Brenders Fall: heute.de reagiert sofort und umfassend
Von Fiete Stegers am 27. November 2009Gleich ein ganzes Special auf der Startseite trotz der heiklen Berichterstattung in eigener Sache - nicht schlecht! Weiterlesen »

Gleich ein ganzes Special auf der Startseite trotz der heiklen Berichterstattung in eigener Sache - nicht schlecht! Weiterlesen »

Interessant: Focus Online ergänzt seine Wahlberichterstattung durch ein Twitter-Widget, das automatisiert - und damit unkontrolliert - Twitter-Beiträge anderer Nutzer ausspielt. Verwendet wird es zum Beispiel in diesem Artikel. Abgefragt werden die Suchbegriffe “Bundestagswahl” OR #bundestagswahl OR #btw OR #wahl2009″.
Interessant deswegen, weil Bild.de mit einem solchen Freibrief für Twitter-Nutzer kürzlich angesichts des Amoklaufs in Ansbach auf die Nase gefallen war: Die Nutzer twitterten gegen Bild, wie es u. a. bei der Augsburger Allgemeinen heißt. Spiegel Online hatte beim jüngsten Relaunch zu Twitter-Kommentaren aufgerufen - aber eben nur zu einem bestimmten Anlass und mit einem selbst vorgegeben Twitter-Hashtag zur Erkennung. tagesschau.de hatte beim TV-Duell einen Twitter-Kasten auf der Seite - der aber nur eigene und re-tweetete Posts ausspielte.

