Archivierte Einträge für Onlinejournalismus

Zehn Jahre Zeit.de

Wir sehen heute ausnahmsweise mal über die kleinen Verschreiber in Christian Ankowitschs Geburtstagstext “Moderne Wanderprediger” hinweg und verneigen uns höflich: Alles Gute Zeit.de!

Für die Redaktion onlinejournalismus.de

Thomas Mrazek

Fundierte Informationen zu zehn Jahren Online-Journalismus finden Sie in unserem im herkömmlichen Design gestalteten Dossier Online-Journalismus dekade1.

Videoeinbindung bei SpOn, Teil 2

Da ist es jetzt, worauf wir seit einiger Zeit warten: Das offenbar erste, selbstgemachte Video im Angebot von Spiegel Online (mit Material von Spiegel TV, Reuters, dpa, ddp, AP und Deutschlandfunk). Selbstgemacht heißt in diesem Fall selbst geschrieben, geschnitten und gesprochen – jedoch nicht selbst gedreht.

Zur Machart: Das Portrait über Angela Merkel könnte in dieser Form locker in jedem Fernsehprogramm laufen. Gearbeitet wurde mit einer Mischung aus Archiv-Bewegtbildern, vorzugweise in Slow-Motion, von links nach rechts bzw. oben nach unten oder vergrößerten bzw. verkleinerten Fotos und sehr vielen Blenden zwischen den Übergängen. Das ganze wurde mit Musik abgerundet, darüber liegt die Stimme des Sprechers.

Der Vorteil beim Fernsehen ist ja, dass einem jede Menge MBit Bandbreite für die Übertragung von Bild- und Toninformationen zur Verfügung stehen. Da spielt man zuweilen gern mit langen Überblendungen und anderen Effekten. Aber online? In Briefmarkengröße? Da treten dann schon mal Klötzchen auf, die – auch bei schnellen Verbindungen – eine Blende noch künstlerischer aussehen lassen als vielleicht gewollt.

Was hätten wir anders gemacht? Zum Beispiel hart geschnitten, keine Musik verwendet, Schwenks und Zooms nur dann, wenn’s wirklich nötig ist – und ansonsten voll auf die innere Bewegung der Bilder gesetzt.

Washington Post setzt auf Delicious

Bei der Washington Post lässt sich jeder Artikel mit einem Klick bei del.icio.us eintragen und mit einem Tag versehen. Hybernaut spekuliert über kommende Partnerschaften von del.icio.us mit anderen Online-Medien und fragt sich, ob del.ico.us-Nutzern die notwendige Registrierung bei der Washington Post erspart bleibt.

Spannend zu sehen, wenn Online-Medien mit solchen die traditionelle Navigationsstruktur aufhebenden Elementen experimentieren. In Deutschland hat ja jetzt.de Anfang des Jahres für die Einführung von Tags von seinen Nutzern erst mal die (relaunch-übliche) Prügel bezogen. Ansonsten gibt es hierzulande m. W. noch nichts zu vermelden.

Textbasierte Multimedia-Reportage

Video- und Tonreportagen haben immer einen Nachteil: Sie fesseln den Leser für eine festgelegte Zeit. Ich habe manchmal das Gefühl, dass solche sequentiellen Medien für das Internet schlechter geeignet sind als Text. Audio-Slideshows gehören auch dazu. Ich habe deshalb vor einigen Jahren begonnen, ein neues Multimedia-Format zu entwickeln, bei dem der Text das Trägermedium ist.

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National Geographic: That thing called love

That thing called love ist in vielerlei Hinsicht eine wertvolle Lektion, wie vertonte Fotogalerien funktionieren. Das Wichtigste sind nicht die technischen Feinheiten – es ist die Geschichte, die erzählt wird.

Jodi Cobb schildert, wie sie als Fotografin für National Geographic das denkbar schwierige Thema “Liebe” umgesetzt hat – und sie hat etwas zu erzählen. Ich denke, dass wir diesen Punkt oft unterschätzen – dass Multimedia ohne originäre Geschichten, ohne inhaltliche Substanz einfach nicht funktioniert.

That thing called love ist – ähnlich wie viele Audio-Galerien der New York Times – auch deswegen so einnehmend, weil natürlich gesprochen wird, weil das Audio eine normale Gesprächs-Situation widerspiegelt. Man hat nicht den Eindruck, einer Vorlesung zu folgen, eher sitzt man im Wohnzimmer der Fotografin und hört ihr zu. So einfach.

