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	<description>Trends, Herausforderungen, Chancen</description>
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		<title>Topfvollgold oder komm mit ins Regenbogenland &#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 13 May 2013 10:58:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Mrazek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8230; der Eintritt kostet den Verstand. Seit April betreiben die Dortmunder Journalistikstudenten Mats Sch&#246;nauer und Moritz Tschermak das Watchblog Topfvollgold. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit berichten sie dort &#252;ber die deutsche Regenbogenpresse. Den Verstand haben sie dabei noch nicht verloren, ganz im Gegenteil: mit Witz und Sachverstand geben sie pr&#228;gnante Einblicke in ein bislang noch wenig [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[	<p><div id="attachment_3094" class="wp-caption alignright" style="width: 490px"><a href="http://www.onlinejournalismus.de/wp-content/images/topfvollgold_540x400.jpg"><img src="http://www.onlinejournalismus.de/wp-content/images/topfvollgold_540x400.jpg" alt="Mats Schönauer (links) und Moritz Tschermak" width="540" height="400" class="size-full wp-image-3094" /></a><p class="wp-caption-text">Mats Schönauer (links) und Moritz Tschermak. Foto: <a href="http://www.philstruck.com/">Phil Struck</a>.</p></div></p>
	<p>
&#8230; der Eintritt kostet den Verstand. Seit April betreiben die Dortmunder Journalistikstudenten Mats Sch&#246;nauer und Moritz Tschermak das Watchblog <em><a href="http://www.topfvollgold.de/">Topfvollgold</a></em>. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit berichten sie dort &#252;ber die deutsche Regenbogenpresse. Den Verstand haben sie dabei noch nicht verloren, ganz im Gegenteil: mit Witz und Sachverstand geben sie pr&#228;gnante Einblicke in ein bislang noch wenig erkundetes Mediensegment und freilich spielt auch das Thema Online hierbei eine Rolle. Wir haben ein E-Mail-Interview mit Mats und Moritz gef&#252;hrt.<span id="more-3068"></span></p>
	<p><em><br />
Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, dieses Blog in Zusammenhang mit Eurer Bachelorarbeit einzurichten?</em></p>
	<p>Moritz: Das Blog h&#228;tten wir auch ohne die Bachelorarbeit gestartet. Die Idee dazu ist uns beim Einkaufen im Supermarkt gekommen, als wir vor dem Zeitschriftenregal standen. Uns sind die widerspr&#252;chlichen Titelgeschichten direkt ins Auge gesprungen und wir haben uns gewundert, dass derart viele Zeitschriften mit „Freizeit“ im Namen existieren. Nach dem Lesen von zwei, drei L&#252;gengeschichten war unser n&#228;chster Gedanke: Da m&#252;sste man doch mal was dr&#252;ber machen.</p>
	<p>Mats: Und da wir uns in unserem letzten Bachelor-Semester befinden, machten wir uns zu der Zeit sowieso Gedanken, was wir in unserer Abschlussarbeit machen wollen. An unserem Uni-Institut gibt es die M&#246;glichkeit, neben dem wissenschaftlichen Teil ein Praxisprojekt in Angriff zu nehmen. Da passte die Idee f&#252;r das Blog sehr gut. Denn bei unserer ersten Recherche hat sich auch gezeigt: Besonders viel wissenschaftliche Forschung zu dem Thema gibt es nicht.</p>
	<p><em>Stefan Niggemeier &#228;u&#223;erte sich ja recht ratlos dar&#252;ber (Blog-Beitrag <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/mats-und-moritz-gehen-ans-ende-des-regenbogens/">„Mats und Moritz gehen ans Ende des Regenbogens“</a>), dass sich (Medien-)Journalisten kaum daf&#252;r interessieren, was in der Regenbogenpresse passiert – „was angesichts der &#252;blen Methoden und dreisten L&#252;gen schon erstaunlich ist“. Nun habt Ihr ja einige Erfahrungen gesammelt und schon binnen weniger Wochen belegt, dass diese Form der Publizistik – dezent gesprochen – medienethisch sehr bedenklich ist. Aber woher r&#252;hrt dieses Desinteresse, sowohl der Medienjournalisten als auch der Medienwissenschaft? Werden diese Medien nicht ernst genommen, weil es hier nicht um Politik, Geld oder Sport geht?</em></p>
	<p>Mats: Das d&#252;rfte zumindest ein Faktor sein. Welcher Medienjournalist, der f&#252;r seri&#246;se Bl&#228;tter arbeiten will, besch&#228;ftigt sich schon freiwillig mit den Schmuddelheftchen der Regenbogenpresse? Wir k&#246;nnen uns nur schwer vorstellen, dass so jemand in der Redaktionskonferenz vorschl&#228;gt, etwas &#252;ber die „frau aktuell“ oder die „Freizeit kompakt“ zu machen.</p>
	<p>Das h&#228;ngt auch damit zusammen, dass es nichts Neues ist, dass die Regenbogenpresse verdreht und l&#252;gt. Das l&#228;uft seit Jahrzehnten so. Warum soll man ausgerechnet jetzt dar&#252;ber einen Artikel auf den ohnehin schon wenigen zur Verf&#252;gung stehenden Medienseiten bringen? Wir sehen das nat&#252;rlich etwas anders.</p>
	<p><strong>500.000.000 Auflage per anno</strong></p>
	<p><em>Rund eine halbe Milliarde dieser Hefte werden j&#228;hrlich hierzulande gedruckt. K&#246;nnt Ihr zumindest vage etwas dar&#252;ber sagen, wie sich die Leserschaft der Regenbogenpresse zusammensetzt, vor allem die Altersstruktur w&#228;re interessant?</em></p>
	<p>Moritz: Wir haben uns mal die so genannten Objektprofile angeschaut, die die Regenbogenverlage selber ver&#246;ffentlichen. Darin liefern sie f&#252;r Anzeigenkunden Informationen &#252;ber die Leserschaft. F&#252;r 22 (Geschlecht) beziehungsweise 16 Hefte (Alter, Bildung, Einkommen) haben wir diese Daten gefunden.</p>
	<p>Sie zeigen zum Beispiel, dass etwas &#252;ber 37 Prozent der Leser 70 Jahre und &#228;lter sind. &#220;ber 50 Jahre alt sind sogar Dreiviertel der Leser. Au&#223;erdem sind &#252;ber 80 Prozent weiblich. Weit &#252;ber die H&#228;lfte (66,5 Prozent) hat einen Haupt- beziehungsweise Volksschulabschluss. Und &#252;ber die H&#228;lfte der Leser (57 Prozent) verf&#252;gt &#252;ber ein monatliches Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 2000 Euro. Die dazugeh&#246;rige <a href="http://www.topfvollgold.de/?p=2349">Infografik</a> haben wir bei uns ins Blog gepackt.</p>
	<p><em>Sterben der Regenbogenpresse nicht die Leser weg oder ist ein „Ende des Regenbogens“ nicht zu erwarten?</em></p>
	<p>Mats: Die Regenbogenhefte verlieren deutlich an Auflage. Das mag zum Teil an der allgemeinen Printkrise liegen, aber sicher auch daran, dass ein guter Teil der Leser schlichtweg stirbt. Schaut man sich beispielsweise die „Neue Post“ an, dann sind das schon ziemlich dramatische Zahlen: Vor 15 Jahren kam das Heft mit einer Druckauflage von 1,7 Millionen auf den Markt. 1,3 Millionen davon gingen Woche f&#252;r Woche &#252;ber den Ladentisch. Heute verkauft die „Neue Post“ nur noch die H&#228;lfte: 685.000 Hefte.</p>
	<p>Moritz: Dennoch glauben wir nicht, dass der Markt in absehbarer Zeit komplett eingehen wird. Daf&#252;r ist er noch zu m&#228;chtig. Und das Bed&#252;rfnis vieler Leute nach Geschichten, die diese Bl&#228;ttchen liefern, zu gro&#223;.</p>
	<p><em>Hat die Regenbogenpresse mit ihren Erg&#252;ssen eigentlich das Internet bislang noch verschont, weil es da nix zu verdienen gibt oder weil die Zielgruppe dort wom&#246;glich nicht so pr&#228;sent ist?</em></p>
	<p>Moritz: Wir vermuten, dass die Verlage nur vereinzelt aufs Internet setzen, weil die eigentliche Zielgruppe sich dort nicht rumtreibt. Das kann man zum Beispiel auch daran sehen, dass nur von sehr wenigen Heften ein E-Paper als Abo-Variante angeboten wird.</p>
	<p>Mats: Das hei&#223;t aber nicht, dass das Internet f&#252;r die Redaktionen keine Rolle spielt: Eine ganze Reihe ihrer Geschichten graben sie dort aus. Allein der <a href="https://twitter.com/TheBorisBecker">Twitter-Account von Boris Becker</a> hat schon Stoff f&#252;r unz&#228;hlige Skandal-Geschichten geliefert.</p>
	<p><em>Befragt Ihr f&#252;r Eure Arbeit auch Journalisten, die f&#252;r diese Bl&#228;tter arbeiten?</em></p>
