Archivierte Einträge für Technik

Wir basteln uns ein multimediales Scrollformat


Scrollreportagen wie Snow Fall sind aufwändig programmiert und wurden vom Online-Chef der Zeit, Jochen Wegner, deshalb als das Feiertagslayout der Onlinereportage bezeichnet.

Aber das Gute ist: Javascript und HTML5 haben in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Ein technisch versierter Journalist, der ein wenig Ahnung von HTML und Javascript hat, kann durchaus sein eigenes multimediales Scrollformat basteln.

Um den Einstieg für Experimente zu erleichtern, habe ich ein sehr einfaches Minimal-Template in meinem Weblog veröffentlicht … vom Design ein Montagslayout, aber funktional. Im Quellcode sind alle Details kommentiert. Mit entsprechenden jQuery-Plugins könnte man das Template um Parallax-Scrolling und/oder vollformatige Panels erweitern.

Update: Jetzt auch als Fullpanel-Template mit Fullscreen-Video.

Hamburger Gefahrengebiet: Reporter on demand

Das Hamburger Lokalblog Mittendrin begleitet die diversen Proteste in Hamburg seit Monaten und ist im Moment täglich im “Gefahrengebiet” unterwegs, wo es jeden Abend zu Spontan-Demos und Polizei-Kontrollen kommt – manchmal konzentriert, häufig über das Gebiet der Stadtteile Altona, St. Pauli und Sternschanze verstreut. Seit Freitag verfügt das Blog außerdem über eine “Call a journalist”-Webapp, mit der User, Anwohner, Demonstrationsteilnehmer und andere Menschen im Gefahrengebiet die Redaktion des Blogs auf berichtenswerte Vorgänge aufmerksam machen können. Die Redaktion bekommt nach dem Aktivieren des Alarmknopfes den Standort des Nutzers mitgeteilt und kann ihre Reporter dorthin lenken.

Konzipiert und programmiert wurde die Anwendung in der vergangenen Wochen von Open Data City (wenig überraschend) und Cross & Lecker. Eine vergleichbare Funktionen im Einsatz in der aktuellen Online-Berichterstattung in Deutschland fällt mir spontan nicht ein (Hinweise, wie immer, gerne in den Kommentaren).

Dominick Brück von Mittendrin beschreibt die ersten Erfahrungen: “Wir hatten insgesamt vier Mal Alarm. Bei allen vier Alarmen war am Ort des Geschehens auch was los, es war aber nur einmal möglich denjenigen auch zu treffen, der den Alarm gesendet hatte. Die Ortsangaben immer sehr präzise, der Alarm kam zeitnah an und es war uns möglich schnell genug vor Ort zu sein. Auch mit mehreren Redakteuren auf das System zuzugreifen hat gut geklappt, besonders da man sieht, ob ein Alarm schon bestätigt wurde oder nicht.” Brück wünscht sich noch zusätzlich eine Möglichkeit für die Redaktionen, mit dem User zu kommunizieren. Und natürlich müsse die Anwendung erst richtig bekannt werden.


Weitere Artikel

… bei onlinejournalismus.de

im sonstigen Internet:

Tschüs, Berlinfolgen. Und danke!

Folge 15 war mein erster Kontakt mit den Berlinfolgen, und ich war von der ersten bis zur letzten Sekunde gefesselt. Ein wirklich berührendes Porträt über Gero, einen Obdachlosen aus Berlin.

“Fotofilm” nennen die Macher von 2470media das Format, im Grunde genommen ein alter Hut: Eine dramaturgisch durchdacht montierte Interviewspur samt Atmo-Tönen, kombiniert mit oft beeindruckenden Reportage-Fotos und immer wieder kurz eingespielten Video-Elementen. Die Idee kann noch so alt sein, das spielt gar keine Rolle. Die Umsetzung ist einfach gelungen.

Insgesamt 100 Folgen haben die Macher in Zusammenarbeit mit der taz produziert, jetzt ist Schluss.

