Archivierte Einträge für Weblogs

Hyperlokaler Demo-Ticker

Das Hamburger Lokalblog Mittendrin begleitet seit Monaten Demonstrationen in der Stadt (vor allem zu den afrikanischen Lampedusa-Flüchtlingen) mit umfangreicher Bericherstattung, die sich hinter denen der großen Lokalmedien (Hamburger Abendlbatt, Hamburger Morgenpost, taz, NDR …) nicht nur nicht zu verstecken braucht, sondern im Gegenteil durch den von seinen Reportern gefüllten Liveticker im Blog und via Twitter in Sachen Ausführlichkeit und Schnelligkeit im Web oftmals vorne liegt. So auch heute wieder zu den Protesten gegen die Räumung des linken Kulturzentrums Rote Flora und für den Erhalt der Esso-Häuser.

Das haben längst auch User gemerkt, die sich für diese Themen besonders interessieren. Der Traffic von Mittendrin scheint nicht schlecht zu sein. Ein von mir gepostetes und dort im Liveticker verlinktes Video mit einer Randszene der Demonstration wurde innerhalb von 30 Minuten bereits mehr als 1500 Mal embedded im Ticker angezeigt und 370 Mal abgespielt.

Beamten-Ballet from Fiete Stegers on Vimeo.

(Ich arbeite beim NDR.)

Topfvollgold oder komm mit ins Regenbogenland …

Mats Schönauer (links) und Moritz Tschermak

Mats Schönauer (links) und Moritz Tschermak. Foto: Privat (der Fotograf möchte nicht genannt werden)

… der Eintritt kostet den Verstand. Seit April betreiben die Dortmunder Journalistikstudenten Mats Schönauer und Moritz Tschermak das Watchblog Topfvollgold. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit berichten sie dort über die deutsche Regenbogenpresse. Den Verstand haben sie dabei noch nicht verloren, ganz im Gegenteil: mit Witz und Sachverstand geben sie prägnante Einblicke in ein bislang noch wenig erkundetes Mediensegment und freilich spielt auch das Thema Online hierbei eine Rolle. Wir haben ein E-Mail-Interview mit Mats und Moritz geführt. Weiterlesen…

#Aufschrei: Sexismus-Debatte bei Twitter

Es ist eine der größten (und hoffentlich die folgenreichste) politischen Twitter-Wellen in Deutschland: Seit gestern Abend werden unter dem Hashtag #Aufschrei Twitter-Nachrichten gekennzeichnt, in denen Nutzerinnen alltägliche sexistische Belästigungen bis hin zur sexualler Gewalt öffentlich machten. Vorgeschlagen hatte die Aktion die Nutzerin Martha Dear. Eine ähnliche Aktion gibt es bereits in den USA unter dem Hashtag #ShoutingBack. Weitere Informationen in diesem lesenswerten Blog-Artikel “Normal ist das nicht”.

Inzwischen wird unter #Aufschrei neue natürlich auch bereits die Meta-Debatte über Sinn und Wirkung der Aktion geführt, Kritiker versuchen zu relativieren und die unvermeidlichen Spammer tauchen auf. Ich habe versucht, einige aufschlussreiche Tweets in einem Storify-Überblick zusammen. Eine annähernd vollständige Live-Sammlung hat Marco Maas initiert.

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„Ich mache hier die Online-Gemeindezeitung“

Screenshot Eimsbüttel-Seite auf Facebook

Hyperlokaler Journalismus gilt als das nächste große Ding. Vor allem online. Ohne es beabsichtigt zu haben, ist Mareke Stein (30) aus Hamburg auf diesem Gebiet zur Vorreiterin geworden.  Hier spricht sie über Bürgersinn, Crowdfunding und verrät, was einen Blog überleben lässt.

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Reporter ohne Grenzen: Petition für ägyptische Blogger

Unser Mitstreiter Matthias Spielkamp fungiert auch als Vorstand bei Reporter ohne
Grenzen (ROG). Er bat uns, die folgende Petition für ägyptische Blogger, die ROG eben startete, weiterzuleiten.

