Archivierte Einträge für Studien

Wikis im Journalismus: Redaktionsorganisation neu gedacht

Mann und Frau mit Schreibmaschinen

Auch zehn Jahre nach Gründung der Wikipedia stehen viele Journalisten dem Begriff “Wiki” noch ratlos gegenüber: Wikipedia, WikiLeaks, GuttenPlag Wiki? Viel wird geschrieben, und manchmal erschreckend wenig gewusst. Zum Beispiel: dass sich Wikis auch in der Redaktionsorganisation nutzen lassen. Unser Gastautor Florian Siebeck hat sich in seiner Diplomarbeit praxisnah mit dem Thema beschäftigt.

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Wann sind Facebook-Likes für News-Websites erfolgreich?

Yuri Lifshits hat bei Yahoo Labs eine interessante Studie dazu veröffentlicht, wie oft Storys von Online-Medien bei Facebook geliked werden und wie viel PageViews damit erzielt würden (bei letzterem bin ich nicht ganz sicher, wie das gemessen wurde). Einige wichtige Ergebnisse – nicht sehr überraschend, aber aufschlussreich:

  • Pro 1000 Visits geht Lifshits von 5-20 Usern aus, die auf Like klicken.
  • Wenige gute Storys erzielen die meisten Likes und Klicks
  • Bestimmte Themen funktionieren, andere nicht. Viele Likes erzeugen Meinungsbeiträge und “odd news”. Politik, aber auch Promithemen funktionieren weniger gut. Welche Themen funktionieren, unterscheidet sich aber je nach Site.

Lifshits empfiehlt daher unter anderem:

  • Promote deine besten Inhalte.
  • Investiere entsprechende Ressourcen in die am meisten gefragten Inhalte: “Publishers should ask themselves: Why do we write so many weak stories?”

(Via Holger Schmidt)

Studie der FH Hannover zu iPad-Apps

Mittels einer Eyetrack-Untersuchung und einer anschließenden Befragung der 40 Studienteilnehmer verglich Professor Stefan Heijnk an der Fachhochschule Hannover vier deutsche iPad-Apps. Ein Teilergebnis: Die App der Tagesschau* liefert laut Studie bessere Textqualität als die Vergleichsapps der elektronischen Presse.

Von Stefan Heijink
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Online-Videojournalismus – wohin?

DV-Kamera mit Laptop für den Videoschnitt
Online-Videos – eben noch große Hoffnung bei Zeitungen, jetzt schon in einem gefährlichen Abwärtstrend, weil sich Qualität nicht refinanzieren lässt? Videopunk Markus Hündgen fasst eine aktuelle Diskussion aus US-Blogs zusammen.

Dazu passt eine Umfrage von TNS Emnid, die unter anderem zu dem Ergebnis kommt:

40 Prozent der befragten Zeitungsleser ist Web-TV, also ein eigenes, breitbandig über das Internet übertragenes Fernsehprogramm, unbekannt. Ein Viertel der Befragten weiß nichts von der Möglichkeit, sich Videos zu den Nachrichten auf den Websites anschauen zu können. Entsprechend niedrig ist der Anteil der Nutzer: Lediglich vier Prozent haben diese Angebote auf den Websites der Tagszeitungen bereits genutzt – ähnlich gering ist der Anteil derjenigen, die sich diese Angebote dort überhaupt wünschen.

Befragt wurden Zeitungsleser, die auch Internetnutzer sind.

Update, 21.03.2010
Ein paar Details der Emnid-Studie zum Thema Web-TV:

  • “ist mir unbekannt”: 40%
  • “kenne ich zumindest dem Namen nach”: 41,7%
  • “Habe ich schon einmal genutzt”: 9,3%
  • “habe ich schon einmal auf der Website meiner Tageszeitung genutzt”: 3,9%
  • “wünsche ich mir auch auf der Website meiner Tageszeitung”: 3,4%

Eine andere Frage aus der Studie betraf “Videos zu den Nachrichten zum Herunterladen auf der Website”: 48% sagten “kenne ich – zumindest dem Namen nach”, 15,6% “habe ich schon einmal genutzt”.

Zahlen für nicht zeitungslesende Nutzer wurden laut Emnid nicht erhoben.

Weitere Links
… bei onlinejournalismus.de

Umfrage: Wie arbeiten Videojournalisten?

Beatrice von Mirbach sucht für ihre Masterarbeit an der Hamburg Media School Videojournalisten, die Fragen zu ihrer Arbeit beantworten: Wie sind die Bedingungen? Wie nehmen die VJs ihre Arbeit selbst wahr? Der Online-Fragebogen werde vollständig anonym ausgewertet, schreibt die Forscherin.

[Update: Link korrigiert, war ein Re-Routing.]

Basislektüre: “Das Verschwinden der Zeitung?”

