Im Netz natürlich, mit weiter wachsendem Anteil jedenfalls. Allensbach hat den Wandel im Mediennutzungsverhalten untersucht, FAZ-”Netzökonom” Holger Schmidt fasst zusammen. Er weist noch einmal auf “The State of News Media 2008″ hin, wo geschlussfolgert wird:
Mehr und mehr kommt zum Vorschein, dass das größte Problem für die traditionellen Medien nichts damit zu tun hat, wo sich die Menschen ihre Nachrichten herholen. Die immer bedrohlicher werdende Realität ist, dass die Werbung nicht so schnell ins Internet wandert wie die Konsumenten. Die Krise des Journalismus ist nicht der Verlust des Publikums. Es ist das Ende der Verbindung zwischen Nachrichten und Werbung
Passend dazu auch ein aus unserem del.icio.us-Angebot gefischter Artikel der österreichischen Presse, der von einem “blutigen Sommer” in der US-Zeitungslandschaft angesichts wegbrechender Erlöse spricht und die Antwort in Investitionen in Online sieht.
Gefunden bei Stefan Niggemeier, der angesichts der Allensbach-Daten zur Zeitungsnutzung bei jungen Menschen fragt:
Ob die Menschen, die gerne behaupten, dass noch nie ein Medium ein anderes ersetzt habe, diese Zahlen kennen?
In der Tat: Auch wenn es sicher einen Wandel bei der Art und Bedeutung der Nutzung von Medien gibt: Ich frage mich immer, warum Verlagsverantwortliche davon ausgehen, dass jemand, der nie selbst eine Zeitung gekauft hat oder es sogar nicht einmal in seinem Elternhaus mitbekommen hat, mit 30 auf einmal eine Regionalzeitung abonnieren soll? Oder was Programmverantwortliche so optimistisch macht, das jemand, der oder die heute mit DVDs, RTL und Pro7 aufwächst, in 20 Jahren auf einmal die dritten Programme der ARD für sich entdeckt?
In diesem Sommer habe selbst ich als passionierter Zeitungsleser erstmals darauf verzichtet, mir für Wucherpreise eine Auslandsausgabe für den Strand zu kaufen. Für den Liegestuhl das Taschenbuch, für Infos das Netz.