Archivierte Einträge für Social Networks

Linklisten waren gestern, kuratieren ist die Zukunft

Die Informationsflut im Internet fordert die Journalisten heraus. Sie müssen mehr denn je fremde Inhalte sichten, aufbereiten und in einen Zusammenhang stellen. Wenn sich Journalisten in die Rolle des Mehrwert schaffenden Kurators begeben, entsteht eine neue Form des Storytellings. Weiterlesen…

Wann sind Facebook-Likes für News-Websites erfolgreich?

Yuri Lifshits hat bei Yahoo Labs eine interessante Studie dazu veröffentlicht, wie oft Storys von Online-Medien bei Facebook geliked werden und wie viel PageViews damit erzielt würden (bei letzterem bin ich nicht ganz sicher, wie das gemessen wurde). Einige wichtige Ergebnisse – nicht sehr überraschend, aber aufschlussreich:

  • Pro 1000 Visits geht Lifshits von 5-20 Usern aus, die auf Like klicken.
  • Wenige gute Storys erzielen die meisten Likes und Klicks
  • Bestimmte Themen funktionieren, andere nicht. Viele Likes erzeugen Meinungsbeiträge und “odd news”. Politik, aber auch Promithemen funktionieren weniger gut. Welche Themen funktionieren, unterscheidet sich aber je nach Site.

Lifshits empfiehlt daher unter anderem:

  • Promote deine besten Inhalte.
  • Investiere entsprechende Ressourcen in die am meisten gefragten Inhalte: “Publishers should ask themselves: Why do we write so many weak stories?”

(Via Holger Schmidt)

München: Crossmedia in der Praxis

Auf Tagungen und Kongressen wird Crossmedialität als Zukunft journalistischen Arbeitens beschworen. Und ohne Social-Media-Angebote wie Facebook und Twitter gehe gar nichts mehr – meinen zumindest die Social-Media-Berater.

Aber wie arbeiten Redaktionen wirklich? Darüber soll’s bei einer Gesprächsrunde in München gehen. Es diskutieren:
Dr. Michael Schmidt, Bayerischer Rundfunk, Klassikportal und Ulrike Langer, Medienjournalistin und Social-Media-Expertin, am 9. März 2011, ab 19.30 Uhr auf Einladung der Münchner Journalistenakademie.

Ägypten und Prozessjournalismus, Nachtrag

Als Nachtrag zu Lorenz Matzats Artikel “Ägypten und Prozessjournalismus: Deutschsprachige Onlinemedien enttäuschen” der Hinweis auf zwei interessante Beiträgeüber Andy Carvin von NPR und seine Erfahrungen, Ägypten-Nachrichten über Twitter zu kuratieren.

Und ein Hintergrund: NPR Takes ‘Web-First’ Approach to Blogging. What Does That Mean? (September 2010)

Update, 14.02.2011:
Medial Digital empfiehlt noch einen weiteren Beitrag zum Thema beim Knight Digital Media Center, der wiederum auf einem Interview von Ethan Zuckermann mit Carvin basiert.

Prozessjournalismus und Ägypten: Deutschsprachige Onlinemedien enttäuschen

Von Lorenz Matzat

Was Spiegel-Online und Welt-Online in ihren Live- oder Nachtichtentickern bringen, ist in der Ignoranz des Potentials von Onlinejournalismus mehr als befremdend. Es drückt sich aber auch schon in den Begrifflichkeiten aus: Das Wort Live-Blog wird vermieden. Beide Websites, nach Bild-Online die Meistgelesenen – setzen im Jahr 2011 kein einziges Link auf Quellen außerhalb ihres eigenen Angebots.

Soziale Medienkanäle, wie Twitter, YouTube oder Flickr werden gänzlich ignoriert. Nur klassische Nachrichtenagenturen und etablierte Sender wie die BBC gelten als verlässliche Quellen. Insofern spielt es für die deutschsprachige Onlineberichterstattung eigentlich überhaupt keine Rolle, dass in Ägypten das Internet durch die Regierung abgeschaltet wurde
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Am Anfang noch eine „One-Man-Show“

passau100

Der Informatiker Daniel Wildfeuer ist 28 Jahre alt und startet dieser Tage ein regionales und interaktives Onlineportal für den Landkreis Passau. Wie Passau 2011 „100% lokal“ (so lautet der vorläufige Projekttitel) werden soll, sagt er uns im E-Mail-Interview. Weiterlesen…

Was wird uns 2011 beschäftigen?

