ARD/ZDF-Online-Studie 2006

Zitierfähiges Zahlenmaterial als Beweis dafür, dass in Sachen Internet-Nutzung und -Nachfrage irgendwie alles ansteigt, bietet die jährlich durchgeführte und repräsentative ARD/ZDF-Online-Studie in ihrer neuesten Auflage, die in Kürze zum Beispiel an dieser Stelle zu finden sein wird.

In der Pressemitteilung dazu werden bereits ein paar Fakten genannt, die wenig überraschen. Unter anderem zum Beispiel, dass die Hälfte aller Onliner in Deutschland mittlerweile über einen Breitbandanschluss verfügt – ein Grund dafür, dass auch die Nachfrage nach Video- und Audiomaterial steigt.

BBC will “persönliches Radio” anbieten

Mehr bei der BBC selbst. . Siehe auch das schon länger laufende Projekt backstage.bbc.co.uk.

“So sehen Sieger aus”

Schöner Hinweis auf schönen Ticker beim Bildschirmtext der taz:

9.31 Uhr: Die halbe Redaktion rennt nochmal aufs Klo. Das dürfen die Klinsmänner jetzt nicht. Die haben ganz andere Sorgen. Klinsmann und Löw reden mit den Jungs. Kahn klopft Lehmann auf die Schulter. Nochmal: Kahn klopft Lehmann auf die Schulter! Köpke kniet bei Lehmann.

Die Redaktion ist sueddeutsche.de. Klingt besser als manche andere Ticker-Versuche, die amüsant sein sollten.

Mit Bewegtbildern und PR-Drachen klarkommen

Professor Klaus Meier, Hochschule Darmstadt
Hoffnungsvoll startete 2001 in Darmstadt der erste Journalismus-Studiengang, der sich auf das Medium Online konzentrierte – direkt in die große Job-Krise hinein. Jetzt bessert sich die Lage – und Darmstadt hat längst seine ersten Absolventen auf den Markt gebracht. Professor Klaus Meier berichtet im Interview mit onlinejournalismus.de, wo sie heute sind und was sie aus Darmstadt mitgenommen haben. Weiterlesen …

RP-Ideen bei der WAZ

“Im Moment schaue ich vornehmlich aufs Internet. Die Dynamik des Netzes bringt für uns eine große Chance”, sagt Ulrich Reitz, Chefredakteur beim Regionalzeitungsriesen WAZ. Dafür hat er die Bloggerin Katharina Borchert angeheuert, die er am Montag offiziell vorstellen will. Im Interview mit der Fachzeitschrift Journalist führt Reitz die neuen Online-Ziele der WAZ bereits weiter aus: “Das Stichwort ist ‘User generated Content’.” Das klingt verdammt nach RP und Opinio – doch Reitz will seinen früheren Arbeitgeber nicht kopieren.
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Bloggerin wird Chefredakteurin von “WAZ live”

Bislang fristete das Internet bei der Essener WAZ-Gruppe ein Mauerblümchendasein. Mitte Juni verkündete “WAZ”-Chefredakteur Ulrich Reitz jedoch eine Internet-Offensive: “Bis zum Jahresende haben wir Blogger in allen 28 Lokalredaktionen und zehn Redakteure in der Online-Mantelredaktion”, sagte er dem “Spiegel” (wir berichteten).

In der “Welt am Sonntag” teilte jetzt Reitz’ Chefredakteurs-Kollege Klaus Schrotthofer bei der “Westfälischen Rundschau” eine Überraschung mit: Die 1972 in Wattenscheid geborene Bloggerin Katharina Borchert, auch bekannt als Lyssa, wird Chefredakteurin des Projekts “WAZ live”. In dem Online-Netzwerk sollen bis Ende des Jahres alle vier Ruhrgebietszeitungen des Konzerns erscheinen (also neben “WAZ”, “Westfälischer Rundschau” auch die “Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung” und die “Westfalenpost”). Die “WamS” zitiert aus einem Strategiepapier der Essener, danach wolle die WAZ “so schnell wie möglich eine große Gemeinschaft” im Netz schaffen.

