Archivierte Einträge für Recherche

Open-Data-Diskussion gewinnt an Fahrt

Stefan Gehrke vom Open Data Network auf der re:publica | Foto: Fiete Stegers

Auf der re:publica widmeten sich am Freitag mehrere Runden dem Thema “Open Data”. Was das ist, erklärt ein Artikel von mir bei tagesschau.de:

Behörden sollen ihre Daten nicht nur auf ihrer eigenen Homepage anbieten, wie es viele Institutionen mit einzelnen Daten bereits tun, sondern möglichst viele Daten in computerlesbaren Standardformaten zur Verfügung zu stellen. Das soll es nicht nur jedem Bürger ermöglichen, die Daten nach eigenen Kriterien auszuwerten – Programmierer sollen die Daten auch gleich beliebig miteinander verknüpfen und weiterverwerten können.

Noch ausführlicher und wie Journalisten Open Data für ihre Arbeit nutzen können, beschreibt Christiane Schulzki-Haddouti für das ver.di-Journalistenmagazin “M”.

Für Zeit Online liefert sie selbst gleich ein Anwendungsbeispiel, eine Serie zur Analyse und Visualisierung von Parteispenden.. Aus dem Publikum hieß es in einem re:publica-Workshop, die Financial Times Deutschland arbeite etwas ähnliches.

Der Verein Open Data Network, dem unter anderem Stefan Gehrke (Foto) angehört, hat die Website offendaten.de eingerichtet. Sie soll den Zugang zu offenen Behördendaten in Deutschland bündeln. Ergebnisse des von dem Verein im Anschluss an die re:publica ausgerichteten “Hack4Democracy” sind dort leider noch nicht verlinkt (Hinweise gerne in den Kommentaren).

Weitere Links

… bei onlinejournalismus.de:

… im sonstigen Internet:

  • The Guardian Eigene Plattform rund um Datenquellen und was (nicht nur) Journalisten daraus machen können
  • netzpolitik Data Driven Journalism – Versuch einer Definition

Eine offene Bibliographie für die Internet-Enquete – bitte ergänzen!

Die Bibliothek des Deutschen Bundestags hat für die Mitglieder der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft eine 137-seitige Bibliographie zusammengestellt, die iRights.info erstmals veröffentlicht – zusammen mit dem Aufruf, sie zu ergänzen.

Auf gutem Weg: Nachrichten.de, erster Eindruck

Nachrichten.de, das automatisierte Nachrichtenportal der Tomorrow Focus AG steht in den Fußstapfen. Ich habe es aus Zeitgründen bisher nur sehr kurz testen können, aber einen ersten spontanen Eindruck möchte ich doch äußern: das gefällt mir – übersichtlich, “intelligent”.

Allerdings treten beim ersten spontanen Testen auch “Kinderkrankheiten” auf, derentwegen man sich anfangs über Google News lustig machte (siehe hierzu Beitrag “Google sei mit uns”, 2005): So wundert es mich etwa, dass die Aufmacher der Sportseite alle vom “Albboten” (kennt den jemand?) stammen. Bei einschlägigen Testsuchen geht man mitunter leer aus. Angenehm fällt auf, dass das Ganze von Anfang mit journalistischem Hintergrund aufgebaut wurde. Im Gegensatz zu Google News mutet Nachrichten.de optisch sehr angenehm an, positiv zu erwähnen ist auch, dass alle Quellen aufgeführt werden. Kurzes Fazit: Das könnte etwas – zumindest eine ernsthafte Konkurrenz für Google News – werden. Allein zum Ergänzen journalistischer Recherchen könnte Nachrichten.de taugen, das ist freilich zu wenig, es muss für einen Massenmarkt taugen.

Weitere Informationen

Massenbeschäftigung für moderne Mediennutzer

Screenshots [M]: NPR, Guardian, ORF

Journalisten setzen zu selten auf ihren Publikumsjoker: Ein Plädoyer für mehr Crowdsourcing und gegen Sockelgehabe. Weiterlesen…

News von uns und anderen Fach-Websites im Überblick

Das Beispiel von Interactive Narratives – einer sehr empfehlenswerten US-Website, die neue Multimedia-Produktionen im Web vorstelllt – hat uns inspiriert: Auf dieser (Netvibes-)Seite gibt es die Feeds von onlinejournalismus.de (Artikel und Links) sowie von anderen maßgeblichen Fach-Websites, -blogs und Twitter-Accounts zu Onlinejournalismus, Multimedia und Web-Video-Journalismus u. a. im Überblick.

Im Gegensatz zur Seite von Interactive Narratives gibt es einen deutlichen deutschen Fokus. In nächster Zeit wird vielleicht noch der eine oder andere ergänzt (und gegebenfalls die Präsentation etwas angepasst), Vorschläge für Ergänzungen nehmen wir gern entgegen.

Außerdem haben wir einen Twitter-Feed für onlinejournalismus geschaltet (http://www.twitter.com/ojour_de). Dort gibt es automatisiert Hinweise auf neue Einträge auf unserer Seite und empfehlenswerte Links aus unserer täglich aktualisierten Delicious-Sammlung.