Jahresanfang, Zeit den Schreibtisch und die Gedanken zu ordnen. Welche Diskussionspunkte aus dem vergangenen Jahr werden uns 2011 im Onlinejournalismus weiterhin beschäftigen, welche neuen sind am Horizont schon absehbar? Da ich noch keine entsprechende Aufstellung gesehen habe, fangen wir hier einfach mal:

  • Das von den Verlegern geforderte und von der schwarz-gelben Koalition versprochene sogenannte Leistungsschutzrecht wird in einem Gesetzentwurf konkretisiert.
  • Mittelbar betrifft uns auch die gesetzliche Neuregelung der Vorratsdatenspeicherung von Telefon- und Internetdaten, nachdem das Bundesverfassungsgericht das bisherige Gesetz für ungültig erklärt hatte.
  • Wie beeinflusst die steigende mobile Internet-Nutzung journalistische Angebote? Welche Strategien bei der Entwicklung von Apps durch Medienunternehmen sind erfolgreich, welche eher nicht? Wird das iPad Ende 2011 weiter als Heilsbringer gefeiert?
  • Wie muss mit der weiterhin steigenden Bedeutung von Facebook umgegangen werden?
  • Wer bringt Open Data, Crowd Sourcing oder die Verbindung in Deutschland voran? taz, Zeit Online und Nichtregierungsorganisationen wären hier Kandidaten, die 2010 beispielhaft vorangehen könnten.

Ergänzungen gerne in den Kommentaren.

Nachtrag 05.01.2011
Don Alphonso macht sich in der Blogbar auch seine Gedanken, er erwartet, “dass wir 2011 bei den Verlagen keinen echten Paradigmenwechsel sehen werden”. Außerdem spricht er von “einem neuen, gut finanzierten und entschlossen durchgezogenen Projekt”, welches in diesem Jahr auf den Markt kommen soll: “Erst mal abwarten”.
Der Datenjournalist meint, dass 2011 deutlch werden könne, dass der Datenjournalismus ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal des Onlinejournalismus sei.

Nachtrag, 08.01.2011:
Adam Westbrokes Prognose für 2011 widmet sich u. a. Hyperlocal-Sites, Online-Video (“huge”) und Social News.

Bloglines gibt auf: Das Ende der Feedreader?

Der webbasierte und damit rechnerunabhängige RSS-Reader Bloglines stellt seinen Dienst zum 1. Oktober 2010 ein, wie der Betreiber Ask.com mitteilt. Haben sich RSS-Dienste im Zeitalter der persönlichen Timeline bei Facebook oder Twitter überlebt? “RSS war in der Tat nie ein Angebot, das die Masse an Nutzern erreicht hat – es war schon immer ein eher nerdiges Technologie-Angebot”, schreibt Thomas Gigold.

Ganz so sehe ich das nicht, auch wenn ich nur aus meiner persönlichen Umgebung berichten kann: Die Integration von RSS-Abos in Browser und Mailprogramme hat sicher viele zur RSS-Nutzung gebracht, die vorher davon abgeschreckt waren. Ich selbst nutze natürlich auch längst Twitter- und Facebook, um von manchen Sites über neue Beiträge informiert zu werden. Meist parallel zu RSS- auch wenn ich gleichzeitig gemerkt, dass ich Feeds bei Bloglines seltener checke. Aber gegenüber einem Reader wie Bloglines ist bei Facebook und Twitter eher eine Sache der Instant Gratification in der aktuellen Timeline – ohne komfortable Bookmark- oder Recherchierfunktionen.

Letzeres fehlt mir auch bei Netvibes, welches ich mir bei der persönlichen Neujustierung des News-Tool-Mixes jetzt dennoch noch mal intensiver ansehen werde. Gibt es sonst empfehlenswerte Alternativen abseits von Google Reader?

Weitere Links
… bei onlinejournalismus.de

… im sonstigen Internet:

Nutzerbeteiligung über Drittplattformen

Man muss nicht gleich seine ganze Website auflösen und Inhalte nur noch auf Facebook stattfinden lassen – aber vielleicht die Kommentarfunktion? Social-Bookmark-Icons für Twitter, Facebook und ein paar weniger relevante Dienste sind eh inzwischen Standard – warum also künftig nicht nur noch über Facebook kommentieren lassen und und sich den Ärger mit der Moderation von Nutzer-Kommentaren ersparen? Das macht zumindest stern.de laut Community-Managerin Katarina Rathert seit einiger Zeit (Interview bei Dirk von Gehlen). Ein wichtigeres Argument: Dort fände eine gehaltvollere Diskussion statt – was nicht nur an den verbreiteten Klarnamen und der Sichtbarkeit der Kommentare der User für deren privates oder sogar berufliches Netzwerk liege.

Marek Hoffmann hält dieses Outsourcing von Kommentaren im Basic Thinking Blog trotzdem für den falschen Weg – nicht nur, weil User ohne Facebook-Account ausgeschlossen sind. Wer hat recht? Wo sind die Vor- und Nachteile, wenn Nutzerbeteiligung – auch abseits von Kommentaren – nur über Drittplattformen stattfindet – bekanntes Interface und großes Nutzerpotenzial vs. “die User sollen aber doch auf meinen Seiten landen”?

Weiterer Links
… bei onlinejournalismus.de:

… im übrigen Internet

Alles zum Blumenkübel

Ein zerstörter Blumenkübel sorgte im Münsterland für Aufregung – und einen guten Tag lang für noch mehr bei diversen Twitterern, Bloggern usw.

Was das über Internet-Phänome und Lokaljournalismus sagt und welche Auswirkungen die unerwartete Prominenz auf die Zugriffszahlen der Münsterschen Zeitung hatte, haben schon andere aufgeschrieben:

Das Gute an der Sache: Inzwischen wurden den Betroffenen Ersatz für den Blumenkübel gespendet.

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