Archivierte Einträge für Studien

Junge Leute nutzen Internet häufiger als Fernsehen

… zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Untersuchung der nicht ganz unparteiischen European Interactive Advertising Association:

Das Internet hat dem Fernsehen vor allem unter den jungen Deutschen den Rang als meist genutztes Medium abgelaufen. Dies zeigt die von der EIAA (European Interactive Advertising Association), dem Branchenverband der pan-europäischen Online-Vermarkter, in Auftrag gegebene Studie „Mediascope Europe 2007“. Befragt wurden im Rahmen dieser Studie über 7.000 Internetnutzer in ganz Europa, davon mehr als 1.000 in Deutschland. Für Deutschland hat die Studie ergeben, dass drei Viertel der 16- bis 24-jährigen Befragten (75 Prozent) fünf bis sieben Tage die Woche das Internet nutzen. Das TV kommt dagegen nur bei zwei Drittel von ihnen (66 Prozent) regelmäßig zum Einsatz.

Der Westen / Videoreporter-Blog

Videoreporter Markus Hündgen bloggt bei Der Westen über seine Arbeit und den Video-Einsatz bei Online-Medien. Aktuell verweist er zum Beispiel auf eine Blog-Umfrage von Andrew Dickinson darüber, wie viel – oder wenig – Zeit in Online-Redaktionen zur Produktion eines Videos zur Verfügung steht und rechnet vor, wie es bei ihm selbst ist. Hoffen wir, dass Hündgen weiter so engagiert bloggt.

Wo wir gerade beim Thema sind: Julia Schmidt vergleicht die neuen Video-Angebote von Der Westen und WDR miteinander.

Was bieten die Websites von Zeitungen?

Alexander Svensson, Igor Schwarzmann, Falk Lüke und Steffen Büffel haben ihre Untersuchung von rund 100 deutschen Tageszeitungen aktualisiert:

* Die Zahl der Zeitungs-Websites, die Videoinhalte anbieten, hat sich fast verdoppelt — auf mittlerweile 71 Prozent.
* 55 Prozent der Zeitungen bieten RSS-Feeds an, das sind 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Fast gleich stark ist die Zahl der differenzierten RSS-Feeds gewachsen, also etwa für einzelne Zeitungsressorts. Werbung in RSS-Feeds gibt es bei den untersuchten Zeitungen weiterhin nicht.
* Die Zahl der Zeitungen, die Artikelkommentare zulassen, ist von 11 auf 28 Prozent gestiegen.
* Die Zahl der Websites, die Podcasts anbieten, hat sich fast verdoppelt und liegt jetzt bei 14 Prozent.
* Social Bookmarking hatte in unserer ersten Studie noch keine einzige Zeitung in ihr Online-Angebot integriert. Mittlerweile nutzen dies 13 Prozent der Zeitungen.

Siehe Wortfeld, Media Ocean (englisch)

Studie über Online-Videonutzung

Das Pew Internet & American Life Project, eine non-profit-Forschungseinrichtung, hat eine Studie über die Online-Videonutzung veröffentlicht (PDF-Direktlink, 165 kB, 28 Seiten). Datenbasis sind telefonische Umfragen unter 2200 US-Amerikanern über 18 Jahren.

Einige der Ergebnisse:

  • Three in four young adult internet users watch or download video online
  • News video is the most popular category for everyone except young adults.
  • More than half of online video viewers share links to the video they find with others.
  • Professional videos are preferred to amateur productions online, but amateur content appeals to coveted segments of the young male audience.

Was genau unter “professional video” zu verstehen ist, wird in der Studie leider nicht näher erläutert, merkt Howard Owens an. Wenn ein Journalist das Video produziert hat? Wenn dafür Geld bezahlt wurde?

Weitere Anmerkungen zu den Ergebnissen der Studie u.a. bei Melissa Worden und Mindy McAdams, die dafür plädiert, dass User Videos generell auf ihren eigenen Seiten einbetten können sollten. Prinzipiell ein guter Gedanke, aber manchmal funktioniert ein Video nur im Kontext einer bestimmten Seite.

