Archivierte Einträge für Usability

Google Maps per Code-Schnipsel einbetten

Google Maps hat ein Feature live geschaltet, dass für Onlinejournalisten ausgesprochen nützlich ist: Alle Karten, auch mit Markern, Layern und gezeichneten Linien, können jetzt mit einem kleinen Code-Schnipsel in die eigene Website eingebunden werden. Keine Programmierarbeit mehr nötig, keine API, nichts. Nur die Karte bauen, den Code rüberkopieren – fertig. Eine kleine Beispielkarte (mit Dummy-Text):

Wer es ausprobieren will:

  • Auf maps.google.de gehen
  • Die Karte auf gewünschten Ort und Höhenlevel bewegen
  • Eventuell mit “Meine Karten” weitere Objekte (Marker, Linien, farbige Flächen) hinzufügen, speichern
  • Oben rechts über der Karte auf “URL zu dieser Seite” klicken:
  • Google Maps Embedding

  • Aus dem unteren Feld den Code zum Einbetten übernehmen (mit “iframe width”) und in die eigene Website einbinden (z.B. im Textfeld eines Blog-Eintrags)
  • Eventuell die Größe der Karte anpassen, dazu auf den Link “Eingebettete Karte anpassen und Vorschau anzeigen” klicken, der aktualisierte Code zum Einbinden wird dann direkt in einem weiteren Popup angezeigt.
  • Wir werden in nächster Zeit, davon bin ich überzeugt, viel häufiger interaktive Karten im journalistischen Kontext sehen. Es dauert nur noch wenige Minuten, sie zu bauen und einzubinden – jeder Redakteur kann es. Keine Ausreden mehr.

    Treffer, leider versenkt

    Zwei Jahre nach dem verheerenden Hurrikan Katrina beschreibt das “Time Magazine” in einem Schwerpunkt die Konsequenzen, die New Orleans und Lousiana aus der Katastrophe gezogen haben. Ein sehr lesenswerter Bericht, dessen Tenor eine vernichtende Kritik an Politikern und dem für den Hochwasserschutz zuständigen Army Corps auf Engineers ist, die auf verhängnisvolle alte Fehlentscheidungen neue folgen lassen. Gewürzt wird der Bericht immer wieder mit trockenen Kommentaren und Zitaten (“Rückzug ist unamerikanisch. Deshalb brauchen wir ein besseres Wort dafür.”), die ihn umso lesenswerter machen. Nachlesen lässt sich der Report in voller Länge auch online. Dort ist er Teil eines noch ausführlicheren Specials, das um zusätzliche Blickwinkel auf das Geschehen erweitert wurde.

    Weiterlesen…

    Sehr praktisch: Abonnieren von Lieblingsautoren bei der “Zeit”

    Ich weiß nicht, wie lange es das schon gibt, es scheint mir ziemlich neu und einmalig (bitte gegebenenfalls berichtigen/ergänzen) zu sein: Bei Zeit Online kann man seine “Zeit”/Zeit Online-Lieblingsautoren mittels RSS abonnieren (sorgfältiger Hinweis und Erklärung hier).

    Die übersichtliche Anordnung der Autoren von A bis Z lädt aber auch zum Stöbern ein: Zu jedem Autor finden sich in chronologischer Abfolge dessen bisher online erhältlichen Artikel. So kommt – vermutlich – Leben ins Archiv und es stellt einen echten Nutzwert dar. Von Zeit Online-Chefredakteur Gero von Randow finden sich beispielsweise derzeit 543 archivierte Artikel, da wünscht man sich noch eine spezielle Suchfunktion für Autoren (ja, wir Nutzer sind niemals ganz zufrieden (-; ). Trotzdem: Sehr gut gemacht, das wünsche ich mir auch bei anderen Angeboten.

    Nachtrag
    “Bei “Mein Focus” kann man auch bestimmte Autoren picken, allerdings nicht als RSS-Feed, sondern nur innerhalb des Angebots. Darauf wies mich “Meise” hin.

    Tagesspiegel, Relaunch

    Bei mir ist es häufig der erste Eindruck, der zählt, wenn ich eine Website besuche. Bisher hatte der Tagesspiegel da keine Chance: Die Seite sah im Vergleich zur Konkurrenz langweilig aus. Gelandet bin ich dort nur zufällig über Suchmaschinen.

    Der alte Tagesspiegel.

    Seit heute Nachmittag ist der neue Tagesspiegel online – und der sieht wirklich gut aus. Auf den ersten Blick erinnert er mich an eine Mischung aus ZEIT und New York Times.

    Der alte Tagesspiegel.

