Archivierte Einträge für Twitter

Der Social Media-Redakteur: Lars Wienand im Video-Porträt

“Wenn da nur die fiesen Fragen zur Trennung von Beruf & Freizeit nicht gewesen wären…”, twitterte Lars Wienand am 18. April direkt nach unseren Dreharbeiten für die fünfte Folge des Journalisten-Berufsporträt-Formats ABZV Videoreporter. Als so fies habe ich meine Fragen eigentlich gar nicht empfunden. Die Antworten des Rhein-Zeitung-Redakteurs waren aber umso ehrlicher und differenzierter.

Lars Wienand ist der wohl erste Social Media-Redakteur einer Regionalzeitung in Deutschland, was – wenn man es sich aus leichter Distanz anschaut – unspektakulär, vielleicht sogar ein bisschen langweilig aussieht: Ein Mann, der den größten Teil seines Arbeitstages vor zwei großen Monitoren sitzt, auf denen unaufhörlich ein Strom von Tweets und anderen Informationshäppchen vorbeifließt.

Bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass hinter seinem Job im besten Fall spannender Journalismus steckt, von dem seine Kollegen jeden Tag profitieren können – wenn sie denn wollen…

Das Video steht unter der Creative Commons Lizenz (BY-NC-ND 3.0 DE), das heißt Teilen, Verbreiten und Einbetten in andere Kontexte ist erwünscht, solange dies zu nicht-kommerziellen Zwecken geschieht.

Weitere Links zum Thema:

Obama-Ticker: Nichtigkeiten im Minutentakt

Seit 18:47 Uhr begleitet Spiegel Online den knapp 24-stündigen Besuch von US-Präsident Barack Obama in Berlin mit einem Live-Ticker. Und der zeigt schon 4 Stunden und geschätzte 60 Einträge weiter Glanz und Elend dieser Darstellungsform.

Was bei einer Papst-Wahl spannend sein mag, erinnert in Fall Obama eher an den legendäre Trainer-Ticker des Kölner Expresss zur Zukunft von Christoph Daum. Hieß es weiland noch “10:15 Uhr: Daums Ehefrau Angelica bringt den wartenden Journalisten Kaffee und Hanuta”, so dokumentiert diesmal das dreiköpfige Ticker-Team von Spiegel Online entscheidende Momente wie:

20:26 Uhr: Die Treppe fährt heran
20:26 Uhr: Die hintere Tür ist schon offen, dort steigen Mitarbeiter von Obama aus
20:27 Uhr: Die vordere Tür ist offen, die Treppe dockt an
20:28 Uhr: Der rote Teppich wird ausgerollt
20:30 Uhr: Noch nichts vom Präsidenten zu sehen. Ein Mitarbeiter steht in der Tür des Flugzeugs und schaut skeptisch auf die Treppe
20:30 Uhr: Das Ehrenspalier der Soldaten steht bereit.
20:31 Uhr: Außenminister Westerwelle steht unten auf dem roten Teppich bereit.
20:31 Uhr: Die Limousinen des US-Präsidenten sind vorgefahren,
20:32 Uhr: Nun ist alles für Obama bereit

Positiv ist zu bemerken, dass der SpOn-Ticker die technischen Möglichkeiten seiner Plattform Scribble Live ausnutzt. Kuratierte Tweets und Fotos von Schaulustigen dokumentieren den Weg der Fahrzeugkolonne des Präsidenten durch Berlin.

Noch schöner und stimmungsvoller macht das allerdings insgesamt das Live-Blog bei Zeit Online, in dem die Textbrocken formgerecht nicht ganz so kurz sind (und teilweise ziemlich ironisch).

Update, 19.06.2013:
Inzwischen hat sich der Spiegel-Ticker auf höherem Niveau eingegroovt. Es tickern inzwischen auch die Süddeutsche (ebenfalls via Scribble Live) und Bild, wo auch ein Video-Livestream angeboten wird. Bei ZDF.de werden Reporter-Tweets aus Berlin auf der Startseite eingebunden.

