Archivierte Einträge für Weblogs

Platz für etwas, das nicht ins TV passt

Folge-Mag (Screenshot [M]: ojour.de)
Beim ersten Mal war er seiner Zeit voraus. Diesmal sollte es angesichts des Video-Booms im Netz eigentlich genau der richtige Zeitpunkt sein, dachte Frerk Lintz. Sein neues Projekt ist ein erstklassig produziertes Interview-Magazin, das im Web seinesgleichen sucht. Allerdings bisher auch noch einen Abnehmer.
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Soundphotographer.de

Fabian Schweyher, Absolvent des Studiengangs Online-Journalismus an der Hochschule Darmstadt, hat sich in seiner Diplomarbeit mit dem Thema Audio-Bildergalerien auseinandergesetzt. Das will er jetzt in einem Blog namens Soundphotographer fortführen. Selbst steuert Schweyher die Galerie “In den Fängen der Stasi” bei, die noch mal beweist, dass sich Bildstrecken mit Audios gut für historische oder kritische persönliche (= ruhige) Themen eignen.

Widmen will sich Schweyher natürlich auch dem Standard-Werkzeug Soundslides, auf das wir hier auch schon häufiger hingewiesen hatten. (Aktuell gibt es übrigens zum ersten Mal bei tagesschau.de eine damit aufbereitete Umfrage aus Fotos + Tonspur, an der ich beteiligt war.)

Ergänzung: Navigating Slideshows – Ergebnisse einer Eyetracker-Studie im OJR.

Wie weiblich sind Weblogs?

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In Blogs und Blog-Kommentaren bestimmen Männer den Ton. Besonders, wenn die Diskussion ums Bloggen selbst geht, ist von Frauen kaum etwas zu hören. Stimmt der Eindruck? onlinejournalismus.de sprach darüber mit Jan Schmidt. Ein Mann – aber einer, der es wissen muss.
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Franzosenblog beim RBB

Darauf muss man erst mal kommen. Ausgerechnet eine Kunstausstellung wird beim RBB mit einem Blog begleitet. Gut, es ist die mit großem Trara zelebrierte Schau französischer Werke aus dem New Yorker Met in Berlin, aber trotzdem auf den ersten Blick eine nette Idee. Zumal mit Video- und Audio-Beiträgen aufgepeppt (Prominente über ihre Lieblingsstücke aus der Austellung) – so wird das Blog sinnvoll mit dem Rest des RBB-Programms verknüpft.

Das Schweigen des Chefs oder Keese und andere

Christoph Keese bloggt … - nicht
Er könnte vom Balken herab wider falschen Zeitgeist in der Weltpolitik donnern, scharfzüngig den Zustand der übrigen deutschen Presse sezieren oder uns an den fachlich fundierten, publizistisch beispielhaften Entscheidungen seiner Redaktion teilhaben lassen. Doch “Im Newsroom” herrscht Stille. WamS- und Welt-Online-Chefredakteur Christoph Keese schweigt beharrlich. Aktualisiert 22.06.2007
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“Business News” eingestellt: Dann machen wir halt was im Netz!

Die Verlagsgruppe Handelsblatt meldete heute, dass ihre kostenlose, werktäglich erscheinende Wirtschaftszeitung “Business News” ab dem 18.06.2007 nicht mehr erscheint. Zuletzt soll die Auflage des im August letzten Jahres gestarteten Tabloids 111.000 betragen haben.

Zwar wurde von “erheblichen Erfolgen im Lesermarkt” schwadroniert, aber auf dem Anzeigenmarkt konnte sich das Blatt nicht durchsetzen. Ich hatte nur einige Ausgaben in der Hand, wunderte mich aber jedes Mal darüber, dass fast nur – zum Teil großflächige – Eigenanzeigen in der Zeitung waren. Jetzt soll es mit einem “Großteil der Mitarbeiter” in einem neuen Internet-Portal weitergehen. Unter der Chefredaktion von Klaus Madzia, der das Blatt schon bisher leitete. Und der macht auf Gutwetter: “Business News war ein großer Erfolg bei den Lesern. Ich freue mich auf ein neues, spannendes journalistisches Online-Projekt”.

