Archivierte Einträge für Weblogs

Kollegenlob: Bloggen aus dem Katastrophengebiet

Als tagesschau.de-Mitarbeiter zugegebenermaßen nicht neutral lese ich im Moment dort am liebsten die Blog-Einträge von Ariane Reimers. Nachdem sie gerade noch im Basiscamp am Mount Everest die PR-Aktion mit dem Olympischen Feuer begleitet hatte, berichtet sie nun aus dem improvisierten ARD-Studio Hanwang (ein Satcar und ein paar Zelte für Techiker und Reporterinnen) im chinesischen Erdbebengebiet – neben Live-Schalten und Beiträgen fürs Fernsehen auch im Blog. Spannend, was man hier über die Arbeitsbedingungen vor Ort und über das, was – aus technischen oder anderen Gründen – nicht in die Fernsehbeiträge eingeht, erfährt.

Für die BBC berichtet derweil ein Mitarbeiter einer Hilfsorganisation in seinem Tagebuch vom Geschehen in Birma/Myanmar.

(Hinweise auf ähnliche Aktivitäten anderer Medien gerne in den Kommentaren)

Beobachter x. Ordnung

Die Internetkonferenz re-publica 2008 läuft noch zwei Tage, den Nicht-Anwesenden entgeht das ganze positive wie negative Konferenz-Drumherum und vermutlich der eine oder andere Leckerbissen aus den Foren. Aber inhaltlich hat Felix Schwenzel vielleicht jetzt zur re-publica 2008 schon alles gesagt, was zu sagen ist:

die 900 die hier sind konsumieren alles auf einmal: sie hören und gucken sich die veranstaltung an, lesen und sehen was andere darüber schreiben oder foto- oder videografieren. wer kein gerät zum publizieren dabei hat, wird hier als behinderter angesehen. publish or stay home. oder so.

und genau diese kommunikationsmetaebene, von einer veranstaltung zu berichten über die fast tausend andere ebenfalls berichten und dabei unmengen an daten zu produzieren, genau das ist hier auf der republica das thema.

Möglicherweise wird dem Untertitel der Veranstaltung – “Die kritische Masse” – dann aber doch im Verlauf der Konferenz mehr Ehre getan. Wer sich selbst ein Urteil bilden oder mehr wissen möchte: Live-Stream und Berichterstattung zur Konferenz.

Neues Mitmachangebot: Webnews beglückt die Bürger

“Bürgerjournalismus startet in Deutschland unter www.webnews.de/augenzeuge“, teilte eben Webnews (Investoren: European Founders Fund, Holtzbrinck Ventures, Lukasz Gadowski, Oliver Jung, Stefan Glänzer) mit. Bisher war das in Köln ansässige Unternehmen nur im Bereich Social News tätig. Obacht, die “Augenzeugen” nicht verwechseln mit Augenzeuge.de, der Fotoplattform des “Stern”.

Nicht nur diese Namensgleichheit deutet darauf hin, dass der Markt mit solchen Mitmachangeboten unübersichtlicher wird. Ich bin mal gespannt, was sich davon durchsetzt; als Nicht-Journalist ist doch mein Zeit- und Medienbudget auch nur begrenzt, wer soll, wer will denn da noch überall mitmachen?

Und natürlich hegt Webnews nur hehre Absichten: “Der Bürgerjournalist nimmt einen ganz anderen Blick­winkel als ein professioneller Journalist ein und trägt damit zur Meinungsvielfalt in Deutschland bei.” Auf der Website verheißt ein Slogan: “Schreib dich glücklich bei Webnews”. Wem dieses therapeutische Versprechen noch nicht aus dem Tränental hilft, für den gibt es noch weitere Anreize: Die zehn besten Augenzeugen (“Dabei ist nicht nur die Anzahl der Berichte bzw. deren Punkte entscheidend, sondern auch insbesondere die Qualität der eingestellten Beiträge.”) können nach drei Monaten von Webnews für einen “echten Presseausweis” vorgeschlagen werden (wo steht leider nicht dabei), außerdem bekommen sie “Kleidung im Webnews-Look”. Da soll noch mal einer über “AAL” meckern. (-;

Bemerkenswert ist, wie das Holtzbrinck-Portal Deutsche Startups die fade Pressemitteilung aufsext: “Die News-Community Webnews setzt mit der brandneuen Rubrik “Augenzeuge” auf das Trendthema Bürgerjournalismus.” Freilich weist Autor Alexander Hüsing nicht darauf hin, dass es sich bei Webnews auch um eine Holtzbrinck-Beteiligung handelt und dass Webnews-Gründer Stefan Vosskötter und die Samwer-Brüder (European Founders Fund) wiederum mit Deutsche Startups verbandelt sind. Auf eine unabhängigere Alternative zum “unkritischen” Deutsche Startups hat kürzlich Medienlese mit Blase2null hingewiesen.

