“Branchendienst 2.0″

Peter Turi, der bis 2000 für Kress gearbeitet hat, hat einen “Branchendienst 2.0″ “für die digitale Welt” gegründet. Turi2.de läuft als Weblog und will Analysen, Hintergrundinfos, Kommentare und Porträts liefern. Onlinejournalismus.de (auch irgendwie Branchendienst, aber eben 1.0) wünscht viel Erfolg!

Podcast-Einsatz bei Zeitungen

Schöner Linkhinweis: “Pimp My Brain”, eine Podcasting-Show zu Podcasting-Trends und Audio-Marketing. In Folge 59 (!) widmet man sich aktuell unter anderem dem Podcast- und Audio-Einsatz bei den Websites von Zeitungen. (Dank an B. P. für den Tipp).

Schweizer Zeitungen verspüren weniger Druck

Neue Web-Hysterie und bald das große Zeitungssterben? Nicht so in der Schweiz, meint Michael Soukup. Dort erschien folgender Artikel bereits im vergangenen Jahr in der SonntagsZeitung” – aber an der Sachlage im Nachbarland hat sich nichts geändert.
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Blum: “Keine Zukunft fürs Massenblatt”

Glückliche Schweiz? Der Berner Medienprofessor Roger Blum über das, was die gedruckte Presse im Nachbarland erwartet. Ein Interview von Michael Soukup.
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Radio mit Anguckbildchen

Christoph Maier macht auf ein neues Format der Netzeitung namens “Movie Flash” aufmerksam: Im Prinzip eine Filmkritik als animierte Slideshow mit Off-Text.
Im Vergleich zu ihm bin ich allerdings weniger begeistert: Wir hören einen soliden Radiobeitrag – aber die Bilder werden dazurecht willkürlich abgespult, die erklärenden Mini-Bildtexte stehen in keinem Zusammenhang mit dem Offtext. Zur Hölle mit der Linearität – aber wenigstens die pompöse Trailerstimme zu Beginn des “Movie Flash” lässt einen mal wieder vor dem Rechner grinsen. Der “Sat1 FilmFilm” lässt grüßen.

Auch aufgewacht?

Herr Murdoch hat seinen Verlegerkollegen schon letztes Jahr den Marsch geblasen. Herr Kundrun von Gruner und Jahr äußert jetzt auch für ein klassiches Medienhaus ungewohnte Töne:

«Wir müssen unsere Medien-Marken nicht mehr nur als reine Zeitschriftenmarken verstehen, sondern als Themenleuchttürme, die heute ihren Ausgangspunkt im Magazingeschäft haben, aber sehr viel mehr beinhalten können.» So erwartet Kundrun auch über das Internet neue Impulse. Immer mehr Menschen organisierten sich im Netz in neuen «Communities», der Verlag müsse «Leser und Anzeigenkunden» dorthin
begleiten, wo sie sich austauschen. (dpa)

In der klassischen Jahrebilanz bei G+J spielt Online allerdings keine Rolle.

Guardian: Comment is free

Komme jetzt erst dazu, mir Comment is free näher anzusehen – und finde es extrem gelungen. Der Guardian bündelt auf Comment is free alles, was in Richtung Meinung und Leitartikel geht – und steigt in die Konversation mit seinen Usern ein.

Wer sich registriert, kann kommentieren (im Artikel, nicht in kilometerweit entfernten, allgemeinen Foren). Das Echo ist gut, an den Storys hängen zum Teil 50 und mehr Kommentare.

Was mir – ähnlich wie bei TimesSelect – gut gefällt: Dass die Autoren vorgestellt werden.

Und dass ihre Texte aus der musealen Stille der Zeitung herausgeholt werden.

Wikis: Vielseitige Plattform für journalistische Websites

Onkel Brumm (nebenbei: wann erhält der endlich einen vernünftigen Namen?) weist bei Zeit.de auf das Nordwest-Wiki der Oldenburger Nordwest Zeitung hin: “Hier sollen im Form eines Wikis alle Informationen rund um den Nordwesten gesammelt werden”, heißt im Wiki. Und natürlich kann jeder dort mitschreiben. Seit November 2005 sind so 350 Artikel entstanden. Brumm fragt sich, ob so etwas auch bei Zeit.de sinnvoll wäre.

