Heise.de / Behind The Scenes

Die Redaktion der wichtigsten deutschen Website für Computerthemen sitzt in einer undurchdringlichen Festung. Jedenfalls freitags nach 16 Uhr, denn dann hat der Pförtner des Heinz-Heise-Verlags offenbar schon Feierabend. Mit dem Namen einer respektablen Hochschule im Rücken gelang es mir trotzdem, die Schleuse am Eingang zu überwinden. Weiterlesen …

Video Journalism Award von DW-TV

Das deutsche Auslandsfernsehen DW-TV ruft alle Videojournalisten auf, ihre Filme für den 3rd International Video Journalism Award in Berlin einzureichen. Vom 27. bis 29. Oktober 2006 werden die besten Arbeiten im Berliner Kino „Babylon“ gezeigt und prämiert. Der Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Einsendeschluss ist der 01.09.2006. Das Anmeldeformular und die Wettbewerbsbedingungen gibt es unter www.videoreporter.org. (via Newsletter des Bayerischen Journalisten-Verbands)

Jeder zwölfte bloggt

“Wer sind die Blogger?” hat sich eine neue Studie des Pew-Insitituts in den USA gefragt und jetzt seine Zahlen präsentiert.

Kurzfassung bei Poynter:

* 39% of net users (about 57 million American adults) read blogs — a significant increase since the fall of 2005. And 8% of net users (about 12 million American adults) keep a blog.
* Most US blogs are personal journals. Most bloggers do not consider their blogging journalism. However, 57% of bloggers include links to original sources either “sometimes” or “often.” And 56% spend extra time trying to verify facts they want to include in a post either “sometimes” or “often.”
* 54% of bloggers are under 30.
* US bloggers are evenly divided between men and women — so anyone who continues to ask “where are the women bloggers?” is probably not really looking.

“Glanzlos aus Hamburg”

Weil ich viel als freier Mitarbeiter für tagesschau.de arbeitete, interessiert es mich natürlich besonders: Im Rahmen eines Dossiers des Schweizer Medienhefts zu den Internet-Aktivitäten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat sich der Kommunikationswissenschaftler Robin Meyer-Lucht mit der Tagesschau-Website auseinandergesetzt – und geht mit ihr hart ins Gericht. Zuwenig eigenes journalistisches Profil, langweilig, zu langsam, unterfinanziert sind die Hauptkritikpunkte in seinem “Glanzlos aus Hamburg” überschriebenen Artikel, der zum Teil auf älteren Forschungsergebnissen basiert. Vergleichsobjekt für Meyer-Lucht ist dabei immer wieder Spiegel Online.

Lesenswert sind auch die übrigen Texte des Dossiers , die natürlich besonders die die Situation in der Schweiz betrachten, wo die SRG offenbar auch erst spät in Sachen online schaltet (via netzpolitik).

Beim Online-Vorreiter BBC gibt es derweil deutliche organisatorische – und finanzielle – Umstrukturierungen. Bei Wortfeld pflückt NDR-Kollege Alexander Svensson die Entwicklungen auseinander, die bislang vor allem in der britischen Presse und Blogs Widerhall fanden.

Trendsport Happy Slapping

Dachzeilen und automatische Ressortzuordnungen sind ja manchmal ein Kreuz … mal wieder ein schönes Beispiel.

Screenshot Spiegel Online

2006.videojournalismus.org

Der erste und zunächst leider auch letzte Jahrgang des Projekts “Video- und Backpack-Journalismus” am Institut für Journalistik der Uni Dortmund hat soeben seine Video-Website mit einigen Arbeiten veröffentlicht.

Im Großen und Ganzen ist das Seminar-Konzept aufgegangen: Ausgestattet mit der am Markt üblichen Technik für Videojournalisten haben acht Studierende gemeinsam mit mir als “Coach” ein Jahr lang ausprobiert und gelernt, wie man solo Beiträge für das Fernsehen und das Internet produziert.

Ein paar Anmerkungen dazu gibt es hier.