Update 14.02.08
Auch Thomas Lückerath von DWDL hat sich seine Gedanken über Webnews gemacht und bemängelt unter anderem den Slogan “Schreib dich glücklich bei Webnews”, im Hintergrund zu diesem Werbespruch ist übrigens zeitweise auch ein brennendes Haus zu sehen. Wenn die Anbieter bei so einfachen Dingen schon so wenig Fingerspitzengefühl beweisen, darf man gespannt sein, was in Zukunft noch auf dieser Plattform zu sehen sein wird.

Klassentreffen: re:publica’08 Anfang April in Berlin

Unter dem Titel “re:publica’08: Die kritische Masse” findet vom 2. bis 4. April 2008 zum zweiten Mal ein Treffen von Bloggern und anderen Netzbewohnern in Berlin statt. Fiete Stegers bezeichnete die erste re:publica 2007 bei Tagesschau.de als “großes Klassentreffen, Bestandsaufnahme und Ideenschmiede der Szene”.

In der Pressemitteilung zur “re:publica’08″ heißt es: “Das Konferenz-Motto “Die kritische Masse” steht für verschiedene Seiten des gleichen Komplexes: Das Internet und neue Kommunikationsformen werden immer mehr in das Leben der Menschen integriert. Web 2.0-Anwendungen entwickeln sich zu Selbstläufern. Und zum anderen steht auch die Fähigkeit der Masse zur Kritik im Zentrum des dreitägigen Events.”

Die Besucher können laut den Veranstaltern, Spreeblick und newthinking communications,
vermutlich zwischen fast 100 Vorträgen, Diskussionen und Workshops auswählen. Das Programm verspricht einige sehr attraktive Inhalte: Datenschutz im Web 2.0, Zukunft der Social Networks, Qualitätsdebatte Blogs vs. Journalismus?, Miez – Über Sinn und Unsinn von Katzencontent, Porno 2.0, Placeblogging und Stadtwikis, Geld verdienen mit Blogs – reloaded (leider ohne Don Alphonso aber dafür mit Johnny Haeusler, Robert Basic und Sascha Lobo), Was dürfen wir bloggen? Recht im Web 2.0, Abgeordnetenwatch, Plagiarismus 2.0, Was ist öffentlich-rechtlich im digitalen Zeitalter? Die Internet-Strategie der ARD im Realitätscheck.

Mehr unter: www.re-publica.de

Umfrage zu Krisen-Weblogs

Barbara Surrey, Diplomandin an der TU Ilmenau im Studiengang Angewandte Medienwissenschaft, sucht für den empirischen Teil ihrer Diplomarbeit noch Journalisten, die einen Fragebogen online ausfüllen (es dauert zirka fünf Minuten):

“In meiner Diplomarbeit beschäftige ich mich mit dem Thema „Weblogs als Tool der Krisen-PR – eine qualitative Studie über die Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei der Implementierung eines Krisen-Weblogs. Mein Ziel ist es herausfinden, ob sich Corporate Weblogs für die Krisenkommunikation eignen und wie diese von den Anspruchsgruppen angenommen werden. Aus den Ergebnissen möchte ich Handlungsempfehlungen für Unternehmen ableiten, sich für oder wider den Einsatz eines Krisen-Weblogs zu entscheiden.”

Teilnahme unter: www.surreysdiplomumfrage.de.vu

Ankucken und mitlachen: Die Hierarchie der deutschsprachigen Blogosphäre

Schnauze voll vom Geschwafel um Blogs? Webdesigner Peter Kröner hat eine vielsagende “Hierarchie der deutschsprachigen Blogosphäre” mit entsprechenden Charakterköpfen gezeichnet. Genial! Danke! (-:

DJV-Qualitätsdiskussion: Niveau einer Christiansen-Sendung

Kommentar 12.01.08
Mag sein, dass die Rederunde aus verschiedenen Gründen nicht unmittelbar ertragreich war, das wird wohl keiner bestreiten, das war auch nicht unbedingt zu erwarten. Aber das ist nicht wichtig. Ohne es zu glorifizieren: Allein die aufgrund dieser Runde von Neuem begonnene Debatte auf der Metaebene (siehe etwa Schulzki-Haddouti, Jarchow, Niggemeier) kann dereinst noch Früchte tragen. Stets bereichernd für die Praxis ist es, wenn Fehler und Fehlentwicklungen rücksichtslos und sofort aufgezeigt werden. Selbst hierfür lieferte die DJV-Diskussion nolens volens Anschauungsmaterial (siehe etwa Don Alphonsos und Thomas Knüwers Kritik an einem “FAZ”-Artikel oder das Beispiel von “Win-Win-Win-Win-Journalismus” bei Stern.de und beim “Stern”).

