Archivierte Einträge für Weblogs

Qualitätsjournalismus und das schlimme Internet, Folge 265

Bei vier Veranstaltungen wurde dieser Tage wieder über das oben genannte Thema debattiert, hier einige Hinweise: “Evangelischer Kirchentag: Blogger sind bäh” (CIO Weblog), “Wichsvorlagen und die Zukunft des Qualitätsjournalismus” (Hauptstadtblog über eine Podiumsdiskussion zum Thema “Bürgerjournalismus – Was bringt’s den Tageszeitungen?” des Vereins Berliner Journalisten), “Guter Journalismus kostet auch im Online-Zeitalter viel Geld” (Pressemitteilung von News Aktuell zu einer Mediacoffee-Diskussionsrunde zum Thema Podiumsdiskussion zum Thema “Von der Edelfeder zum Contentlieferanten? – Printmedien im Wandel”) und “Verleger zur Zeitungszukunft: “Goodbye Gutenberg” ist ein Mythos” (DPA-Artikel im “Tagesspiegel” zum Weltzeitungskongress).

Nachtrag 09.06.07
Blogger Felix Schwenzel hat die Diskussionsrunde zum Bürgerjournalismus auch besucht und ein paar nicht unkluge Gedanken dazu aufgeschrieben: “Schwitzen mit Journalisten”.

Technorati sucks

Die neue Version von Technorati, die seit einiger Zeit online ist, gefällt mir überhaupt nicht. Die Differenzierung nach Inhaltstypen erschließt sich nicht so ganz, außerdem habe ich schlicht das Gefühl, dass die Suche überhaupt nichts mehr findet. Ich habe mir vorgenommen, jetzt mal häufiger Google Blogsearch auszuprobieren, lasse ich mich aber auch gerne eines besseren belehren.

Breaking News ins Blog, bitte!

Robert Niles hält im OJR ein Plädoyer für das eine Blog, das für Nachrichtensites wirklich essentiell sei: eines für Breaking News, das sich entwickelnde, wirklich wichtige Nachrichtenereignisse quasi live begleitet. Das erinnert schon sehr an einen Ticker, aber Blogsoftware erlaubt natürlich viel mehr Darstellungsmöglichkeiten und Tools wie RSS-Feeds.

In Deutschland gibt es meines Wissens trotzdem keine solchen Newsblogs, die bei Bedarf aktiviert werden können – obwohl Wolfgang Harrer damals mit dem Tsunami-Blog für das ZDF grandios vorgelegt hat (heute noch bei Archive.org einsehbar).

Immer mehr Medienblogs: Neu, das Immermehrblog

Ein Trend: Ja, es ist tatsächlich so, dass es immer mehr Medienblogs gibt; eine einigermaßen repräsentative Liste mit deutschsprachigen Angeboten hat vor zwei Monaten Ronnie Grob bei Medienlese zusammengestellt.

Und die Themen werden immer spezieller, wie etwa das Anfang des Monats gestartete Immermehrblog zeigt:

“Das Immermehrblog staunt über die Trendlawine, die tagtäglich durch die Medien rollt. Und fragt sich, ob wirklich alles immer mehr, immer schlechter oder immer besser wird. (…) „Immer mehr“ ist die Lieblingsfloskel der Trendbehaupter. Es verdeckt schlechte Recherche und mangelnde Fakten. Diesen beiden Wörtern ist dieses Blog gewidmet – Momentaufnahmen einer Welt, die sich angeblich immer mehr in eine Richtung bewegt.”

Nichts Revolutionäres nicht (obacht, das war bayerisch), aber eine gute Idee, die sich allerdings schnell abnutzen kann; aber warum nicht mal was Neues ausprobieren und ausreizen.

Innenansichten beim Tagespiegel

Aus unseren Technorati-Referrern: Die neue Chefredakteurin Mercedes Bunz und ihr Kollege Markus Horeld wollen den Relaunch der Tagesspiegel-Website in einem Blog begleiten. Nach dem (unbeabsichtigten?) “Hello World!” gibt es bei innenansichten.tagesspiegel.de jetzt auch den ersten substanziellen Eintrag. Vorgestellt werden sollen unter anderem die Design-Entwürfe – der Relaunch-Termin ist aber schon für Anfang Mai/Ende Juni angesetzt.

The Deep Web(logs)?

