Zur Geschichte des Begriffs “presseähnlich”

Stefan Niggemeier schreibt in seiner sehr lesenswerten Analyse der “Klage der Verlage gegen die Tagesschau-App”:

Die Frage, was der Begriff „presseähnlich“ bedeutet, ist entscheidend bei der Beurteilung der Frage, ob die „Tagesschau“-App rechtswidrig ist. Die Medienpolitiker der Länder haben sich diesen Begriff ausgedacht, und er ist Ausdruck eines für diese traurige Spezies typischen faulen Kompromisses.

Die erste Nennung des Begriffs “pressseähnlich” im Zusammenhang mit Internetangeboten, die ich finden konnte, stammt von 2007. Robert Schweizer, der Justiziar des Burda-Verlages, fordert damals, in den Rundfunkstaatsvertrag folgenden Passus aufzunehmen:

Gebührenfinanzierte digitale, presseähnliche Textdienste sind grundsätzlich ausgeschlossen. Die Abgrenzung zu den Online-Tätigkeiten des gebührenfinanzierten Rundfunks erfolgt abwägend in der Weise, dass die Sender im Internet rundfunkähnliche Dienste anbieten dürfen.

Auch in der späteren Diskussion wurde der Begriff vor allem von der Verlegerseite benutzt, bis er schließlich Eingang in den 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag fand. Die dortige Definition erläutert Niggemeier, ebenso wie die davon abweichende Auslegung der Verlage:

Im Kern ist die Argumentation gegenüber dem Gericht schlicht: „Presseähnlich“ sei all das, was Presseverlage machen.

Den Verlegerstandpunkt vertritt Christoph Keese vom Springer-Verlag in seinem Kampagnen-Blog.

(Ich arbeite u. a. für die Tagesschau.)

Die Chancen von Google+

Google+ (Screenshot [M])

Über Google+ ist bereits enorm viel geschrieben worden – auf gute Einführungsbeiträge habe ich an anderer Stelle hingewiesen. Die große Frage bleibt: Wie krempelt der Neuling, der inzwischen 10 Millionen Nutzer hat, die Social-Network-Szene um?

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Kommentierte Linkliste zu Google+

Das Blog Onlinelupe hat eine lange Linkliste zusammengestellt: “100+ Dinge, die man über Google Plus wissen sollte”

Für den individuellen User bietet diese Präsentation einen optimalen Einstieg:

Die Linkliste widmet sich weiter praktischen Tricks vom Umgang mit dem eigenen Konto über die Auswirkungen auf Suchmaschinenoptimierung bis hin zu den strategischen Chancen von Google+.

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Schnell mal was eingebaut …

Heddesheimblog / Google-Verkehrsinfos [M]

So geht’s Business: Heute morgen meldete Meedia: “Google startet kostenlose Stauschau”. Heute Nachmittag schrieb Hardy Prothmann via Twitter (@heddesheimblog):

“Experiment: Haben gerade die Verkehrsinfo von Google in die Website eingebaut http://bit.ly/o4o9j

Nix Spektakuläres, aber doch ein schönes Beispiel, wie flexibel und schnell kleine Lokalblogs auf neue, nutzwertige Angebote von Google & Co. reagieren können. Ich bin mal gespannt, wie lange es dauert, bis Lokalzeitungen ihre Leser vermehrt auf solche praktische Angebote verweisen und sie in ihre Seiten einbauen. Da gibt es bei den einen technische Hürden (CMS & Co., das Layout), bei den anderen vielleicht verlagspolitische Gründe (unsere Leser freiwillig zum Dämon Google schicken – geht gar nicht) und bei manchen ist die Mär, dass man die Leser um Gotteswillen nur in Ausnahmefällen ins Netz schicken soll – und schon gar nicht von der Startseite aus –, weiterhin eine onlinejournalistische Kardinaltugend.

Häufig scheitert die Installation aber auch schlichtweg an langwierigen internen Entscheidungsprozessen. Positive Ausnahmen, etwa beim Einsatz von Google Maps, bestätigen die Regel. Die Leser des Heddesheim-Teils auf der Website des “Mannheimer Morgens” werden wohl in naher Zukunft kaum mit solchen praktischen Zugaben – sofern es sich nicht etwa mit Werbekooperationen verknüpfen lässt – rechnen können.

Kleine Anbieter können mit solcher Netzkompetenz bei den Lesern punkten und sie vielleicht zum Stammkunden machen. Und viele treue Besucher haben sie auch dringend nötig: “Im Schnitt verdiene er um die 1.500 Euro pro Monat”, heißt es etwa in im “taz”-Bericht “Ein Mann, ein Blog” vom Wochenende über Prothmanns mittlerweile auf fünf Lokalblogs angewachsenes Netzwerk. So flexibel in vielfacher Hinsicht und so unabhängig diese Angebote auch agieren können und damit letztlich auch einen positiven Beitrag für die Weiterentwicklung des Journalismus leisten, so fragil ist leider bis dato deren wirtschaftliche Basis.

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Nachrichten im Internet: Wer soll das bezahlen?

