Mitmachen: Deutsche Zeitungen und die Bloggerei

Wortfeld-Blogger Alexander Svensson möchte einen systematischen Überblick zu den Blog-Aktivitäten deutscher Tageszeitungen geben. Da er dies nicht alleine stemmen kann, hat er ein Wiki aufgemacht und bittet um Mithilfe. Immerhin sind so bisher Daten von rund einem Drittel der ausgewählten 101 Zeitungen zusammengekommen. Wir halten Sie über die Ergebnisse auf dem Laufenden. Nebenbei: Eine feine Idee.

augenzeuge.de – „Stern“-Angebot vermarktet Amateurbilder

Bilder kostenlos zu zeigen und zu verwalten ist für Amateurfotografen mittlerweile bei einigen Web-Plattformen möglich: Ob bei Flickr oder bei Medien wie Focus Online (Focus Live) und der View-Fotocommunity des „Stern“-Ablegers „View“. Manche Medien bedienen sich gleich umsonst aus der Bilderfülle, wie etwa das Burda-Magazin „Max“, das seit einigen Monaten Flickr-Bilder ohne Honorar in der Print-Ausgabe veröffentlicht. Dies ist trotz Einwilligung der Nutzer freilich nicht unumstritten. Einen neuen Weg geht der „Stern“. Unter augenzeuge.de können Amateurfotografen ihre Bilder kostenlos vermarkten. Weiterlesen …

10 Jahre Flash

Flash tends to degrade websites for three reasons: it encourages design abuse, it breaks with the Web’s fundamental interaction principles, and it distracts attention from the site’s core value.

…schrieb Jakob Nielsen, von der New York Times damals als „Usability-Guru“ bezeichnet, im Oktober 2000 über die Adobe-Software Flash.

Man kann über Flash geteilter Meinung sein: Tatsache aber ist, dass die Software und das Browser-Plugin den Online-Journalismus maßgeblich mitgeprägt und neue Darstellungsformen überhaupt erst möglich gemacht haben. Zahlreiche Beispiele werden bei Interactive Narratives oder Joe Weiss verlinkt.

Seit heute gibt es Flash seit genau zehn Jahren. Anlässlich des Geburtstags hat Adobe eine Microsite veröffentlicht. Unter anderem ist dort eine Galerie verlinkt, wo sich User bekannte Flash-Sites der vergangenen Jahre anschauen und über die beste abstimmen können.

Billignummer: Bescheidene Website der kostenlosen „Business News“

Seit gestern erscheint Holtzbrincks „Business News“, die „erste deutsche Office-Zeitung“. In einer Auflage von 80.000 wird die Zeitung kostenlos an eine vierstellige Zahl von Firmen in deutschen Städten verteilt. Das im Tabloid-Format erscheinende Blatt ist Nachfolger der Ende Mai eingestellten Frankfurter „News“. Die für 50 Cent erhältliche Tabloid-Zeitung musste nach 20 Monaten wegen Erfolglosigkeit die Segel streichen. An Bord blieb unter anderem Chefredakteur Klaus Madzia, der die jetzt in Berlin ansässige Redaktion leitet.

Erste Kritiken über das Umsonst-Blatt finden sich in der „Berliner Zeitung“ („… leicht verdaulich, ordentlich gestaltet, vielleicht etwas seelenlose Mischung (…)“) und in Stefan Niggemeiers Blog: hier und da. Weiterlesen …

Web 2.0 und die Medien

Dazu veranstaltet die Bundeszentrale für politische Bildung eine Tagung am 28./29. September (Einladung als PDF):

Ziel des Workshops ist es, Entscheidungsträgerinnen und -träger, Medienmacherinnen und -macher aus Print, Online und Hörfunk mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an einen Tisch zu bringen und über aktuelle Tendenzen, Wirtschaftlichkeit und Potenzial von Web2.0-Formaten für die traditionellen Medien zu diskutieren. Mit einer Podiumsdiskussion, Best-Practice-Beispielen und erhellenden Vorträgen wollen wir Erkenntnisse mit Nutzwert liefern. Kurz: Anregungen hochkarätiger Vertreterinnen und Vertretern aus der Medienbranche und der Medienwissenschaft werden helfen, Ideen für umsetzbare Projekte zu entwickeln.