Die Lage für ägyptische Online-Dissidenten verschlechtert sich zunehmend. Die Inhaftierung von Alaa Abdel Fattah am 30. Oktober in Kairo und die Situation des immer noch inhaftierten Maikel Nabil Sanad haben wir mehrfach kommentiert. Jetzt müssen wir aber selbst aktiv werden, und das soll in Form der Petition geschehen. Diese Petition ist nicht für eine Person, sondern für die Freilassung aller inhaftierten Blogger in Ägypten.

Die Petition soll Anfang Dezember 2011 an die ägyptische Botschaft in Berlin übergeben werden.

Weitere Informationen und zur Petition auf der Website von ROG.

Prothmanns Pläne

Hardy Prothmann

Seit April 2009 betreibt Hardy Prothmann (45) das lokale Heddesheimblog. Wir führten damals das erste Interview mit ihm. Inzwischen hat sich einiges getan, Prothmann betreibt sechs Lokal-Blogs im Mannheimer Raum, er gründete mit mehreren Kollegen eine Interessensgemeinschaft zur Förderung des unabhängigen Online-Lokaljournalismus, Istlokal – aber er eckte auch gründlich an. Wir sprachen mit Hardy Prothmann über seine künftigen Pläne, seine Perspektiven aber auch über die nicht wenigen Probleme bei seiner Arbeit.

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re:publica: Rückblick

Auf der gestern eröffneten re:publica 11 hat Markus Beckedahl die Initiative “Digitale Gesellschaft” vorgestellt, die de Kampf für Bürger- und Verbraucherrechte im digitalen Raum auf eine gesicherte Basis stellen will.

Diesem Ziel haben sich Beckedahl und seine Mitstreiter um das Blog Netzpolitik.org schon lange verschrieben – spätestens seit der ersten Ausgabe der re:publica 2007, die noch in erheblich kleinerem Rahmen stattfand. “Der digitale Gesellschafter” hieß deshalb auch mein kurzes Videoporträt, in dem Beckedahl und die re:publica vorgestellt werden. Wer auch noch einmal zurückschauen möchte:

Mehr bei onlinejournalismus:

Aktuelles zur re:publica 2011:

Gegen BP – für Gauck

Ein leicht knollennasiger älterer Herr aus dem Osten ist zum Liebling von Leuten geworden, die sich ansonsten eher für Mate oder Ipads interessieren – stark vereinfacht gesagt. Aber von vorn:

In der letzten Woche geisterten einige Links durchs Web, die sich mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko beschäftigten. Nicht nur mein Favorit: “If it was my home” projiziert die Größe der Verseuchung dank Google Maps auf eine beliebige Erdregion. Warum ist auf so etwas keine Online-Redaktion gekommen?

Weitere interessante Links, die eher in Richtung Aktivismus als Journalismus gehen und sich gegen den Verursacher der Ölpest wenden, hat Netzpolitik gesammelt: “Remix BP“.

Positiv versuchen hingegen in den letzten Tagen Unterstützer der Bundespräsidenten-Kandidatur von Joachim Gauck, die nicht in den Redaktionen von “Spiegel” oder “Bild am Sonntag” sitzen, ihrem Kandidaten Rückenwind im deutschprachigen Netz zu verschaffen. Nicht nur in den Online-Umfragen großer Sites – egal ob Bild.de oder heute.de – dominiert Gauck klar vor Wulff: Websites wie “Wir für Gauck” oder “Mein Präsident” zeigen, was mit minimalem oder ein wenig mehr Aufwand in Windeseile mit frei zugänglichen Social-Media-Tools zusammengebastelt werden kann. Das Pottblog bietet eine “Gauck-Ecke” zum Einbau in die eigene Website an. Die Webevangelisten sammeln Pro-Gauck-Tweets und bauen daraus ein Mosaik von mehr als 2.500 Unterstützern. Und die etablierten Medien thematisieren die Pro-Gauck-Welle auch schon – zuerst anscheinend Der Westen (ausgerechnet!), spätestens morgen dann sicher auch Spiegel Online.

