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„After The War“: Audioslideshow advanced

Am 6. Dezember wurde der Deutsche Reporterpreis vergeben. In der Kategorie „Beste Web-Reportage“ hat Felix Seuffert mit seiner Audio-Slideshow „After The War“ gewonnen. Dabei ist es die Reportage, die das Schicksal eines vor dem Bürgerkrieg in Kongo nach Südafrika geflohenen Fußballprofis erzählt, gar keine reine Audioslideshow, sondern enthält mindestens genauso viele Video-Elemente.“After The War”Preiswürdig ist „After The War“ aus mehreren Gründen: Weiterlesen …

Audio-Slideshow vs. Video: Nie mehr als Nische?

Soundslides-Logo [Montage]
Matthias Eberl hat kürzlich den Deutschen Reporter-Preis für eine Audio-Slideshow gewonnen und dabei einige Aufmerksamkeit auf diese onlinespezifiische Darstellungsform gelenkt, für die er sich seit Jahren einsetzt.

Fabian Mohr hat sich nun Gedanken zum Thema Audio-Slideshow vs. Video gemacht und kommt zu dem Schluss: Audio-Slideshows „stagnieren kreativ“. Sie werden nie aus der Nische herausfinden, waren vielleicht nur ein Übergangsphänomen multimedialen Erzählens. Mit HD und videofähigen DSLR-Kameras geraten reine Audio-Slideshows ins Hintertreffen, meint der Zeit Online-Entwicklungsredakteur, der beide Darstellungsformen kennt und beherrscht. Er führt einige treffende Argumente ins Spiel, unter anderem:

  • den Arbeitsaufwand für eine ausgefeilte Slideshow
  • die Tatsache, dass schon ein schlechtes Bild in einer Slideshow enorm stören kann – während eine Video-Sequenz weniger störend auffällt
  • die Hürden, die es selbst beim Erstellen mit dem Wunderwerkzeug Soundslides innerhalb einer Online-Redaktion gibt (FTP-Upload-Rechte? Einbinden externer Flash-Objekte?)
  • die auf Video ausgelegte Infratstruktur von Online-Redaktionen und externen Hosting-Plattformen

Wer als Multimedia-Reporter arbeiten will, solle sich auf Video konzentrieren, rät Fabian Mohr deshalb. Richtig? Ich finde viele Argumente sehr nachvollziehbar, vermisse ähnlich scharfe Überlegungen für den Einsatz von Video. Dort hat sich ja einerseits immer wieder gepredigte Einsatz von schnell gedrehten Sequenzen, die in textegetriebene Beiträge eingebunden werden, bisher – ähnlich wie die Slideshows – noch nicht durchgesetzt. Und qualitativ hochwertige gedrehte und geschnittene Video-Beiträge sind andererseits in der Gesamtproduktion immer noch ein wenig komplexer zu erstellen als vergleichbare Audio-Slideshows.

In nächster Zeit werden sich die Produktionsvoraussetzungen dank Flip-Kameras in Lokalredaktionen und videofähigen DSLR weiter verändern. Aber die potenziellen technischen Möglichkeiten bedeuten ja nicht zwangsläufig, dass diese auch extensiv genutzt werden: Kurze Video-Schnipsel, aufwändige Audio-Slideshows und noch aufwändigere Kombinationen aus Video, Audio und Stills könnten auch weiterhin die Ausnahme bleiben, während eingleisige Formate – stumpfer Text, bloßes Video oder stumpfe Bilderstrecke – weiter dominieren.

(Matthias Eberl und Fabian Mohr sind/waren Autoren von onlinejournalismus.de).

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Stimmen zu Fabian Mohrs Blog-Post:

  • Marco Maas: „[Fabian Mohr] hat wohl leider recht.“
  • Oliver Bechmann: „… fasst gut zusammen, warum ich mich von Soundslides & Audio-Slideshows ab- und den Video-Audio-Slide-Kombis zugewandt habe. […] Ich glaube allerdings nicht an das vollständige Aus der Audioslideshows.“
  • Steffen Leidel (Deutsche Welle) „Im Prinzip stehen wir am Ende der Ära von reinen Audioslideshows und am Anfang einer neuen Zeit im Multimedia-Storytelling, in der es um die Frage geht, wie man Foto, Ton und Film am besten zusammenführt.“
  • Markus Hündgen (DerWesten): „Auch wir haben damit experimentiert. Und nach einigen Versuchen das Stilmittel zu den Akten und Soundslides in den Papierkorb geschoben. Ausschlaggebend war nicht das User-Feedback – dieses war durchgehend positiv – sondern schlicht ökonomisches Kalkül.“
  • Dirk Kirchberg (HAZ): „Guter Journalismus, egal welche Gattung, war schon immer eine Nische (…). Daher darf es nicht um Technik oder Vermarktung gehen.“
  • Fabian Schweyher: Das Missverständnis liegt in der Annahme, dass Audio Slideshows eine gleichwertige Alternative zu Videos darstellen. Denn Ton-Bild-Strecken bieten sich nur für ganz bestimmte journalistische Darstellungsformen an.

