Archivierte Einträge für Urheberrecht

Wie Steinbach auf die Recherche zu ihrem berüchtigten Tweet reagierte

Abwiegeln, Ausreden, Ablenken, aber kein Interview – so reagierte die CDU-Bundestagsabgeordnete auf Twitter auf meine Recherche zum Ursprung des von ihr weiterverbreiteten Fotos fremder Kinder.

Weiterlesen…

Crowdsourcing nach dem Original-Bild aus dem Steinbach-Tweet

steinbach
Woher stammt dieses Foto, das ein blondes, hellhäutiges Kind und eine Gruppe indischer Kinder und Jugendlicher zeigt? Versehen mit der Beschriftung „Deutschland 2030 – Woher kommst du denn?“ wurde es von CDU-Bundestagsabgeordneten Erika Steinbach verbreitet. Die erste war sie allerdings nicht.

Steinbach war weder die Urheberin des eigentlichen Fotos noch die der Angst vor Überfremdung schürenden Kombination aus Foto und Text.

Deshalb habe ich mich auf die Suche nach der Orignal-Quelle des verwendeten Fotos begeben – mit Hilfe der umgekehrten Bildsuche bei Google und Tineye und auf der Suche nach Unterstützung durch Crowdsourcing.
Weiterlesen…

Missachtung des Urheberrechts oder „public service“?

Text auf der Facebook-Seite von Armin Wolf (Screenshot [M])

Ein bekannter Fernsehjournalist, eine erschütternde Reportage aus Syrien, und die Frage, ob die unautorisierte Übersetzung eines Artikels auf einer Facebook-Seite mit 250.000 Fans eine urheberrechtliche Petitesse ist. Andrej Reisin und Fiete Stegers meinen: Nein.

Weiterlesen…

Vorbildlicher Vorreiter: Heute-Nachrichten auf Instagram

"Heute"-Profil auf Instagram (Screenshot [M])

Seit gut einer Woche sind die „Heute“-Nachrichten des ZDF auf Instagram aktiv. Mit Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft startete das „Experiment“, wie es in der Pressemitteilung heißt. Das Ziel ist klar: „Instagram werde ausschließlich mobil genutzt – und sei somit ein wichtiger Baustein neben der ZDFheute-App, um junge Nutzer zu erreichen, die sich unterwegs informieren möchten.“

Mehrmals täglich postet die Redaktion von heute.de seitdem Videos und Fotos auf Instagram. Sie sind nicht die ersten Nachrichtenredaktion, die das tut (Die BBC und der Guardian zum Beispiel sind, wenig überraschend, schon länger aktiv), aber in Deutschland Vorreiter. Und die ZDF-Leute machen ihren Job ziemlich gut.

Weiterlesen…

Was wird uns 2011 beschäftigen?

Jahresanfang, Zeit den Schreibtisch und die Gedanken zu ordnen. Welche Diskussionspunkte aus dem vergangenen Jahr werden uns 2011 im Onlinejournalismus weiterhin beschäftigen, welche neuen sind am Horizont schon absehbar? Da ich noch keine entsprechende Aufstellung gesehen habe, fangen wir hier einfach mal:

  • Das von den Verlegern geforderte und von der schwarz-gelben Koalition versprochene sogenannte Leistungsschutzrecht wird in einem Gesetzentwurf konkretisiert.
  • Mittelbar betrifft uns auch die gesetzliche Neuregelung der Vorratsdatenspeicherung von Telefon- und Internetdaten, nachdem das Bundesverfassungsgericht das bisherige Gesetz für ungültig erklärt hatte.
  • Wie beeinflusst die steigende mobile Internet-Nutzung journalistische Angebote? Welche Strategien bei der Entwicklung von Apps durch Medienunternehmen sind erfolgreich, welche eher nicht? Wird das iPad Ende 2011 weiter als Heilsbringer gefeiert?
  • Wie muss mit der weiterhin steigenden Bedeutung von Facebook umgegangen werden?
  • Wer bringt Open Data, Crowd Sourcing oder die Verbindung in Deutschland voran? taz, Zeit Online und Nichtregierungsorganisationen wären hier Kandidaten, die 2010 beispielhaft vorangehen könnten.

Ergänzungen gerne in den Kommentaren.

Nachtrag 05.01.2011
Don Alphonso macht sich in der Blogbar auch seine Gedanken, er erwartet, „dass wir 2011 bei den Verlagen keinen echten Paradigmenwechsel sehen werden“. Außerdem spricht er von „einem neuen, gut finanzierten und entschlossen durchgezogenen Projekt“, welches in diesem Jahr auf den Markt kommen soll: „Erst mal abwarten“.
Der Datenjournalist meint, dass 2011 deutlch werden könne, dass der Datenjournalismus ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal des Onlinejournalismus sei.

Nachtrag, 08.01.2011:
Adam Westbrokes Prognose für 2011 widmet sich u. a. Hyperlocal-Sites, Online-Video („huge“) und Social News.

„Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen.“


Internet | Foto: Fiete Stegers
Auch ohne oder trotz Sachkenntnis kannt man ja heutzutage Erklärungen in die Welt posaunen oder fromme Wünsche formulieren oder forsche Forderungen aufstellen. Wir haben versucht, Sachkenntnis einfließen zu lassen. Auch wenn wir uns an manchen Stellen nicht einigen konnten und andererorts auf abwägendes Einerseits-Andererseits zugunsten der Thesenhaftigkeit der große Linie mit dem griffigen Kürzel Internet-Manifest verzichtet wurde.

1. Das Internet ist anders.
Es schafft andere Öffentlichkeiten, andere Austauschverhältnisse und andere Kulturtechniken. Die Medien müssen ihre Arbeitsweise der technologischen Realität anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen. Sie haben die Pflicht, auf Basis der zur Verfügung stehenden Technik den bestmöglichen Journalismus zu entwickeln – das schließt neue journalistische Produkte und Methoden mit ein.

Formuliert und unterzeichnet haben diese und 16 weitere Behauptungen zum Journalismus im Internet-Zeitalter Johnny Haeusler, Thomas Knüwer, Stefan Niggemeier, Mario Sixtus u. a.

Update:
Da der Internet-Manifest-Server auch ohne Link von Heise oder SpOn schon ächzt, gibt es gesamte Manifest jetzt auch hier.


Update, 08.09.2009:
Internet-Manifest, ein Beitrag zur Diskussion

Weiterlesen…

CDU-Wahlplakat-Remix: Löschung notwendig?

Mehr als 170 Einsendungen innerhalb eines Tages gab es auf den Aufruf von Netzpolitik.org, aktuelle CDU-Wahlplakatmotive zu remixen, spricht: kreativ umzugestalten. Gleich am nächsten Tag schaffte es die Aktion sogar ins ZDF-Morgenmagazin. Markus Beckedahl und seine Mitstreiter stellten einmal mehr unter Beweis, dass sie kampagnenfähig sind und das, was einem Zentralorgan für die politischen Bereiche der Blogosphäre am nächsten kommt.

Auch die Nutzer-Kommentare bei Netzpolitik bewegen sich im dreistelligen Bereich – besonders, seit die Fotografin der Plakatmotive nach Angaben von Netzpolitik.org in der Satire eine unerlaubte Nutzung sieht. Die diskutierten urheberrechtlichen Fragen spielen in diesem Fall meiner Einschätzung nach überhaupt keine Rolle, die gesamte Aktion müsste als politische Satire von der Meinungs- und Kunstfreiheit gedeckt sein. Wäre es anders, wäre das schlimm. So sieht das auch der Medienrechtler Markus Kompa.

Dennoch hat Markus Beckedahl angesichts eines drohenden Rechtsstreits zumindest einige Bilder vorerst depubliziert. Im Netz verbreiten sie sich allerdings ohnehin schon über diverse Seiten. Auch einen Generator zum Erzeugen von Bildern ganz ohne Photoshop-Kenntnisse gibt es.

Ich vermute, dass die Fotografin schließlich von ihrer Forderung abrücken wird.

Update, 18:45
Laut taz verzichtet die Fotografin auf eine juristische Auseinandersetzung

Weitere Links

Die taz, Open Access, Web2.0 und Journalismus: Wie peinlich kann es werden?

Man muss aufpassen, nicht als beleidigter Eiferer zu erscheinen, wenn es um die eigenen Texte und Standpunkte geht. Aber was die taz gerade macht, ist so peinlich, dass es kracht. Auf den unsäglichen taz-Artikel von Rudolf Walther hatte ich bereits hingewiesen; und mit mir eine Armada von „Bloggern“, wie die taz sie nennt. Und hier folgt der Perspektivwechsel, denn jetzt geht es nicht mehr um Google Books, Open Access und den Heidelberger Appell. Jetzt geht es um Journalismus im Jahr 2009. Weiterlesen…

„Enteignung“ durch Google und Open Access

„Verleger und Autoren wehren sich auf Initiative des Heidelberger Professors Roland Reuß gegen eine „Enteignung“ durch Google und Open Access. Ihre Argumentation ist haarsträubend, voller Fehler und gefährlich“, schreibt unser Autor Matthias Spielkamp in einem ausführlichen und fundierten Text bei den Perlentauchern.

VG Wort: „Bitte gestehen Sie uns eine Lernphase zu“

Screenshot VG Wort

Seit 2007 können auch Onlinejournalisten Geld für Texte bekommen, die sie bei der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) melden – wie es für Print-, Radio- und Fernsehjournalisten schon seit langem möglich ist. Doch das neue Online-Meldeverfahren ist vor allem eines: ungeheuer kompliziert. Warum nur? Annette Wagner von der VG Wort musste im Interview mit onlinejournalismus.de viele Fragen beantworten. Weiterlesen…

 1 2 »


onlinejournalismus.de beobachtet die Entwicklung des Journalismus im Internet.

onlinejournalismus.de wird mit WordPress betrieben (Theme: Modern Clix von Rodrigo Galindez).