In sechs Semestern Online-Redakteur

Konrad Scherfer, FH Köln | Foto [M]: privat
Neben den Darmstädter Online-Journalisten gibt es auch noch einen Studiengang in Köln: In sechs Semestern bildet die Fachhochschule dort Online-Redakteure mit Bachelor-Abschluss aus. Professor Konrad Scherfer zieht im Interview mit onlinejournalismus.de eine erste Bilanz der Ausbildung. Weiterlesen …

Problemartikel (von Kommunisten)

Sie sagt mindestens ebensoviel über die Readers Edition aus wie deren Startseite: Die Liste der Problemartikel (Bruno lässt grüßen), spricht der von den RE-Moderatoren abgelehnten Artikel, auf die das Journalistenschülerblog “Der letzte Schub” (Handelsblatt) aufmerksam macht. Und befürchtet, dass die Reader Edition in einem ähnlichen Zustand steckenbleibt wie Wikinews (“Graz Giants gewinnen den EFAF-Cup – Am vergangenen Samstag besiegten sie die norwegischen Eidsvoll 1814s mit 37:20″).

Unbefriedigend findet Blogger(in) O. Voss vor allem die Themenkomposition. Nachvollziehbar: Vorsorglich hatte ich mir dafür mal folgenden Screenshot der Titelseite gesichert. Oben ein Netz-Thema, das vor einigen Monaten schon mal durch Fachblogs geisterte, unten ein echter Knaller des Lokaljournalismus mit geradezu klassischer Überschrift. Links davon darf endlich mal jemand leitartikeln.

Titelseite der Readers Edition

Andererseits: Zwei, drei, spannende neue Themen habe ich bei RE als Gelegenheitsnutzer tatsächlich auch schon entdeckt. Positiv vor allem, dass nicht versucht wird, einfach andere Artikel ab-/umzuschreiben. Vielleicht macht es das auch für die Autoren so schwer? “Meinung”, “Bloß ein Blogeintrag, kein journalistischer Text”, “kopiert” lauten die Urteile über die eingangs zitierten Problemartikel.

Das Blog Print-To-Internet sieht dagegen schon die Readers Edition mangels Masse einstellgefährdet. Geben wir ihr erst mal noch ein paar Monate (genau wie der WAZ), um ihre Versprechen einzulösen. Wie sagte RE-Redakteur Peter Schink noch zum Start: “Es ist ein Experiment.”

Ach, ja: Wo die Kommunisten herkommen, steht auch in “Der letzte Schub“.

Weitere Links

… bei onlinejournalismus.de:

Bürgerjournalisten verbessern / Links

Wenn Bürgerjournalismus Erfolg haben soll, gilt für ihn das gleiche wie für den “normalen” Journalismus – er muss interessante Themen in attraktiver Darstellung bieten. Wenn professionelle Medien Bürgerjournalismus integrieren wollen, müssen sie die Citzen Journalists entsprechend anschieben. Das meinen zumindest viele, die sich in den USA mit dem Thema auseinandersetzen. Weiterlesen …

jetzt.de, Multimedia-Experimente

Matthias Eberl experimentiert in seinem Blog ja schon seit einiger Zeit mit ganz ungewöhnlichen multimedialen Darstellungsformen. Schön zu sehen, dass es auch Redaktionen gibt, die sich darauf einlassen.

Für jetzt.de hat Matthias eine Multimedia-Reportage mit dem Titel Warum sah Henriette den Elfmeter nicht? entwickelt. Seine ungewöhnliche Technik beschreibt Matthias so:

Seit über zwei Jahren verfolge ich hartnäckig die Idee, ein neues Multimediaformat zu entwickeln, das die erzählerische Stärke des Wortes mit der sinnlichen Erfahrung von Bild und Ton kombiniert, ohne den Leser dabei auf eine Rezeptionsgeschwindigkeit festzulegen, wie es Film und Radioreportage tun.

Der User scrollt dabei die entsprechenden Elemente (sei es Text oder Bild) in eine markierte Fläche. Sobald sie sich darin befinden, läuft zum Beispiel im Hintergrund ein O-Ton ab, der das Gesehene bzw. Gelesene akustisch unterstützt.

Wäre schön, wenn solche Formen öfter zu sehen wären – denn es macht Spaß, auf diese Weise selbst das vom Reporter Erlebte zu erfahren. Auch wenn der Programmieraufwand dahinter offenbar größer ist.

Anmerkungen dazu sind in Matthias Blog sehr willkommen.

Neues von Stern.de

Peter Turi fasst Infos über anstehende Umstrukturierungen bei stern.de und anderen G+J-Online-Projekten zusammen. Und sucht immer noch für die Badische Zeitung einen Community-Redakteur 2.0.

stern.de ist ja ein Phänomen: Nach Reichweite wie das Printvorbild seit ewigen Zeiten ganz weit oben (und im Gegensatz zu diesem auch in Sachen Design vorne), aber kein erkennbares eigenes Profil – sieht man vom Erotikbereich ab.