Ausgezeichnete Audio-Slideshow

Glückwunsch an unserem Mitstreiter Matthias Eberl: Seine Audioslideshow „Außen ein Puff, innen die Hölle“ über eine Münchener Bar (veröffentlicht bei sueddeutsche.de) ist als „beste Webreportage“ 2009 vom Reporterforum geehrt worden.

(via Medium Magazin)


Mehr zum Thema Slideshows

Audio-Slideshow: Stimmen aus der Schlange

Oasis-Fans in der Warteschlange: Eine vertonte Bildergalerie bei Einslive. Weil’s ein Radiosender ist, zwar vermutlich eher eine bebilderte Audio-Umfrage, aber in jedem Fall gut gemacht.

Nachtrag, apropos Audio-Slideshow: Stefan Niggemeier findet merkwürdigerweise keinen Gefallen an „gestählerten Körpern“ in knapper Sportbekleidung. stern.de hat sein „Experiment“ mit einer (von dpa produzierten!) Sportler-Slideshow a la Welt.de daraufhin beendet. „Allgäu online“ erfreut sich dagegen weiterhin an dem, was Agenturjournalisten als „jung, hip und vor allem sexy“ bestaunen. Auch die Ruhr-Nachrichten, und die Rhein-Zeitung sind dabei. Den Trierer Volksfreund hat Google auch im Verdacht.

Nachtrag, 21.08.2008: Welt.de bearbeitet das Thema „So sexy ist Olympia“ aus eigener Kraft – wahrscheinlich, um auf 48 Bilder zu kommen. Textbeispiel: „Und was macht diese Cheerleaderin da eigentlich? Egal. Hübsch ist sie ja.“

[Ich arbeite u. a. für WDR.de, aber nicht für Einslive.]

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Typologie der Audio-Slideshow

Titelbild

Im folgenden Aufsatz werde ich verschiedene Formen der Audio-Slideshow unterscheiden. Dabei werde ich nicht nach verwendeten Formaten gliedern, wie es ewa Fabian Schweyher in seiner Diplomarbeit zur Audio-Slideshow versucht hat. Sondern ich möchte die möglichen Formen der Audio-Slideshow nach ihrer Vermittlungsform kategorisieren. Grundlage sind die verschiedenen Arten des Erzählers, die der französische Literaturwissenschaftler Gérard Genette in seinem Werk „Die Erzählung“ unterscheidet. Daraus ergeben sich auch Erkenntnisse für die praktische Umsetzung einer Audio-Slideshow.
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Audio-Slideshows in Deutschland

Dass die Bildergalerie bei führenden deutschen Qualitätsmedien ein wichtiger Bestandteil sogenannter Qualitätsoffensiven ist, wissen wir ja. Bildergalerien sind in der onlinejournalistischen Praxis meist auf die Schnelle zusammengestellte Klickschinder – nach journalistischen Kriterien zusammengestellte Fotostrecken mit sorgsam komponierten Fotos und Texten die absolute Ausnahme.

Kein Wunder, dass – anders als in den USA – die (animierte) Slideshow mit Audiokommentar ein Schattendasein fristet. Auch beim Spezialblog Soundphotographer wird fast ausschließlich auf Beispiele aus den USA verwiesen. Gibt es denn in Deutschland gar nichts? Weil ich gerade privat selbst noch einmal die Software Soundslides für eine Audio-Slideshow ausprobiert habe („12 Stunden später“), habe ich mich noch einmal umgeschaut und bin hier und da doch fündig geworden:

