Archivierte Einträge für Recherche

Die neue Google-Bildersuche

Google hat seine Bildersuche erweitert und akzeptiert jetzt statt eines Worts auch ein Bild als Suchbegriff. “Google Search by Image” funktioniert sehr einfach per Drag’n Drop. Noch einfacher als bisher können so unbekannte Bildinhalte identifiziert und geklaute Bilder auf anderen Websites identifiziert werden.

Bei prominenten Personen liefert die Funktion auch erstaunlich gute Treffer anderer Bilder, auf denen diese in ähnlichen Bildsituationen zu sehen sind – bei weniger prominenten Personen oder Objekten bietet sie bei den Treffern Bilder an, die dem Suchbild farblich und vom Bildaufbau ähneln (was natürlich zu witzigen Ergebnissen führt).

Wahrscheinlich handelt es sich also um eine Mischung aus Stichwort, Datei- und Bildanalyse – auch wenn Google doch bei Google Goggles erklärt hatte, die Zeit sei für die allgemeine automatische Gesichtserkennung von Personen (noch) nicht reif … Wenige Tage nach der Diskussion um Facebooks Gesichtserkennung bin ich auf das Echo auf die neue Google-Funktion gespannt.

OpenLeaks sucht hundert Partner

Open Leaks auf der re:publica 2011 | Foto: Fiete Stegers
Einen hastigen Schnellstart und Fehler, die bei WikiLeaks gemacht wurden, wollen die Macher von OpenLeaks vermeiden – aber wann kommt die Plattform nun? Diese Frage beantworte Daniel Domscheidt-Berg auf der Konferenz re:publica nicht, informierte aber über einige andere Details des Projekts.

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Linklisten waren gestern, kuratieren ist die Zukunft

Die Informationsflut im Internet fordert die Journalisten heraus. Sie müssen mehr denn je fremde Inhalte sichten, aufbereiten und in einen Zusammenhang stellen. Wenn sich Journalisten in die Rolle des Mehrwert schaffenden Kurators begeben, entsteht eine neue Form des Storytellings. Weiterlesen…

Guttenberg: Gelungene SPON-Visualisierung der Vorwürfe

 

Die Visualisierung auf Spiegel online.

Wie vergleicht man eigentlich ein Plagiat, dass es die Leser einer Zeitung oder eines Online-Magazins gut verstehen? Richtig: Man legt die Texte übereinander. Spiegel online ist auf die Idee gekommen und zeigt, wie man mit den Möglichkeiten des Netzes gut arbeiten kann.

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Ägypten und Prozessjournalismus, Nachtrag

Als Nachtrag zu Lorenz Matzats Artikel “Ägypten und Prozessjournalismus: Deutschsprachige Onlinemedien enttäuschen” der Hinweis auf zwei interessante Beiträgeüber Andy Carvin von NPR und seine Erfahrungen, Ägypten-Nachrichten über Twitter zu kuratieren.

Und ein Hintergrund: NPR Takes ‘Web-First’ Approach to Blogging. What Does That Mean? (September 2010)

Update, 14.02.2011:
Medial Digital empfiehlt noch einen weiteren Beitrag zum Thema beim Knight Digital Media Center, der wiederum auf einem Interview von Ethan Zuckermann mit Carvin basiert.

Die Irak-Protokolle von WikiLeaks

Todesopfer in Bagdad (Screenshot von Guardian.co.uk)
Mit einem Twitter-Gewitter macht sich die parallele Veröffentlichung der Iraq War Logs bemerkbar. Diesmal hat Wikileaks für die Auswertung und Aufbereitung seiner geleakten Dokumente zum Irak-Krieg eine ganze Armada großer Redaktionen ins Boot geholt.
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Do-It-Yourself-Datenjournalismus bei der taz

Die “taz” macht einen Schritt Richtung offenen Datenjournalismus und zeigt, dass tatsächlich funktioniert, wovon andere in Deutschland nur reden: Daten mithilfe von kostenlosen, externen Tools darstellen und auch die Rohdaten verfügbar machen. Einen Bericht über die Schließung von Post-Filialen zugunsten von Post-Service-Agenturen in anderen Geschäften ergänzt die Online-Redaktion mit einer Google-Maps-Karte der verschiedenen Arten von Postvertretungen in Berlin (passt leider nicht in der richtigen Darstellungsgröße ins taz.de-Design), einem Chart zur Fillialentwicklung und zur Flächenabdeckung der Postfilialen. Im Print wird das Ganze abgerundet mit längeren Lesestrecken.

Vor gut einem Jahr hatte Sebastian Heiser für die “taz” schon mal die Standorte von Überwachungskameras auf einer Karte verzeichnet.