Neue Online-Studie von ARD/ZDF

ARD und ZDF haben erste Ergebnisse ihrer 2007er-Studie zur Online-Nutzung vorgestellt: Die 40-Millionen-Nutzer-Schallmauer ist geknackt. Etwas mehr verrät dieses PDF, Details erfährt man dann erfahrungsgemäß im Spätsommer in der Dokumentation in Media Perspektiven.

Nachtrag: In der aktuellen Ausgabe von Media Perspektiven finden sich die Ergebnisse der Studie “Web 2.0: Nutzung und Nutzertypen”, die auf der Online-Studie 2006 und weiteren Datenerhebungen basiert. 12 Prozent der deutschen Internetnutzer sind demnach regelmäßige Web-2.0-Nutzer. Wie zu erwarten dominieren dabei Wiki- und Videoplattformen.

Eyetrack 2007

Ich bin gespannt auf die Ergebnisse der Studie Eyetrack 2007 des Poynter Instituts. Vor kurzem stand im Online Journalism Review etwas über das Design der Studie und erste Erkenntnisse. Wie in den Vorgängerstudien wurden die Augenbewegungen der Nutzer aufgezeichnet – allerdings wurden diesmal Online-Medien, Zeitungen im traditionellen und im Tabloid-Format miteinander verglichen, die Zahl der Probanden und der Nutzungsvorgänge ist erheblich höher als früher.

Zwei Vorab-Ergebnisse: Online-Leser lesen durchaus intensiver als Print-Leser, wenn sie sich erst mal entschieden haben, eine Story überhaupt zu lesen (Den Unterschied zwischen linearen Von-vorne-nach-hinten-Lesern und solchen, die überfliegen und scannen, gibt es aber in beiden Medien.). Und: User bleiben besonders an Karten hängen.

Ausführliche Ergebnisse sollen im Sommer kommen, dann hoffentlich wieder so extensiv aufbereitet wie beim letzten Mal.

Links zum Thema

Lange Durststrecke bei Sueddeutsche.de

Hui, das hört sich aber alarmierend an. Es läuft doch so prima bei Sueddeutsche.de, heißt es immer wieder (Pressemitteilung vom 05.04.07: “Sueddeutsche.de erstmals über 80 Mio. PIs”). Aber es ist ja nichts Schlimmes: Die Münchner feiern den Tag des Bieres mit einer “Durststrecke” der angeblich “100 besten Biere der Welt”, von Hopfenkaltschale Nummer 1 bis 100 kann geklickt werden (mein Expertentipp, bei Nummer 4 können Sie schon aufhören). Ja, und? Wenn die Leute so blöd sind und viel anklicken – warum soll man das nicht anbieten, mag man vielleicht jetzt einwenden. Und jetzt kommen Sie mir nicht mit Qualitätsjournalismus. Und außerdem: Etwas lustiger kann’s auch mal zugehen, Prost! (Der Autor des Bierbuches heißt übrigens Michael Rudolf und nicht Rudolf Michael, aber bei so lustigen Inhalten kann schon mal was durcheinander geraten).

Unter anderem über solche “Taschenspielertricks” berichtet sehr praxisnah ein aktuelles Gutachten der Friedrich-Ebert-Stiftung (einer der beiden Autoren wies uns in einem Kommentar darauf hin). Die Autoren folgern:

“Die hohen Klickzahlen der Newsportale übertünchen einen wichtigen Aspekt: Die wenigsten Klicks der verlegerischen Sites gehen auf redaktionelle Inhalte zurück. Die meisten Portale und wohl auch Zeitungen generieren nicht einmal ein Fünftel ihrer Zugriffe aus originären redaktionellen Texten. Das Gros der Klicks ist dem Einsatz von Bildergalerien, dem Zugriff auf Wertpapierdepots, Partnerbörsen, Aktienkurs-Abfragen, Job-Datenbanken geschuldet, die allesamt in die Klickstatistik einfließen. So haben die offiziell verbreiteten Einschaltquoten nur bedingten Aussagewert über die tatsächlichen Vorlieben der Kunden.” (S. 60)
“Das ambivalente Beispiel »Spiegel Online« zeigt, dass selbst das unangefochtene Leitmedium zu Taschenspielertricks greifen muss, um gegen die unjournalistischen Unterhaltungsportale bestehen zu können. (…) Ansprüche und Grundsätze des klassischen Qualitäts-Journalismus werden in der Folge weiter erodieren. Dieser Prozess kann noch drei, fünf oder acht Jahre dauern. Dann spätestens werden sich etliche Leser ermattet abwenden von den aufgeregten, hyperventilierenden, sensationsgeilen Sites der Unterhaltungsportale und ihrer journalistischen Klone.” (S. 81)