Update 20.06.2013
Die FAZ sieht im übertriebenen Tickern ein generelles Problem für die Glaubwürdigkeit des Journalismus lauern:

Der Echtzeit-Journalismus wirkt auf die Demokratie verheerend, weil er immer weniger Raum und Zeit dafür lässt, die Dinge so sortieren, Abstand zu ihnen zu gewinnen und sie zu werten. Welchen Stellenwert hat es angesichts der Fülle der Belanglosigkeiten zum Beispiel, dass Obama an diesem Mittwoch die Datenschnüffelei durch Prism in kühlem Realismus gerechtfertigt und Angela Merkel hier auf Verhältnismäßigkeit bestanden hat?

Weitere Links
… bei onlinejournalismus.de

… im übrigen Internet

Kai Diekmann’s lousy tweets

Twitter-Profil von Kai Diekmann (Screenshot [M])

Er ist zurück. Anfang der Woche – fast zeitgleich zur Präsentation der künftigen Bild-Bezahlmauer in Berlin – hat Kai Diekmann den Countdown zur Rückkehr von seiner gut neunmonatigen Klassenfahrt Sabbatical Bildungsreise ins Silicon Valley gestartet. Sein Abschiedstweet ans Valley kam aus dem Flugzeug. Und was er in den 2364 Nachrichten davor so von sich gegeben hat? Eine subjektive Bestandsaufnahme der ödesten, banalsten und egozentriertesten Tweets des Bild-Chefredakteurs.*

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Ein Fehler, der nicht sein müsste

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Max Stadler ist gestorben – im Alter von 63 Jahren, wie Zeit Online in ihrem Artikel gleich zwei Mal schreibt. Eingebettet ist in den Text allerdings ein Tweet der FDP Bayern. Laut diesem wurde Stadler 64 Jahre alt. Das ist auch richtig, wie ein Abgleich mit dem Geburtsdatum auf Stadlers Homepage ergibt.

Artikel über Max Stadler bei Zeit Online (Screenshot)

Vermutlich bezieht sich die falsche Angabe auf eine frühere Version des ebenfalls verlinkten Artikel der Passauer Neuen Presse. Darauf deuten jedenfalls die Abgleich mit der verlinkten URL sowie Google News hin. Google News verrät auch, dass Zeit Online nicht als einziges Medium die falsche Angabe aus der PNP (und vermutlich einer darauf beruhende Agenturmeldung) übernommen hat.

Aber wenn man einen Tweet einbettet, der dem widerspricht, sollte man doch ins Nachdenken kommen, oder?

Artikel über Max Stadler bei Google News (Screenshot)

Nicht nur Stadler-Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia ist übrigens nach Stadlers Tod bereits aktualisiert (16:00 Uhr), sondern auch der in im mit der PNP verbundenen RegioWiki Niederbayern und Altötting (13:53 Uhr).

Online-Frühling: Generationswechsel oder digitale Spaltung in den Redaktionen?

Diskussinosrunde auf der Republica 2013

Moderator mit Jochen Wegner, Katharina Borchert und Stefan Plöchinger (links)

Wie sieht es aus mit der Experimentierfreude bei Formaten und Finanzierungsmodellen? Darüber diskutierten auf der re:publica 2013 drei Vordenker des deutschen Onlinejournalismus, die in vielen einer Meinung waren. Allerdings nicht ganz bei der Frage, ob mit einer neuen Journalisten-Generation (den richtigen Digital Natives) alte Wände zwischen Print- und Online-Redaktionen von selbst wegfallen – oder ob die digitale Spaltung zwischen Papierfesthaltern und digital Denken (unabhängig vom Alter der Journalisten) noch eine Weile bestehen bleibt. Eine Dokumentation der Diskussion.

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Mini-Doku über den Hauptstadtkorrespondenten Thorsten Denkler von Süddeutsche.de

Zum ersten Mal ist mir Thorsten Denkler vor mehr als zehn Jahren aufgefallen. Wenn man ein bisschen in den Archiven von onlinejournalismus.de gräbt, stößt man auf einen Hinweis in unserem damals regelmäßig erschienenen Newsletter auf das erste Treffen des Kreises Berliner Onlinejournalisten, den er gemeinsam mit Markus Deggerich (heute beim Spiegel) gründete.