	<p>Mats: Das haben wir vor. Und da arbeiten wir auch schon konkret dran. Denn es ist ja nicht so, dass wir nur den Zeigefinger heben und den Redaktionen eins reindr&#252;cken wollen. Wir wollen einfach mal dieses riesige Feld der Regenbogenpresse genauer beleuchten. Und das von allen Seiten. Dazu geh&#246;rt dann nat&#252;rlich auch die Sicht der Autoren.</p>
	<p><em>K&#246;nnt Ihr ungef&#228;hr absch&#228;tzen, wie viele Journalisten f&#252;r die zehn Verlage (siehe hierzu Topfvollgold, Artikel <a href="http://www.topfvollgold.de/?page_id=144">„Regenbogenhefte in Deutschland“</a>), die diese Bl&#228;tter herausgeben, arbeiten?</em></p>
	<p>Moritz: Einen kompletten &#220;berblick haben wir da nicht. Ein paar Beispiele zeigen aber ganz gut, dass diese Zahl recht &#252;berschaubar sein d&#252;rfte. Im Deltapark Verlag beispielsweise arbeiten laut eigenen Angaben 14 Leute, die f&#252;r sieben Regenbogen-Titel gleichzeitig zust&#228;ndig sind. Bei der Mediengruppe Klambt kann man sehen, dass etwa eine Handvoll Redakteure sowohl f&#252;r die „Frau mit Herz“ als auch f&#252;r die „Heim und Welt“ schreibt. Und beim Alles Gute Verlag ist die Redaktionsleiterin der „Freizeit Express“ auch Redaktionsleiterin der „Freizeit Blitz“, der „Freizeit Vergn&#252;gen“, der „Freizeit Heute“ und vier weiterer Titeln, die wir beobachten.<br />
<strong><br />
Unbekanntes Wesen der Regenbogen-Redakteure </strong></p>
	<p><em>Was wisst Ihr &#252;ber die Journalisten, die f&#252;r solche Zeitschriften arbeiten? </em></p>
	<p>Moritz: Nicht viel. Aber wir wissen zum Beispiel, dass da Leute dabei sind, die ein Studium abgeschlossen haben. Und Leute, die auch mal im seri&#246;sen Journalismus t&#228;tig waren.</p>
	<p><em>Muss man um f&#252;r die Redaktion einer Regenbogenzeitschrift zu schreiben besonders kreativ oder vor allem skrupellos sein?</em></p>
	<p>Mats: Beides geh&#246;rt dazu. Es bedarf schon viel Geschick und Fantasie, um etwa aus einer durch und durch positiven Aussage auf der Homepage von Steffi Graf einen Artikel zu basteln, in dem ihr eine Lebenskrise angedichtet wird. Und dann noch den Bogen zum m&#246;glichen Brustkrebs ihrer Mutter zu schlagen – da kommt dann die Skrupellosigkeit ins Spiel.</p>
	<p><em>Rund 70 Regenbogenhefte erscheinen in Deutschland, Ihr habt mittlerweile einen sehr guten &#220;berblick dar&#252;ber. Gibt es auch Hefte, von denen Ihr zumindest gef&#252;hlt sagen k&#246;nnt, dass sie einigerma&#223;en sauber arbeiten? Oder haben solche „sauberen“ Hefte auf diesem Markt wom&#246;glich keine Chance &#252;berhaupt gekauft zu werden?</em></p>
	<p>Moritz: Gar keine Frage: Diese Hefte m&#252;ssen sich am Kiosk gegen eine immense Konkurrenz beweisen. Und steile Thesen auf dem Cover behaupten sich in diesem Kampf um die Leser sicher besser.</p>
	<p>Mats: Dennoch gibt es Hefte, die uns nicht ganz so schlimm vorkommen wie die anderen. Ein Beispiel ist die „Freizeit Welt“. Sie erscheint im Verlag Livingston &#038; Friends und ist, sowohl was das Layout angeht, als auch in Bezug auf die rei&#223;erischen &#220;berschriften, doch etwas zur&#252;ckhaltender. Da gibt es beispielsweise auch eine Doppelseite „Welt des Wissens“, wo Fragen beantwortet werden wie „K&#246;nnen Menschen mit ihrer Stimme Glas zerspringen lassen?“. Wir denken, das liegt unter anderem daran, dass in dem Verlag auch das Magazin „Wissen &#038; Staunen“ erscheint und lediglich zwei Frauenheftchen („Freizeit genie&#223;en“ und eben die „Freizeit Welt“) herausgegeben werden. Nichtsdestotrotz ist auch die „Freizeit Welt“ ganz geschickt, was die Verknappung in den &#220;berschriften angeht.</p>
	<p><strong>Unwahrheiten in der Regenbogenpresse? F&#252;r manche unvorstellbar &#8230;</strong><br />
<em><br />
<a href="http://www.topfvollgold.de/?p=1701">Ihr schreibt</a>: „[S]ie haben nicht die geringste Achtung vor der Wahrheit. Die Menschenw&#252;rde ist ihnen in vielen F&#228;llen genauso wurscht. Und eines kann man von den Bl&#228;ttchen ganz bestimmt nicht behaupten — dass sie auch nur ansatzweise daran interessiert sind, die &#214;ffentlichkeit wahrhaftig zu unterrichten.“ Trotz dieses wohl unbestreitbaren Mankos verkaufen sich diese Hefte offenbar seit Jahrzehnten und wom&#246;glich weiterhin hervorragend. K&#246;nnt Ihr etwas zur Motivation der Leser sagen: Warum kaufen Sie diese Hefte, obgleich die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen?</em></p>
	<p>Moritz: Wenn man Leser fragt, warum sie sich diese Heftchen kaufen, dann antworten interessanterweise viele von ihnen mit „Wegen der R&#228;tsel“ oder „Wegen der Koch- und Backrezepte“. Das ist ein bisschen so wie bei der „Bild“-Zeitung und ihrem Sportteil.</p>
	<p>Mats: Dennoch gibt es auch Leute, die diese Bl&#228;tter wegen der Promi- und Adelsgeschichten lesen und dabei wahrscheinlich oft gar nicht merken, dass ihnen dreiste L&#252;gen aufgetischt werden. Die Redaktionen versuchen ja, ihre Stories als wahr zu verkaufen.</p>
	<p>Moritz: Viele der &#228;lteren Leser k&#246;nnen sich vielleicht auch gar nicht vorstellen, dass in einer gedruckten Zeitschrift Unwahrheiten stehen. Da spielt der Nimbus von Zeitungen und Magazinen eine wichtige Rolle.</p>
	<p><em>Werdet Ihr auch Leser befragen, die eines oder mehrere dieser Hefte lesen?</em></p>
	<p>Moritz: Ja, das haben wir teilweise schon gemacht. Und wir werden es auch in Zukunft machen. Wir planen beispielsweise eine kleine Leserbefragung am Kiosk-Regal.</p>
	<p><em>Auf die Wahrheit, auf Recherche – kurzum auf journalistische Qualit&#228;t kommt es bei den Regenbogenheften nicht an. Welche eigenen Qualit&#228;tskriterien spielen f&#252;r die Macher dann eine Rolle (&#220;bertreibung, Prominenz, etc.)?</em></p>
	<p>Mats: Die tats&#228;chliche Geschichte ist v&#246;llig egal. Wichtig ist allein, dass ein Prominenter oder irgendjemand aus der N&#228;he irgendeines K&#246;nigshauses darin vorkommt. Die Wahrheit muss dann so verdreht werden, dass die Redaktion am Ende die Worte „Skandal“, „Drama“, „Enth&#252;llung“, „pikant“, „geheim“, „Alkohol“ oder „Baby“ in die &#220;berschrift packen kann. Je mehr dieser Begriffe in der Schlagzeile vorkommen, desto besser.</p>
	<p>Moritz: Aktualit&#228;t spielt dabei dann keine Rolle: Die Ereignisse, auf die sich die Artikel beziehen, k&#246;nnen gerne auch mal 40 Jahre zur&#252;ckliegen.</p>
	<p><em>Werden auch gezielt Opfer der Berichterstattung in Eurem Blog zu Wort kommen (einen Anfang habt Ihr ja mit dem <a href="http://www.topfvollgold.de/?p=1984">Pressesprecher von Udo J&#252;rgens</a> gemacht)?</em></p>
	<p>Moritz: Wir versuchen immer wieder, Stellungnahmen von Prominenten zu bekommen. Wenn wir einen neuen Blogeintrag rausjagen, schreiben wir die betroffene Person an. So kam auch die Antwort von Udo J&#252;rgens&#8217; Pressesprecher zustande. Wir wollen herausfinden, was die Opfer &#252;ber die &#252;blen Geschichten denken. Und ob sie gegen eine solche Berichterstattung vorgehen wollen.</p>
	<p><em><br />
In Eurem <a href="http://www.topfvollgold.de/?p=1863">Interview mit dem Dortmunder Medienrechtler Udo Branahl</a> fragt ihr, ob man die Regenbogenredaktionen als „geduldete Rechtsbrecher“ betrachten kann. Branahl antwortet – verk&#252;rzt – mit „Wo kein Kl&#228;ger, da kein Richter“. Warum reagieren die Opfer dieser h&#228;ufig unwahren Berichterstattungen eigentlich so selten darauf?</em></p>
	<p>Mats: Das versuchen wir noch herauszufinden. Wir vermuten, dass es grunds&#228;tzlich f&#252;r Victoria von Schweden oder Sofia von Spanien erst einmal uninteressanter ist, was die deutsche Regenbogenpresse so schreibt, als das, was in schwedischen oder spanischen Heften steht. Deswegen d&#252;rften sie sich kaum um die Schmutzgeschichten aus Deutschland k&#252;mmern.</p>
	<p>Moritz: Was deutsche Promis angeht: Vielleicht nehmen sie es einfach in Kauf, dass ein paar Zeitschriften diesen Mist verbreiten. Das ist ja auch eine Kosten-Nutzen-Rechnung. Auf der anderen Seite gibt es durchaus Prominente, die sich diese Berichterstattung nicht gefallen lassen und dagegen vorgehen.</p>
