Rundfunkänderungsstaatsvertragsdiskussion
Die Diskussion wird also weitergehen (mehr: sueddeutsche.de, tagesschau.de). Vielleicht mit etwas weniger Schaum vor dem Mund und etwas mehr Sachverstand, so meine stille Hoffnung.
Dem schreibenden Kollegen Michael Hanfeld wünsche ich, dass er sich etwas beruhigt, etwas weniger Angst um seinen Job hat und vielleicht auch sein Vokabular überprüft. Nach der von ihm befürchteten “Enteignung der freien Presse” (FAZ, Juni 2007) schrieb er im Vorfeld des gestrigen Rundfunkänderungsstaatsvertragsergebnisverkündungstags fast schon ein Ermächtigungsgesetz herbei:
Man wird dieser Tage Zeuge, wie sich ein Apparat des Schreibens bemächtigt. Wie sich riesige Rundfunkanstalten zu Textkonzernen entwickeln, die über jeden Sachverhalt des Lebens schreibend berichten werden und damit der freien Presse den Raum nehmen.
Das Zitat ist aus einem Kommentar – aber auch in seinem Bericht benutzt Hanfeld wieder die Vokabel “ermächtigt”.
Eine ähnlich krude Argumentation gab es im gedruckten “Spiegel” dieser Woche – dort wurde hergeleitet, dass der Rundfunkänderungsstaatsvertrag der Politik Gelegenheit zur Zensur von privatwirtschaftlichen organisierten Online-Medien geben würde.
Update:
Hier noch der Link zu dem abstrusen Spiegel-Trakat (via netzpolitik-Kommentare).
(Ich arbeite u. a. für NDR und WDR.)