Für den ABZV Videoreporter habe ich das 2470media-Team eine Weile bei ihrer Arbeit an den letzten Berlinfolgen begleitet. Herausgekommen ist dabei dieses etwa 11 Minuten lange Porträt, das für alle interessant sein dürfte, die sich für die Machart solcher Fotofilme interessieren. In dem Video geht es um gute Reportagefotos, den dramaturgischen Aufbau von Fotofilmen und zahlreiche Erfahrungen aus der praktischen Arbeit.

Überblick zum zweiten Tag der Datenjournalismus-Konferenz

Nach dem ich gestern via Storify live von der Datenjournalismus-Tagung von Netzwerk Recherche berichtet habe, beschränke ich mich heute auf einen Überblick über das, was andere berichten.

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Live von der Datenjournalismus-Konferenz in Hamburg

An diesem Wochenende findet in Hamburg eine von Netzwerk Recherche organisierte Datenjournalismus-Konferenz statt. Wir begleiten die Konferenz am Samstag live mit einer Storify-Sammlung.

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Datensparsamer Like-Button gefällt Facebook nicht

Heise.de hat gestern über eine selbstentwickelte, datenschutzfreundliche Variante des Facebook-Like-Buttons berichtet, die auf Heise.de im Einsatz ist. In dieser Variante muss der Like-Button vom Nutzer erst durch einen Klick aktiviert werden, bevor er tatsächlich angeklickt werden kann. Erst nach der Aktivierung werden Nutzerdaten an Facebook übertragen, was sonst in jedem Fall stattfindet. Wem die Übertragung nichts ausmacht, kann den Gefällt-Mir-Knopf auch in persönlichen Voreinstellungen dauerhaft aktivieren und spart sich den Klick.

Heise.de stellt Dritten den Code seiner Variante zur Verfügung und hat nach eigenen Angaben schon rund 500 Anfragen von interessierten Website-Betreiber erhalten.

Statt dass sich Facebook aber über diese Weiterentwicklung freut, die genau den Punkt aufgreift, den das Unabhängige Datenschutzzentrum Schleswig-Holstein bei Facebook als Verletzung deutschen Datenschutzrechtes deutet, reagiert das Unternehmen genau entgegengesetzt: Heise.de habe mit seiner Konstruktion den Like-Button nachgeahmt, was aber in den Facebook-AGB verboten sei. Sollte Heise.de nicht aufhören, könne Facebook Heise.de auf eine schwarze Liste setzen, das heißt, die Inhalte der Website könnten nicht mehr über Facebook verteilt werden.

Update:

Feedback-Phase für Innovationstipendium endet

Für das Knight-Mozilla News Technology Partnership – ein Stipendium für Innovation im Online-Journalismus – endet heute die Bewertungsphase, in der Stimmen für einen der vielen vorgeschlagenen Innovationsvorschläge abgegeben werden können. Die Stimmen sollen zusammen mit der Jury entscheiden, welche Vorschläge anschließend mit dem Stipendium umgesetzt werden sollen. Für die drei Bereiche “Neue Video-Features”, “Kommentarfunktionen neu gedacht” und “Web-Apps der Zukunft” wurden 112, 129 bzw. 73 Ideenskizzen eingereicht.

Bisher scheinen allerdings nur für sehr wenige Vorschläge tatsächlich Stimmen abgegeben worden sein (von mir gesichtete Höchstzahl für einen Vorschlag: 10). Das hängt mit Sicherheit auch mit dem Interface zusammen: Dass nur registrierte Nutzer (inkl. Open-ID) Stimmen abgeben können, ist eine bewusste Entscheidung der Ausrichter. Aber dass man sich erst durch auf mehrere Seiten aufgespaltete Vorschlagslisten klicken muss, statt sie als Überblick präsentiert zu bekommen, verleitet auch nicht zum Mitmachen.

Weitere Links
… im Internet:

  • Die Zeit ist deutscher Partner des Knight/Mozilla-Partnership und informiert über die Aktion.