	<p><em>W&#252;rdet Ihr – zumindest manchen – Opfern empfehlen, gegen gewisse Berichterstattungen vorzugehen oder besteht da ein zu gro&#223;es Risiko? </em></p>
	<p>Mats: Das w&#252;rden wir ihnen unbedingt raten. Niemand muss es auf sich sitzen lassen, dass etwas Falsches &#252;ber ihn geschrieben wird. Das ist mitunter richtig kriminell, was da passiert. Und die Erfahrung zeigt auch, dass die Regenbogenpresse mit Prominenten, die sich gegen diese Berichterstattung wehren, deutlich zur&#252;ckhaltender umgeht.</p>
	<p>Moritz: Das einzige Risiko, das wir erkennen k&#246;nnen, w&#228;re ja, einen m&#246;glichen Prozess zu verlieren. Bei den F&#228;llen, die uns in den Regenbogenheften t&#228;glich begegnen, k&#246;nnen wir uns aber nicht vorstellen, dass ein Gericht den Redaktionen und ihren L&#252;gengeschichten in irgendeiner Weise Recht gibt.</p>
	<p><em>Wie seht Ihr in diesem Zusammenhang die Rolle des Deutschen Presserats – die Berichterstattung in der Regenbogenpresse widerspricht h&#228;ufig dem <a href="http://www.presserat.info/inhalt/der-pressekodex/einfuehrung.html">Pressekodex</a>. Wenn man in die Statistiken des Presserats schaut (siehe etwa in der <a href="http://recherche.presserat.info/">Recherche-Datenbank des Presserats</a>), kommen diese Bl&#228;tter kaum vor, wie kann das sein?</em></p>
	<p>Mats: Damit der Presserat t&#228;tig wird, muss ja in der Regel zun&#228;chst jemand Beschwerde bei ihm einreichen. Offenbar hat das in der Vergangenheit kaum jemand getan. Die andere M&#246;glichkeit ist, dass der Presserat – aus welchen Gr&#252;nden auch immer – bei Regenbogenheftchen andere Ma&#223;st&#228;be anlegt. Wir haben jedenfalls erst vor ein paar Tagen selbst einige Beschwerden eingereicht. Wir werden dann ja sehen, wie der Presserat zur Regenbogenpresse steht.</p>
	<p><em>„Kein Plan, wie lange wir das aushalten“, sagte Mats bei Stefan Niggemeier. Seid Ihr da inzwischen weiter, k&#246;nntet Ihr Euch vorstellen, dass Ihr dieses Angebot &#252;ber die Forschungsphase Eurer Arbeit hinaus anbietet?</em></p>
	<p>Mats: Auf jeden Fall. Stoff gibt es genug. Und die Resonanz in dem einen Monat, den wir das Blog jetzt betreiben, motiviert uns, weiterzumachen.</p>
	<p><em>Habt Ihr schon mal daran gedacht, Eure Recherchearbeit &#252;ber Crowdfunding zu finanzieren?</em></p>
	<p>Mats: Dar&#252;ber haben wir schon nachgedacht. Das Problem ist, dass viele Crowdfunding-Plattformen nur Projekte zulassen, die nach einer gewissen Zeit abgeschlossen sind. Da passen wir genau genommen also nicht rein.</p>
	<p>Moritz: Jetzt, wo das Blog angelaufen ist, w&#228;re f&#252;r uns aber der n&#228;chste Schritt, &#252;ber Finanzierungsm&#246;glichkeiten nachzudenken. Denn so billig die Hefte auch sind, der w&#246;chentliche Einkauf dr&#252;ckt auf Dauer schon etwas auf den studentischen Geldbeutel.</p>
	<p><em>Ihr habt ja eine „Marktl&#252;cke“ mit dem Erforschen und Beobachten der Regenbogenpresse aufgetan. Fallen Euch noch weitere journalistische Angebote oder Genres ein, die Studenten oder Journalisten mal auf diese Weise unter die Lupe nehmen sollten?</em></p>
	<p>Mats: Bedenklich finde ich zum Beispiel einige Formate im Privatfernsehen. Da wird, &#228;hnlich wie in der Regenbogenpresse, unter dem Deckmantel des Journalismus der reinste Bl&#246;dsinn verbreitet. Nichts als Ger&#252;chte, Spekulationen und Verdrehungen. Besonders schlimm ist, dass es hier nicht immer nur um Prominente oder Adelige geht, sondern oft auch um Menschen, die eigentlich nicht in der &#214;ffentlichkeit stehen.</p>
	<p>Moritz: Ein anderes Feld w&#228;re Astro TV mit seinem Call-In-Angebot f&#252;r Esoterik- und Astrologie-Anh&#228;nger. Was da nachts im Fernsehen passiert ist zum Teil noch obskurer und noch gef&#228;hrlicher als jegliches Regenbogen-Heft.</p>
	<p>Mats: Und spannend f&#228;nde ich auch, mal nach gro&#223;en Ereignissen wie Amokl&#228;ufen oder Naturkatastrophen zu dokumentieren, wie deutsche Online-Medien in den ersten Stunden und Tagen dar&#252;ber berichten. So was l&#228;sst sich sicherlich schwer planen. Aber gerade in solchen Momenten zeigt sich, wie sich die Ma&#223;st&#228;be der Medien zugunsten der Schnelligkeit und zulasten der Qualit&#228;t verschieben.</p>
	<p><em>Stefan Niggemeier schreibt, dass Ihr in Eurer Bachelorarbeit auch herausfinden wollt, welche Funktion Blogs neben der herk&#246;mmlichen Medienkontrolle und -kritik haben k&#246;nnen. K&#246;nnt Ihr hierzu schon erste Ergebnisse verraten?</em></p>
	<p>Moritz: Ein Blog kann sich in unseren Augen mit deutlich spezielleren Themen und Aspekten befassen als beispielsweise die Medienseite der „S&#252;ddeutschen Zeitung“. Es steht ja schlichtweg auch mehr Platz zur Verf&#252;gung. Dazu kommt, dass nicht nur die Autoren, sondern auch die Leser die Rolle des Medienkritikers &#252;bernehmen k&#246;nnen. Das sieht man zum Beispiel beim <em>Bildblog</em>, bei dem viele Eintr&#228;ge auf den <a href="http://www.bildblog.de/kontakt/">„sachdienlichen Hinweisen“</a> der Leser beruhen [<em>Anmerkung: Moritz' Mitstreiter Mats schreibt auch f&#252;r das </em><em>Bildblog</em>, Thomas Mrazek]. Soweit unsere ersten Erfahrungen mit unserem Blog.</p>
	<p><strong>Beobachten wir uns zu Tode?</strong></p>
	<p><em>Apropos Watchblogs: Nicht mehr lang und es wird – vielleicht ein genervter – ein Journalist, ein Medienforscher die These „Wir beobachten uns zu Tode“ &#228;u&#223;ern. Was haltet Ihr von dieser Vermutung?<br />
</em><br />
Moritz: Ohne Frage w&#228;re es problematisch, wenn sich der Journalismus nur noch mit sich selbst besch&#228;ftigen w&#252;rde. Aber von diesem Zustand sind wir ja schon noch ein gutes St&#252;ck entfernt.</p>
	<p>Mats: Und solange durch das Beobachten Missst&#228;nde aufgedeckt werden, k&#246;nnen von uns aus auch gerne Watchblogs f&#252;r die „B&#228;cker Blume“ oder die „Apotheken Umschau“ gestartet werden.</p>
	<p><strong>Ausgedruckte Blogartikel beim Frisur auslegen</strong></p>
	<p><em><br />
Mit Eurem Projekt leistet Ihr meines Erachtens einen fundierten und praxisnahen Beitrag f&#252;r die Medienethik hierzulande. Dieser Meinung werden sich sicherlich noch andere Fachleute anschlie&#223;en. Das Projekt wird hoffentlich Studierende, Medienforscher und Journalisten f&#252;r eigene Aktivit&#228;ten anregen.</em></p>
	<p>Beide: Danke!</p>
	<p><em>Inwiefern meint Ihr:<br />
- dass Ihr vielleicht bei den Opfern, die Sensibilit&#228;t erh&#246;hen k&#246;nnt („Mensch, da kann man ja doch irgendwie etwas dagegen machen!“),</em></p>
	<p>Mats: Das k&#246;nnen wir uns nicht vorstellen. Prominente und Adelige sind sich ihrer juristischen M&#246;glichkeiten ja sicherlich bewusst. Daf&#252;r brauchen sie nicht den <em>Topfvollgold</em>.</p>
	<p><em>- dass Ihr bei den Lesern etwas bewirken k&#246;nnt („Mensch, was f&#252;r einen Mist lese ich da eigentlich &#8230;?)</em></p>
	<p>Moritz: Hier k&#246;nnte man schon eher ansetzen. Und das geh&#246;rt auch zu einem unserer Ziele. Das Problem dabei: Die Leserschaft der Regenbogenpresse und die unseres Blogs &#252;berschneiden sich, wenn &#252;berhaupt, nur minimal. Man hat uns schon vorgeschlagen, wir sollten unsere Blogartikel ausdrucken und im Friseursalon auslegen. Vielleicht sollten wir das wirklich mal tun.</p>
	<p><em>K&#246;nnt Ihr bei den Machern/Journalisten („Mensch, was f&#252;r einen Mist mache ich da eigentlich?“) etwas bewirken? </em></p>
	<p>Mats: Was wir auf jeden Fall sagen k&#246;nnen: Einige Redaktionen haben uns bereits wahrgenommen. Aber dennoch glauben wir nicht, hier viel bewegen zu k&#246;nnen.</p>
	<p>Moritz: Und ohnehin sind wir uns sicher, dass sich die Macher dieser Geschichten hundertprozentig im Klaren dar&#252;ber sind, was sie da tun und was f&#252;r einen Mist sie eigentlich drucken.</p>
	<p><em>K&#246;nnt Ihr mir bitte noch etwas zu Euch sagen, welches Berufziel habt Ihr?</em></p>
	<p>Beide: Wir befinden uns beide im letzten Semester unseres <a href="http://www.journalistik-dortmund.de/start.html">Journalistik-Studiums an der Technischen Universit&#228;t Dortmund</a>.</p>
