Archivierte Einträge für Twitter

Ägypten und Prozessjournalismus, Nachtrag

Als Nachtrag zu Lorenz Matzats Artikel “Ägypten und Prozessjournalismus: Deutschsprachige Onlinemedien enttäuschen” der Hinweis auf zwei interessante Beiträgeüber Andy Carvin von NPR und seine Erfahrungen, Ägypten-Nachrichten über Twitter zu kuratieren.

Und ein Hintergrund: NPR Takes ‘Web-First’ Approach to Blogging. What Does That Mean? (September 2010)

Update, 14.02.2011:
Medial Digital empfiehlt noch einen weiteren Beitrag zum Thema beim Knight Digital Media Center, der wiederum auf einem Interview von Ethan Zuckermann mit Carvin basiert.

Bloglines gibt auf: Das Ende der Feedreader?

Der webbasierte und damit rechnerunabhängige RSS-Reader Bloglines stellt seinen Dienst zum 1. Oktober 2010 ein, wie der Betreiber Ask.com mitteilt. Haben sich RSS-Dienste im Zeitalter der persönlichen Timeline bei Facebook oder Twitter überlebt? “RSS war in der Tat nie ein Angebot, das die Masse an Nutzern erreicht hat – es war schon immer ein eher nerdiges Technologie-Angebot”, schreibt Thomas Gigold.

Ganz so sehe ich das nicht, auch wenn ich nur aus meiner persönlichen Umgebung berichten kann: Die Integration von RSS-Abos in Browser und Mailprogramme hat sicher viele zur RSS-Nutzung gebracht, die vorher davon abgeschreckt waren. Ich selbst nutze natürlich auch längst Twitter- und Facebook, um von manchen Sites über neue Beiträge informiert zu werden. Meist parallel zu RSS- auch wenn ich gleichzeitig gemerkt, dass ich Feeds bei Bloglines seltener checke. Aber gegenüber einem Reader wie Bloglines ist bei Facebook und Twitter eher eine Sache der Instant Gratification in der aktuellen Timeline – ohne komfortable Bookmark- oder Recherchierfunktionen.

Letzeres fehlt mir auch bei Netvibes, welches ich mir bei der persönlichen Neujustierung des News-Tool-Mixes jetzt dennoch noch mal intensiver ansehen werde. Gibt es sonst empfehlenswerte Alternativen abseits von Google Reader?

Weitere Links
… bei onlinejournalismus.de

… im sonstigen Internet:

Nutzerbeteiligung über Drittplattformen

Man muss nicht gleich seine ganze Website auflösen und Inhalte nur noch auf Facebook stattfinden lassen – aber vielleicht die Kommentarfunktion? Social-Bookmark-Icons für Twitter, Facebook und ein paar weniger relevante Dienste sind eh inzwischen Standard – warum also künftig nicht nur noch über Facebook kommentieren lassen und und sich den Ärger mit der Moderation von Nutzer-Kommentaren ersparen? Das macht zumindest stern.de laut Community-Managerin Katarina Rathert seit einiger Zeit (Interview bei Dirk von Gehlen). Ein wichtigeres Argument: Dort fände eine gehaltvollere Diskussion statt – was nicht nur an den verbreiteten Klarnamen und der Sichtbarkeit der Kommentare der User für deren privates oder sogar berufliches Netzwerk liege.

Marek Hoffmann hält dieses Outsourcing von Kommentaren im Basic Thinking Blog trotzdem für den falschen Weg – nicht nur, weil User ohne Facebook-Account ausgeschlossen sind. Wer hat recht? Wo sind die Vor- und Nachteile, wenn Nutzerbeteiligung – auch abseits von Kommentaren – nur über Drittplattformen stattfindet – bekanntes Interface und großes Nutzerpotenzial vs. “die User sollen aber doch auf meinen Seiten landen”?

Weiterer Links
… bei onlinejournalismus.de:

… im übrigen Internet

Alles zum Blumenkübel

Ein zerstörter Blumenkübel sorgte im Münsterland für Aufregung – und einen guten Tag lang für noch mehr bei diversen Twitterern, Bloggern usw.

