“Glanzlos aus Hamburg”

Weil ich viel als freier Mitarbeiter für tagesschau.de arbeitete, interessiert es mich natürlich besonders: Im Rahmen eines Dossiers des Schweizer Medienhefts zu den Internet-Aktivitäten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat sich der Kommunikationswissenschaftler Robin Meyer-Lucht mit der Tagesschau-Website auseinandergesetzt – und geht mit ihr hart ins Gericht. Zuwenig eigenes journalistisches Profil, langweilig, zu langsam, unterfinanziert sind die Hauptkritikpunkte in seinem “Glanzlos aus Hamburg” überschriebenen Artikel, der zum Teil auf älteren Forschungsergebnissen basiert. Vergleichsobjekt für Meyer-Lucht ist dabei immer wieder Spiegel Online.

Lesenswert sind auch die übrigen Texte des Dossiers , die natürlich besonders die die Situation in der Schweiz betrachten, wo die SRG offenbar auch erst spät in Sachen online schaltet (via netzpolitik).

Beim Online-Vorreiter BBC gibt es derweil deutliche organisatorische – und finanzielle – Umstrukturierungen. Bei Wortfeld pflückt NDR-Kollege Alexander Svensson die Entwicklungen auseinander, die bislang vor allem in der britischen Presse und Blogs Widerhall fanden.

Trendsport Happy Slapping

Dachzeilen und automatische Ressortzuordnungen sind ja manchmal ein Kreuz … mal wieder ein schönes Beispiel.

Screenshot Spiegel Online

2006.videojournalismus.org

Der erste und zunächst leider auch letzte Jahrgang des Projekts “Video- und Backpack-Journalismus” am Institut für Journalistik der Uni Dortmund hat soeben seine Video-Website mit einigen Arbeiten veröffentlicht.

Im Großen und Ganzen ist das Seminar-Konzept aufgegangen: Ausgestattet mit der am Markt üblichen Technik für Videojournalisten haben acht Studierende gemeinsam mit mir als “Coach” ein Jahr lang ausprobiert und gelernt, wie man solo Beiträge für das Fernsehen und das Internet produziert.

Ein paar Anmerkungen dazu gibt es hier.

Video-Interview mit Angela Merkel

Ich glaube, dass eine ganze Reihe von Leuten hier noch gar nicht so vertraut ist mit diesem Medium. Also wir haben es mehr so gemacht wie als wenn man eine Fernsehansprache hält, zum Beispiel eine Neujahrsansprache. Und dann habe ich aber gemerkt, dass es eine sehr große Resonanz gibt, und dann habe ich mich auch mit einigen darüber unterhalten, und dann ist mir bewusst geworden, dass es vielleicht doch noch etwas der neuen Möglichkeit und dem neuen Medium angepasst werden muss.

Bundeskanzlerin Angela Merkel über ihren Video-Podcast in einem Video-Interview, geführt von Katharina Borchert, gedreht und geschnitten von den Machern des Video-Blogs xolo.tv.

Videoeinbindung bei SpOn, Teil 5

Roman weist in einem Beitrag darauf hin, dass Video schauen online reine Glückssache ist. Er findet einige Beispiele für Videos, die in Artikel eingebunden werden oder sogar als Teaser-Bild auf Startseiten erscheinen, denen aber noch jegliche Anmoderation oder ein Hinweis auf den eigentlichen Inhalt des Stücks fehlt. Das ganze wird zusätzlich erschwert, wenn auch noch das Thumbnail nichts mit dem Inhalt des Clips zu tun hat. Dazu ein aktuelles Zidane-Beispiel in diesem Artikel, in dem man angesichts des Teasers und des Artikeleinstiegs zumindest einen Teil des Geständnisses von Zidane, einen Ausschnitt von der PK, o.ä. erwartet. Das Video aber hat “nur” Kneipenatmo und viele Fans zu bieten…

In sechs Semestern Online-Redakteur

Konrad Scherfer, FH Köln | Foto [M]: privat
Neben den Darmstädter Online-Journalisten gibt es auch noch einen Studiengang in Köln: In sechs Semestern bildet die Fachhochschule dort Online-Redakteure mit Bachelor-Abschluss aus. Professor Konrad Scherfer zieht im Interview mit onlinejournalismus.de eine erste Bilanz der Ausbildung. Weiterlesen …

Problemartikel (von Kommunisten)

Sie sagt mindestens ebensoviel über die Readers Edition aus wie deren Startseite: Die Liste der Problemartikel (Bruno lässt grüßen), spricht der von den RE-Moderatoren abgelehnten Artikel, auf die das Journalistenschülerblog “Der letzte Schub” (Handelsblatt) aufmerksam macht. Und befürchtet, dass die Reader Edition in einem ähnlichen Zustand steckenbleibt wie Wikinews (“Graz Giants gewinnen den EFAF-Cup – Am vergangenen Samstag besiegten sie die norwegischen Eidsvoll 1814s mit 37:20″).

