Archivierte Einträge für Video

2006.videojournalismus.org

Der erste und zunächst leider auch letzte Jahrgang des Projekts “Video- und Backpack-Journalismus” am Institut für Journalistik der Uni Dortmund hat soeben seine Video-Website mit einigen Arbeiten veröffentlicht.

Im Großen und Ganzen ist das Seminar-Konzept aufgegangen: Ausgestattet mit der am Markt üblichen Technik für Videojournalisten haben acht Studierende gemeinsam mit mir als “Coach” ein Jahr lang ausprobiert und gelernt, wie man solo Beiträge für das Fernsehen und das Internet produziert.

Ein paar Anmerkungen dazu gibt es hier.

Video-Interview mit Angela Merkel

Ich glaube, dass eine ganze Reihe von Leuten hier noch gar nicht so vertraut ist mit diesem Medium. Also wir haben es mehr so gemacht wie als wenn man eine Fernsehansprache hält, zum Beispiel eine Neujahrsansprache. Und dann habe ich aber gemerkt, dass es eine sehr große Resonanz gibt, und dann habe ich mich auch mit einigen darüber unterhalten, und dann ist mir bewusst geworden, dass es vielleicht doch noch etwas der neuen Möglichkeit und dem neuen Medium angepasst werden muss.

Bundeskanzlerin Angela Merkel über ihren Video-Podcast in einem Video-Interview, geführt von Katharina Borchert, gedreht und geschnitten von den Machern des Video-Blogs xolo.tv.

Videoeinbindung bei SpOn, Teil 5

Roman weist in einem Beitrag darauf hin, dass Video schauen online reine Glückssache ist. Er findet einige Beispiele für Videos, die in Artikel eingebunden werden oder sogar als Teaser-Bild auf Startseiten erscheinen, denen aber noch jegliche Anmoderation oder ein Hinweis auf den eigentlichen Inhalt des Stücks fehlt. Das ganze wird zusätzlich erschwert, wenn auch noch das Thumbnail nichts mit dem Inhalt des Clips zu tun hat. Dazu ein aktuelles Zidane-Beispiel in diesem Artikel, in dem man angesichts des Teasers und des Artikeleinstiegs zumindest einen Teil des Geständnisses von Zidane, einen Ausschnitt von der PK, o.ä. erwartet. Das Video aber hat “nur” Kneipenatmo und viele Fans zu bieten…

Bürgerjournalisten verbessern / Links

Wenn Bürgerjournalismus Erfolg haben soll, gilt für ihn das gleiche wie für den “normalen” Journalismus – er muss interessante Themen in attraktiver Darstellung bieten. Wenn professionelle Medien Bürgerjournalismus integrieren wollen, müssen sie die Citzen Journalists entsprechend anschieben. Das meinen zumindest viele, die sich in den USA mit dem Thema auseinandersetzen. Weiterlesen…

Washington Post, Video

“I use a video camera as my reporter’s notebook”, schrieb Jane Stevens vor vier Jahren im Online Journalism Review, als sie das Tätigkeitsprofil von “Backpack-Journalisten” erklärte. Damals las sich das wie eine Beschreibung, die wegen des hohen technischen Anteils eher an den Job eines Producers erinnerte, nicht aber an den eines Journalisten.

Die Kamera als digitaler Notizblock des Reporters – eine interessante Vorstellung angesichts immer kompakterer Videokameras, die eine ständig bessere Aufnahmequalität liefern und dabei einfach zu bedienen sind. Bei der Washington Post scheinen Jane Stevens Worte jetzt Gehör zu finden. Denn laut Washingtonian Online sind bereits 50 Reporter der Zeitung mit kleinen, digitalen Videokameras ausgestattet – und es werden mehr.

James Brady, executive editor der Washingtonpost.com, wird mit den Worten zitiert:

We would buy the cameras and give them to reporters to shoot still pictures, record voice, or shoot video. It’s a triple-threat device. It adds a whole different dimension than you can get on the print side.

Das Material landet aufbereit in Photos & Video auf der Website der Washington Post. Und sieht gar nicht mal schlecht aus.

(gefunden bei Medianerds.de)

SpokesmanReview.com, Videos

The Spokesman Review ist eine Zeitung im Nordwesten der USA mit einer Auflage irgendwo zwischen 100.000 und 250.000. Sie könnte vielen hiesigen Zeitungen als Vorbild dienen, wie man den schleichenden Prozess vom bedruckten Papier hinein ins Web zu einem vollständig multimedial arbeitenden Informations-Anbieter über die Jahre hinweg gestalten kann.

Unter anderem setzt die Zeitung auch auf individuell produzierte Videos – ein Trend, der sich in Deutschland so langsam erst bei einigen größeren Nachrichten-Sites durchsetzt.

Colin Mulvany war 17 Jahre lang als Fotograf für den Spokesman Review tätig – heute ist er Multimedia-Redakteur und hat Video für sich als neue Möglichkeit für das Storytelling entdeckt. Hauptsächlich veröffentlicht er seine Geschichten im Video Journal der Zeitung.