Gäste sind unter anderem die Herren Thomas Wanhoff, Christoph Dowe, Steffen Büffel und Jan Schmidt.

Mehr Spaß bei Spiegel Online: Martin Sonneborn übernimmt Satire-Ressort

Spiegel Online bekommt ab 1. November eine Satire-Rubrik. Unter der Leitung von Martin Sonneborn (41), Ex-Chefredakteur von „Titanic“, wird eine neu eingerichtete Redaktion aus Berlin satirische Inhalte beisteuern, heißt es in einer Pressemitteilung der Spiegel-Gruppe.

Sonneborn, der sein Amt als Bundesvorsitzender von Die Partei weiterführen wird, weiß genau was er will: „Komisch wie die ‚Zeit’, seriös wie Focus-TV, aktuell wie der Winterfahrplan der Deutschen Bahn – das ist unser Ziel.“ So platt es klingt: Das kann wirklich lustig werden. Eine ähnliche Rubrik gibt es bei anderen Online-Magazinen noch nicht, und Sonneborn hat sich nicht zuletzt durch seine WM-Aktion einen guten Namen im Satire-Bereich gemacht.

Niggemeier / „Musel mit dem Dönermesser“

Bildblogger Stefan Niggemeier bloggt privat nun auch und legt sich zum Auftakt gleich mal mit aus einer dumpfen, rechtsextremen Ecke stammenden Kommentatoren bei „Politically Incorrect“ an (via Wirres).

Im Quotenparadies

Es soll ja Print-Journalisten geben, die fürchten sich davor zu wissen, was ihre Leser eigentlich lesen und was nicht. Und während der klassische Branchenpart noch zaghaft über Sinn und Zweck des „Reader Scan“ diskutiert, hat sich in den Online-Redaktionsstuben längst der ständige Blick auf PageImpressions, Click-Through-Rates und HeatMap etabliert. Die Quoten werden immer genauer, immer schneller und immer besser in den Arbeitsalltag integriert.

Wie Klickzahlen die redaktionelle Arbeit verändern – ein Beitrag von Benedikt Tüshaus und Klaus Meier
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MSN braucht „Chef Redakteur“

Im „Journalist“ hat MSN eine ganzseitige Stellenanzeige geschaltet: Gesucht wird ein „Chef Redakteur“ für das Portalgeschäft, der mit seinem „Redaktions-Team“ laut Anzeige die Strategie festlegt und die „redaktionelle Vision“ für MSN.de ausführt. Außerdem ausgeschrieben: „Online Redakteur“ und „Channel Manager“. Künftige redaktionelle Schwerpunkte sollen „Nachrichten, Entertainment, Auto, Finanzen und weitere Services“ sein.

Der Relaunch des Portals, das ja bisher stark mit Tomorrow Focus zusammenarbeitet, wird für den 1.1.2007 angekündigt (Computerwoche dazu am 14. Juli). Bis dahin ist ja noch etwas Zeit, sich über Deppen Leer Zeichen und unsinnige Koppelungen aus Fugen-S und Bindestrich Gedanken zu machen. Agent Sick, übernehmen Sie!

„Zu viel Hetze“: Zeit.de schließt Kommentarbereich zur Nahostkrise

Der „taz“ war es heute eine Meldung wert: Bei Zeit.de können seit letzter Woche die Artikel zur Nahostkrise nicht mehr kommentiert werden. Chefredakteur Gero von Randow begründet dies so:

„Im Netz gibt es eine Vielzahl von miteinander debattierenden Zirkeln, und offenbar haben sie sich auf unserer Website festgesetzt; wir hatten es mit so vielen gegen Juden und Muslime hetzenden Beiträgen zu tun, dass wir sie nicht mehr einzeln entfernen konnten. Also haben wir zugesperrt.“

Randow spricht von „einer bitteren Entscheidung“. Zum Teil interessant sind die Leserkommentare dazu.

Bereits im März hatte die Redaktion den Kommentarbereich zum Tod von Slobodan Milosevic geschlossen. Wir berichteten darüber.

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