Das Flash-Interface (Design und Programmierung: Form One) ist optisch beeindruckend: In einem multimedialen Internet-Special ziehen die Journalisten des ZDF-Hauptstadtstudios“Die Berlin-Bilanz” der Großen Koalition.
Für tagesschau.de habe ich zusammen mit Kollegen etwas ganz Ähnliches produziert: Die multimediale Zeitleiste über “Vier schwarz-rote Jahre” ist im Gegensatz zum ZDF-Special mit einem Standard-Tool (Design und Produktion: Avero) gebaut und verwendet statt Bilanz-Videos wie beim ZDF Archiv-Beiträge der jeweiligen Ereignisse.
Stimmen zum Spiel?
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Das von ARD, RTL, Sat 1 und ZDF am 13. September gemeinsam übertragene Fernsehduell der Kanzlerkandidaten bleibt eine reine TV-Veranstaltung. taz und Frankfurter Rundschau hatten schon darauf hingewiesen, vornehmlich mit Hinweis auf den wegen verweigerter Hörfunkrechte verärgerten Deutschlandfunk. Noch absurder ist es allerdings, dass es es - nach jetzigem Stand der Dinge - von keinem der beteilligten Sender eine Übertragung per Videolivestream ins Netz geben wird.
(mehr bei Dnews)
Update, 27.08.2009 (via Turi)
Mehr als 170 Einsendungen innerhalb eines Tages gab es auf den Aufruf von Netzpolitik.org, aktuelle CDU-Wahlplakatmotive zu remixen, spricht: kreativ umzugestalten. Gleich am nächsten Tag schaffte es die Aktion sogar ins ZDF-Morgenmagazin. Markus Beckedahl und seine Mitstreiter stellten einmal mehr unter Beweis, dass sie kampagnenfähig sind und das, was einem Zentralorgan für die politischen Bereiche der Blogosphäre am nächsten kommt.
Auch die Nutzer-Kommentare bei Netzpolitik bewegen sich im dreistelligen Bereich - besonders, seit die Fotografin der Plakatmotive nach Angaben von Netzpolitik.org in der Satire eine unerlaubte Nutzung sieht. Die diskutierten urheberrechtlichen Fragen spielen in diesem Fall meiner Einschätzung nach überhaupt keine Rolle, die gesamte Aktion müsste als politische Satire von der Meinungs- und Kunstfreiheit gedeckt sein. Wäre es anders, wäre das schlimm. So sieht das auch der Medienrechtler Markus Kompa.
Dennoch hat Markus Beckedahl angesichts eines drohenden Rechtsstreits zumindest einige Bilder vorerst depubliziert. Im Netz verbreiten sie sich allerdings ohnehin schon über diverse Seiten. Auch einen Generator zum Erzeugen von Bildern ganz ohne Photoshop-Kenntnisse gibt es.
Ich vermute, dass die Fotografin schließlich von ihrer Forderung abrücken wird.
Update, 18:45
Laut taz verzichtet die Fotografin auf eine juristische Auseinandersetzung
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Netzpolitik.org dreht in den letzten Monaten verstärkt an der Kampagnenschraube: Nun ruft das Weblog Zuschauer, Hörer und Internet-Nutzer auf, ihre Meinungen zu den Internet-Angeboten von ARD und ZDF abzugeben. Derzeit müssen diese im bereits berüchtigten Dreistufentest nachträglich genehmigt werden. Im Rahmen dieses Tests werden auch Stellungnahmen von Dritten berücksichtigt. Daran beteiligen sich in der Regel Konkurrenten, Lobbyisten und andere Fachleute mit Eingaben. Netzpolitik.org meint:
Das blöde ist, dass die Nutzer in der Debatte nie gefragt werden. Auf den üblichen Medienkongressen mit ihrer Meinungsbildung diskutieren Politiker mit Verlegern / Verbänden und dem Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk immer nur darüber, dass letztere weniger im Netz machen können dürfen. Das prägt die Debatte. Verbraucherschützer und Zuschauer und Zuhörer werden nicht gefragt. Dabei bezahlen wir den Laden und in der Regel wünscht man sich als Zuschauer und Zuhörer viel mehr.
Netzpolitik.org ruft nun Bürger auf, sich selbst zu Wort melden und äußert gleich Vorschläge, wie: Mehr Creative-Commons-Lizenzen, mehr offene Formate, 7-Tage-Frist für Archive abschaffen, weg mit dem Sendebezug.
Update: Letzteres sieht Jörg Sadrozinski in seiner Reaktion im Tagesschau-Blog bereits entschärft.
[Hinweis: Ich arbeite für tagesschau.de und andere öffentlich-rechtliche Auftraggeber.]
… werden heute Abend bei der Preisverleihung in Köln bekanntgegeben. So zumindest der Plan.
Hier ist die Liste der nominierten Websites.
Nachtrag, 22:30 Uhr
Und hier die Preisträger:
Information: Carta, Blog von Jens Weinreich, ZDF Parlameter
Wissen und Bildung: Design Tagebuch
Kultur und Unterhaltung: Krimi-Couch.de, TOM und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig
Spezial: Byte FM
Publikumspreis: Wissen macht Ah!
Die Jury hat eine gute Auswahl getroffen: Parlameter und Jens Weinreich haben wir bei onlinejournalismus.de auch in hohen Tönen gelobt, besonders freut mich darüber hinaus die Ehrung für das häufig von mir zitierte Design Tagebuch. Carta taucht bei uns auch häufiger auf - da ist aber sicher noch Raum nach oben. Und Byte FM kann ich zum Reinhören nur empfehlen. Der unbekannte Rest lohnt sich dann sicher auch zu entdecken.
Darüber, wie offenherzig Nutzer von sozialen Netzwerken mit privaten Informationen umgehen und welche Folgen das haben kann, berichten Journalisten immer wieder (Beispiel-Klassiker: Party-Foto zerstört Bewerbungschancen). Wie sie sich selbst verhalten, wenn sie bloggen, twittern oder sich bei Facebook tummeln, haben sie aber noch kaum diskutiert.
Warum wir das aber sollten, habe ich bei dnews.de aufgeschrieben. Stephen Myers hat sich bei Poynter Online vor einiger Zeit noch ausführlicher Gedanken gemacht.
Javier Solana und Howard Rheingold - das ist schon eine Rednermischung. Außer den beiden gibt es noch zahlreiche weitere Veranstaltungen bei der von Deutschen Welle (DW) vom 3. bis 5. Juni in Bonn veranstalteten Konferenz. “Konfliktprävention im Multimedia-Zeitalter” lautet der Obertitel.
Die Leitfragen:
Hat der Wandel von Technologie und Anwendung einen Einfluss darauf, wie in den Medien über Konflikte berichtet wird? Oder beeinflusst er unmittelbar die Art, wie ein Krieg geführt wird? Wie sieht der Einfluss auf friedensbildende Maßnahmen und Strategien der Konfliktvermeidung aus? Welches sind die größten Herausforderungen der internationalen Medien im Rahmen dieser technologischen Veränderungen? Wie haben sich die Erwartungen der Zuschauer, Hörer und Internet-Nutzer verändert - und wie können diese im digitalen Zeitalter am besten angesprochen werden?
Im Rahmen der Konferenz werden werden auch die Sieger-Blogs der von der DW veranstalteten BOBs 2008 ausgezeichnet.
Auf der verzweifelten Suche nach Erlösquellen ist Netz-Medien mitunter kein Mittel zu schade. DerWesten wirbt bei Parteien mit einem dubiosen Angebot.