Was das über Internet-Phänome und Lokaljournalismus sagt und welche Auswirkungen die unerwartete Prominenz auf die Zugriffszahlen der Münsterschen Zeitung hatte, haben schon andere aufgeschrieben:

Das Gute an der Sache: Inzwischen wurden den Betroffenen Ersatz für den Blumenkübel gespendet.

“Zeitung online” besser per Twitter verfolgen

Heute begann in Düsseldorf die Tagung “Zeitung Online”. Bei der vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und World Association of Newspapers and News Publishers (WAN-IFRA) veranstalteten Multimediakonferenz werden “die neusten Online-Trends, E-Publishing-Lösungen und innovativen Vertriebskonzepte für mobile Endgeräte diskutiert”. RP Online bietet eigens dazu ein Dossier “Special zum Kongress “Zeitung online 2010″ in Düsseldorf” an, das neben Eigen-PR auch Informatives – zumindest für den nicht aus der Medienbranche stammenden Leser – bietet.

Erhofft hatte ich mir eine Live-Berichterstattung, doch der RP Online-Bericht “Zeitung Online ist eröffnet” lässt einen leider regelrecht gruseln – Bratwurstjournalismus vom Feinsten, garniert mit unzähligen Fehlern; als Kostprobe der inzwischen korrigierte Teaser:

Der Fachkonferenz”Zeitung Online” hat begonnen. Die Resonanz ist groß. Im Tagungsraum sitzen rund 300 Experten, Chefredakteure, Marketingstrategen dicht gedrängt. Richard Rebmann, Vize-Präsident des Bundes deutscher Zeitungsverleger begrüßte die Gäste im Saal.

Da ist man mit den Häppchen-Informationen via Twitter zumindest im Groben besser informiert – Hashtag #zo10.

Gegen BP – für Gauck

Ein leicht knollennasiger älterer Herr aus dem Osten ist zum Liebling von Leuten geworden, die sich ansonsten eher für Mate oder Ipads interessieren – stark vereinfacht gesagt. Aber von vorn:

In der letzten Woche geisterten einige Links durchs Web, die sich mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko beschäftigten. Nicht nur mein Favorit: “If it was my home” projiziert die Größe der Verseuchung dank Google Maps auf eine beliebige Erdregion. Warum ist auf so etwas keine Online-Redaktion gekommen?

Weitere interessante Links, die eher in Richtung Aktivismus als Journalismus gehen und sich gegen den Verursacher der Ölpest wenden, hat Netzpolitik gesammelt: “Remix BP“.

Positiv versuchen hingegen in den letzten Tagen Unterstützer der Bundespräsidenten-Kandidatur von Joachim Gauck, die nicht in den Redaktionen von “Spiegel” oder “Bild am Sonntag” sitzen, ihrem Kandidaten Rückenwind im deutschprachigen Netz zu verschaffen. Nicht nur in den Online-Umfragen großer Sites – egal ob Bild.de oder heute.de – dominiert Gauck klar vor Wulff: Websites wie “Wir für Gauck” oder “Mein Präsident” zeigen, was mit minimalem oder ein wenig mehr Aufwand in Windeseile mit frei zugänglichen Social-Media-Tools zusammengebastelt werden kann. Das Pottblog bietet eine “Gauck-Ecke” zum Einbau in die eigene Website an. Die Webevangelisten sammeln Pro-Gauck-Tweets und bauen daraus ein Mosaik von mehr als 2.500 Unterstützern. Und die etablierten Medien thematisieren die Pro-Gauck-Welle auch schon – zuerst anscheinend Der Westen (ausgerechnet!), spätestens morgen dann sicher auch Spiegel Online.

