Archivierte Einträge für Video

Handwerkszeug heute und morgen

Das Blog der Darmstädter Online-Journalisten macht auf eine Studie aufmerksam, die im Rahmen einer Masterarbeit an der Medill School of Journalism und in Kooperation mit der Online News Association durchgeführt wurde (PDF hier). Gefragt wurde nach den Online-Nachrichtenredaktionen geforderten Fähigkeiten. Befragt wurden einmal ONA-Mitglieder, zum zweiten gab’s eine Selbstrekrutierung über Blogs.

Der Studie zufolge kommt es weniger auf spezifisch online-technische Produktionskompetenzen an, als auf klassische journalistische Fähigkeiten: Aufmerksamkeit fürs Detail, Nachrichtenbewertung, Sprachkompetenz (Grammatik und Stil), die Fähigkeit, unter Zeitdruck zu arbeiten, mehrere Dinge gleichzeitig im Blick zu behalten etc.

So fasst Lorenz Lorenz-Meyer die Ergebnisse zusammen. So viel hat sich also nicht verändert – diese Prioritäten kamen auch in früheren Studien zutage, wie ich schon seinerzeit bei meiner Studie „Ausbildung für den Online-Journalismus“ (2001) festgestellt habe. Lorenz-Meyer merkt an:

Erstaunlich vielleicht, dass Multimedia-Authoring und Audio- und Videoproduktion praktisch noch keine Rolle spielen. Dabei sollte man sich aber klar machen, dass es sich hier nicht um eine Trendstudie handelt, sondern um eine Bestandsaufnahme, die vor ca einem Jahr erhoben wurde.

Und: Audio- und Video-Bearbeitung erhalten jeweils Zustimmungsraten um die 20 Prozent, wenn nach erforderlichen/tatsächlich gebrauchten Fähigkeiten von Online-Journalisten gefragt wird. Damit wird beidem schon ein deutlich höherer Stellenwert eingeräumt als in meiner Befragung von Ausbildungsverantwortlichen seinerzeit. In jedem Fall können wir gespannt sein, wie der Online-Video-Boom im nächsten Jahr weitergeht (Stichwort Focus Online et al). Die Anzahl an Fortbildungsmöglichkeiten für Video-Journalisten wächst im Moment jedenfalls deutlich, so mein Eindruck.

Online-Video in NL

De Nieuwe Reporter hat in einem umfangreichen Artikel den Online-Video-Einsatz bei niederländischen Zeitungen betrachtet. Demnach setzen auch die großen niederländischen Zeitungen zunehmend auf Videos und platzieren diese auch prominent auf ihren Startseiten. Die meisten beziehen fertige News von Agentur-Marktführer ANP (= Einheitsbrei) oder arbeiten mit regionalen TV-Sendern zusammen. Eigenproduktionen sind noch spärlich gesät.

Allerdings werden auch richtige Videoredaktionen ausgebaut: So das Algemeen Dagblad vier Mitarbeiter, die große Boulevard-Zeitung Telegraaf bereits sieben Mitarbeiter. Ein Telegraaf-Fotograf machte eine Weiterbildung zum Kameramann und begleitete einen Reporter nach Afghanistan.

Bei der Videoabteilung des Volkskrant setzt man laut De Nieuwe Reporter auf möglichst große Zusammenarbeit mit der Fachredakteuren der Print-Redaktion – auch wenn diese keine Fernseherfahrung haben …

YouTube-Wahlkampf in den USA

Thema u. a. bei Stern.de und tagesschau.de.

„Alltag Überwachung“ in Bielefeld

Vorratsdatenspeicherung, Videoüberwachung von öffentlichen Plätzen, RFID-Chips in Pässen und Konsumgütern – und was noch? In unserer Dokumentation „Alltag Überwachung“ kommen Überwachungsgegner und Innenpolitiker, Datenschützer und Polizisten, Wissenschaftler und Betroffene zu Wort. Am 5. November 2006 ist der Film in einer Werkstattvorführung in Bielefeld im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Public Domain“ des Foebud e. V. zu sehen.

