Lesen, ausprobieren, schauen/hören

Fabian Mohr stellt noch einmal Soundslides, das von ihm hochgeschätzte, weil simple Tool für vertonte Bildergalerien vor, welches jetzt auch in einer PC-Variante erhältlich ist. Auch einen Blick in die Kommentare werfen.

reboot:bbc.co.uk, Gewinner

Im April hatte die BBC ihre Nutzer dazu eingeladen, die Startseite ihrer Website bbc.co.uk komplett neu zu gestalten und Entwürfe einzureichen. Wie diese Entwürfe aussehen sollten, war den Nutzern selbst überlassen – die BBC war offen für alles. Hauptsache künftige Nutzer finden schnell genau das, was sie wirklich interessiert aus den hunderten Stunden täglichen Radio- und Fernsehprogramms sowie tausenden von BBC-Webseiten.

Aus all den Einreichungen ist der Gewinner jetzt ausgewählt worden. Der Entwurf heißt BBC Malkovich, dahinter steckt die Idee einer hochpersonalisierten Seite, die dem Nutzer genau das präsentiert, was seinem persönlichen Interessenprofil entspricht und ihm hilft, andere Menschen mit ähnlichen Interessen zu finden.

Das bisherige Echo in den Kommentaren zum Wettbewerb ist sehr gemischt und reicht von

„Why do people goto the bbc website?“. Because they provide trust-worthy news, sport and other interesting media. Not because other people are looking at something similar.

bis zu

I think the design is gorgeous! – simple, easy to navigate, lots of options and control, VERY „web 2.0,“ and NOT focused on BBC content but on the user. I could see myself getting addicted. Well done.

Washington Post, Video

„I use a video camera as my reporter’s notebook“, schrieb Jane Stevens vor vier Jahren im Online Journalism Review, als sie das Tätigkeitsprofil von „Backpack-Journalisten“ erklärte. Damals las sich das wie eine Beschreibung, die wegen des hohen technischen Anteils eher an den Job eines Producers erinnerte, nicht aber an den eines Journalisten.

Die Kamera als digitaler Notizblock des Reporters – eine interessante Vorstellung angesichts immer kompakterer Videokameras, die eine ständig bessere Aufnahmequalität liefern und dabei einfach zu bedienen sind. Bei der Washington Post scheinen Jane Stevens Worte jetzt Gehör zu finden. Denn laut Washingtonian Online sind bereits 50 Reporter der Zeitung mit kleinen, digitalen Videokameras ausgestattet – und es werden mehr.

James Brady, executive editor der Washingtonpost.com, wird mit den Worten zitiert:

We would buy the cameras and give them to reporters to shoot still pictures, record voice, or shoot video. It’s a triple-threat device. It adds a whole different dimension than you can get on the print side.

Das Material landet aufbereit in Photos & Video auf der Website der Washington Post. Und sieht gar nicht mal schlecht aus.

(gefunden bei Medianerds.de)

SpokesmanReview.com, Videos

The Spokesman Review ist eine Zeitung im Nordwesten der USA mit einer Auflage irgendwo zwischen 100.000 und 250.000. Sie könnte vielen hiesigen Zeitungen als Vorbild dienen, wie man den schleichenden Prozess vom bedruckten Papier hinein ins Web zu einem vollständig multimedial arbeitenden Informations-Anbieter über die Jahre hinweg gestalten kann.

Unter anderem setzt die Zeitung auch auf individuell produzierte Videos – ein Trend, der sich in Deutschland so langsam erst bei einigen größeren Nachrichten-Sites durchsetzt.

Colin Mulvany war 17 Jahre lang als Fotograf für den Spokesman Review tätig – heute ist er Multimedia-Redakteur und hat Video für sich als neue Möglichkeit für das Storytelling entdeckt. Hauptsächlich veröffentlicht er seine Geschichten im Video Journal der Zeitung.

Wie sein Weg vom Fotografen zum Videographer und Multimedia-Redakteur aussah, welche Probleme unterwegs auftauchten, wie sich seine Arbeitsweisen verändert haben und mit welcher Technik er arbeitet, beschreibt er in einem lesenswerten Interview mit dem Online-Magazin Sports Shooter.

(gefunden bei Medianerds.de)

ARD/ZDF-Online-Studie 2006

Zitierfähiges Zahlenmaterial als Beweis dafür, dass in Sachen Internet-Nutzung und -Nachfrage irgendwie alles ansteigt, bietet die jährlich durchgeführte und repräsentative ARD/ZDF-Online-Studie in ihrer neuesten Auflage, die in Kürze zum Beispiel an dieser Stelle zu finden sein wird.

