Archivierte Einträge für Recherche

News von uns und anderen Fach-Websites im Überblick

Das Beispiel von Interactive Narratives – einer sehr empfehlenswerten US-Website, die neue Multimedia-Produktionen im Web vorstelllt – hat uns inspiriert: Auf dieser (Netvibes-)Seite gibt es die Feeds von onlinejournalismus.de (Artikel und Links) sowie von anderen maßgeblichen Fach-Websites, -blogs und Twitter-Accounts zu Onlinejournalismus, Multimedia und Web-Video-Journalismus u. a. im Überblick.

Im Gegensatz zur Seite von Interactive Narratives gibt es einen deutlichen deutschen Fokus. In nächster Zeit wird vielleicht noch der eine oder andere ergänzt (und gegebenfalls die Präsentation etwas angepasst), Vorschläge für Ergänzungen nehmen wir gern entgegen.

Außerdem haben wir einen Twitter-Feed für onlinejournalismus geschaltet (http://www.twitter.com/ojour_de). Dort gibt es automatisiert Hinweise auf neue Einträge auf unserer Seite und empfehlenswerte Links aus unserer täglich aktualisierten Delicious-Sammlung.

P.S.: Wir denken darüber nach, unsere Blog-Feeds auch bei Facebook einzuspeisen, wüssten aber gerne, ob sich der Aufwand für ein Fachpublikum lohnt. Ideen, Erfahrungen diesbezüglich gerne in die Kommentare posten.

Wie nutzen Sie Soziale Netzwerke?

Für die Zeitschrift “Message” arbeite ich an einem Artikel zum Thema Soziale Netzwerke und Journalismus. Hierzu würde ich gerne Ihre Meinung hören (sofern Sie als Journalist tätig sind).

  • Wie nutzen Sie Soziale Netzwerke (wie etwa StudiVZ, Facebook, Xing, aber auch Twitter) für Ihre Arbeit (es muss sich nicht auf Recherche reduzieren)?
  • Was für Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
  • Sind Sie selbst in Sozialen Netzwerken registriert und aktiv (es ist ja für das journalistische Arbeiten mit diesen Angeboten nicht zwingend notwendig Mitglied zu sein respektive überhaupt nicht möglich überall dabei zu sein)?

Antworten bitte per E-Mail an:
kontakt(at)thomas-mrazek.de
Gegebenenfalls hake ich noch mal nach. Der Artikel wird später hier veröffentlicht. Vielen Dank schon mal.

Wie Journalisten diese Netzwerke besser nicht nutzen sollten, ist im Artikel “Deckname Moser” nachzulesen.

“Lernt die Kultur kennen!”

Regina McCombs | Foto: Fiete Stegers

Journalisten müssen die “Kultur” von Social Media verstehen und diese Techniken selbst ausprobieren, meint Regina McCombs im Audio-Interview mit onlinejournalismus.de

Sie ist Journalismus-Ausbilderin am Poynter Institute in Florida. Zuvor arbeitete sie bei einem lokalen Fernsehsender in Minneapolis und als verantwortliche Video- und Multimediaredakteurin bei der Minneapolis Star Tribune.

Insbesondere für thematische spezialisierte Journalisten sei es unverzichtbar, Social Media zu ihrem Fachgebiet zu verfolgen, sagt McCombs. Aber auch alle anderen sollten sich damit beschäftigten. “Auch wenn gerade erst herausfinden, wie wir die Anwendungen als Journalisten verwenden sollten und was wir nicht tun sollten – zum Beispiel nicht von einer Beerdigung zu twittern.”


Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.


Interview in englischer Sprache [MP3, 9'49 min, 9 MB, Download]

Woher Journalisten angesichts ihrer bisherigen Arbeitsbelastung die Zeit nehmen soll, nebenher mit Social Media zu experimentieren – dafür hat Combs leider auch keinen Tipp. Angesichts der Wirtschaftskrise und Angst vor Jobverlust sei die Bereitschaft dazu aber auch bei Skeptikern gestiegen.

