei Focus Online ist das Forum zu diesem Thema hingegen weiter offen. Das Niveau der Beiträge darf ohne Übertreibung als grauenhaft bezeichnet werden.

Diese Beispiele zeigen wieder mal die Pole, zwischen denen sich Redaktionen in diesem Bereich bewegen: von restriktiv bis freizügig. Beide Strategien können den jeweiligen Medien schaden. Vor knapp drei Jahren habe ich für den “journalist” einen Artikel zu diesem Thema veröffentlicht: “Kommunikative Kundschaft“. Die Frage, wie Online-Redaktionen sinnvoll mit Nutzerkommentaren umgehen können, kann ich allerdings auch nicht endgültig beantworten.

Neues von zwei Solo-Journalisten

Neues von Krisenreportern, über die wir schon mehrfach berichtet haben: Kevin Sites, der für Yahoo als Backpack-Journalist mit Foto- und Videokamera in den Konfliktzonen der Welt unterwegs ist, ist mit dem einem nach einem ermordeten Kollegen benannten Preis, dem “Daniel Pearl Award” ausgezeichnet worden.

Martin Ebbing, als (offenbar) freier Korrespondent bisher unter anderem für ARD-Hörfunk und Online-Angebote u. a. im Irak tätig, hat ein Blog zum politischen Konflikt mit Iran gestartet.

NPD-Blog geht an den Start

“Das kleine Böse und das große Schlimme”: Das Bildblog startete, weil die Medienjournalisten dahinter jeden Tag auf journalistische Fehler und Sünden im Springer-Blatt stießen, die nicht immer einen Artikel in den traditionellen Medien wert waren, aber auch nicht unter den Tisch fallen sollten.

Aus ähnlichen Motiven ist jetzt das NPD-Blog (http://npd-blog.info) online. Patrick Gensing schreibt und sammelt Berichte über die Extremisten. Seit einiger Zeit schon, nun auch öffentlich zugänglich. Unter anderem bietet das NPD-Blog ein Personenregister.

 « 1 2 3 ... 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 »


onlinejournalismus.de beobachtet die Entwicklung des Journalismus im Internet.

onlinejournalismus.de wird mit WordPress betrieben (Theme: Modern Clix von Rodrigo Galindez).