Archivierte Einträge für Studien

Tagging: Exotisch oder alltäglich?

28 Prozent der US-Internetnutzer haben nach einer Studie des Pew-Institutes bereits mindestens einmal Fotos, Nachrichten oder Videos im Netz mit Stichwörtern versehen, sprich getagged. Täglich nutzen demnach nur sieben Prozent diese Methode, um Online-Inhalte zu ordnen. Bisher sind die Tagger vor allem Early Adopters (Breitband, hoher Bildungsabschluss, unter 40 – aber Männer und Frauen gleichermaßen). Über die Entwicklung der Verbreitung kann die Studie noch nichts sagen.

An der Studie beteiligt war David Weinberger, der in einem bei Pew veröffentlichten Interview schwärmt, Tagging sei ein soziales und sogar altruistisches Ordnungssystem. Aber sorgt es nicht auch für Probleme? Natürlich, Tags seien häufig mehrdeutig und ließen eine “Tyrannei der Mehrheit” befürchten, räumt Weinberger ein: “Aber was schafft denn keine Probleme?”.

(Bei der Gelegenheit, kann Weinberger bitte mal mit einer Grafikdesignerin seines Vertrauens über sein Blogdesign sprechen?)

Handwerkszeug heute und morgen

Das Blog der Darmstädter Online-Journalisten macht auf eine Studie aufmerksam, die im Rahmen einer Masterarbeit an der Medill School of Journalism und in Kooperation mit der Online News Association durchgeführt wurde (PDF hier). Gefragt wurde nach den Online-Nachrichtenredaktionen geforderten Fähigkeiten. Befragt wurden einmal ONA-Mitglieder, zum zweiten gab’s eine Selbstrekrutierung über Blogs.

Der Studie zufolge kommt es weniger auf spezifisch online-technische Produktionskompetenzen an, als auf klassische journalistische Fähigkeiten: Aufmerksamkeit fürs Detail, Nachrichtenbewertung, Sprachkompetenz (Grammatik und Stil), die Fähigkeit, unter Zeitdruck zu arbeiten, mehrere Dinge gleichzeitig im Blick zu behalten etc.

So fasst Lorenz Lorenz-Meyer die Ergebnisse zusammen. So viel hat sich also nicht verändert – diese Prioritäten kamen auch in früheren Studien zutage, wie ich schon seinerzeit bei meiner Studie “Ausbildung für den Online-Journalismus” (2001) festgestellt habe. Lorenz-Meyer merkt an:

Erstaunlich vielleicht, dass Multimedia-Authoring und Audio- und Videoproduktion praktisch noch keine Rolle spielen. Dabei sollte man sich aber klar machen, dass es sich hier nicht um eine Trendstudie handelt, sondern um eine Bestandsaufnahme, die vor ca einem Jahr erhoben wurde.

Und: Audio- und Video-Bearbeitung erhalten jeweils Zustimmungsraten um die 20 Prozent, wenn nach erforderlichen/tatsächlich gebrauchten Fähigkeiten von Online-Journalisten gefragt wird. Damit wird beidem schon ein deutlich höherer Stellenwert eingeräumt als in meiner Befragung von Ausbildungsverantwortlichen seinerzeit. In jedem Fall können wir gespannt sein, wie der Online-Video-Boom im nächsten Jahr weitergeht (Stichwort Focus Online et al). Die Anzahl an Fortbildungsmöglichkeiten für Video-Journalisten wächst im Moment jedenfalls deutlich, so mein Eindruck.

Umfrage: Blogger und Privatsphäre

Verrät ein Blogger online nur, was er am liebsten isst und wen er nicht mag, oder auch, unter welchen Krankheiten er leidet? Benutzt eine Bloggerin für sich selbst ein Pseudonym, nennt aber ihren Chef und ihre Bekannten mit echtem Namen?

Fragen von Blogos- und Privatsphäre geht Karen McCullagh in einem Forschungsprojekt für die Universität Manchester nach, zum dem noch bis Ende November eine Online-Befragung läuft (via netzpolitik). Spannendes Thema, wie ich finde (und zu dem ich Anfang des Jahres selbst einen Artikel bei tagesschau.de geschrieben habe).

Blogger-Studie / Pew Institute

Das Pew Institute in den USA hat kürzlich die Ergebnisse einer umfangreichen Befragung von Bloggern herausgegeben. Dabei handelt es sich nicht wie so oft um eine Online-Befragung mit Selbstrekrutierung, sondern um ein repräsentatives Sample von US-Bürgern, die telefonisch interviewt wurden.

Von 7012 Erwachsenen waren 4753 Internet-Nutzer. Acht Prozent davon gaben an, dass sie bloggten – befragt wurde schließlich ein Zufallsample von 233 Bloggern.

Die Mehrheit bloggt nach eigener Aussage über Persönliches – und für einen eher kleinen Kreis privater Bekannter. Interessant aber auch: Die meisten sind insgesamt starke Internet-Nutzer – und mehr als vierzig Prozent haben schon außerhalb ihres Blogs etwas veröffentlicht.