Google übernimmt Videoportal Youtube

Es kann einem schwindelig werden: Google kauft für1,65 Milliarden Dollar Youtube. Spiegel Online sieht es als „Googles risikoreichste Investition“ an. „Handelsblatt“-Reporter Thomas Knüwer prognostiziert in seinem Blog trocken ganz andere Schwindelgefühle: „Für mich ist der 9. Oktober 2006 der Beginn des Untergangs des klassischen Fernsehens“, und verweist auf eine ausführliche Analyse in Robert Basics Blog.

Nachtrag 12.10.06
Wer sich grundlegend informieren will: Eine aktuelle Serie bei Telepolis beschäftigt sich mit „Internetvideo-Boom“.

www.videojournalismus.net

Einsatzort Israel. Als der Chefredakteur mir dieses Angebot am Telefon nannte, schluckte ich. Katastrophen kannte ich, Krieg jedoch aus gutem Grund nicht. Schnell wurde aber klar, dass ich diesen Auftrag nicht ablehnen konnte.

Das Besondere an dem Projekt: Ein Dreier-Team (Reporter, Producerin und Moderator) ohne SNG, dafür mit Kamera und Laptop. Das Zauberwort aber hieß FTP, es ging also um das Überspiel von Bildern über das Internet.

Auszüge aus einem der ersten Einträge von Videojournalist Markus Böhnisch im neuen Weblog videojournalismus.net, an dem ich als Gastautor mitwirken werde.

Web-2.0-Konferenz / Videogalerie

„Wohin des Weges, Web 2.0?“ Vorträge einer Verstaltung zu diesem Thema, die das Center for Digital Technology and Management (CDTM) der Uni München, Zeit und Holtzbrinck verstaltet haben, hat die Zeit in einer Videogalerie aufbereitet (Hinweis aus der Redaktion von Zeit Online).

Video-Offensive bei Handelsblatt.com

„Spannende Gespräche und Reportagen“ im Bewegtbild kündigt Handelsblatt.com an und startet zwei neue Video-Formate: Ein mobiles Video-Blog, in dem Webreporter per UMTS-Handy live berichten. Und den Elektrischen Reporter, ein Video-Blog, in dem einmal wöchentlich Trends aus der Online-Welt vorgestellt werden.

9/11 – multimedial

Anlässlich des fünften Jahrestages der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA bringen Nachrichten-Sites umfangreiche Dossiers zum Thema. Viele mit eigenen Video-Zusammenschnitten der Ereignisse in New York. Einige mit erlebenswerten Multimedia-Features. Einige Beispiele, kurz kommentiert…

  • wdr.de mit einer Slideshow, teilweise mit Audio-Augenzeugen- oder Reporter-Berichten unterlegt. Schneidender, bedrückender Hintergrund-Sound.
  • SpiegelOnline erzeugt eine ähnliche Stimmung durch cineastische Schrift-Effekte und dramatische Klänge, die allerdings keine Fotos, sondern einige kurze chronologische Video-Clips unterlegen. Das ganze ansprechend im Design, leider fehlt der Hinweis im Teaser, dass man direkt in das Flash-PopUp katapultiert wird.
  • Ein schönes Multimedia-Dossier in dem Format, das bei tagesschau.de immer öfter genutzt wird.
  • oe24.at macht mit einem eigenen Video-Beitrag auf, in dem Österreicher schildern, wie sie den 11. September erlebt haben.
  • Ein außergewöhnlicher Ansatz bei zdf.de, und sehr umfangreich! In Zusammenarbeit mit dem International Herald Tribune und vielen Lesereinsendungen (Erinnerungen an den Tag des Grauens) entstand ein 3-D-Special, bei dem der User wie durch ein Museum läuft. In den einzelnen Räumen (Themen) verbergen sich hinter den „Bildern“ an der Wand Audio-Slideshows und Video-Beiträge. Wem das zu schleppend geht (oder wer sich verlaufen hat), kann über die Sitemap schnell alles erreichen.
  • nytimes.com bringt neben dem wie üblich üppigen Grafik-Video-Foto-Audio-Mix einige interessante Features und besetzt damit einige Randthemen und Geschichten rund um den 11. 9.