Schließlich bringt es unter den diversen Pro-Gauck-Bekundungen auf Facebook eine Gruppe bereits auf mehr als 10.000 Mitglieder. Interimspräsident Jens Böhrnsen kann hingegen auf Facebook – soweit ich das sehe – nur auf etwas über 300 Freunde zählen. Immerhin sind das schon deutlich mehr als seine 24 Kumpane am Montag letzter Woche.
Jens Böhrnsen bei Facebook, Screenshot vom 31.05.2010

Update, 08.06.2010

q.e.d. – ein SpOn-Artikel

Weitere Links
… im Internet:

  • Das Altpapier fragt “What about the Gauck-Euphorie? Spannend an der Horst-Köhler-Nachfolge-Frage bleibt aus medialer Sicht, ob und wie es den Medien gelingt, die Gegenkandidat-Trunkenheit vom Wochenende (Altpapier von gestern) hochzuhalten.”

MSNBC: Video-Snippets empfehlen

Coole Funktion bei MSNBC: Via E-Mail, Twitter oder Facebook lassen sich nicht nur einzelne Videos empfehlen, sondern auch nur bestimmte Abschnitte daraus. Auch Embedden ist möglich. Ob der normale User mit der Möglichkeit, In- und Out-Punkt auf einer Timeline hin- und herzuschieben, nicht eher überfordert ist, ist eine andere Frage – aber für Experten sehr elegant.

Beim Video-Livestream ist die Funktion – wenig überraschend – nicht möglich.

Video-Sharing-Funktion bei MSNBC (Screenshot)

Heikle Twitter-Debatte um die “Rhein-Zeitung”

rz-twitter

Bei der Koblenzer “Rhein-Zeitung” scheint der Haussegen schief zu hängen. Scheint, denn die Quelle, die einige Ungereimheiten bei der Regionalzeitung anprangert, bedient sich eines anonymen Twitteraccounts. Weiterlesen…

Unkontrollierter Twitter-Einfluss bei Focus Online

Interessant: Focus Online ergänzt seine Wahlberichterstattung durch ein Twitter-Widget, das automatisiert – und damit unkontrolliert – Twitter-Beiträge anderer Nutzer ausspielt. Verwendet wird es zum Beispiel in diesem Artikel. Abgefragt werden die Suchbegriffe “Bundestagswahl” OR #bundestagswahl OR #btw OR #wahl2009″.

Interessant deswegen, weil Bild.de mit einem solchen Freibrief für Twitter-Nutzer kürzlich angesichts des Amoklaufs in Ansbach auf die Nase gefallen war: Die Nutzer twitterten gegen Bild, wie es u. a. bei der Augsburger Allgemeinen heißt. Spiegel Online hatte beim jüngsten Relaunch zu Twitter-Kommentaren aufgerufen – aber eben nur zu einem bestimmten Anlass und mit einem selbst vorgegeben Twitter-Hashtag zur Erkennung. tagesschau.de hatte beim TV-Duell einen Twitter-Kasten auf der Seite – der aber nur eigene und re-tweetete Posts ausspielte.

Rebrush bei Spiegel Online

Von SpOn vorab veröffentlichter ScreenshotFür heute Abend hat Spiegel Online einen Rebrush angekündigt – wie immer in der Vergangenheit geht man bei den Veränderungen am stilbildenden Layout zurückhaltend zu Werke (siehe Screenshot aus unserer Chronologie zu den ersten zehn Jahren des Onlinejournalismus.de von 2004). Wichtigste Änderungen laut Vorankündigung (mit Screenhots): Natürlich ein Schritt in die Breite, aber vor allem die Anordnung von weiterführenden Inhalten auf den Content-Seiten links der wieder in die Mitte gerückten Hauptspalte. Begründung: Am bisherigen Platz rechts würden sie übersehen.


Im Forum dürfen die Spiegel-Online-Nutzer ihre Meinung sagen. Die Eindrücke unserer Leser interessieren uns auch – bitte in den Kommentaren.

Update: Irgendwann so um 18 Uhr herum wurde der Hebel umgelegt. Bei Twitter diskutiert man sich unter den Hashtags #spon und #sponneu auch vor allem über Spaltenverlagerung und Breite und ärgert sich über nicht funktionierende Videos. Spiegel Online hat Teile der Nutzerdiskussion vorbildlich integriert und spielt Posts mit “#sponneu” und Facebook-Kommentare auch auf seiner eigenen Seite aus.

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