Archivierte Einträge für Weblogs

Die Preisträger des Grimme Online Awards 2009

… werden heute Abend bei der Preisverleihung in Köln bekanntgegeben. So zumindest der Plan.

Hier ist die Liste der nominierten Websites.

Nachtrag, 22:30 Uhr

Und hier die Preisträger:

Information: Carta, Blog von Jens Weinreich, ZDF Parlameter

Wissen und Bildung: Design Tagebuch

Kultur und Unterhaltung: Krimi-Couch.de, TOM und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig

Spezial: Byte FM

Publikumspreis: Wissen macht Ah!

Die Jury hat eine gute Auswahl getroffen: Parlameter und Jens Weinreich haben wir bei onlinejournalismus.de auch in hohen Tönen gelobt, besonders freut mich darüber hinaus die Ehrung für das häufig von mir zitierte Design Tagebuch. Carta taucht bei uns auch häufiger auf – da ist aber sicher noch Raum nach oben. Und Byte FM kann ich zum Reinhören nur empfehlen. Der unbekannte Rest lohnt sich dann sicher auch zu entdecken.

Iran im westlichen Web

“Wenn ich auf Twitter lese, CNN berichte von Schüssen auf Demonstranten in Teheran und berufe sich dabei auf Twitter, ist irgendwas kaputt”, wunderte sich Mario Sixtus. Wie geht die westliche Webwelt sonst mit dem Protesten in der Blogger-Nation Iran um? Einige kurze Eindrücke:

CNN verlinkt prominent auf Videos und Fotos seiner Nutzerplattform iReport, die auch schon “on CNN” im “richtigen” Programm zu sehen waren.

Der Guardian, die Huffington Post und die New York Times folgen den Ereignissen in ständig aktualisierten Newsblogs, die auf eigene und fremde Inhalte verweisen.

Screenshot BBCDie BBC bietet in ihrem umfangreichen Info-Paket auch von ihrer Abteilung “Have Your Say” angeforderte User-Kommentare und macht deutlich, wie sie der Diskussion im Web folgt (siehe Screenshot rechts):

Twitter: HYS on Twitter
We’re following #IranElection
And #Iranvote
Flickr: Iran feed


Nachtrag:

Carta folgert großspurig:

Während man also im Iran von unten her (Bürgerjournalismus!) alles daran setzt, die aktuelle Lage ungefiltert im eigenen Land und international bekannt zu machen, verlieren unsere Leitmedien buchstäblich den Anschluss, weil ihre überholten Publikationsrhythmen sowie das Festhalten an unnötig bürokratischen Arbeitsprozessen sie einfach nicht mehr mitkommen lässt.

Nüchterner ist die Analyse des “Lab” bei der Deutschen Welle, die von “Process Journalism” spricht.

Wer sich für iranische Quellen interessiert: Mashable erklärt “HOW TO: Track Iran Election with Twitter and Social Media”. Die New York Times berichtet über die relevanten Websites (via Netzpolitik), ebenso Spiegel Online.

Weitere Nachträge

Keiner meckert mehr über “Miststücke” bei Zeit Online

Ein meines Erachtens leider etwas vernachlässigtes Projekt (nur dann und wann wurde es in der Literatur erwähnt, etwa bei Professor Klaus Meier), das so genannte Meckerblog bei Zeit Online stellte jetzt seinen Dienst ein. Ein unabhängiger Journalist, “Onkel Brumm”, beobachtete in diesem Blog das Web-Angebot der Wochenzeitung und wies auf Fehler und Fehlentwicklungen hin. Dafür erhielt er ein geringes Honorar.

Am Sonntag schrieb Onkel Brumm (richtiger Name ist der Redaktion bekannt): “Mit diesem Posting endet das Meckerblog – mehr als drei Jahre sind man (sic) genug. Findet jedenfalls die Redaktion, und ich stimme dem zu.” Wenigstens ein Ende ohne Knatsch, wie dem Beitrag “Finis Meckerblog” zu entnehmen ist, denn der Autor wird nach eigenen Angaben künftig häufiger für Zeit Online schreiben. Trotzdem ist es natürlich schade, dass diese – meines Wissens in Deutschland einmalige – Institution redaktioneller Selbstkontrolle nun endet.