Jan Schmidt, der in Deutschland die umfassendsten Studien zum Thema durchgeführt hat, hat anhand von aktuellen Zahlen in Deutschland einen Anteil von 3,8 Prozent Webloggern unter allen Internet-Nutzern errechnet. Das wäre allerdings mit 1,4 Millionen Menschen immer noch eine stattliche Anzahl. Vom Gefühl her liegt mir das (noch) etwas zu hoch.

Video-Encoding, Studie

Eine aktuelle Studie der Indiana University-Purdue University Indianapolis ist eine gute Entscheidungshilfe für Redaktionen, die künftig Videos in ihr Angebot integrieren wollen. Fünf verschiedene Encoding- und Streaming-Technologien werden darin im Hinblick auf Qualität, Usability und Kosten miteinander verglichen.

Am besten geeignet sei die relativ unbekannte VX30-Technologie, da sie ohne einen speziellen Player auskommt (die Videos werden über ein Java-Applet abgespielt), der Encoder zügig arbeite und die Kosten sehr gering seien.

In kurzen Tutorials erklären die Macher der Studie, welche Parameter man wählen sollte, um Videos mit den verschiedenen Technologien zu kodieren.

Ein paar weitere Infos zur Studie habe ich hier aufgeschrieben.

(via)

Mitmachen: Deutsche Zeitungen und die Bloggerei

Wortfeld-Blogger Alexander Svensson möchte einen systematischen Überblick zu den Blog-Aktivitäten deutscher Tageszeitungen geben. Da er dies nicht alleine stemmen kann, hat er ein Wiki aufgemacht und bittet um Mithilfe. Immerhin sind so bisher Daten von rund einem Drittel der ausgewählten 101 Zeitungen zusammengekommen. Wir halten Sie über die Ergebnisse auf dem Laufenden. Nebenbei: Eine feine Idee.

Im Quotenparadies

Es soll ja Print-Journalisten geben, die fürchten sich davor zu wissen, was ihre Leser eigentlich lesen und was nicht. Und während der klassische Branchenpart noch zaghaft über Sinn und Zweck des “Reader Scan” diskutiert, hat sich in den Online-Redaktionsstuben längst der ständige Blick auf PageImpressions, Click-Through-Rates und HeatMap etabliert. Die Quoten werden immer genauer, immer schneller und immer besser in den Arbeitsalltag integriert.

Wie Klickzahlen die redaktionelle Arbeit verändern – ein Beitrag von Benedikt Tüshaus und Klaus Meier
Weiterlesen…

Halbwertszeit von Online-Meldungen

Florian Rötzer hat sich bei Telepolis vor kurzem mit einer US-Studie beschäftigt, die zu einem folgendem Schluss kommt:

Die Halbwertszeit von Artikeln in Online-Medien folgt einem allgemeinen Muster und hängt weniger von der Popularität, sondern von der Präsentation und den Verhaltensmustern der Besucher ab

.

Eine US-Studie unter Leitung von Dr. Albert-László Barabási von der University of Notre Dame kommt zu dem Ergebnis, dass die Halbwertszeit […] 36 Stunden beträgt. In dieser Zeit hat rund die Hälfte der Leser eines Artikels den Beitrag gelesen.

Die Studie ist von 2005 und hat vor allem eine (ungarische) Website untersucht. Hier wurde schon einmal darüber berichtet.

Weblogs, Forschung, Kritik

Der Bamberger Medienforscher Jan Schmidt kündigt eine Nachbefragung zu seiner Studie “Wie ich blogge?!” (erste Welle: über 5000 Umfrageteilnehmer) an, deren Ergebnisse im September veröffentlicht werden sollen. Spannend zu lesen ist außerdem Schmidts konstruktive Auseinandersetzung mit dem Buch “Kopfjäger im Internet”, der Blog-Studie von Matthias Armborst. Schmidt setzt Armborsts Erkenntisse, die sich ja speziell mit dem Thema Blogs und Journalismus beschäftigten, in Bezug zu den Ergebnissen seiner eigenen, breiter angelegten Untersuchung.

In dem Zusammenhang noch mal der Hinweis auf unser altes Dossier zum Thema (“Einmal gebloggt, nie mehr gestoppt”), das in vielem nichts von seiner Aussagekraft verloren hat.

Jeder zwölfte bloggt

“Wer sind die Blogger?” hat sich eine neue Studie des Pew-Insitituts in den USA gefragt und jetzt seine Zahlen präsentiert.

Kurzfassung bei Poynter:

* 39% of net users (about 57 million American adults) read blogs — a significant increase since the fall of 2005. And 8% of net users (about 12 million American adults) keep a blog.
* Most US blogs are personal journals. Most bloggers do not consider their blogging journalism. However, 57% of bloggers include links to original sources either “sometimes” or “often.” And 56% spend extra time trying to verify facts they want to include in a post either “sometimes” or “often.”
* 54% of bloggers are under 30.
* US bloggers are evenly divided between men and women — so anyone who continues to ask “where are the women bloggers?” is probably not really looking.

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