	<p>Mats: Ich bin 24 Jahre alt. Auch in Zukunft m&#246;chte ich mich journalistisch mit Medien auseinandersetzen. Und vielleicht nach dem Studium ein Journalistenb&#252;ro gr&#252;nden.</p>
	<p>Moritz: Ich bin 25 Jahre alt und schreibe gern Reportagen. Nach dem Studium h&#228;tte ich Lust, verschiedene Internet-Reportage-Foto-Projekte anzugehen.<br />
<em><br />
Vielen Dank f&#252;r Eure M&#252;he!</em></p>
	<p><strong>Weitere Informationen</strong></p>
	<p>European Journalism Oberservatory (EJO), 17.05.2013: <a href="Regenbogenpresse: „Die Macht wird untersch&#228;tzt“">Regenbogenpresse: &#8220;Die Macht wird untersch&#228;tzt&#8221;</a> (weiteres Interview mit den beiden Topfvollgold-Machern)
</p>
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		<item>
		<title>Ein Fehler, der nicht sein m&#252;sste</title>
		<link>http://www.onlinejournalismus.de/2013/05/12/max-stadler-zeit-63-jahre-64-tot-fehler/</link>
		<comments>http://www.onlinejournalismus.de/2013/05/12/max-stadler-zeit-63-jahre-64-tot-fehler/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 12 May 2013 16:55:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiete Stegers</dc:creator>
				<category><![CDATA[Negativbeispiel]]></category>
		<category><![CDATA[Onlinejournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Recherche]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Wiki]]></category>
		<category><![CDATA[Max Stadler]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichtenagentur]]></category>
		<category><![CDATA[Passauer Neue Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit Online]]></category>

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		<description><![CDATA[Der FDP-Bundestagsabgeordnete Max Stadler ist gestorben &#8211; im Alter von 63 Jahren, wie Zeit Online in ihrem Artikel gleich zwei Mal schreibt. Eingebettet ist in den Text allerdings ein Tweet der FDP Bayern. Laut diesem wurde Stadler 64 Jahre alt. Das ist auch richtig, wie ein Abgleich mit dem Geburtsdatum auf Stadlers Homepage ergibt. Vermutlich [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[	<p>Der FDP-Bundestagsabgeordnete Max Stadler ist gestorben &#8211; im Alter von 63 Jahren, wie <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-05/FDP-Politiker-Stadler-gestorben">Zeit Online in ihrem Artikel</a> gleich zwei Mal schreibt. Eingebettet ist in den Text allerdings ein Tweet der FDP Bayern. <a href="https://twitter.com/fdpbay/statuses/333597008088682497">Laut diesem</a> wurde Stadler 64 Jahre alt. Das ist auch richtig, wie ein Abgleich mit dem Geburtsdatum auf <a href="http://www.max-stadler.de/Person-Fotos/10214b2523/index.html">Stadlers Homepage</a> ergibt.</p>
	<p><a href="http://www.onlinejournalismus.de/wp-content/images/stadler_tod_falsches_alter_zeit_online_tweet_2013_05_12_um_18.36.47__2_.png"><img src="http://www.onlinejournalismus.de/wp-content/images/stadler_tod_falsches_alter_zeit_online_tweet_2013_05_12_um_18.36.47__2_.png" alt="Artikel &#252;ber Max Stadler bei Zeit Online (Screenshot)" title="Artikel &#252;ber Max Stadler bei Zeit Online (Screenshot)" width="450" height="253" class="alignnone size-full wp-image-3056" /></a></p>
	<p>Vermutlich bezieht sich die falsche Angabe auf eine fr&#252;here Version des ebenfalls verlinkten Artikel der <a href="http://www.pnp.de/region_und_lokal/stadt_und_landkreis_passau/passau_stadt/776655_Passauer-MdB-Max-Stadler-64-ueberraschend-gestorben.html">Passauer Neuen Presse</a>. Darauf deuten jedenfalls die  Abgleich mit der <a href="http://www.pnp.de/startseite/blitzlicht/776655_Passaus-MdB-Max-Stadler-63-ist-tot.html" title="http://www.pnp.de/startseite/blitzlicht/776655_Passaus-MdB-Max-Stadler-63-ist-tot.html">verlinkten URL</a> sowie <a href="http://www.google.de/search?hl=de&#038;gl=de&#038;tbm=nws&#038;q=max+stadler+63&#038;oq=max+stadler+63&#038;gs_l=news-cc.3..43j43i53.1090.4910.0.5157.16.4.1.11.12.0.149.341.3j1.4.0...0.0...1ac.1.HjvX3F8Q8_4">Google News</a> hin. Google News verr&#228;t auch, dass Zeit Online nicht als einziges Medium die falsche Angabe aus der PNP (und vermutlich einer darauf beruhende Agenturmeldung) &#252;bernommen hat.</p>
	<p>Aber wenn man einen Tweet einbettet, der dem widerspricht, sollte  man doch ins Nachdenken kommen, oder?</p>
	<p><a href="http://www.onlinejournalismus.de/wp-content/images/bildschirmfoto_2013_05_12_um_18.45.54__2_.png"><img src="http://www.onlinejournalismus.de/wp-content/images/bildschirmfoto_2013_05_12_um_18.45.54__2_.png" alt="Artikel &#252;ber Max Stadler bei Google News (Screenshot)" title="Artikel &#252;ber Max Stadler bei Google News (Screenshot)" width="450" height="223" class="alignnone size-full wp-image-3057" /></a></p>
	<p>Nicht nur <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Max_Stadler&#038;diff=118433902&#038;oldid=112159182">Stadler-Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia</a> ist &#252;brigens nach Stadlers Tod bereits aktualisiert (16:00 Uhr), sondern auch <a href="http://regiowiki.pnp.de/index.php/Max_Stadler">der in im mit der PNP verbundenen RegioWiki Niederbayern und Alt&#246;tting</a> (13:53 Uhr).
</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Online-Fr&#252;hling: Generationswechsel oder digitale Spaltung in den Redaktionen?</title>
		<link>http://www.onlinejournalismus.de/2013/05/09/republica-onlinejournalismus-wegner-borchert-ploechinger/</link>
		<comments>http://www.onlinejournalismus.de/2013/05/09/republica-onlinejournalismus-wegner-borchert-ploechinger/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 09 May 2013 18:34:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiete Stegers</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
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		<category><![CDATA[Katharina Borchert]]></category>
		<category><![CDATA[Republica]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Plöchinger]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie sieht es aus mit der Experimentierfreude bei Formaten und Finanzierungsmodellen? Dar&#252;ber diskutierten auf der re:publica 2013 drei Vordenker des deutschen Onlinejournalismus, die in vielen einer Meinung waren. Allerdings nicht ganz bei der Frage, ob mit einer neuen Journalisten-Generation (den richtigen Digital Natives) alte W&#228;nde zwischen Print- und Online-Redaktionen von selbst wegfallen &#8211; oder ob [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[	<p><div id="attachment_3044" class="wp-caption alignright" style="width: 490px"><a href="http://www.onlinejournalismus.de/wp-content/images/republica2013_digitalnative.jpg"><img src="http://www.onlinejournalismus.de/wp-content/images/republica2013_digitalnative.jpg" alt="Diskussinosrunde auf der Republica 2013" width="540" height="338" class="size-full wp-image-3044" /></a><p class="wp-caption-text">Moderator mit Jochen Wegner, Katharina Borchert und Stefan Pl&#246;chinger (links)</p></div>
<p>Wie sieht es aus mit der Experimentierfreude bei Formaten und Finanzierungsmodellen? Dar&#252;ber diskutierten auf der re:publica 2013 drei Vordenker des deutschen Onlinejournalismus, die in vielen einer Meinung waren. Allerdings nicht ganz bei der Frage, ob mit einer neuen Journalisten-Generation (den richtigen Digital Natives) alte W&#228;nde zwischen Print- und Online-Redaktionen von selbst wegfallen &#8211; oder ob die digitale Spaltung zwischen Papierfesthaltern und digital Denken (unabh&#228;ngig vom Alter der Journalisten) noch eine Weile bestehen bleibt. Eine Dokumentation der Diskussion.</p>
	<p><span id="more-3040"></span></p>
	<p><script src="//storify.com/fiete_stegers/re-publica-digital-natives-im-journalismus.js"></script><noscript>[<a href="//storify.com/fiete_stegers/re-publica-digital-natives-im-journalismus" target="_blank">View the story "re:publica: Digital Natives im Journalismus" on Storify</a>]</noscript></p>
	<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/57b55faf6df24516be2353b952ecdbcf" width="1" height="1" alt=""/>
