Google-Kampagne gegen das Leistungsschutzrecht

Google Deutschland – bekanntlich seit langem und aus guten Gründen ein Gegner des Leistungsschutzrechts – fährt seit heute morgen eine öffentliche Kampagne gegen das geplante Leistungssschutzrecht für Presseverlage. Über einen Link auf der Google-Startseite mit dem Slogan “Willst Du auch in Zukunft finden, was Du suchst? Mach’ mit: Verteidige Dein Netz” führt Google auch Nutzer, die bisher vom Leistungsschutzrecht noch nie gehört haben, auf eine spezielle Kampagnenseite.

Google versucht – ähnlich wie in Sachen ITU – in einer Art Grassroots Apparel normale Internetnutzer zu mobilisieren und bietet dafür Karte und Formular zum Aufspüren des eigenen Bundestagsabgeordneten samt Kontaktdaten an. Zur Kampagne gehört – natürlich – auch ein Video. Dessen Spin: Leistungsschutzrecht ist quasi gleich Zensur. Das ist natürlich so nicht zutreffend, selbst falls Google als Reaktion auf das finanzielle Forderungen der Verlage diese – wie in Belgien geschehen – aus seinem Suchindex schmeißt.

Springer-Cheflobbyist Christoph Keese beschwert sich:

Google startet Kampagne gegen #LSR auf eigenen Plattformen. Verlage hingegen instrumentalisieren ihre Medien nicht in eigener Sache.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Amüsant ist der Hinweis von
Mathias Richel auf Twitter auf Twitter, wie sogenannte Qualitätsmedien mit Print-Provenienz über Googles Lobby-Kampagne berichten:

Spiegel Online, Berliner Zeitung und Tagesspiegel verlassen sich hier erst mal ganz auf die Deutsche Presse-Agentur (Meldung vom dpa-Basisdienst, 27.11.2012, 05:00 Uhr). Und die wiederum ist klar erkennbar eine kaum veränderte Pressemitteilung von Google (die dpa sicherlich mit Sperrfrist 5 Uhr zuging).

Am Donnerstag, 29. November 2012, steht die erste Lesung des Gesetzentwurfs zum Leistungsschutzrecht im Bundestag an.

Neue SZ-Optik: Frische Schönheit, alte Macken

Screenshot Rebrush sueddeutsche.de [M]

Ist es denn nun ein Relaunch, ein Redesign oder nur ein Rebrush bei süddeutsche.de? Chefredakteur Stefan Plöchinger kündigt die Umstellung auf die neue Optik zunächst über Twitter bloß mit einem “Huch, @SZ! http://sz.de sieht plötzlich anders aus!” an.

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Fernseh-Senioren brauchen Internet-Erklärbären

Digital Natives machen sich gerne über “Twitter-Tussis” und “Internet-Vorleser” im Fernsehen lustig. Weil der durchschnittliche Zuschauer im Öffentlich-Rechtlichen aber 60 ist, werden die Erklärbären noch eine Weile auf Sendung sein.

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Optimismus im Zeitalter des Zeitungssterbens

Die FR ist pleite, um die FTD ranken sich hartnäckige Einstellungsgerüchte. Eine Reihe bekannter Medienschaffender sieht trotz “Zeitungssterbens” gute Chancen für die Zukunft des Journalismus – wenn er bei Inhalten und Finanzierungsmöglichkeiten orignell ist. Eine Webschau.

Raabs “Absolute Mehrheit” mehrheitlich abgewatscht

Gesammelte Stimmen aus den Medien und aus dem Netz zur gestrigen Premiere von Stefan Raabs neuer “politischer Talkshow” “Absolute Mehrheit” auf Pro Sieben.

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Webvideo: Wie Viralhits wirklich entstehen

Einblick gibt dieses Werbevideo: “Unser Ziel ist es, das Zuschauen überbflüssig zu machen.”

;-)

Bye, bye, Gatekeeper, welcome Factchecker!

Durch das Internet haben Journalisten einen Teil ihrer Deutungshoheit verloren, sagte Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen auf den Medientagen München. Im Netz konstatiert er ein “Agenda-Setting von unten”. Statt das von der Hand zu weisen und sich über die “Empörungsmaschine Internet” zu echauffieren, sollten sich Journalisten darauf konzentrieren, die empörenden Behauptungen durch faire und erhellende Recherche in den richtigen Kontext zu stellen.

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Journalistenausbilder fordern einheitliche Standards

“Von eierlegenden Wollmilchsäuen und turboschnellen Fastfood-Journalisten. Wie steht es um die Qualität der journalistischen Ausbildung?”, lautete ein Panel auf den Münchner Medientagen. Sechs Journalistenausbilder fordern eine Vereinheitlichung der Journalistenausbildung. Eine Zusammenfassung der Diskussion via Storify. Weiterlesen …

Feodo: Neuer Crowdfunding-Versuch im Journalismus

Feodo – Crowdfunded Magazine wirbt gerade bei Indiegogo für 10.000 Euro Startkapital – ein weiterer Versuch, um Journalismus über die Crowd zu finanzieren. Medienberater Peter Schink ist skeptisch, ihm fehlt die Reichweite. Stephan Dörner stellt auf Carta weitere journalistische Crowdfunding-Projekte auf und legt den Finger in die Wunde: “Guter, funktionierender Journalismus ist [...] ein Allgemeingut, von dessen Nutzen niemand ausgeschlossen werden kann. Wer nicht bezahlt, ist Trittbrettfahrer: Er profitiert, ohne beizutragen.” Hier die Links:

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Blick auf die Schäl Sick

Schönes Onlinejournalismus-Projekt der Konrad-Adenauer-Stiftung: Die Site “Schäl Klick” entstand im Rahmen eines Seminars und widmet sich der weniger populären “Schäl Sick” Kölns. Unter anderem mit Audio-Slideshows und einer visualisierten Aufbereitung des Kölner Stadthaushalts, aus dem ein großer Teil auf die rechte Rheinseite fließt. Trainer der Nachwuchsjournalisten war Marco Maas von Open Data City.

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