Paid Content beim Hamburger Abendblatt [M]

Dröge Agenturtexte, uninspirierte Aufmachungen, langweilige Bilderstrecken: Wer bitte soll für Online-Nachrichten in Deutschland jemals Geld bezahlen? So wird Paid-Content jedenfalls nicht funktionieren …

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LinkedIn: Wozu ein zweites Xing?

Die Netzwerk-Plattform LinkedIn habe ich mir vor geraumer Zeit mal angeschaut. Da ich nicht viele internationale Kontakte pflege, war sie für mich aber erst mal uninteressant. In den letzten Monaten entdecken aber offenbar zunehmend Deutsche LinkedIn für sich – zumindest nach der Zahl der Kontaktanfragen zu beurteilen, die mich so erreichen. Offenbar täuscht der Eindruck nicht.

Dirk Olbertz konstatierte 2007 “LinkedIn in Deutschland ist tot” – ganz recht hatte er wohl nicht.

Aber so sehr ich mich anstrenge: Ich kann aber bisher keinerlei Mehrwert gegenüber Xing erkennen, wenn man als typischer User wie ich das Business-Netzwerk vor allem als online abrufbares und sich selbst aktualisierendes Verzeichnis für aktuelle Telefonnummern und Mailadressen benutzt. Außer vielleicht, dass ich dort meinen Twitter-Feed einfließen lassen kann, um Aktivität zu simulieren.

Oder habe ich da irgendetwas übersehen? Welche Zukunft erwartet Xing und LinkedIn in Deutschland?

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SZ Magazin goes iPad: Mehrwert mit Stil

Präsentation der SZ-App

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Vor einigen Monaten probierte das SZ-Magazin Augmented Reality aus. Eine schöne Spielerei, aber ein bisschen fummelig und so einen rechten Mehrwert hatte das alles nicht. Ganz anders jetzt bei der iPad-App des SZ Magazins, die es seit der aktuellen Ausgabe zum Preis von 0,79 Cent pro Ausgabe gibt (der ist nicht weiter tragisch, findet aber auf der iPad-Werbung des SZ-Magazins nirgendwo Erwähnung…).

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Feedback-Phase für Innovationstipendium endet

Für das Knight-Mozilla News Technology Partnership – ein Stipendium für Innovation im Online-Journalismus – endet heute die Bewertungsphase, in der Stimmen für einen der vielen vorgeschlagenen Innovationsvorschläge abgegeben werden können. Die Stimmen sollen zusammen mit der Jury entscheiden, welche Vorschläge anschließend mit dem Stipendium umgesetzt werden sollen. Für die drei Bereiche “Neue Video-Features”, “Kommentarfunktionen neu gedacht” und “Web-Apps der Zukunft” wurden 112, 129 bzw. 73 Ideenskizzen eingereicht.

Bisher scheinen allerdings nur für sehr wenige Vorschläge tatsächlich Stimmen abgegeben worden sein (von mir gesichtete Höchstzahl für einen Vorschlag: 10). Das hängt mit Sicherheit auch mit dem Interface zusammen: Dass nur registrierte Nutzer (inkl. Open-ID) Stimmen abgeben können, ist eine bewusste Entscheidung der Ausrichter. Aber dass man sich erst durch auf mehrere Seiten aufgespaltete Vorschlagslisten klicken muss, statt sie als Überblick präsentiert zu bekommen, verleitet auch nicht zum Mitmachen.

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  • Die Zeit ist deutscher Partner des Knight/Mozilla-Partnership und informiert über die Aktion.

Schwergewichtiger Support fürs iPhone

Hand hält OWLE Bubo

Noch nie ist es mir so schwer gefallen, in einer Rezension zu einem klaren Urteil zu kommen: Es geht um den Owle Bubo, eine Metallhalterung mit Objektivgewinde für das iPhone. Ein tolles Tool, dass das iPhone in ein Werkzeug für Profis verwandelt? Oder ein weitgehend überflüssiges Spielzeug?

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Die neue Google-Bildersuche

Google hat seine Bildersuche erweitert und akzeptiert jetzt statt eines Worts auch ein Bild als Suchbegriff. “Google Search by Image” funktioniert sehr einfach per Drag’n Drop. Noch einfacher als bisher können so unbekannte Bildinhalte identifiziert und geklaute Bilder auf anderen Websites identifiziert werden.

Bei prominenten Personen liefert die Funktion auch erstaunlich gute Treffer anderer Bilder, auf denen diese in ähnlichen Bildsituationen zu sehen sind – bei weniger prominenten Personen oder Objekten bietet sie bei den Treffern Bilder an, die dem Suchbild farblich und vom Bildaufbau ähneln (was natürlich zu witzigen Ergebnissen führt).

Wahrscheinlich handelt es sich also um eine Mischung aus Stichwort, Datei- und Bildanalyse – auch wenn Google doch bei Google Goggles erklärt hatte, die Zeit sei für die allgemeine automatische Gesichtserkennung von Personen (noch) nicht reif … Wenige Tage nach der Diskussion um Facebooks Gesichtserkennung bin ich auf das Echo auf die neue Google-Funktion gespannt.

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