</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Themenkarriere des Leistungsschutzrechts</title>
		<link>http://www.onlinejournalismus.de/2013/05/08/die-themenkarriere-des-leistungsschutrechts/</link>
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		<pubDate>Wed, 08 May 2013 12:26:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiete Stegers</dc:creator>
				<category><![CDATA[Onlinejournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Studien]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[LSR]]></category>

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		<description><![CDATA[Christopher Buschow stellt seine Studie &#252;ber Themenkarriere und Akteure der Debatte um das Leistungsschutrechts auf der Republica vor.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[	<p>Christopher Buschow stellt seine <a href="http://www.halem-verlag.de/2012/strategische-institutionalisierung-durch-medienorganisationen/" title="Studie beim Halem Verlag">Studie</a> &#252;ber Themenkarriere und Akteure der Debatte um das Leistungsschutrechts auf der Republica vor.<br />
<div id="attachment_3028" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.onlinejournalismus.de/wp-content/images/leistungsschutzrecht_visualisierung.jpg"><img src="http://www.onlinejournalismus.de/wp-content/images/leistungsschutzrecht_visualisierung-300x208.jpg" alt="Christopher Buschow pr&#228;sentiert seine Ergebnisse" width="300" height="208" class="size-medium wp-image-3028" /></a><p class="wp-caption-text">In der Ecke unten rechts: die Blogosph&#228;re</p></div>
</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Umfrage zum &#8220;Laienjournalismus in Deutschland&#8221;</title>
		<link>http://www.onlinejournalismus.de/2013/05/01/umfrage-zum-laienjournalismus-in-deutschland/</link>
		<comments>http://www.onlinejournalismus.de/2013/05/01/umfrage-zum-laienjournalismus-in-deutschland/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 01 May 2013 14:38:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Mrazek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Citizen Journalism]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Studien]]></category>

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		<description><![CDATA[Daniel Altmann, Student an der Hochschule Darmstadt im Studiengang Informationswissenschaft, bat uns folgende Anfrage zu ver&#246;ffentlichen. Die Umfrage &#8220;Laienjournalismus in Deutschland&#8221; soll in 12 kurzen Fragen einen &#220;berblick &#252;ber die Denk- und Arbeitsweise von Laienjournalisten bieten. Sie ist Bestandteil der Bachelorarbeit &#8220;Medienkrise in Deutschland &#8211; Chancen und Gefahren des Laienjournalismus&#8221; an der Hochschule Darmstadt. Durch [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[	<p>Daniel Altmann, Student an der Hochschule Darmstadt im Studiengang Informationswissenschaft, bat uns folgende Anfrage zu ver&#246;ffentlichen.</p>
	<blockquote><p>Die Umfrage &#8220;Laienjournalismus in Deutschland&#8221; soll in 12 kurzen Fragen einen &#220;berblick &#252;ber die Denk- und Arbeitsweise von Laienjournalisten bieten. Sie ist Bestandteil der Bachelorarbeit &#8220;Medienkrise in Deutschland &#8211; Chancen und Gefahren des Laienjournalismus&#8221; an der Hochschule Darmstadt. Durch die Beantwortung der Fragen sollen Thesen und Analysen in dieser Arbeit unterst&#252;tzt werden.  Zur Teilnahme ist keine Anmeldung notwendig. Bei der Umfrage selbst bleiben Sie anoynm. Am Ende der Befragung haben Sie die M&#246;glichkeit einen Gutschein von verschiedenen Anbietern anzunehmen. </p></blockquote>
	<p>Hier der <a href="http://www.q-set.de/q-set.php?sCode=GRPUUMABJHEG">Link zur Umfrage</a>. &#220;ber das Ergebnis dieser Arbeit werden wir gerne berichten.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wie NOZ-Chefredakteur Ralf Geisenhansl&#252;ke auf den digitalen Wandel reagiert</title>
		<link>http://www.onlinejournalismus.de/2013/04/23/noz-chefredakteur-ralf-geisenhanslueke-auf-den-digitalen-wandel-reagiert/</link>
		<comments>http://www.onlinejournalismus.de/2013/04/23/noz-chefredakteur-ralf-geisenhanslueke-auf-den-digitalen-wandel-reagiert/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Apr 2013 13:35:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roman Mischel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Onlinejournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Print]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>

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		<description><![CDATA[In seiner Rolle als Chefredakteur der Neuen Osnabr&#252;cker Zeitung (NOZ) will Ralf Geisenhansl&#252;ke sein Blatt &#8220;als erster und bester&#8221; der Branche in Deutschland fit machen f&#252;r das digitale Zeitalter &#8211; eine Aufgabe, die so ziemlich jeder Tageszeitung in den vergangenen Jahren Sorgen bereitet hat. F&#252;r den ABZV Videoreporter habe ich Geisenhansl&#252;ke im Februar getroffen und [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/64562456?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" width="508" height="285" frameborder="0" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe></p>

<p>In seiner Rolle als Chefredakteur der <a href="http://www.noz.de/" title="Neue Osnabr&#252;cker Zeitung">Neuen Osnabr&#252;cker Zeitung (NOZ)</a> will Ralf Geisenhansl&#252;ke sein Blatt &#8220;als erster und bester&#8221; der Branche in Deutschland fit machen f&#252;r das digitale Zeitalter &#8211; eine Aufgabe, die so ziemlich jeder Tageszeitung in den vergangenen Jahren Sorgen bereitet hat.</p>

<p>F&#252;r den <a href="http://videoreporter.abzv.de/2013/ralf-geisenhanslueke-noz/" title="Der Chefredakteur: Ralf Geisenhansl&#252;ke, Neue Osnabr&#252;cker Zeitung (ABZV Videoreporter Folge #4)">ABZV Videoreporter</a> habe ich Geisenhansl&#252;ke im Februar getroffen und einen Tag lang bei seiner Arbeit begleitet.</p>

<p>Im Interview &#228;u&#223;ert er sich u.a. dazu, wie lange der Umbruch dauern wird und was er f&#252;r seine Kollegen bedeutet, wie er seine eigene Rolle als Chefredakteur dabei interpretiert und wo die gesamte Branche in etwa zehn Jahren stehen k&#246;nnte.</p>

<p><em>Das Video steht unter der <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/" title="Creative Commons">Creative Commons Lizenz (BY-NC-ND 3.0 DE)</a>, das hei&#223;t Teilen, Verbreiten und Einbetten in andere Kontexte ist erw&#252;nscht, solange dies zu nicht-kommerziellen Zwecken geschieht.</em></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ende der &#196;ra Blumencron f&#252;r Spiegel und SpOn</title>
		<link>http://www.onlinejournalismus.de/2013/04/11/ende-der-ara-blumencron-spiegel-online-mascolo-chefredakteur/</link>
		<comments>http://www.onlinejournalismus.de/2013/04/11/ende-der-ara-blumencron-spiegel-online-mascolo-chefredakteur/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 11 Apr 2013 16:08:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiete Stegers</dc:creator>
				<category><![CDATA[Finanzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Langtext]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia]]></category>
		<category><![CDATA[Onlinejournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Print]]></category>
		<category><![CDATA[Boulevard]]></category>
		<category><![CDATA[Georg Mascolo]]></category>
		<category><![CDATA[Leitmedium]]></category>
		<category><![CDATA[Mathias Müller von Blumencron]]></category>