Medienschau – Update 19.01.08
“Das große Hauen fand nicht statt”, beschreibt der Weltenweiser in seinem Blog die gestrige Podiumsdiskussion des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) “Regeln oder Anarchie? – Journalismus im www”. Leider konnte ich den Livestream – wie offenbar viele andere Nutzer auch – nicht sehen, hier eine kleine Medienschau. Ein Mitschnitt ist unter www.djv.de/livestream abrufbar.

Die Veranstaltung war wohl eher enttäuschend, Medienberater Steffen Büffel schreibt: “Die DJV-”Talkrunde” hatte das Niveau einer brillianten Christiansen-Sendung. Wer mich kennt weiß, dass das kein Kompliment ist.” Weiterlesen…

Konken, Knüwer, Alphonso im Livestream

Am Donnerstagabend, 10.01., findet in Berlin die Diskussion über die Qualität des Journalismus im Netz statt, bei der der DJV-Vorsitzende Michael Konken auf seine Kritiker wie Thomas Knüwer und Don Alphonso trifft. Konkens Rede zum Thema, die er auf dem DJV-Verbandstag hielt, hatte nach einem Hinweis von onlinejournalismus.de ein starkes Gegenecho geernet.

“Die Diskussion ist bereits ausgebucht, kann aber live im Internet unter http://www.djv.de/livestream ab 19.00 Uhr bis zum vorgesehenen Ende gegen 21.00 Uhr verfolgt werden”, teilt der DJV mit.

Update 10.01.08

Auch die am 15. Januar in Berlin stattfindende Konferenz “Neue Öffentlichkeit? Was Videojournalismus, Bloggen und Co. für Gesellschaft und Auslandsrundfunk bedeuten” bietet einen Livestream an.

Mehr:

Update 11.01.08
DJV-Qualitätsdiskussion: Niveau einer Christiansen-Sendung

Für Journalisten ein Fluch? (Feiertagsnachtrag)

Zum Jahresschluss hat sich Johannes Boie, SZ-Autor und Verfasser eines von einigen Bloggern kräftig hinterfragten Artikels über – na, was wohl? – Blogs ausführlich dazu geäußert, wie er diese Angelegenheit und den Umgang von Journalisten mit Diskussionswünschen und Kritik im Netz allgemein sieht (Titel: “Der Fluch der Oberflächlichkeit”):

Jeder Mensch bestimmt gerne selber darüber, ob er das eigene Leben zum öffentlichen Thema machen möchte – auch Journalisten. Was aber, wenn andere Menschen beschließen, eine öffentliche Debatte über die eigene Person zu führen? Was kann man tun, wenn die Auseinandersetzung diffamierend und unsachlich geführt wird? Die Antwort lautet: nichts.

Wie offen müssen Journalisten für solche Diskussionswünsche des Publikums sein? Müssen sie sich raschen Reaktionsgeschwindigkeit der Blogwelt anpassen – um zu überleben? Weil das Publikum das von ihnen als “news as conversation” erwartet? Weil sie auf Unstimmigkeiten aufmerksam gemacht werden? Oder sollten die Beiträge von Journalisten für sich sprechen können und die Verfasser sich nicht auf Kleinkriege mit den schnell auf den Plan tretenden Gewohnheitsbeschwerdeführern einlassen? Wo sollen die Journalisten die Zeit für die Diskussion hernehmen? Oder ist das alles etwas, was der Lokalredakteur früher genauso in der Eckkneipe um die Ohren gehauen bekam, nur dass es jetzt im Netz steht? Alles interessante Fragen – ein paar von ihnen versuche ich in dieser Woche für einen Artikel für ein Medienmagazin nachzugehen. Noch Anregungen/Meinungen dazu?

Websehen: Mehr, neuer

Die Kollegen von Websehen, die sich mit dem Spannungfeld von Fernsehen und Internet widmen, haben angestrichen und ausgebaut. Mehr können sie selbst erzählen.

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