Weitere Links
… im übrigen Internet:

Exklusives “Internet-Tagebuch des Familienmörders”

abendblatt_tagebuch
Vier Menschen sind tot. Wer sucht, stößt im Internet schnell auf Seiten, auf denen sie über sich und ihr Leben berichten, private Fotos zu sehen sind. Wie gehen Medien damit um? Das Beispiel “Hamburger Abendblatt”.
Weiterlesen…

Datenschutz auf die harte Tour: Das “Google-Porträt”

Profil bei StudiVZ (Screenshot [M])

Das französische Magazin “Le Tigre” porträtiert unbekannte Internet-Nutzer und recherchiert dafür in sozialen Netzwerken. So publizierte das Magazin die Lebensgeschichte eines französischen Angestellten nur aufgrund öffentlich zugänglicher Quellen. Mit “Details über seine Reisen und sein Liebesleben”, berichtet die “FAZ”. Der Porträtierte sei “bleich” geworden, als er den Artikel las.

Der Artikel ist Auftakt einer Serie mit dem Namen “Google-Porträt”. Im “FAZ”-Beitrag (mit Hinweis auf weitere Artikel zum Thema) heißt es weiter:

“Von ganz normalen Zeitgenossen werden die Informationen zusammengestellt, die sie selbst dem Internet anvertraut haben. Bei Facebook und anderswo. Die Naivität und der Exhibitionismus vieler Menschen seien grenzenlos, sagt ein Redakteur des “Tigre”. Und will ihnen zeigen, was mit ihren Angaben geschehen kann.”

Aus journalistischer Sicht halte ich diese Herangehensweise für gewagt, aber legitim. Wir haben letztes Jahr im Beitrag “Deckname Moser” über den Mißbrauch von sozialen Netzwerken bei der journalistischen Recherche berichtet.

Nachtrag 23.01.09
Medienrauschen berichtete bereits am 15.01.09 über das Thema: “ergoogelt, erfacebooket und erflickrt – wenn das Internet Dich besser kennt als Deine Mutter”.

“Glokal-Journalismus” konkret

Redakteure aus Indien berichten über Gemeinderatssitzungen in Kalifornien. Dieser – schon zwei Jahre alte – Aufreger ist symptomatisch für die US-Zeitungskrise. Weiterlesen…

WAZ-Krise und DerWesten bei Pottblog

Manchmal reicht es einfach nicht, korrekt wie ein Buchhalter Beiträge in meine Delicious-Lesezeichen-Sammlung (inzwischen fast 3.500 Links) einzutragen: Besonders hinweisen möchte ich daher auf Jens Matheusziks im Pottblog veröffentlichtes Dossier rund um die WAZ-Krise und das einjährige Jubiläum von DerWesten. Jens, der kein Journalist ist (muss ich das immer betonen?), sammelt dort mehr und vor allem vielseitigere Informationen als manches nur nachplappernde, paraphrasierende oder mit Links um sich ballerndes Medienangebot (nein, “die Guten” meine ich damit nicht, wer auch immer das sein mag). Chapeau! Aktuell im Angebot: Ein Interview mit Don Alphonso über 13 Monate DerWesten.

Anschläge in Bombay: Web-Quellen

Amy Gahran hat eine Linkliste zusammengestellt – vom Live-Stream eines indischen TV-Senders über Flickr-Bilder bis zu Twitter-Quellen: “Following Mumbai attacks via social media”. Zur Glaubwürdigkeit schreibt sie: “Use your own judgement regarding which to trust…” Blogger Vinu (auch Fotos) wurde inzwischen laut einem seiner Posts auch bei CNN International als Gesprächspartner geschaltet. Diskussion darüber und Links auch bei Techcrunch, wo es heißt “Forget CNN”.

In Deutschland greift das Meedia auf: “Twitter & Flickr schlagen CNN”: Bevor die ersten Horror-Meldungen, als Breakingnews die großen Nachrichten-Networks erreichten, ging die Nachricht bereits wie ein Lauffeuer durch den Mircroblogging-Dienst Twitter.” Der Autor bemerkt aber auch: “Andererseits zeigt vor allem ein Blick auf Twitter, dass es bei der aktuellen Geschwindigkeit, in der Kurz-Postings zum Thema veröffentlicht werden, schlicht unmöglich ist, die Echtheit und Relevanz einer Information zu prüfen. Die Nachrichten sind roh.”

Wirklich Neues kann ich jetzt aber nicht erkennen: Auch beim großen Erdbeben in China 2008 wurde auf Berichte bei Twitter verwiesen, beim Tsunami 2004 waren es Blogs. Und klar, dass bei einem solchen Ereignis in einer Stadt wie Bombay das Potenzial für Social Media viel größer ist als bei einem Vorfall in Tibet.