Video-Interview mit Angela Merkel

Ich glaube, dass eine ganze Reihe von Leuten hier noch gar nicht so vertraut ist mit diesem Medium. Also wir haben es mehr so gemacht wie als wenn man eine Fernsehansprache hält, zum Beispiel eine Neujahrsansprache. Und dann habe ich aber gemerkt, dass es eine sehr große Resonanz gibt, und dann habe ich mich auch mit einigen darüber unterhalten, und dann ist mir bewusst geworden, dass es vielleicht doch noch etwas der neuen Möglichkeit und dem neuen Medium angepasst werden muss.

Bundeskanzlerin Angela Merkel über ihren Video-Podcast in einem Video-Interview, geführt von Katharina Borchert, gedreht und geschnitten von den Machern des Video-Blogs xolo.tv.

Videoeinbindung bei SpOn, Teil 5

Roman weist in einem Beitrag darauf hin, dass Video schauen online reine Glückssache ist. Er findet einige Beispiele für Videos, die in Artikel eingebunden werden oder sogar als Teaser-Bild auf Startseiten erscheinen, denen aber noch jegliche Anmoderation oder ein Hinweis auf den eigentlichen Inhalt des Stücks fehlt. Das ganze wird zusätzlich erschwert, wenn auch noch das Thumbnail nichts mit dem Inhalt des Clips zu tun hat. Dazu ein aktuelles Zidane-Beispiel in diesem Artikel, in dem man angesichts des Teasers und des Artikeleinstiegs zumindest einen Teil des Geständnisses von Zidane, einen Ausschnitt von der PK, o.ä. erwartet. Das Video aber hat “nur” Kneipenatmo und viele Fans zu bieten…

In sechs Semestern Online-Redakteur

Konrad Scherfer, FH Köln | Foto [M]: privat
Neben den Darmstädter Online-Journalisten gibt es auch noch einen Studiengang in Köln: In sechs Semestern bildet die Fachhochschule dort Online-Redakteure mit Bachelor-Abschluss aus. Professor Konrad Scherfer zieht im Interview mit onlinejournalismus.de eine erste Bilanz der Ausbildung. Weiterlesen …

Problemartikel (von Kommunisten)

Sie sagt mindestens ebensoviel über die Readers Edition aus wie deren Startseite: Die Liste der Problemartikel (Bruno lässt grüßen), spricht der von den RE-Moderatoren abgelehnten Artikel, auf die das Journalistenschülerblog “Der letzte Schub” (Handelsblatt) aufmerksam macht. Und befürchtet, dass die Reader Edition in einem ähnlichen Zustand steckenbleibt wie Wikinews (“Graz Giants gewinnen den EFAF-Cup – Am vergangenen Samstag besiegten sie die norwegischen Eidsvoll 1814s mit 37:20″).

Unbefriedigend findet Blogger(in) O. Voss vor allem die Themenkomposition. Nachvollziehbar: Vorsorglich hatte ich mir dafür mal folgenden Screenshot der Titelseite gesichert. Oben ein Netz-Thema, das vor einigen Monaten schon mal durch Fachblogs geisterte, unten ein echter Knaller des Lokaljournalismus mit geradezu klassischer Überschrift. Links davon darf endlich mal jemand leitartikeln.

Titelseite der Readers Edition

Andererseits: Zwei, drei, spannende neue Themen habe ich bei RE als Gelegenheitsnutzer tatsächlich auch schon entdeckt. Positiv vor allem, dass nicht versucht wird, einfach andere Artikel ab-/umzuschreiben. Vielleicht macht es das auch für die Autoren so schwer? “Meinung”, “Bloß ein Blogeintrag, kein journalistischer Text”, “kopiert” lauten die Urteile über die eingangs zitierten Problemartikel.

Das Blog Print-To-Internet sieht dagegen schon die Readers Edition mangels Masse einstellgefährdet. Geben wir ihr erst mal noch ein paar Monate (genau wie der WAZ), um ihre Versprechen einzulösen. Wie sagte RE-Redakteur Peter Schink noch zum Start: “Es ist ein Experiment.”

Ach, ja: Wo die Kommunisten herkommen, steht auch in “Der letzte Schub“.

Weitere Links

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