Update: Das Blog Datenjournalist hatte gestern schon die Machart des taz-Beitrags seziert.

Best Practice bei Zeit Online: Recherchefleiß meets Datenvisualisierung

Todesopfer rechter Gewalt in Deutschland, Zeit OnlineEs ist noch keine zwei Monate her, dass die Veröffentlichung der Afghan War Diaries durch Wikileaks für großes Aufsehen sorgte. Dabei wurde auch die Frage aufgeworfen, wie gut die drei beteiligten Medien diese Datenflut aufbereitet hatten, wobei Spiegel Online nicht besonders gut abschnitt. Zeit Online hat nun mit der Veröffentlichung einer interaktiven Karte zu Todesopfern rechter Gewalt selbst Datenjournalismus betrieben und dabei Maßstäbe gesetzt. Weiterlesen…

Zeit-Online-Chef fordert Ende des Festungsdaseins und öffentlich-rechtliche Dienstleister

Wolfgang Blau, Chef von Zeit Online, geht in einem Gastbeitrag für die Serie “Wozu noch Journalismus” auf sueddeutsche.de mit jenen ins Gericht, die das Aufweichen der exklusiven Publikationsmöglichkeiten von professionellen Journalisten und die Probleme des tradierten Geschäftsmodells der Zeitungsverlage mit dem Ende des Journalismus gleichsetzen:

Dieses Monopol der alten Medien-Institutionen auf journalistische Produktionsmittel und Vertriebswege wird nicht mehr wiederkehren. Während wir aber selten einen Profimusiker dabei ertappen werden, dass er die Mehrheit der Laienmusiker öffentlich verunglimpft und ihre Verdienste für die Musik abstreitet, begehen verunsicherte Journalisten und Medienmanager alter Schule diesen Fehler heute regelmäßig. Die öffentliche Beschimpfung des Internet wurde zur trotzigen Mutprobe einer ganzen Branche.

Auch die Frontstellung vieler Verlagshäuser gegen den Internet-Angeboten der Öffentlich-Rechtlichen hält Blau für grundfalsch:

Gäbe es diese Websites nicht, hätten die Online-Angebote der Zeitungshäuser zwar einige Nutzer mehr, man muss aber schon komplett mutlos sein, wenn man behauptet, die öffentlich-rechtlichen Nachrichtensites stünden dem kommerziellen Erfolg der Zeitungs-Websites im Wege. (…) Vielleicht wären die Verlage besser beraten, für eine Beschränkung der Öffentlich-Rechtlichen auf nur zwei, sehr leistungsfähige Nachrichtensites zu kämpfen – tagesschau.de und heute.de – und gleichzeitig Dienstleistungen der öffentlich-rechtlichen Sender für ihre eigenen Websites einzufordern.

So könnten die öffentlich-rechtlichen Internet-Redaktionen ihre Multimedia-Specials auch als Whitelabel für Verlagswebsites zur Verfügung stellen oder auch “auch eine Pionierrolle bei der Entwicklung des Datenbank-Journalismus einnehmen und zum Beispiel helfen, Software-Schnittstellen zu den öffentlichen Datenbeständen von Ministerien, Bundestag und Statistikämtern auszuhandeln und zu programmieren”, schlägt Blau vor.

Update, 17.05.2010:
Blau antwortet bei Carta ausführlich auf Robin Meyer-Luchts Kommentar zu seinem Ursprungsstatement.

Verlage sägen am eigenen Ast

Unser Kollege Matthias Spielkamp beschreibt bei Kress.de einen drohenden “Brain Drain” in den Verlagen – als Folge der miserablen Bezahlung vieler freier Journalisten. Eine der vielen starken Passagen des Vortragsmanuskripts:

… alle Medien, auch die selbst ernannten Qualitätsmedien, von “FAZ” über “Süddeutsche Zeitung” bis hin zu den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, lassen sich ihre Zeitungen und Sendungen verdeckt von den PR-Abteilungen von Daimler und Siemens subventionieren. Wie ich darauf komme?

Bei knapp der Hälfte der freiberuflichen Journalisten reichen die Einnahmen aus journalistischer Arbeit nicht aus, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Wo kommt das Geld also her? Zu einem großen Teil aus PR-Aufträgen. Ohne sie könnten viele es sich überhaupt nicht mehr leisten, journalistisch zu arbeiten.

Matthias Spielkamp argumentiert, dass motivierte und engagierte Kollegen im Netz ein besseres Umfeld zum Betreiben von Journalismus finden und deshalb zunehmend der Verlagslandschaft den Rücken kehren. Als Beispiele hierfür nannte er Projekte wie Spot.us, ProPublica und Perlentaucher.

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