Bereits 2001 arbeitete Thorsten Denkler als Korrespondent des Online-Dienstes der Süddeutschen Zeitung, der sich damals noch SZonNet nannte. Inzwischen haben sich technisch bedingt nicht nur die Arbeitsweisen des Online-Korrespondenten geändert, sondern auch seine Akzeptanz. Als er Politiker seinerzeit um Interviews bat und sich mit “Thorsten Denkler, Süddeutsche Online” vorstellte, “kam bei manchen eben nur ‘Online’ an”, erzählt er im Interview. “Da lag die Vermutung schnell nahe, dass man denen einen Internetanschluss verkaufen” will. Heute könne sich kein Politiker mehr leisten, keine Schnittstellen zu Online-Medien zu haben.

Ich habe Thorsten Denkler einen Tag lang mit der Kamera bei seiner Arbeit begleitet, einfach um zu sehen und zu verstehen, wie er heute arbeitet. Wenige Tage später haben wir uns zum ausführlichen Interview getroffen, woraus dann diese Mini-Doku über ihn und seine Arbeit entstand.

Das Video ist der Auftakt zu einer Serie weiterer Porträts über Journalisten, die ich in Zusammenarbeit mit der ABZV produziere und unter videoreporter.abzv.de veröffentliche (in Folge 2 habe ich Michael Kappeler, den Cheffotografen der DPA begleitet). Mich interessiert, wie Journalisten in den verschiedenen Medienbereichen heute arbeiten. Ich will wissen, was sie antreibt und wo sie an ihre Grenzen stoßen.

Alle Videos werden unter einer Creative Commons Lizenz (BY-NC-ND 3.0 DE) veröffentlicht, das heißt Teilen, Verbreiten und Einbetten in andere Kontexte ist erwünscht, solange dies zu nicht-kommerziellen Zwecken geschieht.

Über Kritik, Vorschläge und Anregungen für folgende Videos freue ich mich.

#Aufschrei: Sexismus-Debatte bei Twitter

Es ist eine der größten (und hoffentlich die folgenreichste) politischen Twitter-Wellen in Deutschland: Seit gestern Abend werden unter dem Hashtag #Aufschrei Twitter-Nachrichten gekennzeichnt, in denen Nutzerinnen alltägliche sexistische Belästigungen bis hin zur sexualler Gewalt öffentlich machten. Vorgeschlagen hatte die Aktion die Nutzerin Martha Dear. Eine ähnliche Aktion gibt es bereits in den USA unter dem Hashtag #ShoutingBack. Weitere Informationen in diesem lesenswerten Blog-Artikel “Normal ist das nicht”.

Inzwischen wird unter #Aufschrei neue natürlich auch bereits die Meta-Debatte über Sinn und Wirkung der Aktion geführt, Kritiker versuchen zu relativieren und die unvermeidlichen Spammer tauchen auf. Ich habe versucht, einige aufschlussreiche Tweets in einem Storify-Überblick zusammen. Eine annähernd vollständige Live-Sammlung hat Marco Maas initiert.

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„Ich mache hier die Online-Gemeindezeitung“

Screenshot Eimsbüttel-Seite auf Facebook

Hyperlokaler Journalismus gilt als das nächste große Ding. Vor allem online. Ohne es beabsichtigt zu haben, ist Mareke Stein (30) aus Hamburg auf diesem Gebiet zur Vorreiterin geworden.  Hier spricht sie über Bürgersinn, Crowdfunding und verrät, was einen Blog überleben lässt.

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Webvideo: Wie Viralhits wirklich entstehen

Einblick gibt dieses Werbevideo: “Unser Ziel ist es, das Zuschauen überbflüssig zu machen.”

;-)

SZ-Social-Media-Presseschau: Warum, wie, was nicht?

Social-Media-Presseschau der SZ (Screenshot [M])

“Meistgelesene Beiträge” oder “Meistempfohlen” sind Features auf vielen (News-)Websites. Die Süddeutsche Zeitung ist einen Schritt weiter gegangen. Ihre neue “Facebook-Twitter-Presseschau” namens “Leser empfehlen” zeigt auch an, was die Leser bei anderen Online-Medien gerne lesen. Chefredakteur Stefan Plöchinger erläutert im Interview mit onlinejournalismus.de die Technik dahinter, warum er die Grenzen der eigenen Website aufbricht und wieso es bisher auf dem deutschen Markt noch keinen großen erfolgreichen News-Aggregator gibt. Weiterlesen…

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