Unbefriedigend findet Blogger(in) O. Voss vor allem die Themenkomposition. Nachvollziehbar: Vorsorglich hatte ich mir dafür mal folgenden Screenshot der Titelseite gesichert. Oben ein Netz-Thema, das vor einigen Monaten schon mal durch Fachblogs geisterte, unten ein echter Knaller des Lokaljournalismus mit geradezu klassischer Überschrift. Links davon darf endlich mal jemand leitartikeln.

Titelseite der Readers Edition

Andererseits: Zwei, drei, spannende neue Themen habe ich bei RE als Gelegenheitsnutzer tatsächlich auch schon entdeckt. Positiv vor allem, dass nicht versucht wird, einfach andere Artikel ab-/umzuschreiben. Vielleicht macht es das auch für die Autoren so schwer? “Meinung”, “Bloß ein Blogeintrag, kein journalistischer Text”, “kopiert” lauten die Urteile über die eingangs zitierten Problemartikel.

Das Blog Print-To-Internet sieht dagegen schon die Readers Edition mangels Masse einstellgefährdet. Geben wir ihr erst mal noch ein paar Monate (genau wie der WAZ), um ihre Versprechen einzulösen. Wie sagte RE-Redakteur Peter Schink noch zum Start: “Es ist ein Experiment.”

Ach, ja: Wo die Kommunisten herkommen, steht auch in “Der letzte Schub“.

Weitere Links

… bei onlinejournalismus.de:

Bürgerjournalisten verbessern / Links

Wenn Bürgerjournalismus Erfolg haben soll, gilt für ihn das gleiche wie für den “normalen” Journalismus – er muss interessante Themen in attraktiver Darstellung bieten. Wenn professionelle Medien Bürgerjournalismus integrieren wollen, müssen sie die Citzen Journalists entsprechend anschieben. Das meinen zumindest viele, die sich in den USA mit dem Thema auseinandersetzen. Weiterlesen …

jetzt.de, Multimedia-Experimente

Matthias Eberl experimentiert in seinem Blog ja schon seit einiger Zeit mit ganz ungewöhnlichen multimedialen Darstellungsformen. Schön zu sehen, dass es auch Redaktionen gibt, die sich darauf einlassen.

Für jetzt.de hat Matthias eine Multimedia-Reportage mit dem Titel Warum sah Henriette den Elfmeter nicht? entwickelt. Seine ungewöhnliche Technik beschreibt Matthias so:

Seit über zwei Jahren verfolge ich hartnäckig die Idee, ein neues Multimediaformat zu entwickeln, das die erzählerische Stärke des Wortes mit der sinnlichen Erfahrung von Bild und Ton kombiniert, ohne den Leser dabei auf eine Rezeptionsgeschwindigkeit festzulegen, wie es Film und Radioreportage tun.

Der User scrollt dabei die entsprechenden Elemente (sei es Text oder Bild) in eine markierte Fläche. Sobald sie sich darin befinden, läuft zum Beispiel im Hintergrund ein O-Ton ab, der das Gesehene bzw. Gelesene akustisch unterstützt.

Wäre schön, wenn solche Formen öfter zu sehen wären – denn es macht Spaß, auf diese Weise selbst das vom Reporter Erlebte zu erfahren. Auch wenn der Programmieraufwand dahinter offenbar größer ist.

Anmerkungen dazu sind in Matthias Blog sehr willkommen.

Neues von Stern.de

Peter Turi fasst Infos über anstehende Umstrukturierungen bei stern.de und anderen G+J-Online-Projekten zusammen. Und sucht immer noch für die Badische Zeitung einen Community-Redakteur 2.0.

stern.de ist ja ein Phänomen: Nach Reichweite wie das Printvorbild seit ewigen Zeiten ganz weit oben (und im Gegensatz zu diesem auch in Sachen Design vorne), aber kein erkennbares eigenes Profil – sieht man vom Erotikbereich ab.

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