Dass dieser Job nicht immer einfach war, sagte uns der Meckerblogger im Interview vom 22.12.2006: “Vermutlich bin ich als Kritiker nicht gerade beliebt”. Die mangelnde Aufmerksamkeit für dieses Blog beklagten wir im Beitrag “Miststücke in der ‘Zeit’”.

Schaffrinna zu Madsack

Achim Schaffrinna, Betreiber des für den Grimme Online Award nominierten (und sehr empfehlenswerten) Blogs Design Tagebuch ist zur Verlagsgruppe Madsack gewechselt. Als Designchef von Madsack Online betreut er dort nun die digitalen Angebote wie haz.de und neuepresse.de.

Das “SZ Magazin” fragt “Wozu Zeitung?”

Die morgige Ausgabe des “Süddeutsche Zeitung Magazins” widmet sich dem Thema “Wozu Zeitung?” – “Das Internet macht Druck, die Auflagen schrumpfen, die Einnahmen sinken: Die klassischen Medien müssen sich der größten Sinnkrise ihrer Geschichte stellen. Ein Heft über den Umbruch einer Branche. Von A bis Z”. Online gibt es das Ganze schon heute.

Inhaltlich mit dem Heft auseinandergesetzt haben sich bereits die Darmstädter Journalistikprofessoren Klaus Meier: “Wie man journalistisch mit der Frage „Wozu Zeitung?“ umgeht: Fünf Tipps anhand des SZ-Magazins vom 8. Mai” und Thomas Pleil: “Die SZ auf dem PR-Trip”.

Nachtrag #1
Stefan Niggemeiers Blog-Beitrag “Schöner sterben mit dem „SZ-Magazin”” weist auf erhebliche Mängel in einem der angebotenen Artikel hin.

Nachtrag #2

Gut gemacht auf der Website des “SZ Magazins”: Dort gibt es eine Übersichtsseite, auf der die Diskussionen zu den Heftartikeln dokumentiert werden. Die Artikel wurden verschiedenen Ausbildungsinstitutionen, Blogs und Websites angeboten (uns leider nicht, vielleicht waren die Sueddeutsche.de-Macher von unserer stets dezent geäußerten Kritik über ihre Website nicht angetan – keine Ahnung).

Nachtrag #3
Bei uns gibt es eine längere Fassung des Textes von Stephan Weichert und Leif Kramp zu den acht Problemen der Zeitungen.

Medienlese: 2000 Euro Spenden in drei Tagen

2000 Euro Spenden in drei Tagen, um wenigstens das Einstellen der ausgewählten Link-Schau “6 vor 9″ des todgeweihten Blogs Medienlese.com zu bewahren – das klingt erst mal nach viel. Als Arbeitslohn für den Rubrik-Betreuer bis Oktober allerdings nach wenig.

Ich sehe hier keine Rettung, sondern nur eine Gnadenfrist. Wenn die Rubrik überleben will, muss sie wahrscheinlich bei einem solventeren Online-Medien unterkriechen. Ein Geschäftsmodell, dass aus einer Mischung aus Betteln und Erpressen der Nutzer beruht, kann sich auf Dauer außer der taz niemand leisten …

Upload sieht das Beispiel hingegen in seiner Analyse optimistischer.

(Via Medienrauschen.de )

Update 29.04.2009
medienlese.com: “Erfolgreiche Spendenaktion: “6 vor 9″ wird weitergeführt”

Darf ein Politik-Redakteur bei Facebook lästern?

Darüber, wie offenherzig Nutzer von sozialen Netzwerken mit privaten Informationen umgehen und welche Folgen das haben kann, berichten Journalisten immer wieder (Beispiel-Klassiker: Party-Foto zerstört Bewerbungschancen). Wie sie sich selbst verhalten, wenn sie bloggen, twittern oder sich bei Facebook tummeln, haben sie aber noch kaum diskutiert.

Warum wir das aber sollten, habe ich bei dnews.de aufgeschrieben. Stephen Myers hat sich bei Poynter Online vor einiger Zeit noch ausführlicher Gedanken gemacht.

