Billignummer: Bescheidene Website der kostenlosen „Business News“

Seit gestern erscheint Holtzbrincks „Business News“, die „erste deutsche Office-Zeitung“. In einer Auflage von 80.000 wird die Zeitung kostenlos an eine vierstellige Zahl von Firmen in deutschen Städten verteilt. Das im Tabloid-Format erscheinende Blatt ist Nachfolger der Ende Mai eingestellten Frankfurter „News“. Die für 50 Cent erhältliche Tabloid-Zeitung musste nach 20 Monaten wegen Erfolglosigkeit die Segel streichen. An Bord blieb unter anderem Chefredakteur Klaus Madzia, der die jetzt in Berlin ansässige Redaktion leitet.

Erste Kritiken über das Umsonst-Blatt finden sich in der „Berliner Zeitung“ („… leicht verdaulich, ordentlich gestaltet, vielleicht etwas seelenlose Mischung (…)“) und in Stefan Niggemeiers Blog: hier und da. Weiterlesen …

Web 2.0 und die Medien

Dazu veranstaltet die Bundeszentrale für politische Bildung eine Tagung am 28./29. September (Einladung als PDF):

Ziel des Workshops ist es, Entscheidungsträgerinnen und -träger, Medienmacherinnen und -macher aus Print, Online und Hörfunk mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an einen Tisch zu bringen und über aktuelle Tendenzen, Wirtschaftlichkeit und Potenzial von Web2.0-Formaten für die traditionellen Medien zu diskutieren. Mit einer Podiumsdiskussion, Best-Practice-Beispielen und erhellenden Vorträgen wollen wir Erkenntnisse mit Nutzwert liefern. Kurz: Anregungen hochkarätiger Vertreterinnen und Vertretern aus der Medienbranche und der Medienwissenschaft werden helfen, Ideen für umsetzbare Projekte zu entwickeln.

Gäste sind unter anderem die Herren Thomas Wanhoff, Christoph Dowe, Steffen Büffel und Jan Schmidt.

Mehr Spaß bei Spiegel Online: Martin Sonneborn übernimmt Satire-Ressort

Spiegel Online bekommt ab 1. November eine Satire-Rubrik. Unter der Leitung von Martin Sonneborn (41), Ex-Chefredakteur von „Titanic“, wird eine neu eingerichtete Redaktion aus Berlin satirische Inhalte beisteuern, heißt es in einer Pressemitteilung der Spiegel-Gruppe.

Sonneborn, der sein Amt als Bundesvorsitzender von Die Partei weiterführen wird, weiß genau was er will: „Komisch wie die ‚Zeit’, seriös wie Focus-TV, aktuell wie der Winterfahrplan der Deutschen Bahn – das ist unser Ziel.“ So platt es klingt: Das kann wirklich lustig werden. Eine ähnliche Rubrik gibt es bei anderen Online-Magazinen noch nicht, und Sonneborn hat sich nicht zuletzt durch seine WM-Aktion einen guten Namen im Satire-Bereich gemacht.

Niggemeier / „Musel mit dem Dönermesser“

Bildblogger Stefan Niggemeier bloggt privat nun auch und legt sich zum Auftakt gleich mal mit aus einer dumpfen, rechtsextremen Ecke stammenden Kommentatoren bei „Politically Incorrect“ an (via Wirres).

Im Quotenparadies

Es soll ja Print-Journalisten geben, die fürchten sich davor zu wissen, was ihre Leser eigentlich lesen und was nicht. Und während der klassische Branchenpart noch zaghaft über Sinn und Zweck des „Reader Scan“ diskutiert, hat sich in den Online-Redaktionsstuben längst der ständige Blick auf PageImpressions, Click-Through-Rates und HeatMap etabliert. Die Quoten werden immer genauer, immer schneller und immer besser in den Arbeitsalltag integriert.