Das Sonntagsblatt erwähnt auch die Kritik an der künftigen Online-Chefin:

“Bei einigen sensiblen Kollegen hat sich die Web-Autorin Lyssa in die Nesseln gesetzt, weil sie für das Fußball-Blog “weallspeakfootball” in eine von Coca-Cola gesponserte WG in Berlin eingezogen ist. Die Wirtschaft kaufe inzwischen die besten Blogger ein, schreibt ein Kritiker im Netz.”

Mit dem Kritiker ist wohl Don Alphonso gemeint, der sich in einigen Beiträgen in der Blogbar mit jener umstrittenenen Marketingidee des Getränkeherstellers beschäftigt hat. Allein was den Aspekt der “Gemeinschafts-Bildung” anbelangt, dürfte das Fußball-Blog als gescheitert gelten.

Nachtrag 02.07.06
Mehr zu diesem Thema finden Sie im Artikel “RP-Ideen bei der WAZ”.

Google ganz alt

Wenn einer bei der kollektiven WM-Euphorie nicht mitmacht, dann Google News. Der automatische Nachrichtenüberblick kommt offenbar nicht klar mit den bei vielen Medien teilweise außer Kraft gesetzten Nachrichtenkriterien. WM-Meldungen sind häufig nicht Aufmacher sondern rangieren unter ferner liefen – oder statt der letzten Ergebnisse stehen in der Rubrik Sport irgendwelche veralteten Vor(mit)tagsmeldungen zur WM von dpa oben.

Google in a box

Ein schönes Beispiel für eine Zweitverwertung. Oder sollte ich sagen: Neuverwertung? Das Multimedia-Dossier “Google – die Macht einer Suchmaschine” basiert auf einem Zapp-Spezial, das vor einigen Tagen im NDR lief und nun bei tagesschau.de in eine Media-Mix-Slideshow gepackt wurde; nach dem selben Prinzip, wie die Event-Box von sportschau.de. Ein durch und durch alltagstaugliches Format für die Redaktion, sicherlich nicht in einer Stunde produziert, aber dennoch die Möglichkeit, “mal schnell” mit Videos zu arbeiten und nicht mehr länger nur zu experimentieren (den Video-Giganten im Hintergrund immer vorausgesetzt). Mehr davon!

Übrigens: Die besten Voraussetzungen, den Unterschied zu spüren, den Schritt nach vorn, den diese Art der journalistischen Umsetzung ausmacht, haben wohl die, die sich zuvor haben berieseln lassen, vom Filmbeitrag im Dritten, in voller Länge, spätabends, müde…

BBC News / Editors Blog

Nachdem es intern bereits einige Monate ausprobiert wurde, hat die BBC jetzt ihr neues Blog mit dem Titel The Editors freigeschaltet. Wie der Name verrät, schreiben dort die Redakteure – und zwar nicht über irgendein Thema, sondern über ihren Job.

Nachrichten-Chefin Helen Boaden schreibt in ihrem ersten Eintrag:

We are committed to being impartial, fair and accurate – these are the qualities which BBC News is rightly expected to uphold. But we also want to be open and accountable, and while this is nothing new [...], we are hoping this blog will be a fresh way of having a direct conversation with you, our audiences.

Mal angenommen, so ein Blog funktioniert – was voraussetzen würde, dass die Redakteure mit den Usern auf Augenhöhe kommunizieren – ist das ein großer Schritt nach vorn. Zuschauer könnten direkten Einfluss auf das Programm der BBC nehmen.

Allerdings wird das ganze von Offenheit leben, und die ist erst einmal eingeschränkt. Kommentare von den Nutzern erscheinen z.B. erst, wenn sie durch die Redaktion freigegeben wurden – was bei einem Angebot mit derartiger Reichweite zwar verständlich ist, aber so auch kritische Anmerkungen leicht unter den Tisch fallen können.

Erste Reaktionen über das Editors’ Blog u.a. bei Jeff Jarvis, Era Digital und jamesAntenne.

FIFA World Cup 2006 / Multimedia

Was tun, wenn man den Sieg der eigenen Mannschaft in Bild und Ton nacherzählen möchte, aber keine Rechte an den Bewegtbildern hat? Die Website der spanischen Tageszeitung Elpais.es baut z.B. aufwändige Infografiken, um die entscheidenden Spielzüge zu visualisieren. Das ganze – höchstemotional – unterlegt mit der Stimme eines enthusiastischen Reporters.

Ein paar Highlights der multimedialen WM-Berichterstattung sind bei Interactive Narratives verlinkt.

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