P.S.: Wir denken darüber nach, unsere Blog-Feeds auch bei Facebook einzuspeisen, wüssten aber gerne, ob sich der Aufwand für ein Fachpublikum lohnt. Ideen, Erfahrungen diesbezüglich gerne in die Kommentare posten.

Wie nutzen Sie Soziale Netzwerke?

Für die Zeitschrift “Message” arbeite ich an einem Artikel zum Thema Soziale Netzwerke und Journalismus. Hierzu würde ich gerne Ihre Meinung hören (sofern Sie als Journalist tätig sind).

  • Wie nutzen Sie Soziale Netzwerke (wie etwa StudiVZ, Facebook, Xing, aber auch Twitter) für Ihre Arbeit (es muss sich nicht auf Recherche reduzieren)?
  • Was für Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
  • Sind Sie selbst in Sozialen Netzwerken registriert und aktiv (es ist ja für das journalistische Arbeiten mit diesen Angeboten nicht zwingend notwendig Mitglied zu sein respektive überhaupt nicht möglich überall dabei zu sein)?

Antworten bitte per E-Mail an:
kontakt(at)thomas-mrazek.de
Gegebenenfalls hake ich noch mal nach. Der Artikel wird später hier veröffentlicht. Vielen Dank schon mal.

Wie Journalisten diese Netzwerke besser nicht nutzen sollten, ist im Artikel “Deckname Moser” nachzulesen.

“Lernt die Kultur kennen!”

Regina McCombs | Foto: Fiete Stegers

Journalisten müssen die “Kultur” von Social Media verstehen und diese Techniken selbst ausprobieren, meint Regina McCombs im Audio-Interview mit onlinejournalismus.de

Sie ist Journalismus-Ausbilderin am Poynter Institute in Florida. Zuvor arbeitete sie bei einem lokalen Fernsehsender in Minneapolis und als verantwortliche Video- und Multimediaredakteurin bei der Minneapolis Star Tribune.

Insbesondere für thematische spezialisierte Journalisten sei es unverzichtbar, Social Media zu ihrem Fachgebiet zu verfolgen, sagt McCombs. Aber auch alle anderen sollten sich damit beschäftigten. “Auch wenn gerade erst herausfinden, wie wir die Anwendungen als Journalisten verwenden sollten und was wir nicht tun sollten – zum Beispiel nicht von einer Beerdigung zu twittern.”


Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.


Interview in englischer Sprache [MP3, 9'49 min, 9 MB, Download]

Woher Journalisten angesichts ihrer bisherigen Arbeitsbelastung die Zeit nehmen soll, nebenher mit Social Media zu experimentieren – dafür hat Combs leider auch keinen Tipp. Angesichts der Wirtschaftskrise und Angst vor Jobverlust sei die Bereitschaft dazu aber auch bei Skeptikern gestiegen.

Weitere Links
… im übrigen Internet:

Exklusives “Internet-Tagebuch des Familienmörders”

abendblatt_tagebuch
Vier Menschen sind tot. Wer sucht, stößt im Internet schnell auf Seiten, auf denen sie über sich und ihr Leben berichten, private Fotos zu sehen sind. Wie gehen Medien damit um? Das Beispiel “Hamburger Abendblatt”.
Weiterlesen…

Datenschutz auf die harte Tour: Das “Google-Porträt”

Profil bei StudiVZ (Screenshot [M])

Das französische Magazin “Le Tigre” porträtiert unbekannte Internet-Nutzer und recherchiert dafür in sozialen Netzwerken. So publizierte das Magazin die Lebensgeschichte eines französischen Angestellten nur aufgrund öffentlich zugänglicher Quellen. Mit “Details über seine Reisen und sein Liebesleben”, berichtet die “FAZ”. Der Porträtierte sei “bleich” geworden, als er den Artikel las.

Der Artikel ist Auftakt einer Serie mit dem Namen “Google-Porträt”. Im “FAZ”-Beitrag (mit Hinweis auf weitere Artikel zum Thema) heißt es weiter:

“Von ganz normalen Zeitgenossen werden die Informationen zusammengestellt, die sie selbst dem Internet anvertraut haben. Bei Facebook und anderswo. Die Naivität und der Exhibitionismus vieler Menschen seien grenzenlos, sagt ein Redakteur des “Tigre”. Und will ihnen zeigen, was mit ihren Angaben geschehen kann.”

Aus journalistischer Sicht halte ich diese Herangehensweise für gewagt, aber legitim. Wir haben letztes Jahr im Beitrag “Deckname Moser” über den Mißbrauch von sozialen Netzwerken bei der journalistischen Recherche berichtet.

Nachtrag 23.01.09
Medienrauschen berichtete bereits am 15.01.09 über das Thema: “ergoogelt, erfacebooket und erflickrt – wenn das Internet Dich besser kennt als Deine Mutter”.

“Glokal-Journalismus” konkret

Redakteure aus Indien berichten über Gemeinderatssitzungen in Kalifornien. Dieser – schon zwei Jahre alte – Aufreger ist symptomatisch für die US-Zeitungskrise. Weiterlesen…

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