Relaunch bei Spiegel Online

Ohne große Vorankündigungen hat Spiegel Online heute im Laufe des Nachmittags den Schalter umgelegt und sein neues Layout veröffentlicht. Relaunch Nr. 6 in der Geschichte von SpOn wirkt aufgeräumt und zeitgemäß. Die wichtigsten Änderungen hat SpOn-Chef Blumencron zusammengefasst.

Die Website ist weiterhin optimiert für eine Bildschirmauflösung von 800 Pixeln in der Breite. Werbung fehlt bisher, wird aber vermutlich in absehbarer Zeit wieder in voller Größe am oberen und rechten Bildschirmrand zu sehen sein, sodass eine Auflösung von 1024 Pixeln vorausgesetzt werden dürfte, um in den vollen Genuss zu kommen.

Die Navigationsleiste befindet sich nun am Seitenkopf und nicht mehr am linken Rand. Ein Trend, den viele Redaktionen bei ihrem Relaunch berücksichtigen und der durch die letzte Eyetrack-Studie bestätigt wurde. Spiegel Online hatte ja bereits vor zwei Jahren das Layout auf Artikel-Ebene angepasst: Die Navigation wanderte damals in ein Pull-Down-Menue am oberen Bildschirmrand, die Inhalte darunter wurden dann in zwei breiteren Spalten dargestellt (was mehr Raum für neue Werbeformen schaffte).

Auch in der aktuellen Version werden die Inhalte in zwei Spalten dargestellt. Auf der Centerpage ist die Hauptspalte etwas breiter, was auch größere Teaser-Fotos ermöglicht. Diese werden zwar noch spärlich eingesetzt, sind aber aktuell (6.9., 18:47 Uhr) zum Beispiel auf der Netzwelt-Centerpage zu sehen. Auf Artikel-Ebene ist die Hauptspalte etwa 100 Pixel schmaler, was für eine lesefreundlichere Formatierung des Textes sorgt.

Video und Multimedia-Elemente werden nach dem Relaunch stärker hervorgehoben: Der zweite Hauptnavigationspunkt heißt auch „Video“, sollte aber doch besser mit „Multimedia“ beschriftet sein. Denn klickt man darauf, werden auch Punkte wie „Fotostrecken“ aufgeführt.

Beibehalten wurde auch das farbige Leitsystem durch die Ressorts. Mit jedem Klick in eine andere Rubrik ändert sich jeweils die Farbe am Seitenkopf. Einigen Usern mag das als Orientierung dienen. Zu beobachten aber ist, dass andere Redaktionen sich von solchen Systemen wieder verabschieden, wie zum Beispiel n-tv.de. Dort zeigt sich die Site seit einigen Tagen quer durch alle Ressorts in einer Einheitsfarbe.

RSS-Feeds liefert SpOn nach wie vor leider nur als Schlagzeilen – keine Teaser, keine Bilder. Deutlicher hervorgehoben wird jetzt das Forum, doch eine Kommentierfunktion für zumindest einige Artikel (wie es beispielsweise stern.de vor einiger Zeit eingeführt hat) wäre schöner gewesen.

Unter der Haube setzt Spiegel Online nicht auf zeitgemäßes XHTML, sondern HTML 4.01 – allerdings wurde das Layout nicht mehr mit blinden Tabellen gebaut. Wer sich die Site mit größerer Schrift anschauen will, wird ab bestimmten Schriftgraden trotzdem mit merkwürdigen Überlappungen konfrontiert. Der obligatorische Validierungstest fördert am Tag 1 von Version 7.0 insgesamt noch 242 Fehler an die Oberfläche. Aber das wird vermutlich nach und nach am lebenden Objekt behoben.

Im Relaunch-Forum auf Spiegel Online hat sich mittlerweile eine lebhafte Diskussion entwickelt. Den ersten Meinungen nach scheint das neue Layout aber gut angenommen zu werden. Dem kann ich mich nur anschließen: Spiegel Online Version 7.0 sieht wirklich gut aus.

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