		<category><![CDATA[Rüdiger Ditz]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel Online]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Büchner]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom 1. Dezember 2000 bis Anfang 2008 war der nun abberufene Mathias M&#252;ller von Blumencron Chefredakteur von Spiegel Online, bis er zusammen mit Georg Mascolo an die Spitze des Print-Spiegels r&#252;ckte. Ab Februar 2011 war Blumencron offiziell der Digital-Beauftragte des Doppelspitze, trotz oder wegen der kolportierten Auseinandersetzungen um die Digitalstrategie des Spiegels und das Reizwort [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[	<p>Vom 1. Dezember 2000 bis Anfang 2008 war der <a href="http://spiegelgruppe.de/spiegelgruppe/home.nsf/pmwebaktuell/B3609906A9591A70C1257B4800378621">nun abberufene</a> Mathias M&#252;ller von Blumencron Chefredakteur von <a href="http://www.spiegel.de" title="Spiegel Online">Spiegel Online</a>, bis er zusammen mit Georg Mascolo <a href="http://www.onlinejournalismus.de/2008/02/05/aust-spiegel-online-blumencron-und-mascolo-offiziell/">an die Spitze des Print-Spiegels r&#252;ckte</a>. <a href="http://www.stern.de/wirtschaft/news/der-spiegel-doppelspitze-hat-kuenftig-getrennte-aufgaben-1656251.html">Ab Februar 2011</a> war Blumencron offiziell der Digital-Beauftragte des Doppelspitze, trotz oder wegen der <a href="http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/Spiegel-Chefredaktion-Heftiger-Gegenwind-fuer-Georg-Mascolo_107098.html">kolportierten Auseinandersetzungen um die Digitalstrategie des Spiegels</a> und das <a href="doppelspitze">Reizwort Paid Content</a> (Die Devise: &#8220;Gemeinsam Marschieren, getrennt schlagen&#8221; ging freilich nicht ganz auf.).</p>
	<p>Ingesamt war Blumencron also mehr als 12 Jahre f&#252;r die Ausrichtung von Spiegel Online verantwortlich, seit der ehemalige US-Korrespondent des gedruckten Spiegel die SpOn-Chefredaktion nach einer hektischen Boomphase unter seinem Vorg&#228;nger <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Dieter_Degler">Hans-Dieter Degler</a> &#252;bernahm.</p>
	<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Gro&#223;er Applaus eben im Newsroom von @<a href="https://twitter.com/spiegelonline">spiegelonline</a> f&#252;r M&#252;ller von Blumencron.</p>
&mdash; Friedrich Lindenberg (@pudo) <a href="https://twitter.com/pudo/status/321563916809433088">9. April 2013</a></p></blockquote>
	<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
	<p>Blumencron machte SpOn endg&#252;ltig zum Nachrichten-Marktf&#252;hrer des deutschen Online-Journalismus und zum <a href="http://www.onlinejournalismus.de/2012/08/06/spon-schrittmacher-fur-den-hauptstadt-journalismus/">Leitmedium f&#252;r die Berliner Republik</a> (auch wenn das Kollegen anderer Medien <a href="http://www.onlinejournalismus.de/2008/06/19/wie-gehen-hauptstadtjournalisten-mit-spiegel-online-sms-und-merkels-videoansprachen-um/">lange nicht zugeben wollten</a>). Immer wieder kritisiert wurde &#8211; auch von <a href="http://www.onlinejournalismus.de/?s=spiegel">onlinejournalismus.de</a> &#8211; hingegen der gef&#252;hlt wachsende Anteil von <a href="http://www.onlinejournalismus.de/2007/12/10/721-mit-patricia-dreyer/">Boulevardthemen</a>, die teilweise hektische &#220;berdrehtheit von Teasern und Schlagzeilen auch bei harten Themen.</p>
	<p>Was die Weiterentwicklung von <a href="http://www.onlinejournalismus.de/category/nutzer/">interaktiven</a> und <a href="http://www.onlinejournalismus.de/category/multimedia/">multimedialen</a> <a href="http://www.onlinejournalismus.de/2013/04/08/was-macht-multimediales-storytelling-aus/">Formaten</a> angeht, verfolgte SpOn unter Blumencron wie beim Design angekommen den Kurs behutsamer Neuerungen, setzte immer wieder Zeichen, ohne wirklich zum Avantgardisten zu werden. &#196;hnlich die abwartende Haltung in Sachen Bezahlinhalte: &#8220;Warum sollte ausgerechnet Spiegel Online Vorreiter sein?“ <a href="http://www.onlinejournalismus.de/2009/08/31/warum-sollte-ausgerechnet-spiegel-online-vorreiter-sein/">fragte R&#252;diger Ditz 2009</a>, der Blumencron als direkter Spiegel-Online-Chef nachfolgte.</p>
	<p>Der Erfolg dieser Linie Recht &#8211; vor allem in Vergleich mit den Schlingerkurs anderer Printh&#228;user. Man darf gespannt sein, was jetzt kommt. Vielleicht kehrt ja mit <a href="http://www.ndr.de/regional/hamburg/spiegel549.html">Wolfgang B&#252;chner</a> von der dpa jemand zur&#252;ck, der schon mal <a href="http://www.google.de/url?sa=t&#038;rct=j&#038;q=r%C3%BCdiger%20ditz%20wolfgang%20b%C3%BCchner&#038;source=web&#038;cd=4&#038;cad=rja&#038;ved=0CEQQFjAD&#038;url=http%3A%2F%2Fwww.horizont.net%2Faktuell%2Fleute%2Fpages%2Fprotected%2FWolfgang-Buechner-und-Ruediger-Ditz-sind-Spiegel-Online-Chefs_76523.html&#038;ei=st1mUbnAOqfK4ATLoYCIDg&#038;usg=AFQjCNEu-9zATXjrZYEzzTSMRyreGaK_pA&#038;bvm=bv.45107431,d.bGE">im Team mit Ditz</a> f&#252;r die operative Umsetzung der Blumencron-Linie verantwortlich war.</p>
	<p>Dazu drei aktuelle Stimmen &#8211; und r&#252;ckblickend auf die &#196;ra Blumencron ein paar Links auf &#228;ltere Beitr&#228;ge von uns.</p>
	<p>Wolfgang Blau, bis vor kurzem Chef von <a href="http://www.zeit.de">Zeit Online</a> und nun beim Guardian:</p>
	<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Deutschlands Online-Journalismus verdankt Mathias Mueller v. Blumencron sehr, sehr viel. Ich bin entsetzt ueber die Art des Umgangs mit ihm.</p>
&mdash; Wolfgang Blau (@wblau) <a href="https://twitter.com/wblau/status/321638228258062337">9. April 2013</a></p></blockquote>
	<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
	<p>Die Gesch&#228;ftsf&#252;hrerin von <a href="http://www.Standard.at">Standard.at</a> meint:</p>
	<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Wahnsinn, jenen zu k&#252;ndigen, der gezeigt hat wie Medien-Wandel erfolgreich zu bew&#228;ltigen ist, mM Ergebnis v. Machtspiel, oder?<a href="https://twitter.com/search/%23Spiegel">#Spiegel</a></p>
&mdash; G. Hinterleitner (@Hinterleitner) <a href="https://twitter.com/Hinterleitner/status/321584434132426752">9. April 2013</a></p></blockquote>
	<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
	<p>Und Thierry Chervel vom Perlentaucher analysiert:</p>
	<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Der <a href="https://twitter.com/search/%23Spiegel">#Spiegel</a> hat nur Zukunft, wenn die Mitarbeiter-KG die Online-Leute integriert. Mein Kommentar: <a href="http://t.co/J0uTjtha5R" title="http://www.perlentaucher.de/blog/357_der_medienwandel_als_interne_revolution.html">perlentaucher.de/blog/357_der_m…</a></p>
&mdash; Thierry Chervel (@chervel) <a href="https://twitter.com/chervel/status/322279918811623424">11. April 2013</a></p></blockquote>
	<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
	<p><em>Mehr &#252;ber Mathias M&#252;ller von Blumencron bei onlinejournalismus.de:</em></p>
	<ul>
<li><a href="http://www.onlinejournalismus.de/2008/02/05/aust-spiegel-online-blumencron-und-mascolo-offiziell/">Spiegel: Blumencron und Mascolo jetzt offiziell:</a> Eine gute Nachricht?(05.02.2008)</li>
	<li><a href="http://www.onlinejournalismus.de/2007/12/14/der-neue-hype/">Der neue Hype (auch in &#8220;Journalist&#8221; 12/2007)</a>: Blumencron &#252;ber Qualit&#228;tsjournalismus bei Spiegel Online, hier findet sich auch seine umstrittene Kritik an der Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung &#8220;Klicks, Quoten, Reizw&#246;rter: Nachrichtensites im Internet&#8221; (siehe hierzu auch das Weblog der Studienautoren, <a href="http://werkkanon.blogspot.com/2007/12/wir-fordern-eine-entschuldigung-von.html">Werkkanon: &#8220;Wir fordern eine Entschuldigung von Mathias M&#252;ller von Blumencron&#8221;</a>).
</li>
	<li><a href="http://www.onlinejournalismus.de/2007/01/04/blumencron-spiegel-online-trends-2007/">&#8220;Die haben uns vom Stuhl gehauen&#8221;</a>: Blumencrons Prognosen f&#252;r das Online-Jahr 2007
</li>
	<li><a href="http://goa2003.onlinejournalismus.de/webwatch/interviewblumencron.php">&#8220;99 Prozent der Blogs sind M&#252;ll&#8221;</a>: Blumencrons umstrittene Aussage in einem im Oktober 2004 gef&#252;hrten Interview, sp&#228;ter revidierte er diese Ansicht (siehe <a href="http://www.webwatching.info/interviews.php?id=11">Interview mit Kristin Kolodzei im Magazin &#8220;Webwatching&#8221;</a>).
