Archivierte Einträge für Onlinejournalismus

NPD-Blog geht an den Start

“Das kleine Böse und das große Schlimme”: Das Bildblog startete, weil die Medienjournalisten dahinter jeden Tag auf journalistische Fehler und Sünden im Springer-Blatt stießen, die nicht immer einen Artikel in den traditionellen Medien wert waren, aber auch nicht unter den Tisch fallen sollten.

Aus ähnlichen Motiven ist jetzt das NPD-Blog (http://npd-blog.info) online. Patrick Gensing schreibt und sammelt Berichte über die Extremisten. Seit einiger Zeit schon, nun auch öffentlich zugänglich. Unter anderem bietet das NPD-Blog ein Personenregister.

Ernüchternde Zwischenbilanz beim “global reporting” des Handelsblatts

Seit knapp einem Jahr schildern 28 Korrespondenten des “Handelsblatts” in Weblogs ihre “Erlebnisse abseits der üblichen Pfade”. Jetzt wurde Zwischenbilanz gezogen, “Handelsblatt”-Reporter Thomas Knüwer, dessen Blog Indiskretion Ehrensache monatlich fünfstellige Abrufzahlen hat*, schreibt:

“In der vergangenen Woche bei unserer Korrespondententagung wurde auch viel über Weblogs gesprochen. Zum Beispiel, wie sich das bisher nicht zufrieden stellende Global Reporting verbessern lassen könnte.”

In meinem im September 2005 veröffentlichten Telepolis-Artikel zum journalistischen Bloggen (Schwer ist leicht was. Wenn Journalisten auch noch bloggen müssen …) hatte ich bereits moniert:

“Den meisten Kollegen von Knüwer fällt das Nebenbei-Bloggen nicht so leicht. Einige der 28 bloggenden “Handelsblatt”-Korrespondenten aktualisieren ihre Internet-Journale nur alle paar Wochen und entsprechend werden diese kaum kommentiert bzw. überhaupt von Lesern und anderen Bloggern wahrgenommen. Manche Beiträge wirken für ein Blog schlichtweg langweilig oder uninspiriert; von mangelnder Formatierung der Texte ganz abgesehen.”

Andererseits finden sich natürlich auch viele sehr gute, interessante Texte in diesen Blogs, bloß die Korrespondenten müssen halt auf dieser Publikationsplattform auch erst mal ihre Leser und ihren Stil finden, das geht halt nicht immer so schnell wie etwa bei Knüwer, der auch erst seit Januar 2005 sein Blog schreibt. Manchen mag dies gelingen, anderen eben nicht.

Ich denke, das “Handelsblatt” wird da weiter am Ball bleiben. Als Knüwer zum Bloggen anfing, war ich anfangs auch recht skeptisch, mittlerweile besuche ich sein Blog fast täglich. Andererseits ist natürlich auch mein Zeitbudget begrenzt, ich bin zudem bequem und mit einer gewissen Grundskepsis ausgestattet was neue Blogs betrifft – und sehr viel anders wird der “Nutzer draußen im Lande” auch nicht handeln, oder?

* Kürzlich habe ich irgendwo mal Besucherzahlen gelesen, die Julius Endert mitteilte, vielleicht hat einer unserer Leser diese Zahl parat …

Epic 2006: Norddeutschlands meister Blogger

Von Andreas K. Bittner

Schon wieder eine Revolution im Web? Begriffe wie Wiki, Tagging, Folksonomy und Podcasting machen die Runde. Journalistisch interessant, das so genannte Blogging. Für die einen aggressiver Internet-Journalismus, für die anderen sind es wohl die größten Banalitäten der Welt. Es tut sich was im Web.

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www.online-volontaer.de

Gleich zweimal wurden in der vergangenen Woche Online-Volontäre im Hamburger Abendblatt gesucht: Einmal vom Job-Portal Stepstone, einmal von einem mir bisher unbekannten Informationsdienst für Ärzte.

Renommiertere Redaktionen, die mit speziellen Volontariaten Online-Journalisten ausbilden wollten, haben diese Programme ja mittlerweile meist mit ihren normalen Volontariaten verschmolzen oder ganz eingestellt wie Gruner und Jahr. Ausnahme offenbar: Vorreiter ProSiebenSat1, die erst kürzlich noch jemanden für ihr Online-Volontariat suchten. Die Aufgaben umfassen allerdings auch “Konzeption und Umsetzung von Sales-relevanten Themen in Zusammenarbeit mit Produktmanagement” (Ausschreibung).

Die Boomzeit der damals neu aus der Taufe gehobenen Online-Volontariate war um 2000/2001. Damals habe ich diese in einer Pionierstudie detailliert untersucht. “Ausbildung für den Online-Journalismus” gibt es nun auch hier zum Download (PDF, ca. 1,9 MB). Mehr Informationen zur Studie auf meiner Homepage. Veränderungen der Lage bis 2003 dokumentierte ein Artikel im alten Design von onlinejournalismus.de.

Zehn Jahre Telepolis

Nein, wir sind keine Jubelperser (gestern Zeit.de, heute Telepolis, oh, haben wir eigentlich Focus Online vor einigen Wochen auch gratuliert?). Natürlich freut es mich besonders, dass ein Projekt wie Telepolis diese magische Marke erreicht hat. Zum zweiten Geburtstag, 1998, schrieb ich für die “taz” 69 Zeilen über Telepolis. Die Reaktionen auf diesen Artikel waren interessant: Telepolis-Leser sahen in mir den Prototyp des “kleinbürgerlichen Journalisten” für andere war ich ein “Lakai des Großbürgertums”. Ja mei. Und immer noch komme ich mit Telepolis nicht so richtig klar. Der bunte, manchmal für mich schon abstrus erscheinende Themenstrauß irritiert mich. Vielleicht gehört es gerade deswegen zur täglichen Lektüre.