Studie: Klicks, Quoten, Reizwörter: Nachrichten-Sites im Internet – wie das Web den Journalismus verändert: Gutachten im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung / Steffen Range; Roland Schweins, Berlin 2007. Download: PDF-Datei, 120 Seiten, 2,3 MB. Die beiden Autoren betreiben ein Weblog und versprechen darin: “Werkkanon macht sich stark für Qualitätsjournalismus im Web. Werkkanon entlarvt, wo Quote Qualität aussticht.”

Zum Thema bei onlinejournalismus.de:

Nachtrag 26.04.07
Unser Autor Klaus Meier, Professor an der Hochschule Darmstadt, kritisiert die vorgenannte Studie im Blog Journalismus-Darmstadt.de unter anderem als ein “kulturpessimistisches Haudraufgutachten”. Die Autoren antworten darauf in ihrem Blog Werkkanon.

Studie: Weblogs und Journalismus: Konkurrenz, Ergänzung oder Integration?

Die Fachzeitschrift “Media Perspektiven” bietet in ihrer aktuellen Ausgabe, 2/2007, einen Beitrag zum Thema “Weblogs und Journalismus: Konkurrenz, Ergänzung oder Integration?”. Die Autoren Christoph Neuberger, Christian Nuernbergk und Melanie Rischke haben hierzu eine Synopse bisheriger Forschungsergebnisse erstellt. Nach den bisherigen Forschungsergebnissen bestehe zwischen Weblogs und professionellem Journalismus eher eine komplementäre als eine konkurrierende Beziehung, lautet eine der wesentlichen Schlussfolgerungen.

Neben dem zusammenfassenden Kurztext können die Ergebnisse auch in einem ausführlicheren Text eingesehen werden (PDF-Datei, 17 Seiten, 306 KB).

Termine in München, Frankfurt und Berlin

  • Vom 22. bis 24. Februar tagen in München die Mitglieder der Fachgruppe “Computervermittelte Kommunikation” der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Auf dem Programm stehen unter anderem Forschungsergebnisse zu Watchblogs, zum Selbstverständnis von Bürgerjournalisten und zur Veränderung des Agenda-Settings durch das Internet (Programm, PDF).
  • Der 3. Frankfurter Tag des Online-Journalismus widmet sich der “Region im Web 2.0″. Er findet am 1. März statt. Organisatoren sind der HR und die Evangelische Kirche.
  • Am 5. März diskutieren in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin unter dem Titel “Online never sleeps” u. a. Vertreter von sueddeutsche.de, Riesenmaschine, WestEins, Spiegel Online und Welt.de (Einladung, PDF). Bekannte Namen – aber viel neues ist wohl nicht zu erwarten. Auf dem Podium sitzt auch Thilo Haule (Result GmbH), der einiges zum Thema Web 2.0 und Journalismus noch einmal in einer Studie in Zusammenarbeit mit dem SWR zusammengefasst hat (PDF, ca. 50 Seiten).
(via Netzwerk Recherche). Weitere Termine hat Thomas Mrazek zusammengestellt.

Nachtrag (24.02.07):
Am 22. März gibt es in Leipzig einen Workshop “User Generated Content und Bürgerjournalismus”, veranstaltet vom Masterprogramm Medien Leipzig (MML) und unterstützt vom Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), u.a. mit Katharina Borchert, Thomas Knüwer, Stefan Niggemeier und Peter Schink. Die Teilnahme an diesem Workshop ist kostenfrei.

Studie zu Online-Redakteuren

Die Website Contentmanager sucht noch Teilnehmer für eine Befragung, die das Arbeitsumfeld und -verhalten von Online-Redakteuren und “CMS-Anwendern” abfragt. Die Studie widmet sich eher Online-Redakteuren außerhalb des klassischen Medienbereichs, sprich solchen, die die Webauftritte von Firmen oder Institutionen betreuen. Als Lohn fürs Mitmachen winkt ein Exemplar der Studie.

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