Wie sein Weg vom Fotografen zum Videographer und Multimedia-Redakteur aussah, welche Probleme unterwegs auftauchten, wie sich seine Arbeitsweisen verändert haben und mit welcher Technik er arbeitet, beschreibt er in einem lesenswerten Interview mit dem Online-Magazin Sports Shooter.

(gefunden bei Medianerds.de)

Mit Bewegtbildern und PR-Drachen klarkommen

Professor Klaus Meier, Hochschule Darmstadt
Hoffnungsvoll startete 2001 in Darmstadt der erste Journalismus-Studiengang, der sich auf das Medium Online konzentrierte – direkt in die große Job-Krise hinein. Jetzt bessert sich die Lage – und Darmstadt hat längst seine ersten Absolventen auf den Markt gebracht. Professor Klaus Meier berichtet im Interview mit onlinejournalismus.de, wo sie heute sind und was sie aus Darmstadt mitgenommen haben. Weiterlesen…

Google in a box

Ein schönes Beispiel für eine Zweitverwertung. Oder sollte ich sagen: Neuverwertung? Das Multimedia-Dossier “Google – die Macht einer Suchmaschine” basiert auf einem Zapp-Spezial, das vor einigen Tagen im NDR lief und nun bei tagesschau.de in eine Media-Mix-Slideshow gepackt wurde; nach dem selben Prinzip, wie die Event-Box von sportschau.de. Ein durch und durch alltagstaugliches Format für die Redaktion, sicherlich nicht in einer Stunde produziert, aber dennoch die Möglichkeit, “mal schnell” mit Videos zu arbeiten und nicht mehr länger nur zu experimentieren (den Video-Giganten im Hintergrund immer vorausgesetzt). Mehr davon!

Übrigens: Die besten Voraussetzungen, den Unterschied zu spüren, den Schritt nach vorn, den diese Art der journalistischen Umsetzung ausmacht, haben wohl die, die sich zuvor haben berieseln lassen, vom Filmbeitrag im Dritten, in voller Länge, spätabends, müde…

augenzeuge@n24.de / Video-Einsendungen

Ich würde es mir dreimal überlegen, bevor ich diesem Aufruf des Nachrichtensenders N24 folge. Dort sucht man nämlich nach Augenzeugen interessanter Ereignisse, die kostenlos ihre Bilder und Videos davon an die Redaktion schicken. Die trifft dann eine Auswahl und sendet das Ganze im Fernsehen. Als Anreiz soll offenbar dienen, dass der Name des Urhebers genannt wird.

Dieser tritt mit Einsendung des Materials aber gleich alle Rechte ab. Bei N24 heißt es:

Mit dem Einsenden des Materials überträgt der Einsender N24 kostenlos sämtliche im Zusammenhang mit dem Material bei ihm entstandenen, entstehenden und/oder hierfür von ihm erworbenen oder zu erwerbenden urheber-rechtlichen Nutzungs-, Leistungsschutz- und sonstigen Rechte, insbesondere das Senderecht, das Recht zur Verfügungsstellung auf Abruf, das Bild- und Tonträgerrecht, das Audiotex- und Teletextrecht, das Datenbank(übertragungs)recht, das Drucknebenrecht, das Bearbeitungs-, Vervielfältigungs- und Verbreitungsrecht, das Recht zur Werbung und Klammerteilauswertung etc., zur nicht-ausschließlichen, frei übertragbaren, zeitlich, räumlich und sachlich uneingeschränkten Nutzung.

Und außerdem muss der Einsender garantieren,

  • dass N24 alle übertragenen Rechte und Befugnisse, insbesondere alle zur Ausstrahlung der Produktion erforderlichen Rechte erwirbt.
  • dass diese weder ganz oder teilweise auf Dritte übertragen noch mit Rech­ten Dritter belastet noch Dritte mit ihrer Wahrnehmung beauftragt wurden sowie
  • dass weder bei der Herstellung noch bei der Ausstrahlung des Materials Rechte Dritter verletzt werden, die zu Ansprüchen gegen N24 führen können.

Was aber, wenn der Einsender im guten Glauben eine Menge garantiert, es dann aber doch nicht einhalten kann, weil zum Beispiel Rechte Dritter verletzt sind, von denen er gar nichts weiß? Er kann dann nur auf die Sorgfaltspflicht der Redaktion hoffen, die schon bei Sichtung des Materials das Gespür haben sollte, eine mögliche Rechteverletzung zu erkennen. Ansonsten kann ich potenziellen Einsendern nur empfehlen, schonmal rechtzeitig eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen.

(via Olaf Nitz)

Anmerkung des Autors: Ich weise darauf hin, dass ich unter anderem für den Nachrichtensender n-tv arbeite. n-tv steht gewissermaßen in direkter Konkurrenz zu N24.

Crossmedia in der Region



Die “Rheinische Post” war einer Pioniere unter den deutschen Internetmedien. Lange galt sie als eine der wenigen gut aufgestellten Regionalzeitungen. Dann kam die Krise, und man hörte trotz weiterhin verhältnismäßig guter Ausstattung wenig aus Düsseldorf. Ende 2004 meldete sich rp-online mit “Opinio” zurück. Jetzt ist ein neuer Online-Chef mit großen Plänen angetreten – Oliver Eckert, zuvor bei Bild.t-online.
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