Schließlich bringt es unter den diversen Pro-Gauck-Bekundungen auf Facebook eine Gruppe bereits auf mehr als 10.000 Mitglieder. Interimspräsident Jens Böhrnsen kann hingegen auf Facebook – soweit ich das sehe – nur auf etwas über 300 Freunde zählen. Immerhin sind das schon deutlich mehr als seine 24 Kumpane am Montag letzter Woche.
Jens Böhrnsen bei Facebook, Screenshot vom 31.05.2010

Update, 08.06.2010

q.e.d. – ein SpOn-Artikel

Weitere Links
… im Internet:

  • Das Altpapier fragt “What about the Gauck-Euphorie? Spannend an der Horst-Köhler-Nachfolge-Frage bleibt aus medialer Sicht, ob und wie es den Medien gelingt, die Gegenkandidat-Trunkenheit vom Wochenende (Altpapier von gestern) hochzuhalten.”

“Woran das Online-Portal der WAZ Mediengruppe scheiterte”

… wird ein Artikel auf dem Titel des aktuellen “Journalist” angekündigt. Im Heft (und online) heißt es dann ein wenig differenzierter: “DerWesten – oder: Woran regionaler Journalismus im Netz krankt”.

Die Autorin Svenja Siegert beschäftigt sich intensiv mit den Erwartungen und der Realität von DerWesten.de. Sie macht vor allem das Problem einer künstlichen “Web-Dachmarke” gegenüber den traditionellen Einzelmarken der Print-Titel und – trotz des jüngsten Relaunchs – die Mängel in der regionalen Ausrichtung der Website (auch bedingt durch die mangelnde Zusammenarbeit Print-Online) für Probleme des Westens verantwortlich. Interessant ist die Diskussion über die Rolle der überregionalen Inhalte – DerWesten-CvD Kathrin Scheib verteidigt sie, die es dann eben doch gibt. Denn sie ziehen – obwohl sie nicht nur Spiegel Online besser macht als DerWesten. Sollte die regionale Plattform konsequent darauf verzichten? Svenja Siegert meint: Ja, Scheib ist anderer Meinung. Auch darüber, ob es ein Gewinn oder ein Armutszeugnis ist, wenn 80 Prozent der Online-Nutzer keine Zeitung der WAZ-Gruppe lesen, gehen die Meinungen auseinander.

Dritter Streitpunkt: die Rolle von lokalen/regionalen Blogs. Pottblog und Ruhrbarone bekommen zumindest in der den Artikel begleitenden Grafik ganz schön Gewicht zu bekommen. Die Rolle des großen WDR wird hingegen gar nicht beleuchtet – dafür aber kurz auf die Relikte der historischen Sonderposition von rp-online eingegangen. Also auf alle Fälle lesenswert.


Weitere Links

Mehr über DerWesten bei onlinejournalismus.de

Für Hans J. Schiebener hat der Artikel seinen Finger nicht dahingelegt, wo es weh tut.

[Ich habe für WDR.de gearbeitet.]

“Shitstorm” im Qualitätsblog: Die Ruhrbarone und der Fall Tauss

“Ruhrbarone” heißt ein Gruppen-Blog von nordhrein-westfälischen Journalisten um David Schraven und Stefan Laurin. In der Vergangenheit konnte das Blog mit gut recherchierten und kritischen Beiträgen punkten – und das nicht erst im Vorfeld der Landtagswahl in NRW, die das Blog auch verstärkt in den Fokus von Kollegen und Medienseiten brachte (z. B. taz, SZ). Nun hat allerdings einer der Autoren mit einem äußerst boulevardesk formulierten Meinungsbeitrag zur Verurteilung des ehemaligen Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss wegen des Besitzes von Kinderpornographie massive Kritik der Blog-Leser hervorgerufen.

Carsten Drees analysiert in seinem Blog Artikel und Reaktionen und zeigt dabei, wie man trotz möglicher Befangenheit (“ich schätze Jörg persönlich”) sachlich argumentieren kann.

Weitere Links

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