  • Kilometer 42, die multimediale Reiseserie von Spiegel Online. Jörg Pfeifer setzt regelmäßig Audio-Slideswhows ein und steht damit ziemlich alleine dar. Meist lässt er einen Protagonisten zu seinen Fotos erzählen.
  • Die FR hat offenbar Lust zum Ausprobieren: Ankunft der Weltmeisterinnen in Frankfurt. Mit Soundslides erstellt, solider Standard, nix überraschendes. Hier Hinweise zu zwei weiteren FR-Stücken.
  • Der Fotograf Gordon Welters nutzt Audio-Slideshows, um auf seiner Website Ausschnitte aus seinem Portofolio zu präsentieren – klasse fand ich die Slideshow zum G8-Gipfel (vielleicht etwas parteiisch).
  • Beim Schweizer „Blick“ gibt es eine etwas aufwändiger produzierte Slideshow („48 Stunden im Leben von Adolf Ogi“) (wiederum Soundslides). Sie setzt u. a. Karten an, leidet aber unter der staubtrockenen Sprecherstimme.
  • Ergänzung: BR und tagesschau.de (1, 2) haben in der Vergangenheit mal hier und da experimentiert, aber m. W. keine regelmäßigen Formate (wegen personellen Überschneidungen mit onlinejournalismus.de hatte ich das an dieser Stelle zunächst nicht erwähnt).
  • Wer noch weitere Beispiele kennt – Hinweise gerne in den Kommentaren.

dpa hat angekündigt, künftig auch fertig produzierte Audio-Slideshows anzubieten. Ob das Auswirkungen auf das Angebot insgesamt hat?

Einerseits sind Audio-Slideshows eine folgerichtige Weiterentwicklung des Fotojournalismus bei klassischen Medien. Andererseits gibt es in der Reportage-Praxis die Hürde, dass eben vor Ort neben den Fotos noch die Audiospur aufgenommen werden muss. Ich kann mir vorstellen, dass es da bei Solo-Journalisten in vielen Fällen praktischer wäre, gleich zur Videokamera zu greifen und Bild- und Ton gleichzeitig aufzuzeichnen, wenn es schon multimedial sein soll. Teilt sich ein Team aus Fotograf und Texter die Arbeit, sieht die Sache dagegen ganz anders aus …

Instant Slideshow

Auf der Übersichtsseite mal eben eine Bildgalerie zum Durchklicken in einem eigenen Player, ohne dass sich die eigentliche Seite ändert – gesehen beim niederländischen Telegraaf. Vergleiche integrierte Videoplayer, wie sie jetzt auch SpOn einsetzt.

Der große Scrollytelling-Tool-Test

Update Mai 2015: Linius hinzugefügt

Zum Anlass eines kleinen zehnjährigen Jubiläums habe ich einen großen Scrollreportagen-Tool-Test erstellt: Vor zehn Jahren habe ich den ersten Prototypen einer Scrollreportage in meinem Weblog Rufposten veröffentlicht, zusammen mit einem kurzen Theorietext, warum das vielleicht ein tolles Medium für den Journalismus wäre. Zusammen mit Dirk von Gehlen setzten wir es später bei dem Jugendmagazin jetzt.de ein. Es gab später sogar ein Tutorial für andere Journalisten. Danach habe ich mich aber der Audio-Slideshow zugewendet und es wurde ruhig um die Scrollreportage in Deutschland.



Aber seitdem Scrollytelling 2012 durch Snow Fall populär wurde und es auch in deutschsprachigen Verlagen wieder großartige Scrollreportagen gibt, sind einige neue Tools entstanden, mit denen man Scrollytelling jenseits von Mammutbudgets und 20-Mann-Teams produzieren kann. Es ist also Zeit für einen großen Vergleichstest der Scrollreportagen-Tools!

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Kai Diekmann’s lousy tweets

Twitter-Profil von Kai Diekmann (Screenshot [M])

Er ist zurück. Anfang der Woche – fast zeitgleich zur Präsentation der künftigen Bild-Bezahlmauer in Berlin – hat Kai Diekmann den Countdown zur Rückkehr von seiner gut neunmonatigen Klassenfahrt Sabbatical Bildungsreise ins Silicon Valley gestartet. Sein Abschiedstweet ans Valley kam aus dem Flugzeug. Und was er in den 2364 Nachrichten davor so von sich gegeben hat? Eine subjektive Bestandsaufnahme der ödesten, banalsten und egozentriertesten Tweets des Bild-Chefredakteurs.*

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Geballter Hintergrund im Kollaborationsverfahren

Julius Endert berichtet bei seinem neuen Projekt Netz-Lloyd über eine Studie zum Entstehen von Wikipedia-Artikeln bei Breaking-News-Themen. Brian Keegan, Doktorand an der Northeastern University in Boston, hat deren Entstehung untersucht.

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