Schwergewichtiger Support fürs iPhone

Hand hält OWLE Bubo

Noch nie ist es mir so schwer gefallen, in einer Rezension zu einem klaren Urteil zu kommen: Es geht um den Owle Bubo, eine Metallhalterung mit Objektivgewinde für das iPhone. Ein tolles Tool, dass das iPhone in ein Werkzeug für Profis verwandelt? Oder ein weitgehend überflüssiges Spielzeug?

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Google und die Adresszeile

Browser-Puristen wird die Galle hochkommen: Die Liste der am häufigsten bei Google eingegebenen eingegebenen Suchbegriffe zeigt einmal mehr, wie viele Menschen inzwischen das Internet benutzten, ohne der Adresszeile ihres Browsers Beachtung zu schenken, um dort ordnungsgemäß eine URL einzugeben (Angaben für Deutschland 2010):

Die häufigsten Suchbegriffe:
1. Facebook
2. YouTube
3. Berlin
4. eBay
5. Google
6. Wetter
7. TV
8. GMX
9. You
10. Test

Am schnellsten wachsende Suchbegriffe:
1. WM 2010
2. Chatroulette
3. iPad
4. DSDS 2010
5. Immobilienscout24
6. iPhone 4
7. Facebook
8. Zalando
9. Street View
10. Studi VZ

Gefettet habe ich die Begriffe, bei denen ohne Zweifel einfach nur eine Website angesteuert werden sollte und der User auch “Facebook.com” oder “GMX.de” hätte eingeben können. “You” könnte auch gut der erste Teil des Suchbegriffs “You Tube” sein. Schleierhaft ist mir allerdings, warum man bei Google nach “Google” sucht. Sind das die Menschen, die noch nicht mal wissen, dass sie sich auf der Google-Homepage befinden bzw. das Suchfeld in ihrem Browser eine Google-Anfrage ist?

Was heißt das?

1. Google bekommt eine gigantische Menge “Durchgangsverkehr” von Nutzern, die eigentlich nur zu einer ihnen längst bekannten Website wollen, die sie durch ein Bookmark oder direkte Eingabe der URL sofort ansteuern könnte. Und in der obigen Auswertung sind ja noch nicht einmal die Fälle enthalten, die zwar standardmäßig eine komplette URL samt “www.” eintippen – allerdings nicht in die Adresszeile, wo sie hingehört, sondern ins Google-Suchfeld.
2. Wer seinen Nutzer – etwa durch Bewerbung – beibringen will, eine lange und womöglich noch durch eine Schrägstrich getrennte URL in die Adresszeile einzugeben, kämpft bei vielen Zielgruppen auf verlorenem Posten.
3. Die Adresszeile wird zunehmend weniger wichtig werden. Klar, ehe man lange überlegt, ob man nun eher Sony.com oder Sony.de eingibt, um ans Ziel zu gelangen, ist es auch für Profi-Nutzer einfacher, die “Sony” ins Suchfeld einzugeben. Wer als Online-Redakteur Telefon-Support für orientierungslose Nutzer leisten muss und im Gespräch erst mal auf den Gedanken kommen muss, dass der Nutzer gar nicht von den Navigationspunkten auf der eigenen Website spricht, sondern die von Google als Shortcuts angebotenen “Sitelinks” unter dem ersten Suchergebnis meint, muss trotzdem erst mal tief durchatmen.

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DSLR News Shooter

Um Nachrichten-Kameraleute, die mit (hochgerüsteten) Spiegelreflex drehen, geht es im Blog “DSLR News Shooter” von Dan Chung.

“So aufregend die schöne neue DSLR-Welt auch ist: Sie bleibt zunächst weiterhin der fiktionalen und der dokumentatorischen Schiene vorbehalten. Halt allem, was nicht bei Drei schon auf dem Sendemast sitzen muss”, kommentiert Markus Hündgen angesichts der Produktionsdauer eines dort Beispiels aus dem Blog.

(via Claus Hesseling/Regina McCombs).

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