Archivierte Einträge für Print

“Kleinigkeitsschlamm”: Karl Kraus’ “Fackel” online

Eben freute ich mich über eine Meldung im österreichischen “Standard”: Karl Kraus’ “Fackel” sei nunmehr – 70 Jahre nach seinem Tod – online abrufbar. Den fehlenden Apostroph in der Überschrift verzeihe ich den Kollegen, nur hätte man die Leser in der dürren Nachricht darauf hinweisen können, dass er sich auf der von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften betreuten Seite registrieren muss. Wenn es denn funktioniert: Ich warte immer noch auf die Bestätigungs-Mail mit dem Passwort – “(…) der furchtbare Kleinigkeitsschlamm, in dem unser Leben versinkt.” (Karl Kraus).

Nachtrag, 15 Uhr
Es funktioniert. (-:

Online-Video und Zeitungen

Flash-Videoplayer auf Nachrichtenseite (Foto: Mischel)

“Video” war eines der Schlagwörter 2006. Und wie aus Branchenkreisen zu hören ist, wollen einige Online-Redaktionen im kommenden Jahr beachtliche Summen investieren, um ihre Berichterstattung mit bewegten Bildern zu bereichern. Grund genug für eine Momentaufnahme: Wie setzen deutsche Online-Redaktionen, deren Ursprung im Print liegt, heute Video ein? Ein kurzer Überblick.

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Suche nach Perlen weiter erlaubt

Das Landgericht hat gestern die Klagen von SZ und FAZ gegen Perlentaucher abgewiesen (Presseschau), die u. a. urheber- und wettbewerbsrechtliche Argumente angebracht hatten. Die Richter sahen die Resümees und Rezensionsnotizen von Perlentaucher aber “eigengestaltet” und mithin keinen Verstoß an (anonymisiertes Abstract des Urteils als PDF).

Springers Online-Offensive startet mit Torte von Spiegel Online

Das Bemerkenswerteste beim heutigen Start von Springers so genannter Online-Offensive war wohl die Torte, die Mitbewerber Spiegel Online den Berliner Kollegen spendierte. Selbstironisch befassten sich die Springer-Leute mit dieser Geste. Kräftig wurde aber auch die Werbetrommel gerührt:

“In der Nachrichtenzentrale werden künftig alle Inhalte gebündelt. Neben den Printmedien werden Websites und neue Medienkanäle wie Mobildienste, Videos und Podcasts beschickt. Da kommt die Konkurrenz ausstattungsmäßig nicht mit,” protztschreibt Welt.de über den Start des “größten integrierten Newsroom Deutschlands”.

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Online-Leser nur ein Zehntel wert?

Andreas Bittner, Vorsitzender des Fachausschuss Online-Journalisten im Deutschen Journalisten-Verband, weist in einem Beitrag auf der jonet-Mailingliste auf ein Spiegel Online-Interview mit “Economist”-Chefredakteur John Micklethwait hin, dort heißt es:

Tatsache ist: Bisher ist das Prinzip, dass Printmedien Wörter an Leser verkaufen und Leser an Anzeigenkunden. So verdienen sie Geld. Im Internet könnte es genauso funktionieren, allerdings sind dort die Preise noch anders: Im Internet braucht man derzeit zehn Leser, um das Gleiche zu verdienen wie mit einem Leser von Zeitungen oder Zeitschriften. Soll heißen, der Wert eines Online-Lesers beträgt nur ein Zehntel dessen eines Heftkäufers. Das ist sicher eine Herausforderung.

OnRuhr und das Franchise-Konzept (Knüpfer-Interview Teil 2)

Von Jens Matheuszik, Pottblog

“Wir suchen lokale Partner” sagt Uwe Knüpfer. Gestern berichteten wir vom wir vom ersten Teil des Interviews mit dem Geschäftsführer und Chefredakteur des neuen Internet-Projektes OnRuhr. OnRuhr wird am 17. November 2006 starten und soll dem Ruhrgebiet in den Zeiten des Zeitungssterbens und der Monopolisierung eine neue journalistische Facette bieten. Dabei konkurriert OnRuhr mit den Internet-Plänen der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), der größten Tageszeitung des Ruhrgebietes, die Anfang 2007 ihr überarbeitetes Internet-Angebot starten möchte.