Die Medienwissenschaftler Stephan Weichert und Leif Kamp haben kürzlich für die Friedrich-Ebert-Stiftung einen Band über “Das Verschwinden der Zeitung?” verfasst. Ganz habe ich es noch nicht gelesen, aber die einleitenden Thesen und Handlungsempfehlungen fassen schön zusammen, was Grundwissen sein sollte, wenn man derzeit einen Artikel zum Thema verfasst oder ein Diskussionspodium erklimmt.

(Download als PDF, es gibt auch eine Printversion)

Abschied vom Videotext

Okay, diese Überschrift sollte nur Leser ziehen. Aber:

“Die Nutzung des Teletexts hat nach Ansicht von Medienforschern ihren Zenit überschritten” – das ist sogar dpa eine Meldung wert. Sie bezieht sich auf eine Studie von Stefan Geese in der ARD-Fachzeitschrift “Media Perspektiven” (PDF). Seit 2007 zeichne sich ein Rückgang der Teletextnutzung ab, der vor allem auf die Verbreitung von digitalem Fernsehen und EPGs zurückzuführen sei.
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ARD/ZDF-Online-Studie: Rückgang der Blognutzung

Die ausführliche Auswertung der ARD-/ZDF-Online-Studie 2008 ist veröffentlicht worden. Ich habe sie noch nicht gelesen, aber der Kommunikationswissenschaftler Jan Schmidt. Interessant findet er zum Beispiel:

Mit Ausnahme der Netzwerkplattformen ist die Nutzung der “großen” Web 2.0-Anwendungen weiterhin für die Mehrheit passiv-rezipierend.

Die Autoren erklären (S. 363) den Rückgang der Blognutzung u.a. mit dem Erfolg von Communities/Netzwerkplattformen; meines Erachtens eine sehr plausible Überlegung.

Zentrale Ergebnisse auch in der Pressemitteilung: Jugendliche länger im Netz als vor dem Fernseher.

Wo ist das Publikum hin?

Im Netz natürlich, mit weiter wachsendem Anteil jedenfalls. Allensbach hat den Wandel im Mediennutzungsverhalten untersucht, FAZ-”Netzökonom” Holger Schmidt fasst zusammen. Er weist noch einmal auf “The State of News Media 2008″ hin, wo geschlussfolgert wird:

Mehr und mehr kommt zum Vorschein, dass das größte Problem für die traditionellen Medien nichts damit zu tun hat, wo sich die Menschen ihre Nachrichten herholen. Die immer bedrohlicher werdende Realität ist, dass die Werbung nicht so schnell ins Internet wandert wie die Konsumenten. Die Krise des Journalismus ist nicht der Verlust des Publikums. Es ist das Ende der Verbindung zwischen Nachrichten und Werbung

Passend dazu auch ein aus unserem del.icio.us-Angebot gefischter Artikel der österreichischen Presse, der von einem “blutigen Sommer” in der US-Zeitungslandschaft angesichts wegbrechender Erlöse spricht und die Antwort in Investitionen in Online sieht.

Gefunden bei Stefan Niggemeier, der angesichts der Allensbach-Daten zur Zeitungsnutzung bei jungen Menschen fragt:

Ob die Menschen, die gerne behaupten, dass noch nie ein Medium ein anderes ersetzt habe, diese Zahlen kennen?

In der Tat: Auch wenn es sicher einen Wandel bei der Art und Bedeutung der Nutzung von Medien gibt: Ich frage mich immer, warum Verlagsverantwortliche davon ausgehen, dass jemand, der nie selbst eine Zeitung gekauft hat oder es sogar nicht einmal in seinem Elternhaus mitbekommen hat, mit 30 auf einmal eine Regionalzeitung abonnieren soll? Oder was Programmverantwortliche so optimistisch macht, das jemand, der oder die heute mit DVDs, RTL und Pro7 aufwächst, in 20 Jahren auf einmal die dritten Programme der ARD für sich entdeckt?

In diesem Sommer habe selbst ich als passionierter Zeitungsleser erstmals darauf verzichtet, mir für Wucherpreise eine Auslandsausgabe für den Strand zu kaufen. Für den Liegestuhl das Taschenbuch, für Infos das Netz.

Wie gehen Hauptstadtjournalisten mit Spiegel Online, SMS und Merkels Videoansprachen um?

Wie sich die Zeiten ändern: In der letzte Woche veröffentlichten Studie von Netzwerk Recherche, für die Autoren Leif Kramp und Stephan Weichert Experteninterviews mit 33 Journalisten, Pressesprechern und Kommunikationsberatern im Berliner Politikbetrieb geführt haben (Studie als PDF, 636 KB, 86 Seiten), finden sich einige interessanten Aussagen, die grob unserer Themenfeld betreffen.
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