Herrjeh, wir sind hier nicht Boocompany, wo sich Lanu moderat über den “Final” freut, aber Madzias floskelhafte Schönrednerei (“großer Erfolg”, “spannendes journalistisches Online-Projekt”), lässt Schlimmstes befürchten. Geschenkt, dass “Business News” zumindest in den ersten Tagen im Netz keine Bäume ausriss (wir berichteten) und auch in der Folgezeit nicht auffiel. Aber mit was für einem Projekt möchte denn Madzia jetzt ausgerechnet im Netz reüssieren? Letztlich konkurriert er dort ja auch mit Handelsblatt.com oder Wiwo.de aus dem eigenen Haus. Ob von diesen Blättern dann noch Inhalte für ein weiteres Internet-Portal beigesteuert werden – kaum anzunehmen. Keine ernst zu nehmende Größe sind auch die Inhalte aus Holtzbrincks weitgehend unbeachteter und dahindümpelnder Blog-Plattform Germanblogs. Die trotzig erscheinende Strategie “Dann machen wir halt was im Netz!” wird nur für einen weiteren “Final” sorgen.

Qualitätsjournalismus und das schlimme Internet, Folge 265

Bei vier Veranstaltungen wurde dieser Tage wieder über das oben genannte Thema debattiert, hier einige Hinweise: “Evangelischer Kirchentag: Blogger sind bäh” (CIO Weblog), “Wichsvorlagen und die Zukunft des Qualitätsjournalismus” (Hauptstadtblog über eine Podiumsdiskussion zum Thema “Bürgerjournalismus – Was bringt’s den Tageszeitungen?” des Vereins Berliner Journalisten), “Guter Journalismus kostet auch im Online-Zeitalter viel Geld” (Pressemitteilung von News Aktuell zu einer Mediacoffee-Diskussionsrunde zum Thema Podiumsdiskussion zum Thema “Von der Edelfeder zum Contentlieferanten? – Printmedien im Wandel”) und “Verleger zur Zeitungszukunft: “Goodbye Gutenberg” ist ein Mythos” (DPA-Artikel im “Tagesspiegel” zum Weltzeitungskongress).

Nachtrag 09.06.07
Blogger Felix Schwenzel hat die Diskussionsrunde zum Bürgerjournalismus auch besucht und ein paar nicht unkluge Gedanken dazu aufgeschrieben: “Schwitzen mit Journalisten”.

Technorati sucks

Die neue Version von Technorati, die seit einiger Zeit online ist, gefällt mir überhaupt nicht. Die Differenzierung nach Inhaltstypen erschließt sich nicht so ganz, außerdem habe ich schlicht das Gefühl, dass die Suche überhaupt nichts mehr findet. Ich habe mir vorgenommen, jetzt mal häufiger Google Blogsearch auszuprobieren, lasse ich mich aber auch gerne eines besseren belehren.

Breaking News ins Blog, bitte!

Robert Niles hält im OJR ein Plädoyer für das eine Blog, das für Nachrichtensites wirklich essentiell sei: eines für Breaking News, das sich entwickelnde, wirklich wichtige Nachrichtenereignisse quasi live begleitet. Das erinnert schon sehr an einen Ticker, aber Blogsoftware erlaubt natürlich viel mehr Darstellungsmöglichkeiten und Tools wie RSS-Feeds.

In Deutschland gibt es meines Wissens trotzdem keine solchen Newsblogs, die bei Bedarf aktiviert werden können – obwohl Wolfgang Harrer damals mit dem Tsunami-Blog für das ZDF grandios vorgelegt hat (heute noch bei Archive.org einsehbar).

Immer mehr Medienblogs: Neu, das Immermehrblog

Ein Trend: Ja, es ist tatsächlich so, dass es immer mehr Medienblogs gibt; eine einigermaßen repräsentative Liste mit deutschsprachigen Angeboten hat vor zwei Monaten Ronnie Grob bei Medienlese zusammengestellt.

Und die Themen werden immer spezieller, wie etwa das Anfang des Monats gestartete Immermehrblog zeigt:

“Das Immermehrblog staunt über die Trendlawine, die tagtäglich durch die Medien rollt. Und fragt sich, ob wirklich alles immer mehr, immer schlechter oder immer besser wird. (…) „Immer mehr“ ist die Lieblingsfloskel der Trendbehaupter. Es verdeckt schlechte Recherche und mangelnde Fakten. Diesen beiden Wörtern ist dieses Blog gewidmet – Momentaufnahmen einer Welt, die sich angeblich immer mehr in eine Richtung bewegt.”

Nichts Revolutionäres nicht (obacht, das war bayerisch), aber eine gute Idee, die sich allerdings schnell abnutzen kann; aber warum nicht mal was Neues ausprobieren und ausreizen.

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