Inzwischen ist der zweite und letzte Teil des Interviews verfügbar: Knüpfer spricht darin über das Geschäftsmodell und verteidigt das Konzept seines Projekts gegen kritische Stimmen, die nicht an Werbung in einer PDF-Zeitung glauben und meinen, dass seine kleine Redaktion die inhaltlichen Ziel nicht erfüllen kann. Wir dokumentieren die interessantesten Auszüge. Weiterlesen…

OnRuhr: Uwe Knüpfer im Interview

Von Jens Matheuszik, Pottblog

Das Online-Erwachen im Ruhrgebiet beginnt in Kürze: Am 17. November 2006 startet das ambitionierte Projekt OnRuhr, eine Internet-Zeitung für das Ruhrgebiet. Der ehemalige Chefredakteur der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), der größten Zeitung des Ruhrgebietes, tritt damit in direkte Konkurrenz zu seinem ehemaligen Arbeitgeber, denn die WAZ-Mediengruppe plant unter dem Arbeitstitel WestEins eine eigene neue Internet-Plattform für das Ruhrgebiet.

Im Pottblog gibt es aktuell zum Start von OnRuhr jetzt den ersten Teil eines Interviews mit Uwe Knüpfer, dem Geschäftsführer und Chefredakteur von OnRuhr. Wir dokumentieren jeweils die interessantesten Auszüge. Weiterlesen…

FAZ und SZ kontra Perlentaucher

Heute geht es vor dem Landgericht Frankfurt zur Sache: Erster mündlicher Termin eines von SZ und FAZ angestrengten Prozesses gegen den Online-Feuilleuton-Überblick Perlentaucher.

FAZ und SZ, die sich gemeinsam durch ein Münchner Anwaltsbüro vertreten lassen, werfen dem Perlentaucher vor, in seinen Rezensionsnotizen zu den Buchkritiken dieser Zeitungen Urheberrechte zu verletzen. Die Klageschrift zielt darauf ab, dass der Perlentaucher eine Weiterverbreitung dieser Notizen an Internetbuchhändler unterlässt. Schadenersatzforderungen werden angedroht.

schreibt Perlentaucher (via Netzpolitik). Statt als Traffic- oder zumindest Interesse-Generator sieht man Perlentaucher hier offenbar als Konkurrenten, der auf Zeitungsinhalten basierende Informationen weiterkauft – was die Verlage möglicherweise lieber selbst machen würden.

Die Anwälte wollten sich vor der […] Verhandlung zu dem Vorgang nicht äußern.

heißt es bei der Welt weiter.

Nachtrag: Die Entscheidung wird für den 23. November erwartet (Welt).

0nRuhr: Fassade bereits online

Bei onRuhr (www.onruhr.eu) tut sich etwas: Größtenteils ist die Site der als tägliche Online-Lokalzeitung zum Selberausdrucken geplanten Angelegenheit , vor der dereinst die Lokalkonkurrenz der mächtigen WAZ-Zeitungsgruppe erzittern soll, zwar noch eine Baustelle, aber ein bisschen was kann man schon sehen.
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New York Times Reader / beta

Die Navigation durch die Artikel mit den Cursor-Tasten ist sehr bequem, es gibt keinerlei Scrollbalken, die Seitenwechsel sind flott und die Darstellung exzellent. Fotos kommen gut zur Geltung. Ein Kontextmenü zum Drucken, Kopieren, Speichern und Annotieren ist ebenfalls vorhanden.

Klingt gut? Die New York Times hat zusammen mit Microsoft einen Reader zur Darstellung von Zeitungsseiten am Bildschirm im Beta-Test. Wortfeld – daher auch das Zitat oben – hat sich das Teil ausführlich angesehen. Zwei kritische Anmerkungen bleiben nach dem schwärmerischen Einstieg haften: “Ausgereift ist das Programm allerdings noch lange nicht” und “Wozu also eine Zeitung auf diese Weise lesen?”

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