Glückwunsch an die sympathische Redaktion!

Fundierte Informationen zu zehn Jahren Online-Journalismus finden Sie in unserem im herkömmlichen Design gestalteten Dossier Online-Journalismus dekade1.

Zehn Jahre Zeit.de

Wir sehen heute ausnahmsweise mal über die kleinen Verschreiber in Christian Ankowitschs Geburtstagstext “Moderne Wanderprediger” hinweg und verneigen uns höflich: Alles Gute Zeit.de!

Für die Redaktion onlinejournalismus.de

Thomas Mrazek

Fundierte Informationen zu zehn Jahren Online-Journalismus finden Sie in unserem im herkömmlichen Design gestalteten Dossier Online-Journalismus dekade1.

Videoeinbindung bei SpOn, Teil 2

Da ist es jetzt, worauf wir seit einiger Zeit warten: Das offenbar erste, selbstgemachte Video im Angebot von Spiegel Online (mit Material von Spiegel TV, Reuters, dpa, ddp, AP und Deutschlandfunk). Selbstgemacht heißt in diesem Fall selbst geschrieben, geschnitten und gesprochen – jedoch nicht selbst gedreht.

Zur Machart: Das Portrait über Angela Merkel könnte in dieser Form locker in jedem Fernsehprogramm laufen. Gearbeitet wurde mit einer Mischung aus Archiv-Bewegtbildern, vorzugweise in Slow-Motion, von links nach rechts bzw. oben nach unten oder vergrößerten bzw. verkleinerten Fotos und sehr vielen Blenden zwischen den Übergängen. Das ganze wurde mit Musik abgerundet, darüber liegt die Stimme des Sprechers.

Der Vorteil beim Fernsehen ist ja, dass einem jede Menge MBit Bandbreite für die Übertragung von Bild- und Toninformationen zur Verfügung stehen. Da spielt man zuweilen gern mit langen Überblendungen und anderen Effekten. Aber online? In Briefmarkengröße? Da treten dann schon mal Klötzchen auf, die – auch bei schnellen Verbindungen – eine Blende noch künstlerischer aussehen lassen als vielleicht gewollt.

Was hätten wir anders gemacht? Zum Beispiel hart geschnitten, keine Musik verwendet, Schwenks und Zooms nur dann, wenn’s wirklich nötig ist – und ansonsten voll auf die innere Bewegung der Bilder gesetzt.

Washington Post setzt auf Delicious

Bei der Washington Post lässt sich jeder Artikel mit einem Klick bei del.icio.us eintragen und mit einem Tag versehen. Hybernaut spekuliert über kommende Partnerschaften von del.icio.us mit anderen Online-Medien und fragt sich, ob del.ico.us-Nutzern die notwendige Registrierung bei der Washington Post erspart bleibt.

Spannend zu sehen, wenn Online-Medien mit solchen die traditionelle Navigationsstruktur aufhebenden Elementen experimentieren. In Deutschland hat ja jetzt.de Anfang des Jahres für die Einführung von Tags von seinen Nutzern erst mal die (relaunch-übliche) Prügel bezogen. Ansonsten gibt es hierzulande m. W. noch nichts zu vermelden.

Textbasierte Multimedia-Reportage

Video- und Tonreportagen haben immer einen Nachteil: Sie fesseln den Leser für eine festgelegte Zeit. Ich habe manchmal das Gefühl, dass solche sequentiellen Medien für das Internet schlechter geeignet sind als Text. Audio-Slideshows gehören auch dazu. Ich habe deshalb vor einigen Jahren begonnen, ein neues Multimedia-Format zu entwickeln, bei dem der Text das Trägermedium ist.

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National Geographic: That thing called love

That thing called love ist in vielerlei Hinsicht eine wertvolle Lektion, wie vertonte Fotogalerien funktionieren. Das Wichtigste sind nicht die technischen Feinheiten – es ist die Geschichte, die erzählt wird.

Jodi Cobb schildert, wie sie als Fotografin für National Geographic das denkbar schwierige Thema “Liebe” umgesetzt hat – und sie hat etwas zu erzählen. Ich denke, dass wir diesen Punkt oft unterschätzen – dass Multimedia ohne originäre Geschichten, ohne inhaltliche Substanz einfach nicht funktioniert.

That thing called love ist – ähnlich wie viele Audio-Galerien der New York Times – auch deswegen so einnehmend, weil natürlich gesprochen wird, weil das Audio eine normale Gesprächs-Situation widerspiegelt. Man hat nicht den Eindruck, einer Vorlesung zu folgen, eher sitzt man im Wohnzimmer der Fotografin und hört ihr zu. So einfach.

Es lohnt sich auch, auf die Auswahl der Fotografien zu achten: Es sind keine Ausreißer nach unten dabei, es gibt keine visuellen Durchhänger. Lieber kürzere Galerien, weniger Bilder – aber kein Füllmaterial einsetzen. Wenn man bedenkt, dass jedes Bild Pi mal Daumen mindestens 10 Sekunden stehen bleibt, sind 2,3 schwache Fotos schon zu viel.

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