Update, 19:20 Uhr:
Zum Social-Media-Ereignis äußern sich auch Christian Stöcker (Spiegel Online), Thomas Knüwer,Jeff Jarvis, Clemens Lerche (“Das haben wir doch bereits 2001 oder 2003 gedacht”) und Falk Lüke.

Update, 05.12.2008:
Responsible Tweeting – Lehren aus dem Bombay-Twittern (Poynter).

“Hessen-Obama. Quelle: Internet”

Im Blog Designtagebuch hat Achim Schaffrinna – passenderweise am 11.11., allerdings bereits um 7:58 Uhr – folgenden Vorschlag für eine Kampagnenlogo der hessischen SPD veröffentlicht:
Der Hessen-Obama | © Achim Schaffrinna/Designtagebuch

Nicht nur den Lesern des Designtagebuch gefiel die Grafik, auch die SPD Marburg stellte die Grafik selbstironisch auf ihre Homepage – offenbar ein Screenshot, eine Quellenangabe fehlt.

Inzwischen sind erste Medien-Websites eingestiegen – zum Beispiel die Rheinische Post, die natürlich auch die Grafik abbildete. Laut einem Nutzerkommentar ohne Verweis auf Designtagebuch: “Is klar, jetzt schnappen die sich das Ding auch noch und sagen ‘Quelle: Internet’”, mokierte er sich. Der Designer antwortet gelassen:

Überall wo das Logo nun aufpoppt gibt es bereits Kommentare, die auf die Quelle hinweisen. Das reicht mir. Sehr schön ist auch der Satz: ‘… ist von einem uns nicht bekannten Menschen entworfen und verbreitet worden.’ Soviel zum Thema investigativer Journalismus.

Inzwischen hat rp-online offenbar reagiert und zeichnet sein Bild nun als “screenshot/SPD Marburg” aus. Der Kölner Stadtanzeiger greift das Thema via ddp auf und hat es da mit der Bildquelle einfacher. Er nimmt ein vom Bildschirm abfotografiertes und bearbeitetes Foto der Grafik (Quelle: ddp).

Natürlich: Online-Medien sind immer wieder mit Fällen konfrontiert, in denen ihnen kein Bildmaterial über die üblichen Agentur-Wege vorliegt, es aber etwas im Internet gibt. Dann heißt es überlegen: Wann ist ein Screenshot eine inhaltlich und rechtlich legitime Illustration? Ist es vertretbar, wenn kein Bild eines Brandes oder einer Demonstration im Ausland vorliegt, ein Bildschirmfoto einer lokalen Website zur Illustration zu verwenden? Wann gilt das Zitatrecht, weil man einen Screenshot oder real abfotografierten Bildschirm verwendet, um über die Berichterstattung zu berichten? Sicherlich häufig genug.

Aber – wie man es immer wieder sieht – einfach etwas übernehmen und hoffen, dass man mit einem plumpen “Quelle: Internet” auf der sicheren Seite ist, ist mehr als unsauber und zeugt nicht von hohem Qualitätsanspruch (Das gilt auch für ddp, in deren Meldung einfach “Unbekannte” als Urheber der Grafik genannt werden). Zumal im vorliegenden Falle die Netz-Recherche bis zum Urheber nicht besonders schwer gewesen wäre – und dieser etwa onlinejournalismus.de innerhalb von wenigen Minuten das Recht zur Verwendung der Grafik einräumt.

(via)

Weitere Links

  • Hope a la Schäfer-Gümbel. “Das ZEITmagazin will in unseren krisengeschüttelten Zeiten mit diesem Plakat ein sichtbares Hoffnungssignal setzen.”

Themen gesucht: Worüber Medien nicht berichten

“Heute, morgen und übermorgen kann man noch Themen oder Nachrichten bei der Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) einreichen, die von den Mainstream-Medien vernachlässigt wurden”, darauf weist Christiane Schulzki-Haddouti in ihrem Blog Kooptech hin.

Zu meinem Bedauern muss ich auch einmal mehr feststellen, dass ich dieses Thema, diese lobenswerte Initiative in den letzten Jahren selbst vernachlässigt habe.

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