Zum Aus von medienlese.com

Leider kann ich nur von unterwegs ein paar Worte dazu verlieren: “Wir von Blogwerk haben beschlossen, medienlese.com am 30. April einzustellen”, meldete Blogwerk-Chef Peter Hogenkamp heute Nachmittag. “Wir haben immer gewusst, dass medienlese.com zu einem guten Teil ein Prestigeobjekt ist, und dass man mit einem Medienblog, das kein Branchendienst sein konnte und wollte, nicht viel Geld verdienen konnte”, heißt es weiter.

Ich kann nur Don Alphonsos Kommentar in der Blogbar zustimmen, dass Medienlese “sich tatsächlich angestrengt und selbst was gemacht [hat], statt immer nur abzuschreiben und anderen Medien in den Arsch zu kriechen, wie das sonst in dieser Branche nicht selten ist.” Medienlese ist zum einen mit seinen morgendlichen Links “6 vor 9″ und vor allem mit zahlreichen fundierten und manchmal überraschenden Beiträgen von Autoren wie Klaus Jarchow, Ole Reißmann oder Ronnie Grob für mich zu einer liebgewordenen Lektüre geworden. Schade.

Geringe Hoffnung auf eine Übernahme bestehe zwar noch, doch am wahrscheinlichsten sei, dass das Projekt zum 30. April eingestellt werde, sagt Hogenkamp. Im Blog Massenpublikum wird bereits zu Spenden aufgerufen.

re:publica: Kleine (persönliche) Nachlese

Podium auf der re:publica | Foto: Fiete Stegers

Die re:publica 2009 ist vorbei. Meine enttäuschte getwitterte Kritik an einer durch Panelgäste und Publikumsfragen gleichermaßen unergiebigen Diskussion zum Thema Medienwandel ist hier und da zitiert worden.

Auch Bloggerin und Journalistin Lisa Frank beschwert sich, es würden “… in Panels und Diskussionsrunden Dinge erklärt, von denen ich dachte, die seien Grundvoraussetzungen, um an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Wenn es eine halbe Stunde für Microblogging und Großstadtnomaden gibt und dann erst einmal zehn Minuten Twitter sowie Handykameras erklärt werden, frage ich mich doch, wen erwartet man eigentlich als Publikum?” Sie fragt sich “für wen diese Veranstaltung eigentlich gemacht ist?”

Screenshot ARD Teletext Den Spagat zwischen den Ansprüchen von Experten (in ihrem Teilgebiet, das auf der re:publica nur eines von vielen sein kann) einerseits und relativen Neulingen andererseits, die auch den Veranstaltern der Konfernez bewusst ist, habe ich auch in meiner Kolumne für Dnews aufgegriffen, ebenso wie die überzogenen Ansprüchen mancher Kritiker: “Wie relevant ist die re:publica?”

Wenn die Nennung durch die Kollegen des ARD-Videotexts ein Kriterium ist: Das hat die Konferenz schon mal erreicht.

P.S.: “Wie relevant ist die re:publica? Offenbar relevant genug, dass quasi jeder einen Beitrag mit dieser Fragestellung zu bringen scheint.” (Nathanael)

Weitere Links
… im sonstigen Internet:

  • Lisa Frank hat auch noch ein Fazit für die taz geschrieben, fühlt sich aber falsch redigiert.
  • Thomas Knüwer über die Parallelwelt re:publica (mit einem perfekten aber überspringbaren Beispiel am Anfang, einem in jedem Fall überflüssigen Mittelteil und ernsthaften Betrachtungen am Ende seines Eintrags)
  • “Blog Kommunikation” verlinkt diverse Blog-Kommentare zur Veranstaltung
  • Ulrike Langer über die “Dauerschleife der Bloglandschaft” und uninspirierende Fragen aus dem Publikum.

Bildblog widmet sich künftig nicht mehr nur der Bild

Das Bildblog kündigt eine neue Ausrichtung an: Künftig werden alle Medien beobachtet, der Name aber beibehalten:

BILDblog verändert sich. Aber wir bleiben uns treu.

Aus BILDblog wird am Montag BILDblog für alle. Wir schauen über “Bild” hinaus und nehmen uns auch anderer Medien an. Sie haben es sich verdient.

Mitgründer Christoph Schultheiß ist aus der Redaktion ausgeschieden, zum Team gehören künftig Stefan Niggemeier, Lucas Heinser und Christian Jakubetz

(Was mache ich jetzt mit meinem vorbereiten Fragezettel zu fünf Jahren Bildblog?)

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