    Dass sich die Website ein wenig wie Zeitung anfühlt, liegt neben der Farbgebung sicher auch an der Serifenschrift “Georgia”, die fast durchgängig (selbst für die Menüführung) benutzt wird. Und natürlich an den vielen Spalten.

    Im Vergleich zur alten Site (den man kaum anstellen kann) ist die Navigationsleiste jetzt nach oben in die Horizontale gewandert – ein Trend, der bei vielen Relaunches der letzten Monate zu beobachten war (außer bei den Machern von Welt Online, die sich bewusst dagegen entschieden haben).

    Das Layout ist im Großen und Ganzen zweispaltig, zumindest auf Artikelebene. Hier ist mir persönlich die Hauptextspalte etwas zu breit geraten, durch die langen Zeilen strengt das Lesen auf Dauer schon sehr an. Was auf jeden Fall positiv ist: Die Redaktion will mit ihren Lesern kommunizieren. Die Artikel sind kommentierbar, vorausgesetzt, User überwinden vorher die Registrierungshürde.

    Während die rechte Spalte wegen diverser Werbeformen immer gleich groß bleibt, wird die Hauptspalte auf den Centerpages aufgeteilt und macht damit die Teasertexte natürlich wieder viel lesbarer. Klickt man sich in ein beliebiges Ressort (z.B. “Berlin”), öffnet sich in einer mittleren Spalte eine Stichwortsammlung zu aktuellen Themen. Das Ganze funktioniert vermutlich ähnlich wie Tag-Wolken auf diversen anderen Sites, sieht nur eben anders aus.

    Multimedia scheint der optischen Gewichtung nach beim Tagesspiegel in Zukunft eine große Rolle zu spielen: Auch hier ist der “Video”-Reiter ganz oben platziert. Außerdem befindet sich auf der Startseite eine große Multimedia-Box mit Teasern zu Videos und Fotostrecken in der Hauptspalte auf der Startseite.

    Im Video-Archiv (das in einem POP-Fenster öffnet) befinden sich immerhin schon 20 Produktionen, darunter neben größtenteils redaktionseigenen Stücken auch Episoden des Elektrischen Reporters, die ja auch beim Handelsblatt zu finden sind (wenige Stunden nach dem Relaunch funktionieren die Videos bei mir noch nicht; das wird aber sicher bald behoben sein).

    Der neue Tagesspiegel sieht auf jeden Fall gelungen aus und spielt für mich rein optisch in der ersten Liga.

    Brennende Autos – Google Maps im Lokalen

    Vor einigen Monaten habe ich für die „Drehscheibe” (ein monatlich erscheinender Pressedienst für Lokalredaktionen) einen Artikel zum Einsatz von Social Software für Journalisten im Lokalen geschrieben. Darin erwähnte ich auch Google Maps anhand des folgenden Beispiels (gefunden hier bei Onlinejournalismus.de).

    Mit Social Software lassen sich freilich keine Straßen-, Finanz- oder Ideenlöcher stopfen. Aber zumindest kann das Thema zusammen mit dem Leser anders angegangen werden. Das zeigt etwa das kalifornische Blatt „The Bakersfield Californian“. Auf der Website dieser Tageszeitung können die Leser selbst die Schlaglöcher im Straßennetz der 300.000-Einwohnerstadt markieren. „Map your most hated pothole!“, fordert die Zeitung ihre Leser zur Mitarbeit an der „Pothole Map“ (www.bakersfield.com/864) auf. In wenigen Sekunden können die Nutzer Informationen auf der Karte eintragen, ohne sich registrieren zu müssen. Wer die Schäden ausführlicher belegen will, kann ein digitales Bild hinzufügen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die stets aktualisierten Warnhinweise auf dem Stadtplan bieten besten Nutzwert für geplagte Autofahrer. Der Aufwand für die Redaktion liegt praktisch bei Null. Denn die Zeitung nutzt für die Zusammenarbeit mit den Lesern Googles Maps API (www.google.com/apis/maps). Darin ist die ganze Stadt digital aufbereitet, ebenso wie die meisten deutschen Ortschaften.

    Inzwischen ist die Pothole Map erweitert worden, die Nutzer können Schlaglöcher jetzt nicht nur auf der Karte anzeigen, sondern auf einem Formular der Stadtverwaltung melden, reparierte Stellen können markiert werden.

    Eine Berliner Agentur nahm sich jetzt auf der Basis von Google Maps der brennenden Autos in der Hauptstadt an (via Don Dahlmann). Die Macher merken an, dass die Seite „weder in die eine noch in die andere Richtung politisch motiviert“ sei und dass man sich „ausdrücklich von jeglicher Form der Gewalt“ distanziere. Als Hauptquelle für die Brandmeldungen dienen Polizei und Feuerwehr. Aber auch hier könnten die Nutzer beispielsweise durch eingesendete Fotos beitragen.