Wie Klickzahlen die redaktionelle Arbeit verändern – ein Beitrag von Benedikt Tüshaus und Klaus Meier
Weiterlesen …

MSN braucht „Chef Redakteur“

Im „Journalist“ hat MSN eine ganzseitige Stellenanzeige geschaltet: Gesucht wird ein „Chef Redakteur“ für das Portalgeschäft, der mit seinem „Redaktions-Team“ laut Anzeige die Strategie festlegt und die „redaktionelle Vision“ für MSN.de ausführt. Außerdem ausgeschrieben: „Online Redakteur“ und „Channel Manager“. Künftige redaktionelle Schwerpunkte sollen „Nachrichten, Entertainment, Auto, Finanzen und weitere Services“ sein.

Der Relaunch des Portals, das ja bisher stark mit Tomorrow Focus zusammenarbeitet, wird für den 1.1.2007 angekündigt (Computerwoche dazu am 14. Juli). Bis dahin ist ja noch etwas Zeit, sich über Deppen Leer Zeichen und unsinnige Koppelungen aus Fugen-S und Bindestrich Gedanken zu machen. Agent Sick, übernehmen Sie!

„Zu viel Hetze“: Zeit.de schließt Kommentarbereich zur Nahostkrise

Der „taz“ war es heute eine Meldung wert: Bei Zeit.de können seit letzter Woche die Artikel zur Nahostkrise nicht mehr kommentiert werden. Chefredakteur Gero von Randow begründet dies so:

„Im Netz gibt es eine Vielzahl von miteinander debattierenden Zirkeln, und offenbar haben sie sich auf unserer Website festgesetzt; wir hatten es mit so vielen gegen Juden und Muslime hetzenden Beiträgen zu tun, dass wir sie nicht mehr einzeln entfernen konnten. Also haben wir zugesperrt.“

Randow spricht von „einer bitteren Entscheidung“. Zum Teil interessant sind die Leserkommentare dazu.

Bereits im März hatte die Redaktion den Kommentarbereich zum Tod von Slobodan Milosevic geschlossen. Wir berichteten darüber.

Zapp über die Readers Edition

Wenn es ein guter PR-Agent ist und der hat einen wirklich guten Text geschrieben, so what? Dann kann man den ja auch veröffentlichen. Ich möchte nicht wissen, wie viele Zeitungen ihre Buchbesprechungen einfach aus den Klappentexten abschreiben, ohne dass es dem Leser jemals mitgeteilt wird. Es geht um die Qualität der Texte und wenn die gut sind, dann soll sie der PR-Agent geschrieben haben.

Dr. Michael Maier, Chefredakteur der Netzeitung, über Bürgerjournalismus und die Gefahr der Vermengung mit PR bei der Readers Edition (O-Ton aus einem TV-Beitrag, der beim NDR-Medienmagazin Zapp gelaufen und online abrufbar ist).

Das nächste Mal wird Schleichwerbung teuer

Die Berliner Justiz hat Bild.de einen kräftigen Nasenstüber verpasst.

Das Kammergericht Berlin erließ in zweiter Instanz eine einstweilige Verfügung (pdf)18, die es Bild.T-Online untersagt, in gleicher Weise in redaktionell gestalteten Beiträgen für einzelne Unternehmen zu werben. Andernfalls muss Bild.T-Online Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro zahlen.

formuliert Bildblog nüchtern.

Bei uns berichtete Stefan Niggemeier vor gut einem Jahr „Über das Glück, Bildblog zu machen“.

Mitmachjournalismus, böser

Wenn ein Bild sehr gut ist oder einmalig, landet es auf der Titelseite. Ist ein Text langweilig, wird er höchstens vom Autoren und den Betroffenen gelesen. – Für Citzen Journalism gilt das gleiche wie für professionellen Journalismus. Im Guten aber auch eben auch im Schlechten, worauf in den letzten Tagen zahlreiche Medienberichte über „Bürger-Paparazzi“ aufmerksam machten. Weiterlesen …

 « 1 2 3 ... 91 92 93 94 95 96 97 ... 109 110 111 »


onlinejournalismus.de beobachtet die Entwicklung des Journalismus im Internet.

onlinejournalismus.de wird mit WordPress betrieben (Theme: Modern Clix von Rodrigo Galindez).