In der Pressemitteilung dazu werden bereits ein paar Fakten genannt, die wenig überraschen. Unter anderem zum Beispiel, dass die Hälfte aller Onliner in Deutschland mittlerweile über einen Breitbandanschluss verfügt – ein Grund dafür, dass auch die Nachfrage nach Video- und Audiomaterial steigt.

BBC will „persönliches Radio“ anbieten

Mehr bei der BBC selbst. . Siehe auch das schon länger laufende Projekt backstage.bbc.co.uk.

„So sehen Sieger aus“

Schöner Hinweis auf schönen Ticker beim Bildschirmtext der taz:

9.31 Uhr: Die halbe Redaktion rennt nochmal aufs Klo. Das dürfen die Klinsmänner jetzt nicht. Die haben ganz andere Sorgen. Klinsmann und Löw reden mit den Jungs. Kahn klopft Lehmann auf die Schulter. Nochmal: Kahn klopft Lehmann auf die Schulter! Köpke kniet bei Lehmann.

Die Redaktion ist sueddeutsche.de. Klingt besser als manche andere Ticker-Versuche, die amüsant sein sollten.

Mit Bewegtbildern und PR-Drachen klarkommen

Professor Klaus Meier, Hochschule Darmstadt
Hoffnungsvoll startete 2001 in Darmstadt der erste Journalismus-Studiengang, der sich auf das Medium Online konzentrierte – direkt in die große Job-Krise hinein. Jetzt bessert sich die Lage – und Darmstadt hat längst seine ersten Absolventen auf den Markt gebracht. Professor Klaus Meier berichtet im Interview mit onlinejournalismus.de, wo sie heute sind und was sie aus Darmstadt mitgenommen haben. Weiterlesen …

RP-Ideen bei der WAZ

„Im Moment schaue ich vornehmlich aufs Internet. Die Dynamik des Netzes bringt für uns eine große Chance“, sagt Ulrich Reitz, Chefredakteur beim Regionalzeitungsriesen WAZ. Dafür hat er die Bloggerin Katharina Borchert angeheuert, die er am Montag offiziell vorstellen will. Im Interview mit der Fachzeitschrift Journalist führt Reitz die neuen Online-Ziele der WAZ bereits weiter aus: „Das Stichwort ist ‚User generated Content‘.“ Das klingt verdammt nach RP und Opinio – doch Reitz will seinen früheren Arbeitgeber nicht kopieren.
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Bloggerin wird Chefredakteurin von „WAZ live“

Bislang fristete das Internet bei der Essener WAZ-Gruppe ein Mauerblümchendasein. Mitte Juni verkündete „WAZ“-Chefredakteur Ulrich Reitz jedoch eine Internet-Offensive: „Bis zum Jahresende haben wir Blogger in allen 28 Lokalredaktionen und zehn Redakteure in der Online-Mantelredaktion“, sagte er dem „Spiegel“ (wir berichteten).

In der „Welt am Sonntag“ teilte jetzt Reitz‘ Chefredakteurs-Kollege Klaus Schrotthofer bei der „Westfälischen Rundschau“ eine Überraschung mit: Die 1972 in Wattenscheid geborene Bloggerin Katharina Borchert, auch bekannt als Lyssa, wird Chefredakteurin des Projekts „WAZ live“. In dem Online-Netzwerk sollen bis Ende des Jahres alle vier Ruhrgebietszeitungen des Konzerns erscheinen (also neben „WAZ“, „Westfälischer Rundschau“ auch die „Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung“ und die „Westfalenpost“). Die „WamS“ zitiert aus einem Strategiepapier der Essener, danach wolle die WAZ „so schnell wie möglich eine große Gemeinschaft“ im Netz schaffen.

Das Sonntagsblatt erwähnt auch die Kritik an der künftigen Online-Chefin:

„Bei einigen sensiblen Kollegen hat sich die Web-Autorin Lyssa in die Nesseln gesetzt, weil sie für das Fußball-Blog „weallspeakfootball“ in eine von Coca-Cola gesponserte WG in Berlin eingezogen ist. Die Wirtschaft kaufe inzwischen die besten Blogger ein, schreibt ein Kritiker im Netz.“

Mit dem Kritiker ist wohl Don Alphonso gemeint, der sich in einigen Beiträgen in der Blogbar mit jener umstrittenenen Marketingidee des Getränkeherstellers beschäftigt hat. Allein was den Aspekt der „Gemeinschafts-Bildung“ anbelangt, dürfte das Fußball-Blog als gescheitert gelten.

Nachtrag 02.07.06
Mehr zu diesem Thema finden Sie im Artikel „RP-Ideen bei der WAZ“.

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