Archivierte Einträge für Video

Videoeinbindung bei SpOn, Teil 2

Da ist es jetzt, worauf wir seit einiger Zeit warten: Das offenbar erste, selbstgemachte Video im Angebot von Spiegel Online (mit Material von Spiegel TV, Reuters, dpa, ddp, AP und Deutschlandfunk). Selbstgemacht heißt in diesem Fall selbst geschrieben, geschnitten und gesprochen – jedoch nicht selbst gedreht.

Zur Machart: Das Portrait über Angela Merkel könnte in dieser Form locker in jedem Fernsehprogramm laufen. Gearbeitet wurde mit einer Mischung aus Archiv-Bewegtbildern, vorzugweise in Slow-Motion, von links nach rechts bzw. oben nach unten oder vergrößerten bzw. verkleinerten Fotos und sehr vielen Blenden zwischen den Übergängen. Das ganze wurde mit Musik abgerundet, darüber liegt die Stimme des Sprechers.

Der Vorteil beim Fernsehen ist ja, dass einem jede Menge MBit Bandbreite für die Übertragung von Bild- und Toninformationen zur Verfügung stehen. Da spielt man zuweilen gern mit langen Überblendungen und anderen Effekten. Aber online? In Briefmarkengröße? Da treten dann schon mal Klötzchen auf, die – auch bei schnellen Verbindungen – eine Blende noch künstlerischer aussehen lassen als vielleicht gewollt.

Was hätten wir anders gemacht? Zum Beispiel hart geschnitten, keine Musik verwendet, Schwenks und Zooms nur dann, wenn’s wirklich nötig ist – und ansonsten voll auf die innere Bewegung der Bilder gesetzt.

Textbasierte Multimedia-Reportage

Video- und Tonreportagen haben immer einen Nachteil: Sie fesseln den Leser für eine festgelegte Zeit. Ich habe manchmal das Gefühl, dass solche sequentiellen Medien für das Internet schlechter geeignet sind als Text. Audio-Slideshows gehören auch dazu. Ich habe deshalb vor einigen Jahren begonnen, ein neues Multimedia-Format zu entwickeln, bei dem der Text das Trägermedium ist.

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Videoeinbindung bei SpOn

Die Video-Experimente bei SpOn, auf die Matthias Eberl neulich schon hingewiesen hat, kommen jetzt nahezu täglich vor. Gleich zwei Videos werden aktuell auf der Startseite von Spiegel Online gezeigt, eines davon direkt – statt eines Fotos – neben dem Aufmacher-Teaser.

Technisch ist das ganze geschickt gelöst: Statt eines eingebetteten Videos, das nur über ein zusätzliches Plugin abgespielt werden könnte, wird zunächst ein statisches JPEG mit einer gefakten Player-Menueleiste gezeigt. Diese Startseite wird also auch mit Browsern angezeigt, die nicht mit zusätzlichen Plugins ausgestattet sind.

Das JPEG befindet sich in einem eingebettetem Frame (“IFRAME”). Erst beim Klick auf das Foto bzw. die Playerleiste wird eine neue HTML-Seite, die das Video enthält, direkt in den IFRAME geladen – und erst jetzt wird das Plugin vorausgesetzt.

Beim Streaming setzt SpOn auf Flash, vermutlich weil es nach Herstellerangaben unter den Browser-Plugins am weitesten verbreitet ist.

Die Videos selbst stammen zurzeit immer noch von Reuters – mal sehen, wann die erste Eigenproduktion online geht.

“Die Bilderflut der Hobby-Fotografen”

London-Korrespondent Uwe Schwering berichtete gestern im Weltspiegel und hier bei tagesschau.de über die zunehmende Verwendung von Digitalfotos und Videos von Privatleuten bei professionellen Medien. Laut Schwering haben BBC, SkyNews und CNN Millionen investiert, um auf den privaten Bildersturm eingerichtet zu sein. Auch Bedenkenträger kommen zu Wort – einmal nicht Journalisten, die in ihren Berufsstand bedroht sehen, sondern solche, die um die Qualität der Berichterstattung besorgt sind und eine zunehmende Sensationsgier erwarten.

Unabhängig beschäftigte sich auch die FTD mit dem Thema.

Vorratsdatenspeicherung Nebensache?

Mich wundert ein wenig, dass die gesamte Diskussion um die bevorstehende Einführung der Vorratsdatenspeicherung in Deutschland auf den großen Nachrichtenseiten kaum eine Rolle spielt. Oder täuscht mich der Eindruck?

Hintergründe habe ich hauptsächlich bei heise.de gefunden, dank der Arbeit von Stefan Krempl, der sich offenbar tief in die Thematik eingearbeitet hat.

Vor wenigen Wochen hatten Fiete Stegers und ich im Rahmen einer umfassenden Recherche zum Thema die Gelegenheit, unter anderem mit dem Datenschutzbeauftragten in Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, zu sprechen. Er geht davon aus, dass die EU-Richtlinie nicht im Einklang mit unserer Verfassung steht – und deswegen keine Chance haben dürfte.


ARD-Podcasts im Überblick

Hier: http://ard.de/podcast.
Videocasts: bei Wortfeld

Video-Experimente bei Spiegel Online

Rufposten.de macht auf Experimente mit einem integrierten Flash-Player für Videos bei SpOn aufmerksam.

Kevin Sites

Backpack-Reporter Kevin Sites ist seit einigen Monaten für Yahoo (sic!) in den “Hotzones” der Welt unterwegs. Leider habe ich mir die Berichte auf seiner Site noch nicht richtig angucken können. Macht aber einen spannenden Eindruck. Nach dem Iran ist zur Zeit Syrien an der Reihe.

Themenverwandt: Auf unseren alten Website findet sich ein Interview mit Naka Nathaniel, einem Multimedia-Reporter der New York Times.

Videos bei der New York Times

… und zwar eigens produzierte, nicht der Reuters-Kram. Hier: http://video.on.nytimes.com/.

Warten wir mal ab, was bei Spiegel Online passiert, wenn dort die im Dezember ausgeschriebene Video-Stelle (-Stellen?) besetzt ist.

Dossier Videojournalismus

Das Reizthema für viele alte Fernsehhasen ist wieder neu in der Diskussion. Roman Mischel hat in einem ausführlichen Dossier, das über unsere alte Site weiterhin zugänglich ist, Berufsbild, Technik und Arbeitsweisen des Videojournalismus analysiert. Das im Februar 2005 veröffentlichte Dossier fußt auf seiner Diplomarbeit an der Universität Dortmund.

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