Ähnliche Projekte gibt es beispielsweise beim “Handelsblatt”, dass Ende September 2005 sein Wirtschaftswiki startete (wir berichteteten) oder bei der PC-Welt. Eher für den temporären Einsatz gedacht ist das Fanportal der “Stuttgarter Zeitung”, Worldcupwiki von Fans für Fans. Auch als Wissenssammlung von Journalisten für Journalisten eignen sich Wikis, wie das Wiki des Journalistennetzwerks Jonet zeigt.

Anders machte es Jochen Magnus, Redaktionsleiter der Online-Ausgabe der Koblenzer “Rhein-Zeitung”, RZ Online. Dort wurde die vorhandene deutschsprachige Wikipedia im August 2004 komplett in das Online-Angebot eingebunden. Weitere Informationen zur Nutzung von Wikipedia als Journalist finden Sie auf meinem Weblog.

Mitmachen: Umfrage zum Verbraucherjournalismus

Andreas Eickelkamp (u.a. Mitautor des Werkes “Nutzwertjournalismus”, Rezension von mir) bittet für seine Doktorarbeit über Verbraucher- und Ratgeber-Journalismus um Teilnahme an einer Online-Befragung. Die Umfrage richtet sich an alle Mediennutzer.

Ziel der Befragung ist, Verbraucher- und Ratgeber-Journalismus besser an die Wünsche der Leserinnen und Leser anzupassen.

Dazu liest Du zwei oder drei Texte und gibst Deine Meinung dazu ab (je 5-10 Minuten), und ein Mal beantwortest Du Fragen zu Deiner Mediennutzung (10 Minuten). Mitmachen kann jede Person, die gut Deutsch spricht und mindestens 18 Jahre alt ist. Besondere Kenntnisse sind nicht nötig.

Die Umfrage ist vollständig anonym. Sie findet im Rahmen eines wissenschaftlichen Forschungsprojektes an der Universität Leipzig statt und verfolgt keinerlei kommerziellen Interessen. Sie finden die Umfrage unter: www.nutzwertjournalismus.de/befragung

Wir werden über die Ergebnisse insofern sie den Online-Bereich betreffen, berichten.

Watchblogs – wo laufense denn?

Auch wenn laut der Befragung “Zukunft des Journalismus” (Mai 2005, Uni Leipzig) fast zwei Drittel der Medienschaffenden Weblogs kennen, bleiben immer noch offene Fragen.

Wenn ich Kollegen auf Watchblog-Aktivitäten hinweise, erwähne ich neben den ausgewiesenen Watchblogs (BILDblog, Ostsee-Zeitung-Blog, ORF-Blog) auch andere Blogs. Wohlgemerkt mit dem Hinweis, dass diese häufig nur sporadisch über Medien berichten. Für Einsteiger ist es natürlich schwierig, wenn sie etwa Don Alphonsos Rebellen ohne Markt besuchen und jener sich gerade in epischer Breite über die Renovierungsarbeiten seines Hauses auslässt (was wohlgemerkt auch unterhaltsam ist).

Zwei, nein, jetzt sind es sogar drei schöne Beispiele gibt es aktuell hier auf dem Präsentierteller: Felix Schwenzel, kein Journalist!, hat sich einen Artikel über “Deutschlands einziges Zensurblog” etwas genauer angeschaut und findet “platte lügen auf politik-digital.de“. Filigran nimmt “Handelsblatt”-Reporter Thomas Knüwer die “Schwitzenden Swinger” bei Spiegel Online auseinander (äh, natürlich den so lautenden Artikel). Heute hegt Knüwer Zweifel an der spektakulären Enthüllung des ARD-Magazins plusminus, dass ein Nationalspieler auf Spiele gewettet habe, die manipuliert worden seien. Ich halte diese Beispiele für sehr lehrreich. Mehr über Watchblogs finden Sie in meinem “journalist”-Artikel “Ungebetene Kritiker“.

Nachtrag
Auch gut, aktuell und beispielhaft: Cut’n’past journalism: Mittelwert bilden! bei Medienrauschen.

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