</li>
	<li><a href="http://goa2003.onlinejournalismus.de/webwatch/koepfe/interviewblumencron.php">&#8220;Nur wenige werden &#252;berleben &#8230;&#8221;</a>: Blumencron erkl&#228;rt, warum guter Journalismus im Netz eine Chance hat, Interview aus dem Jahr 2003</li>
</ul>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Was macht multimediales Storytelling aus?</title>
		<link>http://www.onlinejournalismus.de/2013/04/08/was-macht-multimediales-storytelling-aus/</link>
		<comments>http://www.onlinejournalismus.de/2013/04/08/was-macht-multimediales-storytelling-aus/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 08 Apr 2013 14:35:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Oswald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia]]></category>
		<category><![CDATA[Onlinejournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Konzeption]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>

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		<description><![CDATA[Leser-Input gefragt: Was macht eine gute Multimedia-Reportage im Web aus? Konzeptionell, von der Usability her, wodurch entsteht Mehrwert, wie wichtig ist Interaktivit&#228;t, wie viel Multimedia darf es auf einmal sein?]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[	<p>Am 19. M&#228;rz habe ich <a title="NZZ-Multimedia-Reportage: Muster ohne (Mehr-)Wert" href="http://www.onlinejournalismus.de/2013/03/19/nzz-multimedia-reportage-muster-ohne-mehr-wert/">hier</a> &#252;ber die Web-Reportage &#8220;Keine Zeit f&#252;r Wut&#8221; der NZZ gebloggt. Ein ambitioniertes Multimedia-Projekt, dessen Umsetzung in Sachen Usability meines Erachtens aber nicht so gut gelungen ist. Vor kurzem hat sich dazu auf Twitter zwischen Sylke Gruhnwald, Lorenz Matzat, Daniel Drepper, Michael Hauri und mir eine kleine Diskussion entwickelt, wie man denn Web-Reportagen m&#246;glichst objektiv bewerten kann. Geht das &#252;berhaupt? Oder bleibt das immer subjektiv? Dabei entstand die Idee, in einem <a title="Kriterienkatalog Multimedia" href="https://docs.google.com/spreadsheet/ccc?key=0AqkKy6zvuhNJdE4wbFppR0tKVXVockpVa0V6S1JzTkE#gid=0" target="_blank">Google Doc</a> Bewertungskritierien zu sammeln.</p>
	<p>&nbsp;</p>
	<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>@<a href="https://twitter.com/sylkegruhnwald">sylkegruhnwald</a> @<a href="https://twitter.com/danieldrepper">danieldrepper</a> @<a href="https://twitter.com/lorz">lorz</a> @<a href="https://twitter.com/michaelhauri">michaelhauri</a> wie w&#228;rs, wenn wir die Multimedia-Kriterien in einem Google doc sammeln? <a href="https://twitter.com/search/%23crowdsourcing">#crowdsourcing</a></p>
	<p>— Bernd Oswald (@berndoswald) <a href="https://twitter.com/berndoswald/status/320607994125639680">6. April 2013</a></p></blockquote>
	<p>&nbsp;</p>
	<p>Nachdem die Sache hier auf Onlinejournalismus.de ihren Ausgang nahm, rufe ich unsere Leser auf, (z.B. via Blogpost-Kommentar) ihren Input zu geben. Was macht eine gute Multimedia-Reportage im Web aus? Konzeptionell, von der Usability her, wodurch entsteht Mehrwert, wie wichtig ist Interaktivit&#228;t, wie viel Multimedia darf es auf einmal sein?</p>
	<p>Und jetzt ihr!</p>
	<p>Update 9.4.: Via Twitter sind schon ein paar Tipps reingekommen, die ich hier einbette:</p>
	<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>@<a href="https://twitter.com/danieldrepper">danieldrepper</a> @<a href="https://twitter.com/berndoswald">berndoswald</a> Multimediales <a href="https://twitter.com/search/%23Storytelling">#Storytelling</a> bietet mehrere Ebenen. User entscheidet selbst, wie tief er einsteigen m&#246;chte.</p>
&mdash; Robert Schoeffel (@roh_bertl) <a href="https://twitter.com/roh_bertl/status/321528579521409024">9. April 2013</a></p></blockquote>
	<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
	<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>@<a href="https://twitter.com/remrow">remrow</a> @<a href="https://twitter.com/roh_bertl">roh_bertl</a> @<a href="https://twitter.com/danieldrepper">danieldrepper</a> roter faden funktioniert eher in EINER Geschichte, in einem Special mit vielen Aspekten wirds schwer</p>
&mdash; Bernd Oswald (@berndoswald) <a href="https://twitter.com/berndoswald/status/322255465864110080">11. April 2013</a></p></blockquote>
	<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
	<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>@<a href="https://twitter.com/remrow">remrow</a> @<a href="https://twitter.com/roh_bertl">roh_bertl</a> @<a href="https://twitter.com/danieldrepper">danieldrepper</a> das kann man nicht pauschal sagen: manche wollen lieber entdecken, andere gef&#252;hrt werden <a href="https://twitter.com/search/%23roterfaden">#roterfaden</a></p>
&mdash; Bernd Oswald (@berndoswald) <a href="https://twitter.com/berndoswald/status/322254466294366208">11. April 2013</a></p></blockquote>
	<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
	<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>@<a href="https://twitter.com/berndoswald">berndoswald</a> RT: @<a href="https://twitter.com/dok_jour">dok_jour</a>: vielleicht hilft Blick in MESSAGE 1/13Schwerpunkt Storytelling <a href="http://t.co/t22CkhtuH1" title="http://bit.ly/ZKJKz1">bit.ly/ZKJKz1</a> <a href="http://t.co/iJXbSAz5Ue" title="http://bit.ly/10P14GS">bit.ly/10P14GS</a></p>
&mdash; Fiete Stegers (@fiete_stegers) <a href="https://twitter.com/fiete_stegers/status/321567161351020544">9. April 2013</a></p></blockquote>
	<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script>
</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Konferenzen: Datenjournalismus, Recherche, ONA</title>
		<link>http://www.onlinejournalismus.de/2013/03/29/konferenz-termine-datenjournalismus-netzwerk-recherche-ona/</link>
		<comments>http://www.onlinejournalismus.de/2013/03/29/konferenz-termine-datenjournalismus-netzwerk-recherche-ona/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 29 Mar 2013 16:29:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiete Stegers</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fortbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Onlinejournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Recherche]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Datenjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Tag des Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Konferenz]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerk Recherche]]></category>
		<category><![CDATA[ONA]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein paar Terminhinweise f&#252;r die n&#228;chsten Monate: Journalism Festival mit School of Data Journalism, 24.-28.4., Perugia re:publica, 6.-8.5., Treffen der deutschen Internet- und Bloggerszene in Berlin Frankfurter Tag des Online-Journalismus, 4.6., Frankfurt am M. Netzwerk Recherche, 14.-15.6., Hamburg, Jahreskonferenz Global News Summit 2013: Hack the Newsroom, 19.-21.6., Paris, 19 ONA 13, 17.-19.10., Atlanta, Jahreskonferenz der [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[	<p>Ein paar Terminhinweise f&#252;r die n&#228;chsten Monate:</p>
	<ul>
	<li><a href="http://datadrivenjournalism.net/news_and_analysis/announcing_the_school_of_data_journalism_2013_in_perugia">Journalism Festival mit School of Data Journalism</a>, 24.-28.4., Perugia</li>
	<li><a href="http://re-publica.de/">re:publica</a>, 6.-8.5., Treffen der deutschen Internet- und Bloggerszene in Berlin</li>
	<li><a href="http://blogs.hr-online.de/ftoj/">Frankfurter Tag des Online-Journalismus</a>, 4.6., Frankfurt am M.</li>
	<li><a href="http://netzwerkrecherche.org/">Netzwerk Recherche</a>, 14.-15.6., Hamburg, Jahreskonferenz</li>
	<li><a href="http://journalists.org/gen-conference/">Global News Summit 2013</a>: Hack the Newsroom, 19.-21.6., Paris, 19</li>
	<li><a href="http://journalists.org/conference/ona13/">ONA 13</a>, 17.-19.10., Atlanta, Jahreskonferenz der Online News Association in den USA</li>
	</ul>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>NZZ-Multimedia-Reportage: Muster ohne (Mehr-)Wert</title>
		<link>http://www.onlinejournalismus.de/2013/03/19/nzz-multimedia-reportage-muster-ohne-mehr-wert/</link>
		<comments>http://www.onlinejournalismus.de/2013/03/19/nzz-multimedia-reportage-muster-ohne-mehr-wert/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 19 Mar 2013 06:32:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Oswald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Multimedia]]></category>
		<category><![CDATA[Negativbeispiel]]></category>
		<category><![CDATA[Onlinejournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Datenjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Datenvisualisierung]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>

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		<description><![CDATA[Die NZZ hat eine opulente Multimedia-Reportage zu zwei Jahren Fukushima produziert. Das ambitionierte Ensemble aus Bildern, Videos, Karten und Animationen ist sch&#246;n anzuschauen, leider aber unzureichend erkl&#228;rt. Ohne Kontext nutzt das gr&#246;&#223;te Multimedia-Feuerwerk wenig.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[	<p><em>Die NZZ hat eine opulente Multimedia-Reportage zu zwei Jahren Fukushima produziert. Das ambitionierte Ensemble aus Bildern, Videos, Karten und Animationen ist sch&#246;n anzuschauen, leider aber unzureichend erkl&#228;rt. Ohne Kontext nutzt das gr&#246;&#223;te Multimedia-Feuerwerk wenig.</em> <span id="more-2937"></span><br />