Das Potenzial ist da, klar: Blogger (und andere Websites) können ein Millionenpublikum erreichen, mit Spezialwissen Nischen besetzen, die von den Massenmedien nicht oder erst später bedient werden. Aber: Wo außerhalb von IT-Zusammenhängen findet das denn momentan statt, autoritäre Regimes und außergewöhnliche Ereignissen mal außen vorgelassen? Für welche Themengebiete gibt es in Deutschland tatsächlich bereits derart relevante Blogs?

Wie sieht es beispielsweise bei Anglern, der Automobilbranche, Hockey oder Sozialpädagogik aus? Ich wäre für Beispiele dankbar. Solche Beispiele wären wichtiger als Fälle, in denen ein Blogger ein Online-Medium zu einer Artikelkorrektur bewegt haben oder Apple-Blogs Produktgerüchte leaken.

Nachtrag: Harald Staun hat sich in der FAZ(S) zu dem Thema auch so seine Gedanken gemacht.

Nachtrag 2: Auch der Blogbar-Zirkel diskutierte vor kurzem – auf seine eigenene Art – Die Sache mit den Themenblogs. Noch einmal: Mir ging es nicht um Themen- oder Nischenblogs an sich – sondern um solche, die aufgrund ihrer inhaltlichen Qualität und/oder Verbreitung bereits eine gewisse Relevanz besitzen, auf die man als Außenstehender aber natürlich nur schwerlich zufällig stößt. Ein Beispiel wäre ein Aquaristen-Äquivalent zur Bedeutung des Bildblogs für (Medien-)Journalisten.

Wuschelmann erklärt die Welt

Ja, ich habe es angeklickt. Aber ob es sonst noch wer tun wird?

Bei Focus Online gibt es eine Video-Kolumne “Post für Langhans”. Nach einem recht peppigen Vorspann (“Doin’ it again”) marschiert Rainer Langhans (Wikipedia) zu seinem Briefkasten und begrüßt den Focus-Statisten, der ihm kurz zuvor einen Postkarte hereingesteckt hat. Die liest Langhans – und der Rest des Zweieinhalbminüters besteht dann nur noch aus hart aneinander geschnittenen Schnipseln Langhans’.

Format-Experimente – gerne. Aber bitte schnell das nächste hinterherschieben, Focus Online. In diesem Zusammenhang: Digitaler Film schreibt aktuell über “Deutsche Videoblogs – Schmale Basis – einsame Spitze”, quasi als Nachtrag zu Bertram Gugels Diskussionsbeitrag auf der re:publica. (Via netzpolitik:) Viele praktische Hinweise, wie man als Nicht-Profi Internetfernsehen machen kann, liefert ein neuer Guide der Participatory Culture Foundation, die auch hinter dem Videoplayer Democracy steht.

re:publica / Alte und Neue Medien

Einige – nicht wörtliche – Eindrücke von der Hauptdiskussionsrunde der re:publica, Titel: “Die Medien(r)evolution – wie überholt sind die alten Medien, wie innovativ die neuen?”
Weiterlesen…

Markus Beckedahl: Der digitale Gesellschafter

Markus Beckedahl und “re:publica”
“Leben im Netz” – das Motto der dreitägigen “re:publica” wird den Voranmeldungen zufolge in dieser Woche hunderte Interessierte nach Berlin locken. Organisiert wird die Konferenz vom Vorzeigeblogger Johnny Haeusler von Spreeblick – gemeinsam mit Markus Beckedahl. Er führt das Weblog netzpolitik.org, ist außerdem Unternehmer, wahrscheinlich Lobbyist – und gar Journalist? Ein Porträt über Beckedahl, selbstreferenzielles Bloggen und das Berliner Treffen.


(Flash-Video ca. 6’45 min, 25 MB)

Weitere Links
im sonstigen Internet:

Reuters-Blog über Fehler und ihre Korrektur

Ich mag The Good, the Bad and the Ugly sehr viel mehr als andere Redaktions-Blogs. Das liegt zum einen daran, dass Reuters dieses Blog nicht für Nichtigkeiten missbraucht; zum anderen ist es erhellend und fallweise sehr amüsant, neben den Fehler-Korrekturen das vorausgegangene User-Feedback im Original nachzulesen. In eine ähnliche Richtung geht The Editors von der BBC.

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