Es lohnt sich auch, auf die Auswahl der Fotografien zu achten: Es sind keine Ausreißer nach unten dabei, es gibt keine visuellen Durchhänger. Lieber kürzere Galerien, weniger Bilder – aber kein Füllmaterial einsetzen. Wenn man bedenkt, dass jedes Bild Pi mal Daumen mindestens 10 Sekunden stehen bleibt, sind 2,3 schwache Fotos schon zu viel.

Videoeinbindung bei SpOn

Die Video-Experimente bei SpOn, auf die Matthias Eberl neulich schon hingewiesen hat, kommen jetzt nahezu täglich vor. Gleich zwei Videos werden aktuell auf der Startseite von Spiegel Online gezeigt, eines davon direkt – statt eines Fotos – neben dem Aufmacher-Teaser.

Technisch ist das ganze geschickt gelöst: Statt eines eingebetteten Videos, das nur über ein zusätzliches Plugin abgespielt werden könnte, wird zunächst ein statisches JPEG mit einer gefakten Player-Menueleiste gezeigt. Diese Startseite wird also auch mit Browsern angezeigt, die nicht mit zusätzlichen Plugins ausgestattet sind.

Das JPEG befindet sich in einem eingebettetem Frame (“IFRAME”). Erst beim Klick auf das Foto bzw. die Playerleiste wird eine neue HTML-Seite, die das Video enthält, direkt in den IFRAME geladen – und erst jetzt wird das Plugin vorausgesetzt.

Beim Streaming setzt SpOn auf Flash, vermutlich weil es nach Herstellerangaben unter den Browser-Plugins am weitesten verbreitet ist.

Die Videos selbst stammen zurzeit immer noch von Reuters – mal sehen, wann die erste Eigenproduktion online geht.

Grimme Online Award 2006

Noch bis zum 31. März können Vorschläge für den Grimme Online Award 2006 eingereicht werden.

Disclaimer: Our very own Fabian Mohr sitzt in der Nominierungskommission (nicht in der Jury). onlinejournalismus.de hat 2003 selbst einen Grimme Online Award bekommen.

Studien zum Download bei onlinejournalismus.de

In der Vergangenheit haben wir bereits mehrfach wissenschaftliche Arbeiten in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Autoren als Volltext im PDF-Format angeboten. Auch in Zukunft sind wir dafür offen. Hier einmal die bisherigen Download-Texte im Überblick.

Ohne Content keine Comments
Weblogs und ihre Auswirkungen auf den traditionellen Journalismus
Autor: Walter Fikisz
Diplomarbeit an der Fachhochschule Eisenstadt (Österreich), 2004
(PDF, ca. 260 KB)

Onlinespezifisch vs. crossmedial
Online-Medien in der Journalistenausbildung an deutschen Hochschulen. Inhaltsanalyse und Expertenbefragung.
Autoren: Dr. Wiebke Loosen et. al.
Universität Hamburg, 2003.
(PDF, ca. 440 KB)

Online-Journalismus in Deutschland und den USA
Daten der ersten repräsentativen Erhebung zum Online-Journalismus
Autoren: Thomas Hanitzsch, Thorsten Quandt, Martin Löffelholz & Klaus-Dieter Altmeppen
TU Ilmenau / Universität München, 2004.
(PDF, 320 KB).

Zeit.de: Eine transparente Redaktion?

Nachdem ich mich gestern zum Ballyhoo um die überarbeitete Zeit.de-Seite äußerte, ist die Seite heute noch einmal Thema, ein ernsteres: Die Bilder von Misshandlungen Abu Ghraib. Wie soll eine Redaktion mit diesem Material umgehen?

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Zeit.de: Viel “Innovationen” und schwarze Zahlen

Den Besuchern eines Hintergrundgesprächs bei Zeit.de muss heute ein Wort fast in den Ohren geklingelt haben: “Innovation, Innovation, Innovation, und immer die User schreiben lassen”, verkündete Gero von Randow sein Mantra. Der 53-jährige leitet seit sieben Monaten die Redaktion der “Plattform der liberalen Öffenlichkeit im Netz” und kann offenbar auf gute Zahlen verweisen. Im letzten halben Jahr habe die Website ihre Page Impressions auf 24 Millionen verdoppelt.

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