Ich möchte Teil einer Online-Bewegung sein

Bewusst wollte ich ein wenig abwarten bevor ich noch mal einmal auf das Blog-Groß-Projekt der WAZ (bzw. vorerst ja: dessen Ankündigung) eingehe. Bei der flüchtigen Lektüre so mancher Blogeinträge (zum Beispiel 50 HZ, zu weiteren durchklicken über Indiskretion Ehrensache, Wirres oder Print To Internet) zum Thema machte sich nämlich ein etwas seltsamer Unterton bemerkbar. Weiterlesen …

Lesen, ausprobieren, schauen/hören

Fabian Mohr stellt noch einmal Soundslides, das von ihm hochgeschätzte, weil simple Tool für vertonte Bildergalerien vor, welches jetzt auch in einer PC-Variante erhältlich ist. Auch einen Blick in die Kommentare werfen.

reboot:bbc.co.uk, Gewinner

Im April hatte die BBC ihre Nutzer dazu eingeladen, die Startseite ihrer Website bbc.co.uk komplett neu zu gestalten und Entwürfe einzureichen. Wie diese Entwürfe aussehen sollten, war den Nutzern selbst überlassen – die BBC war offen für alles. Hauptsache künftige Nutzer finden schnell genau das, was sie wirklich interessiert aus den hunderten Stunden täglichen Radio- und Fernsehprogramms sowie tausenden von BBC-Webseiten.

Aus all den Einreichungen ist der Gewinner jetzt ausgewählt worden. Der Entwurf heißt BBC Malkovich, dahinter steckt die Idee einer hochpersonalisierten Seite, die dem Nutzer genau das präsentiert, was seinem persönlichen Interessenprofil entspricht und ihm hilft, andere Menschen mit ähnlichen Interessen zu finden.

Das bisherige Echo in den Kommentaren zum Wettbewerb ist sehr gemischt und reicht von

“Why do people goto the bbc website?”. Because they provide trust-worthy news, sport and other interesting media. Not because other people are looking at something similar.

bis zu

I think the design is gorgeous! – simple, easy to navigate, lots of options and control, VERY “web 2.0,” and NOT focused on BBC content but on the user. I could see myself getting addicted. Well done.

Washington Post, Video

“I use a video camera as my reporter’s notebook”, schrieb Jane Stevens vor vier Jahren im Online Journalism Review, als sie das Tätigkeitsprofil von “Backpack-Journalisten” erklärte. Damals las sich das wie eine Beschreibung, die wegen des hohen technischen Anteils eher an den Job eines Producers erinnerte, nicht aber an den eines Journalisten.

Die Kamera als digitaler Notizblock des Reporters – eine interessante Vorstellung angesichts immer kompakterer Videokameras, die eine ständig bessere Aufnahmequalität liefern und dabei einfach zu bedienen sind. Bei der Washington Post scheinen Jane Stevens Worte jetzt Gehör zu finden. Denn laut Washingtonian Online sind bereits 50 Reporter der Zeitung mit kleinen, digitalen Videokameras ausgestattet – und es werden mehr.

James Brady, executive editor der Washingtonpost.com, wird mit den Worten zitiert:

We would buy the cameras and give them to reporters to shoot still pictures, record voice, or shoot video. It’s a triple-threat device. It adds a whole different dimension than you can get on the print side.

Das Material landet aufbereit in Photos & Video auf der Website der Washington Post. Und sieht gar nicht mal schlecht aus.

(gefunden bei Medianerds.de)

SpokesmanReview.com, Videos

The Spokesman Review ist eine Zeitung im Nordwesten der USA mit einer Auflage irgendwo zwischen 100.000 und 250.000. Sie könnte vielen hiesigen Zeitungen als Vorbild dienen, wie man den schleichenden Prozess vom bedruckten Papier hinein ins Web zu einem vollständig multimedial arbeitenden Informations-Anbieter über die Jahre hinweg gestalten kann.

Unter anderem setzt die Zeitung auch auf individuell produzierte Videos – ein Trend, der sich in Deutschland so langsam erst bei einigen größeren Nachrichten-Sites durchsetzt.

Colin Mulvany war 17 Jahre lang als Fotograf für den Spokesman Review tätig – heute ist er Multimedia-Redakteur und hat Video für sich als neue Möglichkeit für das Storytelling entdeckt. Hauptsächlich veröffentlicht er seine Geschichten im Video Journal der Zeitung.

Wie sein Weg vom Fotografen zum Videographer und Multimedia-Redakteur aussah, welche Probleme unterwegs auftauchten, wie sich seine Arbeitsweisen verändert haben und mit welcher Technik er arbeitet, beschreibt er in einem lesenswerten Interview mit dem Online-Magazin Sports Shooter.

(gefunden bei Medianerds.de)

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