<img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/1d72a93792d04c67b04f399ae4d20212" alt="" width="1" height="1" /><br />
In den vergangenen Tagen hat mich das <a title="NZZ-Multimedia-Reportage &quot;Keine Zeit f&#252;r Wut&quot;" href="http://fukushima.nzz.ch/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">Fukushima-Special „Keine Zeit f&#252;r Wut“ </span></a>der Neuen Z&#252;rcher Zeitung auf vielen Tweets gefunden – es muss also wichtig sein. Die meisten Tweets waren voll des Lobes und machten mich neugierig, mal einen genaueren Blick auf das Werk zu werfen. Die Idee: Das NZZ-Team besuchte die gleichen vier Betroffenen, die es unmittelbar nach der Atomkatastrophe im M&#228;rz 2011 besucht hatte, und zeigt auf, wie sich das Leben der Familie Ara, einer Lehrerin, eines Taxifahrers und eines Bauern in diesen zwei Jahren ver&#228;ndert hat. Keine ganz neue Idee, aber sehr aufwendig recherchiert. Die gedruckte NZZ ver&#246;ffentlichte am 8. M&#228;rz 2013 eine Doppelseite (22.000 Zeichen) von „Keine Zeit f&#252;r Wut“ im Ausland-Ressort, was das Maximum f&#252;r die Zeitung darstellt. Im Web ging am gleichen Tag die Multimedia-Reportage online, in der vollen 55.000 Zeichen-Version, verteilt auf vier Kapitel mit vier Protagonisten. Jedes dieser Kapitel ist auch mit massig multimedialem Material angereichert. Der Mehrwert ist leider oft sehr gering, das ist das gro&#223;e Manko an der Reportage. Mir sind folgende Kritikpunkte aufgefallen:</p>
	<ol>
	<li>Die Bildunterschriften sind arg spartanisch ausgefallen, sie beschreiben nur, was das Bild zeigt bzw. wo es aufgenommen wurde, zum Beispiel: „Vieh auf dem Bauernhof von Masami Yoshizawa“. Ein weiterf&#252;hrender Satz, der das Bild in einen Kontext stellt und aufzeigt, was es bedeutet bzw. warum es relevant ist, fehlt.</li>
	<li>Beim Portr&#228;t der Familie Ara ist eine 10-teilige Bildergalerie eingebunden, hier gibt es gar keine Bildunterschriften, ergo auch keinen Kontext. Noch nicht mal unter dem Startbild der Bildergalerie steht, dass es sich um eine Fotoserie handelt. Das muss man sich anhand des Serienbild-Icons selbst erschlie&#223;en.</li>
	<li>Zum Abschluss eines jeden Kapitels gibt es gro&#223;formatiges Bild, das ebenfalls ohne Bildunterschrift leben muss. Dann kann man es auch gleich ganz lassen.</li>
	<li>Es gibt bei jedem Kapitel ein Videointerview, erkenntlich nur durch einen Play-Knopf, wieder nur minimalst beschriftet: „Osamo Satu, pensionierter Taxifahrer“. Was sagt denn dieser Taxifahrer? Gibt es nicht ein pr&#228;gnantes Zitat, das mir als Nutzer signalisiert, ob es sich lohnt, das Video anzuklicken? Wo ist der Mehrwert bei einem Video mit einer einzigen Einstellung, das au&#223;erdem durch Voice-over noch an Authentizit&#228;t verliert? Auch hier fehlt ein starkes Zitat als Videounterschrift.</li>
	<li>Die Anordnung der Mehrwert-Elemente erscheint willk&#252;rlich, speziell bei den Bildern: mal rechts vom Text, mal links vom Text, mal im Text, mal darunter. Manche Bilder sind an einer festen Stelle in den Text eingebunden, andere rutschen neben dem Text mit nach unten, wenn man nach unten scrollt.</li>
	<li>Es gibt zwei bildschirmf&#252;llende Grafiken: Bei der Grafik „Evakuierte Personen“ gibt es zwar eine kleine Beschreibung, die aber &#252;berhaupt nicht erkl&#228;rt, wie die Grafik zu verstehen ist. Die Balkenfarben Rot und Blau entsprechen in ihren Proportionen nicht den zugeh&#246;rigen Zahlen; es ist unklar, ob die Werte f&#252;r die Jahre 2011 und 2012 kumuliert sind oder nicht. Hier w&#228;re einfach eine aufschlussreiche Legende gefragt gewesen. Die andere Mega-Grafik ist animiert, sie zeigt die Strahlenbelastung in verschiedenen Orten um Fukushima in Millisievert an und gibt ein paar Vergleichswerte. Das ist das anschaulichste Multimedia-Element in dem ganzen Special.</li>
	<li>Eine weitere Grafik im Kapitel „Taxifahrer“ zeigt eine weitere Grafik zu den Evakuierungszonen, genauer gesagt, wann welches Gebiet welchen Gef&#228;hrdungsstatus hatte. Das erinnert sehr an die andere Evakuierungsgrafik mit den absoluten Zahlen.</li>
	</ol>
	<p>An der Produktion dieser aufwendigen Multimedia-Reportage waren ein Menge Leute beteiligt: Autor Marcel Gyr, die Online-Redakteurin und Datenjournalistin Sylke Gruhnwald und ein Team der Visualisierungs-Agentur Interactive Things. Die Erl&#228;uterungen zu Bildern und Videos haben Gyr und Gruhnwald gemeinsam geschrieben. Das &#252;berrascht mich, denn dann war das Hintergrundwissen ja vorhanden, ist aber so gut wie gar nicht in die Beschriftung eingeflossen. Wie gesagt: Hier ist viel zu wenig Kontext vorhanden. Es verwundert mich sehr, dass die beiden hier nicht mehr in die Tiefe gegangen sind. Die Legenden der Grafiken und Visualisierungen hat Interactive Things produziert, leider gibt es auch hier Punktabzug in Sachen Verst&#228;ndlichkeit.</p>
	<h2><strong>Zu viele Eyecatcher</strong></h2>
	<p><div id="attachment_2954" class="wp-caption alignleft" style="width: 530px"><a href="http://www.onlinejournalismus.de/wp-content/images/Evakuierte-Personen5301.jpg"><img class="size-full wp-image-2954" title="Evakuierte-Personen Fukushima NZZ" src="http://www.onlinejournalismus.de/wp-content/images/Evakuierte-Personen5301.jpg" alt="Evakuierte-Personen Fukushima NZZ" width="520" height="352" /></a><p class="wp-caption-text">Die Legende zur Fl&#252;chtlingsgrafik erkl&#228;rt nicht, wie Zahlen und Balken zueinander in Bezug stehen</p></div></p>
	<p>Kommen wir zur Usability bzw. zur User Experience. Die Multimedia-Elemente sind zwar immer an einer thematisch passenden Stelle im Text platziert. Weil sie aber so gro&#223; sind, lenken sie von der Textlekt&#252;re ab. Manchmal sind die Grafiken – wie im Fall der „Evakuierten Personen“ so gro&#223;, dass man gar nicht mehr sieht, dass darunter der Text noch weitergeht. Wenn man ein neues Kapitel aufruft, springen einem immer gleich die Bilder, Videos und Grafiken ins Auge und das bleibt auch so, wenn man im Text nach unten scrollt. Das Auge nimmt nun mal optische Elemente bevorzugt wahr und der Text ist so voller Eyecatcher, dass ein ruhiges Leseerlebnis unm&#246;glich ist. Insofern ist das Ziel, „einen stringenten Text ohne Multimedia-Elemente zu produzieren und gleichzeitig den Lesefluss nicht zu unterbrechen, sobald die Elemente hinzugekommen sind“ (Benjamin Wiederkehr, Produktionschef bei Interactive Things), klar verfehlt worden.</p>
	<h2>Multimedia-Inhalte kannibalisieren sich</h2>
	<p>Ausgangspunkt f&#252;r die Multimedia-Reportage war der geschriebene Text. Die Reportage hat <a title="Interview mit Sylke Gruhnwald " href="http://ddjch.tumblr.com/" target="_blank">„den Weg gewiesen zu den Themen, z. B. die Zahl der evakuierten Personen oder die Strahlenbelastung in den verschiedenen Regionen“, </a>sagt Sylke Gruhnwald, die die Daten in der NZZ-Online-Redaktion recherchiert und die Reportage mitproduziert hat. Sie sagt weiter, dass es dem Team „wichtig war, eine Verkn&#252;pfung von Erz&#228;hl- und Datenstrang zu schaffen“. Das ist ein gro&#223;es Ziel – vielleicht ein zu gro&#223;es. Mir dr&#228;ngt sich der Eindruck auf, dass hier ein Multimedia-Feuerwerk abgebrannt wurde, ohne genau zu bedenken, welchen Zweck das jeweilige Feature genau haben soll. Eine Reportage erz&#228;hlt eine Geschichte, dazu macht sich vielleicht noch eine Bildergalerie ganz gut, die manche beschriebenen Eindr&#252;cke bebildert. Damit sollte es aber gut sein. Grafiken haben hohes Erkl&#228;rpotenzial – erkl&#228;ren ist aber etwas anderes als erz&#228;hlen. Videos sollten ein Ereignis, eine Szene, irgendeine Aktion zeigen, authentisch sein. Aber wenn man all diese Elemente in einem Special zusammenklebt, kannibalisieren sie sich – unter dem Strich verlieren alle Elemente an Bedeutung. Hier gilt ganz klar die Devise: Weniger w&#228;re mehr gewesen. Und die Elemente, auf die man sich dann konzentriert, sollte man umso sorgf&#228;ltiger anmoderieren. Separat ausgespielt w&#228;ren der Erz&#228;hlstrang und der Datenstrang (zum Beispiel in einem interaktiven Datenspecial, in dem der Nutzer selbst steuern kann, wie tief er ins Thema einsteigen m&#246;chte) vermutlich besser zur Geltung gekommen.</p>
	<h2>Fazit</h2>
	<p>Die Multimedia-Reportage „Keine Zeit f&#252;r Wut“ der NZZ ist optisch sehr sch&#246;n anzuschauen, der Text ist in einem klaren, ruhigen <a title="Wolfgang Blau lobt auf Twitter das Layout der Reportage" href="https://twitter.com/wblau/status/311047841164443648" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">„Snowfallish-Layout“ </span></a>pr&#228;sentiert. Es sind sehr viel Zeit, Recherche und Produktionskapazit&#228;t in die multimediale Aufbereitung geflossen – ich begr&#252;&#223;e es sehr, dass die NZZ so etwas erm&#246;glicht und Experimentiergeist zeigt. Multimediale Elemente k&#246;nnen ein Thema enorm bereichern, man kann sie aber auch &#252;berstrapazieren. Das ist leider bei „Keine Zeit f&#252;r Wut“ der Fall. Dem Nutzer ist in den seltensten F&#228;llen damit geholfen, wenn man dann alles in einen Topf schmei&#223;t. Das verwirrt eher. Die meisten Features sind nicht gut erkl&#228;rt, einige gar nicht. Daher k&#246;nnen sie nur einen Bruchteil ihrer intendierten Wirkung entfalten. So bleibt der Bilder-, Video- und Grafik-Rausch ein Muster ohne (Mehr-)Wert.</p>
	<p><em>Dieser Artikel erschien zuerst im <a title="Torial-Blog" href="http://get.torial.com/blog/2013/03/nzz-multimedia-reportage-muster-ohne-mehr-wert/" target="_blank">Torial-Blog</a>.</em>
</p>
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