    Eine interessante Idee, die Darstellung wirkt beeindruckender, dynamischer und informativer als die üblichen Berichte. Freilich könnten Medien damit auch gehörig Stimmung machen, zumal solche dynamischen Angebote ständig aktualisiert werden müssten. Ich bin gespannt, ob Medien hierzulande dies mal ausprobieren; entsprechende Beispiele können Sie gerne hier melden.

    re:publica / Alte und Neue Medien

    Einige – nicht wörtliche – Eindrücke von der Hauptdiskussionsrunde der re:publica, Titel: “Die Medien(r)evolution – wie überholt sind die alten Medien, wie innovativ die neuen?”
    Weiterlesen…

    Movers & Shakers auch im Web

    Es war ja irgendetwas zwischen seltsamer Arroganz und unverständlicher Blödheit, dass Vanity Fair Deutschland zum Magazinstart mit einer gigantischen Werbekampagne beglückte, die dazugehörige Website aber auch im “Web First”-Zeitalter erst etliche Wochen später starten wollte. Jetzt ist die Site online. Einige Eindrücke: Alles sehr flashig und verspielt, magazinig und eigentlich gar nicht mal schlecht. Aber Usability ist dann aber doch eher was anderes.

    • Auf den Artikelseiten werden große Flashvideos eingebunden, die an dieser prominenten Stelle tatsächlich den Text ergänzen könn(t)en. Macht sich gut beim Thema Fantastische Vier, im Fall Eva Padberg weiß man allerdings gar nicht, worüber die Frau da redet. Nervig ist vor allem, dass die Videos automatisch starten.
    • Es gibt eine “Video Cloud”: Haschmich-Spielen mit Teaser-Bildchen. Die “Fact Cloud” ist offenbar so beweglich, dass sie schon wieder verschwunden ist.
    • Standardschriftgröße in Artikeln arg klein.
    • RSS-Feeds für die einzelnen Ressorts: Längst noch nicht überall anders Standard.
    • Gala lässt grüßen: Ein Geburtstagskalender für Prominente.
    • Code-Validation: “66 Errors”
    • Bei den Blogs habe ich mich dagegen an Rainald Goetz’ Ergüsse herangetraut, über die ich schon im Heft den Kopf geschüttelt hatte. Das wiederholt sich hier. Obendrein setzt Vanity Fair hier bei der Darstellung (unfreiwillig?) auf absolute Nüchternheit: Design wie 1996.

    (via Medienrauschen)

    Wie Google Maps im Lokalteil funktionieren

    Wunderbares Beispiel, wie Lokalberichterstattung auch aussehen kann: Die Pothole Map von Bakersfield.com (gefunden bei Jeff Jarvis). Jeder Leser kann über ein kinderleicht zu bedienendes Interface die Schlaglöcher eintragen, die er kennt, ggf. auch ein Foto hinzufügen. Die Pothole Map, inzwischen mit mehreren Dutzend Markern übersäht, spricht für sich selbst. Bakersfield.com hat noch einige andere Karten im Angebot, alle arbeiten mit der Google Maps API.

    Tagging: Exotisch oder alltäglich?

    28 Prozent der US-Internetnutzer haben nach einer Studie des Pew-Institutes bereits mindestens einmal Fotos, Nachrichten oder Videos im Netz mit Stichwörtern versehen, sprich getagged. Täglich nutzen demnach nur sieben Prozent diese Methode, um Online-Inhalte zu ordnen. Bisher sind die Tagger vor allem Early Adopters (Breitband, hoher Bildungsabschluss, unter 40 – aber Männer und Frauen gleichermaßen). Über die Entwicklung der Verbreitung kann die Studie noch nichts sagen.

    An der Studie beteiligt war David Weinberger, der in einem bei Pew veröffentlichten Interview schwärmt, Tagging sei ein soziales und sogar altruistisches Ordnungssystem. Aber sorgt es nicht auch für Probleme? Natürlich, Tags seien häufig mehrdeutig und ließen eine “Tyrannei der Mehrheit” befürchten, räumt Weinberger ein: “Aber was schafft denn keine Probleme?”.

    (Bei der Gelegenheit, kann Weinberger bitte mal mit einer Grafikdesignerin seines Vertrauens über sein Blogdesign sprechen?)

    Verlinken, verbessern, reduzieren, zugänglich machen …

    + elf weitere Prinzipien, wie die BBC im Web (noch) besser werden will.

    (via Wortfeld, wie so oft)

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